Er steht nicht auf mich – wie es sich anfühlt, nie „die Eine“ zu sein

Es gibt sie: diese Frauen, denen Männer reihenweise zu Füßen liegen. Und zwar nicht nur, weil sie gern mit ihnen vögeln wollen. Nein, diese Frauen schaffen es, dass selbst die ewigen Junggesellen plötzlich von gemeinsamen Kuschelabenden und Ikea-Ausflügen träumen.

Ich habe in meinem Freundeskreis zwei, drei solcher Frauen, von denen sämtliche Männer in Sekundenschnelle verzaubert sind. Fasziniert beobachte ich, wie sie von Verehrer zu Verehrer und von Beziehung zu Beziehung gleiten. Was haben diese Frauen an sich, das Männer alle so machtlos in ihren Bann zieht?

Auch wenn ich mich für sie freue und ihnen ihr Glück gönne, bleibt ein kleiner Stich zurück: denn ich bin nicht diese Sorte Frau. Ich habe bisher vor allem das Glück gehabt, die Lückenfüllerin zu sein. Indem ich die Herren der Schöpfung nach einem gebrochenen Herzen mit viel Aufmerksamkeit, Sex und positiven Gesprächen aufpäppeln darf, bevor sie gestärkt weiterziehen auf ihrer Reise zur „großen Liebe“.

Dabei haben sich viele ohne ein Wort aus dem Staub gemacht. Andere hatten aber zumindest die Eier, mir zum Abschied noch ein paar Worte zu sagen, die ich gerne mit euch teile. Auch wenn ich nicht genau weiß, ob sie mir wirklich erklären, woran es liegen mag, dass ich für den Part der „großen Liebe“ irgendwie selten in Frage komme.

„Ich verstehe nicht, warum ich nicht in dich verliebt bin, eigentlich fühle ich mich wohl mit dir und alles ist so entspannt.“

Dieser Satz einer ehemaligen Affäre trifft es genau – ich verstehe ja schließlich auch nicht, wieso sich niemand in mich verliebt. Mit mir ist es also entspannt, schon mal gut, oder? Wobei mir Vorfälle wie locker-vertraute Fürze seinerseits nach dem ersten (!) Geschlechtsverkehr doch zu denken geben:

Auch wenn ich entspannt bin, bin ich immer noch eine Frau und nicht der jahrelange Kumpel, vor dem man sich total gehen lassen kann. Oder ist eben das schon ein Problem?

Heißt entspannt, dass man(n) sich schnell mit mir langweilt, weil ich keine Herausforderung darstelle? Muss ich eine anspruchsvolle Dramaqueen werden, damit Männer mich wirklich als Frau sehen und ernsthaftes Interesse an mir entwickeln?

Hand aufs Herz: Ich hab’ auf so eine Scheiße keinen Bock. Klar, man sollte immer sagen, wenn einen Sachen wirklich stören. Aber ich bin relativ umgänglich und tolerant und finde es anstrengend, ständig den Konflikt wegen Kleinigkeiten zu suchen: Leben und leben lassen.

„Ich habe mich bei dir wie das Arschloch aufgeführt, das ich niemals sein wollte.“

Dass meine „Entspanntheit“ allerdings dazu führt, dass sich Männer für mich keine Mühe geben, ist ein echtes Problem. Ungläubig höre ich meinen Freundinnen zu, deren Verehrer oder Partner sich oftmals richtig ins Zeug legen und frage mich, was für mich so getan wird. Ich bin mittlerweile soweit, dass ich mich freue, wenn ich mir morgens nicht mehr selbst meine Tasse Kaffee machen muss, sondern sie mir gebracht wird (Frühstück habe ich in 3,5 Jahren Single-Leben übrigens noch nie bekommen).

Wenn sich jemand also wirklich mal die Mühe machen würde, sich etwas für mich einfallen zu lassen und mich mit einem aufmerksamen Date zu überraschen, wäre ich vermutlich fassungslos und total überfordert.

„Du machst Männern Angst, weil du so stark wirkst und clever bist, damit können viele nicht so umgehen.“

Noch ein weiterer Punkt, der mich nachdenklich stimmt. Obwohl ich ihn sogar verstehen kann. Wir leben in einer Zeit, in der Männer es nicht wirklich leicht haben, den zunehmend komplexeren Erwartungen von Frauen gerecht zu werden. Häufig sind sie verunsichert und wissen nicht genau, was für ein Verhalten sie an den Tag legen sollen.

Aber: Der Beschützer wird wohl nie aus der Mode kommen. Und so haben auch meine eingangs erwähnten Freundinnen, die Männer um den Verstand bringen, wohl etwas gemeinsam: Sie alle haben etwas Zartes, Zerbrechliches an sich (und da rede ich nicht unbedingt vom Körpergewicht). Sie wecken in vielen Männern den Wunsch, für sie da zu sein.

Ich habe in meinen Zwanzigern durch einige Schicksalsschläge lernen müssen, stark zu sein. Und alleine klar zu kommen. Dementsprechend schlecht bin ich darin, die Hilfe anderer aktiv einzufordern. Was aber nicht heißt, dass ich es nicht schön fände, wenn Männer mir ihre Hilfe öfter aus freien Stücken heraus anbieten würden. Denn egal wie stark man wirken mag, es freut einen immer, wenn jemand unterstützen will.

Generell lief es meistens so: Irgendwann nach ein paar schönen gemeinsamen Wochen lief das Anbändeln mit dem Auserwählten plötzlich aus und ich stand wieder alleine da. Prompt suchte ich die Fehler bei mir. Das mache ich mittlerweile zum Glück nicht mehr. Manchmal passt es eben einfach nicht und die Gefühle bleiben aus. Wieso das aber so überdurchschnittlich oft bei mir passiert, ist mir auch ein Rätsel.

Aber gut, vielleicht ist das auch besser so. Denn vor allem emotional weiß ich genau, was ich will: Männer, die keine Angst vor echter Nähe haben*. Die sich über ein Frühstück freuen und mich auch mit einem überraschen. Für die es nicht zu viel ist, sich zu öffnen, sondern für die gerade das die Essenz von allem ist.

Denn Sex haben kann man mit vielen – tiefste Gedanken, Träume, Ängste und alberne Momente teilen eben nicht.

Mein Resümee

Ich weiß, dass ich mich nicht verstellen will, nur um für einen Falschen* „die Eine“ zu sein, in die er sich verliebt. Und ich weiß, dass es irgendwo in dieser Stadt Männer gibt, die mich genau so toll finden werden, wie ich bin: Manchmal zu laut, manchmal aber auch sehr leise. Große Klappe, aber auch was dahinter. Manchmal wie ein pubertärer 14-Jähriger Peniswitze reißend, nur um fünf Minuten später ein Gespräch über die verborgensten Ängste zu beginnen.

