Der Anfang einer Affäre: Unser erstes, nervöses, betrunkenes, haariges Mal Sex | Teil 3

Hier findest du Teil 1 und Teil 2 des Textes.

Auch wenn ich rückblickend sagen muss, dass ich viel zu viel Zeit damit verschwendet habe, an ihn zu denken und zu hoffen, dass er irgendwann erkennt, dass ich die Richtige für ihn bin – tatsächlich war ich die Letzte vor der Richtigen, wie schon häufiger – muss ich zugeben, dass ich mit ihm die bis jetzt intensivste Zeit hatte und so einen Haufen guter Geschichten sammeln konnte.

Angefangen beim Kennenlernen, der Begrüßung, dem ersten Mal, aber auch die Kommunikation und die darauffolgenden Erlebnisse oder einfache Situationen haben mir genug Stoff für ein ganzes Buch gegeben. Aber alles der Reihe nach. Heute ist das Thema unser erstes Mal.

Schlechtes Timing 

Im Endeffekt hat es nicht lange gedauert, bis wir das erste Mal etwas miteinander hatten, nachdem ich im selben Lokal das Arbeiten angefangen habe. Wenn ich mich richtig erinnere, war ich keine zwei Monate angestellt, bis alles begann.

Zu Beginn war ich noch super schüchtern und total naiv, denn ich dachte, dass ich die Einzige wäre, der er solche Blicke zuwarf und mit der er flirtete.

Zu Beginn war ich noch super schüchtern und total naiv, denn ich dachte, dass ich die Einzige wäre, der er solche Blicke zuwarf und mit der er flirtete.

Jedes Mal, wenn wir abends unterwegs waren – das waren wir zu der Zeit wirklich oft – tanzte er mich an, umarmte mich, kitzelte er mich – warum auch immer Männer meinen, dass das eine super Anmache ist und busselte mich von oben bis unten ab. Die anderen Mädels, denen er ähnliche Aufmerksamkeit schenkte, blendete ich komplett aus, die gab es für mich nicht.

Eines Mittwochs, es war Fußballmittwoch, arbeitete ich in besagtem Lokal, als er mit einem Freund zum Fußballschauen vorbeikam. Er saß einen Steinwurf von mir entfernt an der Bar und lächelte immer wieder zu mir hinüber.

Ich war mit seinem Besuch total überfordert, weil ich nicht mit ihm gerechnet hatte und verhielt mich dementsprechend wie jedes Mal: Ich war aufgeregt und wenn ich mich traute, warf ich ihm ab und zu verstohlene Blicke zu. Stolpern, etwas fallen lassen und absoluten Blödsinn reden standen dann auf dem Programm.

Als meine Schicht zu Ende ging und ich dabei war, meine Sachen zu packen, kam dann die Frage der Fragen, auf die ich den ganzen Abend seit seiner Ankunft gewartet hatte: „Na, wie schauts aus, magst net noch mitgehn, bissl was trinkn?“

Als meine Schicht zu Ende ging und ich dabei war, meine Sachen zu packen, kam dann die Frage der Fragen, auf die ich den ganzen Abend seit seiner Ankunft gewartet hatte: ‘Na, wie schauts aus, magst net noch mitgehn, bissl was trinkn?’

Natürlich konnte ich nicht nein sagen und so schloss ich mich den Jungs an – nach Bratenfett stinkend und schwitzend, mit einem alten, langärmligen Oberteil bekleidet, um die unrasierten Achseln zu verstecken. Nicht gerade die besten Voraussetzungen, um einen drauf zu machen, aber das Herz will, was es eben will. So ging ich also noch mit.

Trinken und Fummeln

Abkürzend kann man sagen, dass wir gefühlt in jeder Bar und in jedem Club der Stadt waren, was natürlich auch bedeutete, dass wir in jeder Bar und in jedem Club der Stadt etwas getrunken haben. Als dann auch das letzte Etablissement am Zumachen war und ich eigentlich die Schmerzgrenze des Alkoholgenusses überschritten hatte, wurde ich noch dazu überredet, in die allerletzte Absteige mitzugehen. Aber natürlich ging ich noch mit, denn ich wollte ja nichts verpassen, ist ja klar.

