Wie geht es dem deutschen Wald? – Digitale Förster erklären uns, was Waldbesitzer*innen und alle anderen für die Natur tun können

Die meisten von uns lieben den Wald. Er ist unsere Ruhezone, eine Oase der Luft und das absolute Schmankerl für alle Entdecker*innen. Unsere Nahrung erbeuten wir heutzutage im Supermarkt, aber die perfekt durchgeplante Stadt bleibt für den Menschen eine unnatürliche Umgebung. Ganz im Gegensatz zum Wald. In Japan, das zu den am stärksten industrialisierten, aber auch am meisten bewaldeten Ländern der Welt gehört, ist heilsames Waldbaden (Shinrin Yoku) längst Tradition und altbekannte Medizin. Von uns aus kann das gerne auf Rezept eingeführt werden. Fühlen wir sehr.

Nun ist es ja so, dass wir uns in Deutschland (und gerne auch in allen anderen Ländern) wirklich dringend um unseren Wald kümmern müssen, um ihn zu erhalten, ihn robuster zu machen und ihn langfristig für verschiedenste Zwecke nutzen zu können.

Fast jede*r von uns kennt jemanden, der oder die Waldbesitzer*in ist oder bald wird, denn es gibt immer mehr junge Walderb*innen.

Fast jede*r von uns kennt jemanden, der oder die Waldbesitzer*in ist oder bald wird, denn es gibt immer mehr junge Walderb*innen. Gerade für diese ist es besonders wichtig, sich schnell und unkompliziert fachliche Hilfe zur Erhaltung ihres Waldstückes organisieren zu können. Denn sind wir mal ganz ehrlich: Die meisten von uns können die Bäume im Wald nicht mal ordentlich benennen.

Dabei ist nachhaltige Waldbewirtschaftung wichtiger denn je. Wir wollen alle langfristig atmen können, unsere Seele im Wald zur Ruhe kommen lassen und ja, die Waldbesitzer*innen wollen oft auch wirtschaftlich sinnvoll agieren.

Die gemeinnützige GmbH wald-wird-mobil.de – mit ihren Online-Angeboten wie Waldhilfe, Waldmarktplatz und FBG Online – aus Berlin-Kreuzberg entwickelt digitale Dienstleistungen, die Waldbesitzer*innen dabei unterstützen, den eigenen Wald besser zu bewirtschaften und zu pflegen. Zum Beispiel eine Monokultur aus schnell brennenden Kiefern in einen Mischwald umzuwandeln, damit der Wald der aktuell anhaltenden Hitze und ihren Folgen nicht zum Opfer fällt.

Wir sind mit einem Teil des Teams, vom Webseitenbauer bis Förster, in die Wälder bei Glashütte/Brandenburg gefahren und haben uns von A bis Z über alles rund um den Baum erklären lassen. Wir sind schlauer als jemals zuvor und möchten dieses Waldwissen nun mit euch teilen. Los geht’s!

So schön die Idee ist, den Wald einfach nur wachsen zu lassen, so ungünstig kann das für Waldbesitzer*innen enden.

Die erste Anlaufstelle für neue oder wenig informierte Waldbesitzer*innen und auch Waldinteressierte ist die Waldhilfe. Die meisten unter ihnen wissen gar nicht, welche Möglichkeiten sie haben, um sich zum Beispiel gleichzeitig den Themen Naturschutz und Gewinn durch Holzverkauf zu widmen. So schön die Idee ist, den Wald einfach nur wachsen zu lassen, so ungünstig kann das für Waldbesitzer*innen enden.

Der Wald an sich ist ein in sich stimmiges System. Manche Bäume überleben, andere nicht, sie sterben ab, fallen um, verletzen andere, verrotten am Boden und neue Nährstoffe entstehen. Die Bäume stehen im Ökosystem in einer friedlichen Konkurrenz zueinander. Das bedeutet, dass es immer wieder Bäume gibt, die aus Lichtmangel, Platzmangel, Schädlingsbefall etc. absterben. Es ist sinnvoll, diese Bäume rechtzeitig zu entnehmen, damit sie den kräftigeren Kolleg*innen nicht „die Luft zum Atmen nehmen“, also wichtige Nährstoffe entziehen, oder im toten Zustand auf den Lieblingsbaum der Oma fallen. 

Die Bäume stehen im Ökosystem in einer friedlichen Konkurrenz zueinander.

Besonders künstlich angelegte Monokulturen sind nicht sonderlich resistent und anfällig für Insekten und Kalamitäten, also großflächige Schäden, und den bereits erwähnten Waldbrand. Der Umbau in einen Mischwald lohnt sich also, denn er ist viel stabiler und gesünder als immer dieselbe Sorte nebeneinander.

