Queer, Trans, Cis, Non-Binary: die wichtigsten Begriffe im Überblick

Sexuelle und geschlechtliche Identitäten sind genauso vielfältig wie das Leben. Viele Begriffe sind bereits vertraut, doch manchmal sind die genaueren Bedeutungen nicht ganz klar. Wir haben eine kurze und knackige Übersicht über die wichtigsten Begriffe, fein säuberlich alphabetisch geordnet. Ergänzungen und Anregungen gerne erwünscht! Proud to be diverse.

Vorneweg: Die Geschlechtsidentität einer Person hat nichts mit der sexuellen Orientierung, also wen man begehrt, zu tun. Die Geschlechtsidentität wird bei Geburt aufgrund von augenscheinlichen Geschlechtsmerkmalen zugeordnet. Jedoch kann diese Zuordnung in der individuellen Ausdrucksweise einschränken oder vom tatsächlichen Empfinden abweichen. Deswegen ist es vielen Menschen wichtig, ihre Identität abseits der Heteronorm benennen zu können.

Cis-Gender:

Cis bedeutet, im Gegensatz zu Trans, dass sich eine Person mit dem bei ihrer Geburt zugewiesenen Geschlecht identifiziert.

Dyadisch:

Dyadisch oder auch endogeschlechtlich bezeichnet Menschen, deren körperliches Geschlecht eindeutig den medizinisch festgelegten Polen Mann/Frau zugeordnet werden können.

Gender:

Das Englische hat für „Geschlecht“ zwei Wörter: Sex bezeichnet das biologische Geschlecht, also das, was bei der Geburt anhand von typologisierten Merkmalen (wie Hormone oder Anatomie) zugeordnet wird. Gender hingegen benennt das soziale Geschlecht eines Menschens und weist daraufhin, dass das Konstrukt Geschlecht nicht nur körperliche Merkmale beinhaltet, sondern auch gesellschaftlich und kulturell implementierte Geschlechterrollen behinhaltet. Das bedeutet, dass Geschlecht auch durch (anerzogene) Verhaltensweisen, Äußerlichkeiten wie Haarwuchs und Kleidung, Gestik, Sprache oder Symbolik ausgedrückt wird und durch die stetige Reproduktion durch die Gesellschaft als „natürlich“ angesehen wird. Die Unterscheidung macht darauf aufmerksam, dass nicht nur das biologische Geschlecht für die Identität einer Person verantwortlich ist.

Nichtbinär oder nicht-binär/Non-binary:

Non-binary ist ein übergeordneter Begriff für Menschen, die sich nicht eindeutig als Mann oder als Frau sehen. Ihre Geschlechtsidentität kann irgendwo dazwischen liegen, ganz außerhalb davon sein oder, weil viele non-binary people nichts mit dem Begriff „Geschlecht“ anfangen können, sich als geschlechtslos, als agender sehen. Viele Menschen empfinden sich als bigender, also als weiblich und männlich oder haben eine sich stetig wandelnde Geschlechtsidentität (genderfluid).

Intergeschlechtlichkeit:

Inter ist ein Begriff für Menschen, deren körperliches Geschlecht nicht eindeutig anhand der medizinisch festgelegten Kriterien als weiblich oder männlich zugeordnet werden kann. Sie haben körperliche Merkmale, die auf Männer und Frauen zutreffen können. Noch heute ist es leider üblich, dass Kindern in einem sehr frühen Alter ein Geschlecht zugewiesen wird und sie sich angleichenden Operationen und Behandlungen unterziehen müssen. Resultat können psychische und gesundheitliche Probleme sein. Der begriffliche Gegensatz zu inter ist dyadisch.

Queer:

Queer verweist auf eine Selbstbezeichnung vor allem von Menschen, die ihre Identität außerhalb davon sehen, was einer gesellschaftlichen Norm entspricht. Dies kann sowohl die sexuelle als auch die geschlechtliche Identität einbeziehen. In Bezug auf Geschlecht beschreibt genderqueer vor allem, wenn Menschen die Geschlechterbinarität ablehnen.

Trans:

Trans kann auf transsexuelle und transgender Menschen hinweisen. Sie identifizieren sich nicht mit dem Geschlecht, das ihnen bei ihrer Geburt zugewiesen wurde. Im Gegensatz dazu gibt es den Begriff Cis.

Transgender:

Transgender trifft auf Menschen zu, die sich nicht mit ihrem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde, nicht identifizieren können. Die Geschlechtsidentität wird hier als viel diverser angesehen als nur Mann/Frau.

Transsexuell, Transsexualität:

Für transsexuelle Menschen stimmt das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht nicht mit dem eigenen Empfinden überein. Sie können dazu tendieren, ihr biologisches beziehungsweise zugewiesenenes Geschlecht dem empfundenen durch Operationen und Hormonbehandlung angleichen zu wollen. Der Begriff bezieht sich meistens auf die Kategorien Mann oder Frau und stammt aus einem medizinischen Kontext. Viele Trans-Personen lehnen diesen Begriff ab.

Wenn ihr euch noch weiter schlau machen wollte, dann schaut doch einfach hier und hier.

Headerfoto: Brian Kyed via Unsplash. („Gesellschaftsspiel“-Button hinzugefügt.) Danke dafür!

SOPHIA mag Sommer am Balkon, hitzige Debatten und Aperol Spritz für wenig Geld. Nach drei Gläsern davon benutzt sie meist das Igel-Emoji, um ihre Gefühle auszudrücken. In der Redaktion von im gegenteil kann sie sich endlich mit einer größeren emotionalen Bandbreite auseinandersetzen und ganz viel Liebe zeigen.

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