So bin ich nun mal und ich finde mich großartig so!

Doch nebenbei: Ich frage mich in einsamen Momenten trotzdem manchmal – während ich überlege, wie viele Katzen wohl in meine 53-Quadratmeter-Wohnung in Prenzlauer Berg passen –, wo zur Hölle die Männer bleiben, die das auch endlich mal erkennen.

Natalie, Mitte 20, ist gerade in den Endzügen ihres Masters in „irgendwas mit Medien“. Sie hat mittlerweile so viel Großstadt-Dating-Erfahrung gesammelt, dass Sie sich selbstsicher als Dating-Profi bezeichnet und vermutlich ihre eigene Sozialstudie zu dem Thema veröffentlichen könnte. Wenn sie sich nicht gerade munter durch die Hauptstadt swiped, checkt sie gerne die besten Hotspots für genialen Käsekuchen, oder sitzt mit Bier bewaffnet in Parks oder Spätis und philosophiert über das Leben. Mehr darüber, was sie so bewegt gibt es auf: single-edition.de.

Headerfoto: Mädchen mit Brille via Shutterstock.com. („Gedankenspiel“-Button hinzugefügt.) Danke dafür.

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36 Comments

  • Also ein Gedanke kommt mir. Du schriebst was von „der Beschützer passt schon immer“ oder so, beschreibst dich selber aber nicht wie jemand, die beschützt werden muss. Vllt wirkt das auf Männer irgendwie unbewusst „abturnend“, weil sie ihren Beschützer Instinkt bei dir nicht wirklich ausleben können und sich dann vllt ungebraucht fühlen oder so. Vllt stehst du unglücklicherweise dann noch genau auf die Art Männer, bei den selbiger besonders stark ist. Es soll ja Frauen geben, die extra dumm und hilflos spielen, weil es eben auch Männer geben soll, die darauf stehen dann Helfer/Beschützer zu spielen.
    Vllt intepretieren die Männer deine lockere Art so, dass sie annehmen, dir seie das alles und damit dann auch die Beziehung, einfach nicht so wichtig bzw du würdest sie nicht so ernst nehmen.

    Das einzige was ich dir mit Sicherheit sagen kann, ist dass Lückenbüßerin zu sein immernoch besser ist, als nchtmal Lückenbüßerin zu sein.
    Mich sehen Frauen immer als kleinen Bruder. Zu süß und unschuldig, um als potentieller (sexual)Partner eingestuft zu werden, „Something special and sacred. An ornament that cant be touched. […] Butthen whats the point in being special?“

  • Als Mann haben mich die Kommentare wirklich sehr überrascht und auch berührt. Sicher gab es neben den Frauen, die sich nicht für mich interessiert haben, auch solche, die ich selbst einfach nicht so spannend fand. Aber so wie ihr das beschreibt habe ich es eigentlich nur einmal mit einer Frau erlebt. Also, dass ich diese Frau toll aber trotzdem nicht so spannend fand. Wichtig dabei ist zu sagen, dass diese Frau wirklich sehr hübsch ist. Nicht perfekt, klar – ich auch nicht. Aber doch sehr weiblich, sehr schöne Haare, schönes Gesicht, Figur auch sehr weiblich. Nicht ganz so zierlich zwar, was ich bei manchen Frauen wirklich ansprechend finde aber trotzdem nur ein Teil vom Ganzen ist.

    Vorweg: Ich habe mit dieser Frau noch Jahre immer mal wieder aber natürlich selten Kontakt gehabt. Dann irgendwann war sie plötzlich nicht mehr erreichbar. Ich schwöre Euch, dass ich kurz vorher dachte: Wahnsinn, die war eigentlich die Beste! Warum hast du das damalig nicht erkannt? Wer war denn so warmherzig und liebevoll wie diese Frau? Keine andere! Ich dachte dann, jetzt könntest Sie mal besuchen gehen (Sie wohnt etwas weiter weg – zugegeben das war natürlich immer ein zusätzliches Hindernis.) Aber dann habe ich versucht, sie nochmal zu erreichen aber sie hatte die Nummer geändert, war nicht mehr auf den sozialen Netzwerken usw. Einen Moment lang habe ich mir Sorgen gemacht, weil ich sie nicht mehr erreichen konnte. Aber auf Google habe ich sie gefunden und gesehen, dass es ihr gut gehen muss. Das hat mich tatsächlich beruhigt. Wahrscheinlich hat sie dann doch den Richtigen gefunden. Bei dem Gedanken habe ich mich dann doch für Sie ehrlich gefreut.

    Warum war ich nicht richtig verliebt in Sie? Ich habe es damals auf ihre Figur ein wenig geschoben. Irgendwas gefiel mir nicht an ihr. Seltsam, denn ich habe mir alte Fotos von ihr angesehen und fand sie darauf sehr hübsch. Wie dumm warst du bloß hab ich mir einen Moment gedacht. Inzwischen glaube ich, dass das Aussehen zwar mit reingespielt hat. Aber es war nicht der ausschlaggebende Punkt. In wesentlich weniger attraktive Frauen war ich später noch viel viel verliebter (was nicht heißen soll, dass Aussehen nicht wichtig wäre. Aber das sehen Frauen umgekehrt bei uns Männern ja durchaus genauso denke ich.)

    Dass sie liebevoll, warmherzig und zugewandt war, daran war nichts falsch. Das hat auch nicht geschadet. Vielleicht muss man mit manchen Männern „Spielchen spielen“, weiß nicht. Vielleicht kann es in der einen oder anderen Situation etwas helfen. Aber ich glaube, dass es keinen Sinn ergibt, wenn damit für einen selbst große Anstrengung verbunden ist. Dann ist das denke ich ein gutes Zeichen dafür, dass nicht genug Interesse beim anderen da ist und die Energie in einen anderen Menschen besser investiert ist. Aber trotzdem gibt es da natürlich etwas, was schon auch zwischen zwei Menschen, die sich grundsätzlich anziehend finden, vielleicht wichtig ist. Dass man/frau gerade auch was die gemeinsame Sexualität aber auch das gemeinsame Leben angeht nicht jeden Wunsch des anderen immer sofort erfüllt. Dadurch kann sehr viel an sexueller Anziehung verloren gehen. Es geht nicht darum, jemanden zappeln zu lassen. Man muss das nicht im Geheimen, sondern kann es auch einfach mit einem netten Lächeln tun. Diese Frau, von der ich gesprochen habe: Wenn ich sagte, dass ich dieses oder jenes sexy finde, dann hat sie das sofort umgesetzt (z.B. Nagellack, Unterwäsche…, usw.). Das hat wirklich keine andere Frau gemacht! Die haben mich immer ewig zappeln lassen mit sowas. Aber wie gesagt nicht auf eine unangenehme, geheime, taktische Weise. Sondern mit einem Lächeln (besser kann ich es nicht beschreiben). In der Sexualität finde ich das am Wichtigsten. Aber vielleicht gibt es auch Ähnliches im echten Leben. Ich denke es geht dabei um ein gesundes Maß. Natürlich ist es vielleicht schwer, sich selbst was das angeht einzuordnen. Fragt mal Eure Freunde!

