Warum fällt es mir so schwer, ihn zu verlassen? Meine Gedanken aus der Beziehungs-Zwickmühle

Wir sind seit fast sechs Jahren ein Paar – nahezu immer glücklich, würde ich behaupten, und große Streitereien hatten wir auch nie. Ich bin die große Liebe seines Lebens. Nicht nur das – auch seine erste, letzte und in seinen Augen wahrscheinlich auch die einzige.

Doch wenn ich mich frage, ob dies auch bei mir zutrifft, komme ich ins Grübeln. Ist er es wirklich? War das schon alles?

Ist er es wirklich? War das schon alles?

Wir haben uns jung beim Ausgehen kennengelernt. Ich bald 16 und er fast 21. Ich war nicht auf der Suche – für ihn war es Liebe auf den ersten Blick. Er erzählt heute noch mit strahlenden Augen von dieser ersten Begegnung. Von da an haben wir uns immer zuerst bloß sonntags getroffen – wir gingen mehrmals eislaufen, hockten in einer Bar und tauschten verliebte Blicke aus. Beim Schwimmen konnten wir die Finger nicht voneinander lassen – wenn ich heute daran denke, muss ich den Kopf schütteln.

Drei Wochen nach unserer ersten Begegnung war Valentinstag. Kann man bereits erahnen, was da passiert ist? Der erste nüchterne Kuss nach den vielen beim Feiern.

Von da an waren wir unzertrennlich. So gut wie jedes Wochenende haben wir zusammen verbracht. Es folgten die ersten gemeinsamen Übernachtungen und Urlaube. Eine wirklich sehr schöne Zeit mit unvergesslichen Erlebnissen.

Doch es gab zwei Male, bei denen ich nicht mehr weiterwusste. Ich war kurz davor, mit ihm Schluss zu machen. Ich habe es ihm sogar gesagt. Das war nach dem ersten Jahr und dann nochmal ziemlich genau ein Jahr später – jeweils im Herbst nach meinen zwei Sommern auf der Alm, wo ich die ganze Saison arbeitete.

Seither sind wir stärker zusammengewachsen. Ich bin ihm gegenüber viel offener. Was aber nicht immer gut ist, denn ich sage viel, ohne vorher nachzudenken, dadurch verletze ich ihn ungewollt. Im Nachhinein tut es mir immer unendlich leid. Meine „Launen“ hat er nicht verdient. Im Vergleich zu mir hat er keine oder sie sehr gut unter Kontrolle.

Jetzt bin ich jedoch wieder an dem Punkt, an dem ich bereits zweimal war. Gehen oder Bleiben? Ich liebe ihn doch so sehr. Kann und soll dies der Grund sein zu bleiben? Ist Liebe genug?

Ich liebe ihn doch so sehr. Kann und soll dies der Grund sein zu bleiben? Ist Liebe genug?

Ein Leben so ganz ohne ihn kann ich mir auch nicht vorstellen. Doch welchen Teil soll er einnehmen? Partner? Ex-Partner und doch noch gut befreundet? Ob das dann funktionieren würde, sieht man erst, wenn es so weit ist. Ein Zurück gibt es aber nicht. Entweder alles oder nichts heißt es dann. Sonst wäre es zu kompliziert.

Mit ihm habe ich Sicherheit und immer jemanden, der zu mir hält und mir den Rücken stärkt. Abenteuer und Leidenschaft kommen da leider zu kurz. Das wäre aber genau das, wonach ich mich sehne. Ich brauche Abwechslung, eine Achterbahn. Mit 21 Jahren ist es zu früh für ein geradliniges Leben voller Sicherheit, oder?

Eins steht fest: Durch meine Unentschlossenheit entstehen Hürden, die immer größer und schwieriger zu bewältigen werden und ihm raubt sie wertvolle Zeit.

Silvia ist 21 Jahre und hat ein stinknormales Leben. Sie liest Bücher von Nicholas Sparks lieber auf Englisch und schaut Netflix Serien bevorzugt auf Italienisch. Um Gefühle aller Art zu verarbeiten und festzuhalten, schreibt sie. Sie liebt Reisen und italienisches Essen.

Headerfoto: cottonbro via Pexels. (Kategorie-Button hinzugefügt und Bild gecroppt.) Danke dafür!

 

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