Als dann auch das letzte Etablissement am Zumachen war und ich eigentlich die Schmerzgrenze des Alkoholgenusses überschritten hatte, wurde ich noch dazu überredet in die allerletzte Absteige mitzugehen. Aber natürlich ging ich noch mit, denn ich wollte ja nichts verpassen, ist ja klar.

Der Laden, der noch offen hat, wenn alles andere zu ist, also die Anlaufstelle für die, die nicht genug bekommen und die, die jeden Tag dort verbringen, ist nicht gerade ein Ort, an dem man mit seinem heimlichen Schwarm den ersten Kuss austauschen möchte. Aber es half nichts, die Neugierde, was dieser sehr vorangeschrittene Abend noch zu bieten hatte, war größer als die Vernunft.

Kurz bevor ich also mit zwei sehr dubios aussehenden Typen eine Diskussion über ihre politischen Ansichten beginnen konnte, fragte er mich, ob wir die Party nicht zu ihm nach Hause verlegen wollten, denn er wohne direkt auf der anderen Straßenseite.

Die anderen beiden Freunde stimmten zu und ich überlegte für einen Bruchteil, wie lange es her war, dass ich mich das letzte Mal rasiert hatte – dabei rede ich nicht nur von meiner Intimrasur, nein, auch von meinen Beinen und meinen Achseln. Ich konnte mich nicht einmal mehr daran erinnern.

Er fragte ob wir die Party nicht zu ihm nach Hause verlegen wollten, denn er wohne direkt auf der anderen Straßenseite. Die anderen beiden Freunde stimmten zu und ich überlegte für einen Bruchteil, wie lange es her war, dass ich mich das letzte Mal rasiert hatte.

Dann versuchte ich abzuwägen, ob die Länge meiner Haare noch im damals vorherrschenden gesellschaftlich anerkannten Rahmen war oder ob ich schon weit drüber war. Mit absoluter Sicherheit war ich sehr weit drüber. Auch war ich, was das anging, längst nicht mehr in meiner eigenen Wohlfühlzone, aber ich wollte unbedingt noch mitgehen und so schlug ich sein Angebot nicht aus, nahm mir aber vor, nicht lange zu bleiben und am nächsten Tag ein Waxingstudio aufzusuchen.

Diese Überlegungen würde ich heute nicht mehr anstellen, aber damals war es ein großes Thema. Da war man immer allzeit bereit, denn die eignen Haare waren der größte Feind. So auch an diesem Abend, aber selbst die konnten mich nicht bremsen.

Naja, was soll ich sagen, 10 Minuten später saß ich auf seinem Schoß, flüsterte: „Ich bin doch viel zu schwer für dich“ und knutschte daraufhin wild mit ihm rum.

Kurz darauf flogen die Kleider nur so durch die Luft und als er dann seine Hand in mein Höschen schieben wollte, erinnerte ich mich wieder daran, dass da unten gerade Chaos herrschte. Ein plötzlicher Schweißausbruch machte sich bemerkbar und ich versteifte mich augenblicklich.

Kurz darauf flogen die Kleider nur so durch die Luft und als er dann seine Hand in mein Höschen schieben wollte, erinnerte ich mich wieder daran, dass da unten gerade Chaos herrschte.

Anstatt es einfach zu akzeptieren und mich geschlagen zu geben, begann ich mich für die unbändige Angelegenheit da unten zu entschuldigen und ihm zu erklären, dass ich schon länger nicht beim Waxing war und daher eben ein wenig haarig war, weil ich nämlich sehr ungern rasiere …

In solchen Momenten hätte ich gern jemanden, der mir auf die Schulter tippt und mir unmissverständlich verdeutlicht, dass ich die Klappe halten soll. Naja, ihm auf jeden Fall schien es ziemlich egal zu sein, zumindest äußerte er sich nicht merklich. Also entspannte ich mich wieder und konzentrierte mich auf das Wesentliche.