    Und das alles gilt natürlich nur, wenn grundsätzlich eine Anziehung da ist. Wer zu hohe Anforderungen bei der Partnerwahl stellt, bleibt allein. Achtet mal darauf mit was für Frauen die Typen, die euch gefallen, zusammen sind. Es laufen ja genug Paare auf der Straße rum. Dann vergleicht euch mal ehrlich mit denen. Wenn die nicht nur manchmal, sondern durchgehend viel hübscher sind als ihr, habt ihr vielleicht einfach zu hohe Ansprüche – oder müsst an eurer eigenen Optik mal was tun.

    Und unterwürfig und dumm braucht man als Frau nicht sein. Es braucht für die meisten sowieso einen Partner mit zumindest vergleichbarer Intelligenz, um glücklich zu werden. Das gilt für Männer und Frauen gleichermaßen finde ich – auch wenn ein gutes Herz manchen natürlich auch reicht und es dabei auch nicht unbedingt um den Bildungsstand geht. Aber was an Frauen schon sehr toll ist, ist wenn sie charmant sind. Es macht doch einen riesigen Unterschied, wie Frauen einem begegnen. Es gibt die einen, die einem förmlich mit ihrem Verhalten entgegenrufen: „Hey Du, Mann! Ich bin genauso stark wie du, vielleicht stärker! Was willst du hä hä, bock auf Schläge?!!“. Okay ich übertreibe. Aber das ist natürlich wahnsinnig abschreckend. Das ist wie ein Mann der seinen Frauenhass vor sich her trägt. Und mal ehrlich: Wer sich so als Frau so verhält, ist nicht intelligent, sondern ungeschickt. Eine schlaue Frau erkennt, dass viele Männer sehr gerne Frauen helfen wollen, dass es für Männer manchmal gar nicht so einfach ist, ihrer Rolle – die viele Frauen nun mal so lieben – zu entsprechen. Erkennt das! Bittet Männer doch höflich und respektvoll um kleine Gefallen. Natürlich nicht ständig. Appelliert dabei an ihre Männlichkeit. „Könntest du mir mal mit dem Koffer helfen?“ – jetzt nur mal als symbolisches Beispiel. Wie oft habe ich mich dabei schon so toll gefühlt – wenn es respektvoll und charmant gefragt wurde. Nicht: „Eh Junge, ich bin genauso stark wie du, mach mal.“ Auch nicht: „Eh du Idiot, schlepp mal meinen Koffer.“ Sondern: „Starker Mann, könntest du mir kurz mal helfen?“ – Jetzt nicht wörtlich gemeint natürlich, sondern im übertragenen Sinne. Das ist so einfach aber so toll finde ich.

    Und bestimmt gibt’s noch vieles anderes, was auch sehr individuell verschieden ist. Aber das fiel mir soweit dazu ein. Ich für meinen Teil habe sicher auch noch viel zu lernen, was Frauen angeht. Trotz aller Ähnlichkeiten auch eine Welt, die manchmal doch Überraschungen bereithält.

  • Also Hand aufs Herz: Dieser Text hätte auch von mir sein können. Ich hab es auch satt Lückenbüßer zu sein. Ich möchte auch endlich eine Beziehung haben wo Respekt vorhanden ist aber man nicht komplett abhängig ist voneinander. Einfach für einander da sein aber einem noch Luft geben du selbst zu sein. Hoffentlich finde ich im Ausland mein Glück 🙂

  • Ich gebe Anna absolut Recht, obwohl ich mich in deinem Blogbeitrag auch wiedergefunden habe. Aber man sollte sich mal fragen, warum man selbst immer auf die emotional nicht verfügbaren Typen abfährt. Dass sie nicht wirklich auf einen stehen, dafür können sie selbst nichts. Man selbst entscheidet aber, ob man das mit sich machen lässt bzw. sich für dieses bisschen „Liebe“ her gibt, das die einem geben (können).
    Was mir in deinem Blogbeitrag auffällt: scheinbar kommst du oft mit Typen zusammen, die gerade noch die letzte Beziehung zu verdauen haben. Du machst dich selbst zum Seelentröster, vermutlich in der Hoffnung, dass die Typen Dir dafür dankbar sind und daraus Liebe entsteht, wenn sie merken, wie nett du bist, viel netter als die Ex etc. Schließlich machst du ihnen ja auch direkt Frühstück, umsorgst sie wie ne Mutti. Und für Sex stehst du auch immer bereit. Dafür sollten Sie dir dankbar sei.
    So funktioniert Liebe aber nicht. Man verliebt sich in jemanden, weil man den Menschen mit allem drum und dran toll findet, anziehend, etc. Nicht weil der/ die irgendwas für einen macht. Liebe ist selbstlos und frei, nicht steuerbar. Ich glaub, du fändest dein Verhalten andersrum auch nicht attraktiv. Ich persönlich will weder Therapeutin noch Trostpflaster sein. Ich möchte jemanden, der mit mir zusammen sein will, weil er mich toll findet. Mit allen Ecken und Kanten. Und ich möchte auch nicht, dass sich jemand verbiegt, um mir zu gefallen. Entweder er gefällt mir oder eben nicht. Man muss nur darauf achten, wer wirkliches Interesse an einem hat und von Typen mit Trennungsschmerz sowieso die Finger lassen.

    • Was für ein Text.
      Persönlich, offen und ehrlich und sehr private Gedanken und Gefühle und doch sowas von vielfältig gültig und auf so viele anwendbar – auch umgekehrt auf manche Männer,

      Lange Rede kurzer Sinn:
      Du hast alles auf den Punkt gebracht und ich stimme neingeschränkt zu.