Wer an den Waldrand zum Beispiel Birken pflanzt, hat den besten natürlichen Schutz vor Waldbrand überhaupt. Ach so, die Birke ist mehr als ein Hipsterbaum? Na sichi doch! Sie geht ganz anders mit Feuer um, sofern sie im Saft steht und nicht ausgetrocknet ist. Während eine Reihe aus Kiefern in kürzester Zeit niederbrennt, kann eine grünende Birke das Feuer einfach mal krass hemmen. Cool. Wirklich sehr cool von der Birke.

Je mehr sich Forstexpert*innen um den Wald kümmern, desto besser wächst er. Je besser er wächst, desto mehr Kohlenstoff können die Bäume aus der Atmosphäre speichern. Wegen Photosynthese. Kennt ihr doch noch aus der neunten Klasse: Kohlenstoffdioxid (CO2) wird zu Kohlenstoff (C) und Sauerstoff (O) geteilt.

Je besser der Wald wächst, desto mehr Kohlenstoff können die Bäume aus der Atmosphäre speichern. Wegen Photosynthese.

Das Holz speichert das „böse“ C und gibt uns das frischeste aller Os zum Atmen. Wer also große starke Bäume hat, tut richtig was für den Klimaschutz, denn der Kohlenstoff bleibt für immer im Baum und ist somit langfristig der Atmosphäre entzogen. Auch, wenn er abgeholzt und verarbeitet wird. Besonders in jungen Jahren speichert ein Baum viel mehr Kohlenstoff als im Alter, deswegen darf auch mal ein Baum gefällt und neu gepflanzt werden

Außerdem macht der Baum, wenn er gefällt wird, Platz für junges neu nachwachsendes Gemüse und einen weiteren Kohlenstoff-Vielfraß. Bäume sind so schlau, ey. Schlauer als wir alle zusammen. Merke: Durch nachhaltige Waldbewirtschaftung tut Mensch richtig was für den Klimaschutz. Bäm!

Wie geht es denn eigentlich dem deutschen Wald? Wir sind gut bewaldet, sagen unsere Experten. Wir haben große Flächen mit dicht stehenden Bäumen. Vielen davon geht es gelinde gesagt aber scheiße. Sie leiden zum Beispiel unter der Trockenheit. Die große Dürre von 2018 und auch 2019 führt dazu, dass sich Schädlinge hervorragend vermehren. Diese greifen in Scharen bereits geschädigte Bäume an, die dann langsam absterben.

Der Klimawandel führt im Allgemeinen zu extremeren Wetterereignissen wie heftigen Stürmen, die die Wälder belasten. Wir fragen die anwesenden Förster, was sie uns zum Klimawandel sagen können. Wir wollen wissen, was sie aus erster Hand miterleben und was ihnen ältere Kolleg*innen zum Thema mitgeben. Die Antwort ist klar und deutlich: Ja, der Klimawandel zeigt sich an allen Ecken und Enden im Wald. Die Vegetation hat sich verändert, schädliche Insekten und Pilze haben deutlich zugenommen und der Trockenstress der Bäume ist enorm.

Der Klimawandel zeigt sich an allen Ecken und Enden im Wald. Die Vegetation hat sich verändert und wir haben zu wenig Wasser im Boden.

Ein frisch pensionierter Kollegenfreund unserer Truppe hat neulich ein zwei Meter tiefes Loch an einer Stelle gebuddelt, an der er schon als junger Förster den Wasserhaushalt überprüfte. Von unten bis oben war der Sand dieses Mal so trocken und fein, dass er eigentlich in eine Sanduhr gehört. Wir haben zu wenig Wasser im Boden. Ein Fakt, der nicht zu leugnen ist. Umso wichtiger wird es für Waldbesitzer*innen, ihre Gebiete resistent zu gestalten. Eine große Aufgabe für die nächsten Jahre, die im Idealfall genau heute, hier und jetzt angegangen wird. Aus Gründen.

Wer also Forstexpert*innen sucht, findet diese auf dem bundesweit agierenden Waldmarktplatz. Ganz unkompliziert nach Eingabe des jeweiligen Bedürfnisses und der Postleitzahl. Die Förster*innen, die über das Portal erreichbar sind und dann tatsächlich auf die Fläche gehen, akquiriert wald-wird-mobil.de über unzählige persönliche Kontakte und gutes altes Marketing.

Die Försterei ist nicht das modernste Business, daher war digitale Starthilfe nötiger als nötig.

Sagen wir mal so: Die Försterei ist nicht das modernste Business, daher war digitale Starthilfe nötiger als nötig. Die wenig wissenden Waldbesitzer*innen, und davon gibt es jedes Jahr ca. 60.000 neue, müssen nicht mehr stundenlang die Gelben Seiten durchblättern bis sie Expert*innen an ihre Seite bekommen. Digitalisierung sei Dank.