Der Anfang von mehr

Zusammenfassend kann man sagen, dass das eine eher schnelle und unergiebige Nummer war, die aber dennoch relativ heiß war, weil sie für mich längst überfällig war. Weder er noch ich kamen zum Ende, aber immerhin wusste ich, dass es bei ihm nicht an meiner Haarpracht lag, sondern an der recht großen Menge Alkohol, die wir über den Abend hinweg getrunken hatten. Ich war super nervös und zu verkopft, als dass ich zu einem Höhepunkt hätte kommen können.

Zusammenfassend kann man sagen, dass das eine eher schnelle und unergiebige Nummer war, die aber dennoch relativ heiß war, weil sie für mich längst überfällig war.

Ein weiterer ganz toller Moment für mich war dann, als er mir kurz vor dem Einschlafen den Rücken zuwandte. Ich lag etwas unschlüssig da und fühlte mich ein wenig zurückgewiesen. Das schien er wohl zu merken, denn er meinte plötzlich ganz gütig zu mir: „Kannst fei ruhig den Arm um mich legen, gell.“

Leider muss ich zugeben, dass ich mir das nicht zweimal sagen ließ und mich mit einem „ok“ von hinten an ihn heran kuschelte. Mein Herz machte Freudensprünge und ich war rundum zufrieden in dem Moment. Ebenfalls kein Höhepunkt an diesem Abend für mich.

Bevor ich mir am nächsten Morgen mit seiner Zahnbürste die Zähne putzen und die verschmierte Wimperntusche mit seinem Männerduschgel abwaschen konnte, hatte ich etwas Schwierigkeiten, meinen Lappen von Oberteil wieder zu finden. Gütigerweise überließ er mir ein T-Shirt von sich mit einem Mickey-Mouse-Motiv.

Etwas bedenklich für mich war dann, dass es mir gar nicht so zu groß war, wie ich hoffte. Es saß ein wenig locker, aber nicht übermäßig. Dazu muss ich vielleicht kurz anmerken, dass wir größentechnisch sehr nah bei einander waren. Anscheinend auch im Umfang …

Mein Schlussplädoyer: Manch einer hätte dieses Zusammenkommen als ‘katastrophal’ oder ‘unangenehm’ beschrieben, ich dagegen wusste, dass das der Anfang von etwas sehr Besonderem werden würde und freute mich riesig darüber.

Mein Schlussplädoyer: Manch einer hätte dieses Zusammenkommen als „katastrophal“ oder „unangenehm“ beschrieben, ich dagegen wusste, dass das der Anfang von etwas sehr Besonderem werden würde und freute mich riesig darüber.

Die darauffolgende Zeit herrschte erstmal Funkstille. Aber nicht lange …

Fortsetzung folgt.

Fränni hat während ihres Studiums der Germanistik viele Stunden in der Bibliothek verbracht, um (fiktive) Sex-Abenteuer, Männererlebnisse und biographische Frage zu formulieren und niederzuschreiben. Dabei gingen haufenweise Tender-Törtchen drauf. Viele ihrer Texte befassen sich mit dem Leben eines Singles in einer bayerischen Studentenstadt und die Hochs und Tiefs, die man, also sie dabei erlebt hat. Gerne mag sie es anzüglich, aber auch Herzschmerz gehört dazu. Ihre Besonderheit: ihre Größe (1,83m), ihr Opa-Lachen, ihr fränkischer Dialekt (wenn sie will) und ihre Brille. Mehr von ihr gibt es hier auf Instagram

Headerfoto: Charly Pn via Unsplash. (Kategorie-Button hinzugefügt und Bild gecroppt.) Danke dafür!

 

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