      Aber Philosophierem darüber könnte man trotzdem noch ganz lange, …,-)

  • Wow ich bin geplättet. Der Text könnte 1 zu 1 von mir stammen… bin ich allerdings frische 40 und keine Mittzwanzigerin mehr… ich befürchte das macht euch wenig Hoffnung 😂 Ich saß nämlich nach einer ähnlichen Unterhaltung mit meinem neuen „vielleicht könnte sich was entwickeln-Freund“ auf meinem Mid-Century Sessel und hab mich gefragt was zum Teufel bei mir falsch läuft! Und während ich so meine Haferflocken-Karotten-Pattys mit hausgemachter Guacamole esse denke ich: „man ey, ich bin voll nett, kann auch blöd, bin schlau, entspannt, witzig und kann zu allem übel auch noch kochen… was ist das fucking Problem?“

  • Hi Natalie.
    Ich finde deine Story super.
    Ehrlich gesagt würde ich mich freuen, wenn es mehr solche Frauen wie dich geben würde.
    Mir persönlich wäre ein Püppchen viel zu langweilig.
    Ich bleibe lieber 10 Jahre Single, als die falsche an meiner Seite zu haben…auch wenn’s nicht leicht ist.
    Gerade dachte ich wie cool es wäre, wenn es Apps geben würde, wo man genau so viel Text reinschreiben kann wie dein Artikel Wörter hat.
    Wenn eine Frau sich so beschreibt wie du oben es getan hast, dann würden reihenweise Männer vor dir auf die Knie fallen (ich inklusive).
    Das Problem ist nur, das sich das wohl die wenigsten trauen würde.
    Sollte es sich dann doch jemand trauen, so filterst du dadurch auch genau die Sorte Mann aus, die du nicht an deiner Seite möchtest… nämlich Männer die auf Püppchen stehen.
    Es dauert leider oft sehr lange, bis man die/den richtigen findet, aber wenn diese Person dann in dein Leben tritt…dann holla die Waldfee 😀

    P.s. meist sucht man auch am falschen Ort 😉
    LG aus Hamburg

    • Hi Mike,

      ich bin durch Zufall auf diese Seite gestoßen und fand deinen Kommentar irgendwie so interessant, dass ich das Bedürfnis habe, darauf zu antworten.

      Ich bin eine Frau wie Natalie und habe mir schon oft überlegt, mit wie vielen Katzen ich wohl einsam und allein in meiner Wohnung sterben werde 😀 Mir geht es genauso wie ihr und war erstaunt, dass du schreibst, dass wenn sich eine Frau so beschreibt wie Natalie, die Männer reihenweise auf die Knie fallen würden; auch du! Woher weisst du das? Mir erzählen Männer, du bist eine so tolle Frau und jeder Mann kann glücklich sein, dich als Frau an seiner Seite zu haben. Aber das kommt erst, wenn die Beziehung kaputt ist oder das erste Kennenlernen eine Katastrophe war.

      Vielleicht kannst du mir erklären, was da aus Männersicht so schwierig ist, dass die Männer die Frauen wie Natalie und mich zum niederknien finden würden, uns nicht ansprechen. Ist es tatsächlich Angst? Oder was ist das Problem?
      Vielleicht verstehe ich die Welt anschließend etwas besser 🙂

      Und du schreibst, meistens sucht man am falschen Ort…plauder mal aus dem Nähkästchen…was sind denn gute bzw. falsche Orte?

      LG Nicole

  • Liebe Natalie,
    vielen Dank für deinen Artikel, ich konnte mich, wie in letzter Zeit eigentlich ständig, nicht zwischen Lachen und Weinen entscheiden!

    Genau diese 3 Sätze höre ich auch immer wieder und bin schon so weit, dass ich die Augen verdrehe, wenn wieder einer damit anfängt.

    Genauso, wie bei den guten Ratschlägen, die man in solchen Situationen immer bekommt: Lauf Ihm bloß nicht nach, sei entspannt und dir sicher, dass er dich will. Spiele heiß und kalt. Ja, super, du weißt ja was passiert wenn ich mich so verhalte. Genau, der Typ findet innerhalb von 2 Wochen seine Traumfrau, verlobt sich, heiratet, macht 3 Kinder und gewinnt im Lotto!

    Ich übertreibe, aber es ist doch unfassbar!

    Momentan bin ich wieder in der Verlassenen-Phase, manchmal einsam, manchmal froh mich den Psychospielchen von wegen es liegt nicht an dir, ich brauche Zeit zum Nachdenken, ich habe (plötzlich,nach 2 Monaten, 5 Kosenamen, 3 Beschwerden, dass ich nicht schnell genug auf Nachrichten antworte und ziemlich viel Sex) freundschaftliche Gefühle aber nicht mehr, nicht mehr aussetzten zu müssen.

    Eine Gradwanderung zwischen Lachen und Weinen, wie gesagt.

    Traurig, dass man sich immer wieder mit so wenig zufrieden gibt, obwohl man viel mehr verdient hat.
    Enttäuschend, dass man wieder Zeit und Energie in die Luft geschossen hat, obwohl man eigentlich von Anfang an wusste, dass das nix wird. Dass er keiner der Kerle mit Eiern ist.

    Aber dieses Mal bin ich gegangen und deshalb habe ich Hoffnung für mich 🙂

    Schön auch hier von denen zu hören, die es geschafft haben sich abzukoppeln und glücklich sein können! Ich hoffe ich kann hier auch einmal einen Erfolgsbericht abgeben!

    Bis dahin versuche ich öfter mal drüber zu lachen 🙂

  • Du suchst dir die falschen Männer aus, so einfach ist das. Vielleicht hast du in der Kindheit Erfahrungen mit einem emotional nicht verfügbaren Elternteil gemacht und findest nun genau die Männer interessant, die sich ähnlich wenig für dich interessieren und emotional ähnlich wenig geben können und wollen wie damals deine Eltern.
    Es gibt durchaus nette Männer da draußen. Wenn man aufgrund von einem kaputten Bindungsmuster aber auf die steht, die einen nicht wollen, denkt man eben, alle Männer seien Ärsche.
    Vielleicht haben deine Freundinnen einfach einen gesünderen Bindungsstil oder sind aufgrund von Standarts und realistischen Ansprüchen, die sie an Beziehungen und Männer stellen, attraktiver. Sich für jedes bisschen Liebe herzugeben und keine Antennen dafür zu haben, ob einen jemand will oder nicht, ist leider auch needy und das ist wenig attraktiv.

    Sei selber glücklich, mach dein Leben geil und komm aus der Opferrolle von „ich bin wohl nicht so gut wie die anderen Frauen“ raus. Das hilft dir auch nicht. Im Gegenteil. Es putzt dein Selbstbewusstsein nur noch mehr runter.

  • Ich bin auf den Artikel durchs googlen gestoßen und bin erschrocken. Den hätte ich schreiben können, denn genauso fühle ich mich aktuell. Einfach alleine und fragend ob es an mir liegt. Ich werde euren Blog mal abonieren, gefällt mir mega was ihr hier für Themen habt.

  • Alles schön zu lesen…. aber ich mit fast 54 hasse es unendlich, es bis heute nicht geschafft zu haben, dass es auch nur einmal geklappt hat. Nie! Ich hab immer wieder alles in den Ring geworfen bei den klugen Typen – dir dann mit noch stärkeren Frauen abgezogen sind :..-(

  • Liebe Natalie

    Vielen Dank für deine ehrlichen Worte.. es tut gut zu lesen, dass man damit nicht alleine ist.

