Jede*r sollte sich sexuell ausprobieren und finden dürfen – ganz ohne Bewertung von außen

Sex ist die natürlichste Sache der Welt, die zwischen zwei oder auch mehr Menschen passieren kann. Nicht umsonst hat das älteste Gewerbe der Welt mit Sex zu tun. Nur leider wurde Sex durch unsere Gesellschaft immer stärker tabuisiert. Darüber sprechen soll man nicht und offen zugeben, dass man Sex mit wechselnden Partner*innen hat erst Recht nicht. Sex ist nur etwas, das zwischen sich Liebenden erfolgen soll. Sex ohne Liebe wird verpönt.

Auch wenn es nicht mehr so schlimm ist wie in der Vergangenheit, wird man trotzdem mit Missbilligung bestraft. Sex ohne Liebe ist so undenkbar wie die Gesellschaft ohne Social Media. Wir sollten uns alle vor Augen halten, dass Sex etwas ganz Natürliches ist, was unter Einvernehmen beiderseits natürlich in erster Linie der Lustbefriedigung geschieht und nicht, weil man sich liebt. Liebe kann zwar Sex zu etwas Besonderem machen, aber es ist auch völlig in Ordnung, wenn man Sex ohne Liebe hat.

Die sexuelle Findungsphase ist außerhalb einer festen Beziehung für manche einfacher

Deshalb besteht auch die Frage, warum wir keinen Sex mit verschiedenen Leuten haben sollen, ohne dass gleich Liebe daraus entstehen muss. Denn sich auszuprobieren, um die Dinge zu finden, die einem gefallen oder eben nicht gefallen, gehört zur sexuellen Findung dazu. Viele trauen sich auch nicht, zu ihrem*r Partner*in zu sagen, was sie gerne mal ausprobieren möchten oder eventuell sogar was ihnen nicht gefällt, sodass sie das alles erst einmal außerhalb einer festen Beziehung erkunden möchten, bevor sie eine feste Bindung mit jemanden eingehen, den sie wirklich mögen.

Anderen hingegen ist der Sex mit einem*r festen Partner*in zu wenig, vielleicht weil der Sex mit dem*der Partner*in nicht erfüllend genug ist oder aber man sich nur außerhalb der Beziehung richtig ausleben kann, aber den*die Partner*in trotzdem liebt. Dies ist nicht zu verurteilen. Jede*r so, wie er oder sie es gerne hat.

Sex sollte akzeptiert werden als das, was er ist. Man sollte durch Sex nicht anfangen, die Gesellschaft zu kategorisieren und den Leuten einen Stempel auf die Stirn zu drücken. Vielmehr sollte jede*r lernen, sein oder ihr sexuelles Interesse zu erforschen, zu akzeptieren und in einem offenen Konsens darüber sprechen. Wir sind als Gesellschaft dazu gepolt, immer mehr zu erforschen, immer mehr dazu zu lernen. Aber das Wichtigste in unserem Leben erforschen wir nicht. Vielmehr verdrängen wir des Öfteren und wollen selbst nicht akzeptieren.

Sex sollte akzeptiert werden als das, was er ist. Man sollte durch Sex nicht anfangen, die Gesellschaft zu kategorisieren und den Leuten einen Stempel auf die Stirn zu drücken.

Jedoch sollten wir anfangen, uns freizumachen von den gesellschaftlichen Tabus und Kategorisierungen, die Sex angehen. Wir sollten anfangen, Sex als die wundervolle Sache anzusehen, die sie ist. Denn Sex geht nicht nur in eine Richtung, sondern kann so viel mehr. Der Mensch ist nicht nur dazu gemacht, Liebe zu einem*r anderen zu empfinden, sondern möglicherweise auch nur sexuelle, lustvolle Anziehung zu einem*r anderen. Auch darf man Dinge ausprobieren, nur um sagen zu können „Ja, hab ich gemacht“.

Wichtig ist außerdem, offen über Sex reden zu lernen und nicht zu verurteilen, auch wenn es nur ums Ausprobieren geht. Denn erst dann können die Menschen akzeptieren, dass Sex auch nur aus Lust aufeinander und ohne Liebe erfolgen kann. Denn trotz des 21. Jahrhunderts wird immer noch geurteilt über den „Schürzen-Jäger“ oder die „Dorfmatratze“. Aber eigentlich machen sie nichts Falsches. Jede*r ist doch insgeheim neidisch.

Weg von Verurteilung und Ablehnung, was nicht der gesellschaftlichen Norm entspricht 

Zudem lernen wir erst dann, Menschen nicht gleich zu verurteilen oder auch nicht abzulehnen, nur weil sie andere Vorstellungen von ihrem Sexleben haben. Oder aber gleich in eine Schublade zu stecken, nur weil es vielleicht im Eifer des Gefechts zu etwas kam, womit man nie gerechnet hätte oder es auch von Grund auf abgelehnt hat, weil es sich nicht innerhalb der gesellschaftlichen Norm verhält.

Angemerkt sei jedoch, dass man sich natürlich auch in einer Beziehung ausleben kann. Mit seinem*r Partner*in die Schönheit der Sexualität finden kann. Aber jede*r sollte sich die Frage stellen, ob man nur Sex mit einem*r festen Partner*in haben will, weil man es wirklich will oder weil es die Gesellschaft einem vorlebt.

Erst wenn wir anfangen, offen und ohne Tabus über Sex zu reden, unsere Sexualität selbst zu erforschen, uns selbst kennenzulernen, kann es meiner Meinung nach zu besonderem Sex zwischen Liebenden kommen.

Eins46einhalb entspricht in keinerlei Hinsicht der gesellschaftlichen Norm. Sie ist eins46einhalb groß, ist vorlaut und hält sich nicht an gesellschaftlichen Gepflogenheiten. Sie ist ein kleiner Hitzkopf, dem es nicht mehr ausreichte, sich bei seinen Freunden über die Gesellschaft aufzuregen, so kam dann eines Nachts die Idee zum Blog eins46einhalb.

Headerbild: Gemma Chua-Tran via Unsplash. („Gesellschaftsspiel“-Button hinzugefügt und zugeschnitten.) Danke dafür!

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