Und die gelisteten Förster*innen können so unkompliziert und direkt neue Kunden auf sich aufmerksam machen. Das eher konservative Forstbusiness spricht ja meist auch noch eine andere Sprache als vierzigjährige Walderb*innen. Eine Kontaktaufnahme via Internetz verhindert für beide Seiten Verständigungsschwierigkeiten. Das ist doch sehr romantisch.

Viele von euch Leser*innen leben ja in Großstädten. Könnt ihr von da aus eigentlich etwas Gutes für den Wald tun? Natürlich. Wir können Waldbesitzer*innen darüber informieren, was sie alles für Möglichkeiten mit ihrem Wald haben und sie dazu animieren, sich bewusst mit diesem Eigentum auseinanderzusetzen. Ihr könnt euch die waldbesitzende Oma einfach mal unterhaken, mit ihr gemeinsam ins Internet gehen und ihr die Waldhilfe zeigen. Oder ihr unterstützt wald-wird-mobil.de mit eurer Spende. 

Wer sich direkt im Wald nützlich machen möchte, kann beim Spazierengehen Abfall einsammeln und daheim wegwerfen. Sehr einfach, sehr effektiv.

Waldbesitzer*innen müssen keinen reinen Nutzwald aus ihrem Wald machen, sie können auch Klimaschutz als oberste Priorität festsetzen und sich primär darüber informieren. Wir alle können außerdem Fehler im Wald vermeiden: Die gröbsten Patzer der Großstädter*innen im Wald sind das unbefugte Reinfahren mit dem Auto, denn sie kennen die angemessene Geschwindigkeit und weitere Vehikel-im-Wald-Regeln nicht, die Forstexpert*innen auswendig können.

Außerdem zählt das Rauchen und die Müllentsorgung zu den Top-Fehlern. Wer sich direkt im Wald nützlich machen möchte, kann beim Spazierengehen Abfall einsammeln und daheim wegwerfen. Sehr einfach, sehr effektiv, alle Förster*innen und Waldbesitzer*innen werden euch auf ewig dankbar sein und die Umwelt liebt euch. Genial.

Zum Schluss haben wir noch einen nerdigen Wald-Fun-Fact für euch. Ihr habt doch bestimmt schon mal Waldhonig gegessen? Wisst ihr, wie der entsteht? Passt auf: Die Honigbiene fliegt an den Baum, geht zur Blattlaus, trommelt der auf den Hintern, dann kommt der Blattlaus-Urin raus, die Honigbiene schlabbert den auf, fliegt zur Wabe, kotzt alles wieder aus, et voilà – Waldhonig. Die Natur kann quasi aus Scheiße Bonbons machen. Genau genommen aus Pisse Honig herstellen. Und dafür lieben wir sie!

Die Natur kann aus Pisse Honig herstellen. Und dafür lieben wir sie!

Lasst uns gemeinsam nachhaltiger leben, Kaufentscheidungen hinterfragen, mehr verzichten und uns proaktiv für die Umwelt einsetzen. Es soll ja auch später noch schön sein für die Menschheit. Gemeinsam sind wir Quark!

Hier noch mal alle Online-Angebote von wald-wird-mobil.de in der Übersicht:

Werbung: Dieser Beitrag wurde von der wald-wird-mobil.de gGmbH finanziell unterstützt. Danke dafür, ohne euch würde es weniger stabilen Mischwald geben. Und das will ja auch niemand. <3

ANNI ist Gründerin von im gegenteil und seit vielen Jahren verheiratet. Mit einem echten Mann! Wahnsinn! Mittlerweile hat sie sogar ein Kind. Willkommen im Spießerleben <3. Anni ist Texterin, Konzepterin, hat ein Händchen für Sales und kann ALLES organisieren. Die Frau liebt Nachhaltigkeit, verkuppelt für ihr Leben gerne Menschen und legt manchmal noch als Fleshdance DJs im Club auf. Aber nie länger als bis 1:30h! Wegen Schlafen! Im Büro sorgt Annibunny für Atmung, Spirituelles, sehr gute und sehr sehr schlechte Gags. Stay funny. Stay hydrated. Stay Frischluft.
JULE ist Gründerin von im gegenteil und Head of Love. Sie schreibt (hauptsächlich zu therapeutischen Zwecken über ihr eigenes Leben), fotografiert Menschen (weil die alle so schön sind) und hat sogar mal ein Buch verfasst. Mit richtigen Seiten! Bei im gegenteil kümmert sie sich hauptsächlich um Kreatives, Redaktionelles und Steuererklärungen, also alles, was hinter dem Rechner stattfindet. In ihrer Freizeit schläft sie gerne, sortiert Dinge nach Farben und/oder trägt Zebraprint. Wer kann, der kann.

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