    Bei mir ist es heute mal wieder so weit. Nach vier Monaten „beinahe Beziehung“ wurde es von einem Tag auf den anderen beendet. Und wieder stehe ich am selben Punkt und frage mich, was stimmt nicht mit mir, dass man(n) sich mit mir keine ernsthafte Beziehung vorstellen kann.
    Noch mehr trifft es einen, wenn man besagten Mann wenige Wochen später glücklich in einer Beziehung sieht. Was stimmt nur nicht mit mir?

    Ich bin noch nicht so weit, damit aufzuhören die Fehler ständig bei mir zu suchen. Und doch hat dein Text mir sehr geholfen und ich hoffe, ich kann es irgendwann so annehmen und akzeptieren.
    Vielleicht finde ich bis dahin auch den Glauben wieder, dass es tatsächlich noch gute Männer gibt.

    Liebe Grüsse

    Jacky

    • Hallo,
      auch ich muss mich dazuzählen.
      Hatte auch gerade erst wieder die Erfahrung machen müssen.
      Er sagte schon, er wolle ne starke Frau, aber im endeffekt ist es doch so, dass sich männer da unterwürfig vorkommen.
      Ich bin absolut kein mensch für spielchen, môchte ein date nicht, nicht wahrnehmen um mich interessanter zu machen, sondern wahrnehmen wenn ich das gern will. U wenn er bei mir ist, dass er sich wohlfühlt u ich so bin wie ich bin.
      Wenn es wirklich so ist, dass dies zu langweilig oder zu einfach ist für nen mann, dann leben ich in ner verkehrten welt.
      Aber er hat nun auch ne Beziehung und ich sehe es so, wenn man offen u ehrlich ist, und das nicht gewollt ist, dann bin ich lieber allein.
      Spielchen kann u will ich nicht.
      Wer mich nicht schätzt, den brauch ich nicht.

  • Ich habe in meinem Leben noch nie einen Mann gehabt, der sich in mich verliebt hat. Ich weiß gar nicht wie sich das anfühlt. Ich bin Mitte 30 und ein normaler Mensch, nicht besonders aufgetakelt, aber auch nicht ohne Makeup. Ich wasche mich regelmäßig und bin auch nicht besonders hässlich. Ich bin auch nicht schwierig im Umgang und habe (so denke ich zumindest) ein gutes Herz. Ich lache gern und mag es wenn ich tiefergehende Gespräche führen darf. Ein Mann braucht kein Sixpack haben und auch sonst stell ich keine hohen Ansprüche an Männer (außer, dass er mich nicht schlecht behandeln soll). Keine Ahnung was mit mir falsch ist. Ich fühle mich aber jetzt besser, da ich weiß dass es auch anderen Menschen so geht. Das hilft irgendwie.

  • Ich habe den Text schon mal gelesen und ich habe ihn auch nochmal gelesen, weil ich mich darin total wiedererkannt habe. Ich hatte ständig diesen Gedanken, wieso bin ich denn nicht mal diejenige mit der Mann seine Zukunft planen will. Ich war eigentlich immer Single und ich sage es ganz bewusst so, auch wenn es Episoden über einige Monate gab, die das Wort Beziehung, so wie ich sie mir vorstelle, definitiv nicht verdient haben. Ich habe sie alle gedatet, der der sich vom Trennungsschmerz ablenken muss, der der mir die nur Energie geraubt hat, der der mich ganz faszinierend und schlau und schön fand und dann einfach weg war, der, der mit dem ich eine Facetime Beziehung hatte und im letzten Moment den Besuch abgesagt hat hat, der der so ein großer Narzist war, dass er er mich ständig schlecht reden musste, der der sich aus dem Ausland Hals über Kopf verliebt hat und mich heiraten wollte und viele viele mehr. Ich habe viele Männer gedated, dabei wurde mir allerdings in 10 Jahre ehrlicherweise nur dreimal das Herz gebrochen und mit dem Teilen meiner Intimität war ich vorsichtig, denn ich wusste wie sensibel ich reagieren kann. Ich kann die Erfahrung teilen, dass es nicht viele Männer gibt, die sich eine Partnerin auf Augenhöhe wünschen, es geht oft um besser, schlauer, attraktiver…und dieses Spiel will und wollte ich nie spielen. Irgendwann war ich Profi die Spreu vom Weizen zu trennen und hatte ein unglaublich ernüchterndes Date mit einem Psychater, der mich in zwei Stunden ca. 10 mal schlecht geredet hat und mir auch ganz genau erklären musste, wie die Welt eigentlich läuft…“is klar Digger“, hab ich mir nach den ersten 15 min bereits gedacht. Auf dem Weg aus dem Restaurant in die Bar übelegte ich noch, wie die Nummer jetzt schnell beende, da sagte er schon, dass er jetzt geht. Statt des üblichen sich zurückgewiesen fühlen, was sofort und immer eintrat nach Jahren als Single, habe ich aus vollstem Herzen gelacht und war ihn nach einer schnellen Verabschiedung sofort los. In diesem Moment habe ich den Pakt mit mir geschlossen, wenn es das ist was ich kriegen kann, dann will ich es einfach und ehrlich nicht haben. Ich brauche niemanden der mich klein hält oder mir ein schlechtes Gefühl gibt, um sich besser zu fühlen, denn so wie ich bin ist das schon ok. Ich brauche einfach nur jemanden, der das Paket genauso haben will. Egal wie lange das dauert, Monate oder Jahre, aber das was mir präsentiert wird, oder das was ich mir unterbewusst aussuche, steht in großem Widerspruch zu dem was ich eigentlich haben will. Zwei Wochen später habe ich meinen jetzigen Freund kennengelernt und ich hatte nie ahnen können, dass ich so lange wohl nicht mehr warten würde. Das ist jetzt 1 1/2 Jahre her. Er ist großartig, ehrlich aufrichtig und hat keine Angst vor Nähe. Er liebt mich für das was ich bin und schätzt meine Stärken und Schwächen. Alles war leicht, federleicht und voller Offenheit und ich könnte glücklicher nicht sein. Was ich damit sagen will, es gibt sie die Happy Ends, auch wenn man nie weiß , ob für die Ewigkeit, aber darum geht es nicht. Man muss das ans Gute glauben und es sehen, wenn es vor einem steht und es schadet ebenfalls nicht, wenn Freunde einen daran erinnern, dass jemand kommen wird, der das Gleich will wie du und mit dem es auch einfach mal gut ist!

    • Liebe Sandra,
      Danke dir für deinen tollen Kommentar-
      ich musste an einigen herzlich Schmunzeln, du könntest mit Sicherheit auch einen Artikel über deine Erfahrungen schreiben 😉

      Ich freu mich von Herzen für dich, dass du dann nach dem Loslassen ruhiger und gelassener werden konntest und es dann auch mit deinem jetzigen Freund geklappt hat – ich bin mir sicher dass es der Schlüssel zu Glück ist ob nun alleine / oder eben mit einem tollen partner an seiner Seite, wenn man erkennt dass man so wie man ist genau richtig und liebenswert ist- und das zieht dann auch die richtigen an 🙂

      Danke für deine Erzählungen und alles Liebe für dich ,

      Natalie 🙂

    • Toll! Toll! Toll! Ehrlich!!!
      Alles Gute von mir, so als völlig Unbekannte, aber euch allen so Gleichgesinnte.
      Ich bin sehr froh hier zwischendurch einen Erfolg zu lesen.
      Und wenn 99Menschen sagen: „Du schaffst es nicht! (…)“ , reicht doch tatsächlich nur 1Mensch (und zwar der 100. im Raum;)),
      der sagt: „So’n Quatsch! Wenn es einer schafft, dann DU… und zwar wegen dir selbst!“

      Genau! oder?
      Ich wiederhole hiermit nur meine Vorredner: ich identifiziere mich mit dieser Story ebenfalls sehr gut. Es ist ne ziemlich üble persönliche Angelegenheit, kann auch passieren, dass man es für sich letztendlich genauso (als persönliches Übel) zu Herzen nimmt und aufhört an sich gerne zu glauben.
      Eine kleine, aber steile Talfahrt – ohne Lift oder einen „Leiter“ der einen wieder anders glauben lässt – so schnell.
      Ich freue mich in dem Sinne ganz doll für dich! und hoffe, dass er genau SO nun auch ist und ihr das Glück gemeinsam habt euch gefunden zu haben.
      Deine Zeilen lesen sich zumindest schon so in die Richtung, luftig schön und mit voller Vorfreude was die Zukunft noch schönes für dich bereit hält! Sehr schön also für mich ebenfalls – etwas Balsam für meine Seele sogar in Sachen Ausblicke auf (…)…

      Danke und Grüße,
      Julia

  • Ich kann das Buch „Attached: The New Science of Adult Attachment and How It Can Help You Find – and Keep – Love“ empfehlen. Es hat mir diesen Sommer geholfen, Vieles in einem neuen Licht zu sehen; vor allem aber zeigt einem dieses Buch, dass man in dem, was man fühlt, nicht alleine ist, dass man nicht anders ist als andere und dass es oft an der „Partnerwahl“ liegt, wenn das mit dem großen L nicht klappt.

  • Hi Natalie,

    danke für deine Zeilen! Ich kann mich in deine Situation hineinversetzen. Ich war vor vier Jahren auch 28 und begann zu promovieren, und, ja, war Single. Die Betonung liegt auf allen Aspekten und auch auf dem „war“. Genau wie Du habe ich Spiele des Anderen mitgespielt. War Objekt, was geschoben worde. Passiv, objektiviert. Das ging eine Zeit lang, zweieinhalt Jahre sogar. Ein Mann, ein nächster. Aber: Immer ein Muster. Welches mir quasi angeboten worde und welches ich bedient habe. Mitgespielt.

    Der Schluss, die Zäsur, die eigene Befreiung kam, als ich mich abgegrenzt habe und in meine Intuition, in meine Analytik wieder neu hineingegangen bin. Nun, was heißt das (praktisch)? Ich sehe mich und meine Handlungen. Und registriere die Handlungen des Gegenübers (bleiben wir bei nem Typen!) als die Handlungen eines anderen. Diese wiederum sind nicht Teil meiner Selbst, können (!) Auswirkungen auf mich haben. Diese wiederum kann ich zulassen oder nicht. Wie entscheide ich jenes nun? Gemäß meiner Intuition und Analytik: Erkenne ich ein Gegenüber (in/ durch seine Handlungen auch mir ggü.) als wertig, integer, lauter, sind Zulassungen praktibel, natürlich. Wenn nicht: Sind jene Handlungen destruktiv, falsch motiviert, verzerrt, dann beende ich das Spiel. Es geht im Kern um das Erkennen (Menschenkenntnis) von Wertigkeiten, gutsinnigen Charakteristiken des Gegenübers. Nicht jeder Mensch/ Typ ist integer, steht im Leben, ja, kann etwas. Tatsächlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass Menschen, die etwas können (nicht blendend Performance machen!), die einen Beruf haben und diesen leidenschaftlich im Sinne von Inhalte-sich-aneignen, nachgehen, die auch eher werten können, wen sie da grade vor sich haben („starke Frau“). Ein Schwein kann keine Perlen schätzen! Und wer meint Perlen zu haben, muss wissen, wann sie/er mit Schweinen zu tun hat bzw. ob die Handlunge das Perlen-vorwerfen analogisiert. Das ist es eigentlich. Jemand, der sich selbst als wertig wahrnimmt, macht abwertende Spiele nicht mit, erkennt jene, erkennt die Spieler.

    Diese abwertenden Spiele, über die Du berichtest, kann man nicht mitspielen, wenn man weiß, was man drauf hat, wer man ist, wenn man den eigenen Wert kennt. Der Zeitpunkt, an dem man das checkt, die Bewusstwerdung, ist der Zeitpunkt, wo man solche Typen als das erkennt, wasse sind: Luftpumpen. Und: Das Spiel wird durchbrochen. Es findet eine Änderung nach innen und im Außen statt. Die Frage lautet dann nicht mehr: Warum? Sondern: Was kommt oder wer kommt als Nächstes?

    Zu mir haben Typen sonst was gesagt, auch Beleidigendes, Unpassendes. Zu einem Zeitpunkt, an dem ich beruflich sehr erfolgreich wurde. Anstellungen bekam, die keiner bekam usw. Nun, Neid und das Erfahren von Grenzen im Gegenüber waren da dann des Geistes Kind. Männer/ Menschen, die was können und integrer, machen sowas nicht. Warum auch. Sie brauchen die Abwertung nicht zur eigenen Aufwertung.

    Und zum Text, der ja Ausdruck deiner Gedanken ist: Damals habe ich mir auch stetige Gedanken um irgendwelche Typen und um unseren Status gemacht und auch was passiert, wenn ER nie kommt, der Richtige oder ein Richtiger….nun: Es gibt einen Gedankenraum in Dir, der dann mit exakt solchen Kreiseleien voll ist. Diese Kreiseleien sind häufig zirkulär und werden von anderen solchen Sprach- und Denkpraxen (als „Generation Beziehungsunfähig“) noch gefüttert. All das kenne ich. Damals habe ich den Raum geleert, frei gemacht, aufgehört, „in solchen Kategorien“ zu denken. Bis der Raum in Gedanken frei von diesem Kram war – und in diese „Leer“ (=Möglichkeit, Potenz, Freiraum) trat – in Tateinheit mit ersteren Sätzen von mir – etwas Gutes hinein.

    Beides: Klarheit schaffen Wertigkeiten erkennen und den Raum frei machen, wird mit mathematischer Sicherheit Dinge entstehen lassen…100%pro!

    Dir alles, alles Gute!

    a.

  • Ich wiederhole zwar, was in vielen Kommentaren schon geschrieben wurde, aber der Text hätte 1:1 von mir stammen kommen! Und es tut verdammt gut zu sehen, dass es nicht nur mir so geht.

    Falls es euch alle hier tröstet: Ich bin 28 und hatte noch nie wirklich einen Freund. Früher dachte ich ja tatsächlich noch, dass es ein Vorteil für mich wäre, dass ich relativ viel rumgekommen bin und viele Hobbies habe und vielleicht ein ganz interessanter Gesprächspartner bin. Irgendwann musste ich feststellen, dass es bei Männern tatsächlich ein Vorteil ist, aber bei Frauen wohl eher gegen sie arbeitet. Jetzt bin ich auch noch dabei zu Promovieren, das macht ja alles noch schlimmer…

    Ich glaube dass Matze tatsächlich Recht hat, dass auch von den Männern, die vielleicht sagen, dass sie gerne eine intelligente Frau hätten, trotzdem nicht wirklich jemanden auf Augenhöhe wollen. Und das ist einfach eine bittere Erkenntnis. Ich finde nämlich nichts attraktiver als intensive Gespräche und auch Diskussionen. Aber die Männer, mit denen ich diese habe, wollen dann doch nichts von mir. Oder eben nur etwas Kurzfristiges, dafür bin ich dann wohl heiß genug…
    Das Bittere ist, dass so vieles biologisch in uns verankert ist und nicht einfach so verändert werden kann. Evolution’s a bitch!

    Ich wünschte ich hätte irgendeinen aufmunternden Schlusssatz, da ist aber einfach nichts. Außer dass es natürlich schade wäre, wenn wir unsere Lebenszeit zu sehr dafür vergeuden würden, darüber nachzudenken, was mit uns nicht stimmt. Dann lieber mit Freunden Bier trinken und Tanzen zum Beispiel!

    PS: Was soll das eigentlich mit dieser Beschreibung „starke“ Frau. Was heißt das eigentlich? Ist man eine starke Frau nur weil man sich traut, seine Meinung zu sagen?? Männer heißen auch nicht gleich „schwach“, nur weil sie auch mal Verletzlichkeit zeigen.
    Deswegen bin ich eigentlich dafür, damit aufzuhören, uns gegenseitig als „starke Frauen“ zu bezeichnen. Wir sind einfach Frauen. Punkt.

  • An Alle, denen es genauso geht:

    Ich weiss, es hilft nicht viel, aber man muss doch mal die Phrase bemühen: „Noch nicht den Richtigen gefunden.“

    Das grosse Problem ist, dass viele Männer einfach nach den falschen Frauen suchen. Oder (noch) nicht bereit sind, für eine Beziehung auf Augenhöhe. Das sind leider die wenigsten.
    Meiner Meinung nach liegt das Problem also weniger an euch, als mehr an den unreifen Männern. Die eben nicht unbedingt eine zum „Beschützen“ suchen, sondern instinktiv damit auch eine, denen sie „überlegen“ sind.

    Es ist doch immer das gleiche Spiel. Die Männer, die die meiste „Männlichkeit“ ausstrahlen, sind oft diejenigen die glauben, sich und ihren Mitmenschen etwas beweisen zu müssen. Die, die mit sich selbst im Reinen sind, haben so etwas nicht nötig. Und sind aber leider aber eben auch die seltenen, die mit ebenbürtigen Frauen etwas anfangen können. Und sicher genug, sich auch mal unterordnen zu können.

    Ich weiss, das hilft alles nicht viel, weil ich im Endeffekt nur sage, dass die Suche schwer ist. Aber glaubt mir. Die Männer, die auf solche Frauen wie die im Artikel beschriebenen stehen… mit denen wird man auf Dauer auch nicht glücklich. Daher stammen auch diese typischen Aussagen. Pure Unsicherheit.

  • Liebe Natalie, ich musste doch sehr schmunzeln als ich Deinen Artikel gelesen habe. Oh Mann – kommt mir das alles bekannt vor. Diesen Text hätte auch ich schreiben können. Wie oft habe ich diese Sätze gehört und meine Freundinnen beim „Partner-wechsel-Dich-Spiel“ beobachtet und mir gedacht: Was stimmt denn nur nicht mit mir? Warum will bei mir keiner bleiben? Warum bin ich immer für viele „ein wahnsinnig toller Mensch“ sogar „die beste Frau der Welt“ – doch dann wollten sie doch lieber mit den Zickenmädchen zusammen sein…
    Meine Freunde versicherten mir immer wieder: du bist so liebenswert, du hast das Beste verdient… ich zweifelte oft, hielt aber an mir fest.
    Und nach vielen Jahren und Single sein, kam dann das Beste. Seit unserer ersten Begegnung ist es total einfach, nichts war kompliziert, er ist einfach da und geblieben und ist mein bester Freund, der Mann mit dem ich mein Leben verbringen möchte, der mich so liebt wie ich bin, der das alles so zu schätzen weiß. Ich bin einfach so wie ich bin und er so wie er ist und das ist das Beste!
    Ich möchte euch Mut machen, bleibt so toll wie ihr seid, ihr werdet jemandem begegnen, der das alles zu schätzen weiß und dann ist da eine tolle, ehrlich Beziehung, die ganz groß werden kann! Haltet an Eurer (Selbst-)Liebe fest!

    • Wow Franziska,
      danke für deine tolle Geschichte, die ich auch ein paar meiner Single-Freundinnen direkt vorgelesen habe, so und nicht anders sollte das sein :)!
      Das freut mich sehr für dich, dass du so einen tollen Mann gefunden hast und die Mut-mach-Mission hat definitiv gefruchtet!
      Ich wünsche euch alles Gute und danke, dass du dir die Zeit für dieses schöne Kommentar genommen hast (:

  • Mein Gott…. alles, jedes einzelne Wort hätte ich so auch schreiben können. Seit 5 Jahren hatte ich nun keine ernsthafte Beziehung mehr und höre auch diese Sätze immer wieder.
    Um mich zu beschützen muss ein Mann sehr stark sein. Das ist anstrengend. Und so bleibt mir nicht viel als den Frauen zuzusehen, vor denen die Männer auf die Knie gehen. Die sich dann beschweren und darüber klagen.
    Man sagte mir vor ein paar Tagen, dass Frauen wie ich (und damit auch du) die Art Frauen sind, für die in den 70ern demonstriert wurde, dass es uns geben darf.
    Ein Mann sagte mir bei einer Party, dass er wünschte seine Neugeborene Tochter würde wie ich: stark, schlau, schön. Aber niemals würde er eine solche Frau an seiner Seite wollen.
    Damit müssen wir leben. Daran ändert kein Dating Ratgeber etwas, dass Männer sich die elfengleichen Wesen suchen, die mit großen Augen in die Welt blicken oder die Joan Collins, die ladylike und dramatisch Ohrfeigen verteilen.

    • Hallo liebe Stefanie,

      schön dass du dich mit meinem Text identifizieren kannst – oder nicht schön ?
      Jedenfalls glaube ich, dass es auch die Männer geben wird, die weder Elfen, noch Joan Collins sondern genau so jemanden wie uns suchen :)!

      Und die keine Angst haben werden vor Stärke & Intelligenz, sondern das als Bereicherung sehen.

      Und solange die nicht da sind genießen wir einfach den Sommer mit Freunden, Bier und vor allem guter Laune oder ?

      Ich schicke dir ganz liebe Grüße,

      Natalie

  • Natalie…unfassbar,du sprichst mir aus dem Herzen. Jedes einzelne Wort hätte von mir stammen können, weil ich genau die gleichen Gedanken und Erlebnisse mit mir herum trage.

    • Liebe Madlen,
      danke schön (:
      Es ist ganz toll zu wissen, dass ich nicht alleine bin mit meinen Erfahrungen und Gedanken und ich freue mich sehr über all die lieben Worte…
      Ich drücke dich und schick dir viel positive Energie-
      wir lassen uns von den Erlebnissen nicht unterkriegen ,oder was denkst du ;)?

      Optimistische Grüße,
      Natalie

      • Natürlich lassen wir uns davon nicht unterkriegen, dafür sind wir einfach doch zu stark:)). Wenn du dann den fabelhaften Mann gefunden hast, der dir Frühstück macht und er zufällig einen Bruder, Cousin oder Freund hat der auch gern Frühstück macht, dann schick ihn bitte rüber in den wedding…weil ich frühstücken genauso sehr liebe:)))
        Ganz liebe Grüße

  • Wow… erkenne mich soooo dermaßen wieder und habe mich das auch oft gefragt. Was fehlt mir? Ich kann dir leider keine Hoffnung machen. Ich bin mitte 30 und habe immer noch diese Probleme. Ich geniesse jetzt mein Leben ohne Beziehung und vielleicht kommt irgendwann Mr.Right. wenn nicht… who cares…ich liebe mich so,wie ich bin. Dann muss das langen.

    • Liebe Sanny,

      es freut mich, dass du dich mit meinem Artikel identifizieren kannst.

      Es tut mir Leid, dass du auch immer wieder mit solchen Problemen konfrontiert wirst- ich glaube wir müssen uns da einfach Lisas Tipp zu Herzen nehmen: Gut Ding will Weile haben. Und solange das Leben genießen und sich so lieben, wie wir sind. Das ist genau die richtige Einstellung meine Liebe!

      Ganz liebe Grüße,

      Natalie

  • Natalie,

    danke für diese ehrlichen Gedanken. Eins kann ich dir sagen, mit diesen bist du nicht alleine. Ich kenne viele starke, tolle Frauen, die genau dasselbe sagen. Und trotzdem ist das für mich eine klare Sache, denn wie hat meine Mutter immer gesagt, „Für die Guten bist du noch zu jung!“ was soll das heißen?

    Du beschreibst, wie manche Freundinnen von dir, die Männer anziehen wie die Fliegen.
    Aber hast du dich mal gefragt was das für Männer sind? Wie echt sind diese Verbindungen, die da eingegangen werden. Was für Ansprüche haben deine Freundinnen? Würdest du nur eine Sekunde mit diesen Frauen tauschen wollen? Wenn du dich als stark und selbstbewusst, komplex und tiefgründig beschreibst, glaube ich das kaum.

    Und das ist der springende Punkt: war bei deinen ganzen lockeren Bettkollegen, auch nur einer dabei, der DICH wirklich auf den Kopf gestellt hat? Bei dem du nicht aufpassen musstest was Falsches zu sagen, der deine Pointen verstanden hat, mit dem du geheult hast ohne dir wie ein unreifes Mädchen vorzukommen, weil ihr von emotionaler geiler Scheiße geredet hat, die euch von den Socken haut?

    Wahrscheinlich nicht. Denn das ist, sowas ist äußerst selten! Bestimmt hättest du dich auf irgendeinen Kerl einlassen können, aber ich bin sicher, dass du wenn auch unterbewusst, nie den einen Mann getroffen hast, mit dem sich ein entspanntes Wochenende anfühlt, wie der beste Urlaub deines Lebens. Und vielleicht ist es auch deshalb, dass die Männer sich nicht verlieben: Weil du dich auch noch nicht richtig verliebt hast? Eher die Vorstellung, dass da jemand ist, mit dem das passieren könnte? Weil du es beendet hast, wenn andere einfach weitermachen, weil es sich halt ganz „nett“ anfühlt. Doch nett ist ja wohl nicht, was du dir eigentlich für dich vorstellst… oder?

    Mein tipp. Geduldig sein. Nicht wartend zu Hause sitzen, sondern raus in Leben, weiterhin dich selbst finden und lieben. Unser Glück, ist bestimmt nicht von einer gemeinsamen Wohnung mit einem beliebigen Typen abhängig, der dann halt mal länger bleibt…

    Was du suchst, ist nichts flaches und unechtes. Ich denke, du willst keine facebookbilder-tauglichen Romanzen, die ganz super aussehen mit Instagramfilter. Sondern einen Mann, der viel Erfahren und gelebt hat. Der Emotionen nicht als schwäche und starke Frauen nicht als Bedrohung sieht. Der weiß, wer er ist und was er will. Und vielleicht hat meine Mutter eben recht, das solche Sachen und Persönlichkeiten ein bisschen mehr Zeit brauchen…

    Noch dazu kommt: solche feuerwekartigen Verbindungen zwischen zwei Menschen gibt es nicht oft. Aber wenn sie entstehen, dann ist es unerwartet und der absolute Wahnsinn. Also schreib deine Ansprüche niemals runter, und steh weiter zu dir selbst.

    Das Motto bleibt, „die Männer dürfen sich gerne bemühen“. Und das sollten wir uns beibehalten: wer uns will, der muss uns richtig vom Hocker hauen! Und das fängt meistens an mit einem sehr guten Frühstück 😉

    • Liebe Lisa,

      ganz lieben Dank für deine positiven und einfühlsamen Worte 🙂

      Du hast vollkommen Recht: Man kann hervorragend alleine das Leben genießen, besser als mit jemand „Nettem“, bei dem man sich krampfhaft anstrengen muss, um es angenehm zu gestalten…

      In diesem Sinne genieße ich einfach weiter den Sommer und sage Bescheid, sobald der Mann mit Frühstück in mein Leben tritt 😉

      Ganz liebe Grüße an dich,

      Natalie

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