„Meine Exfreundin schränkt die Beziehung zu unserem gemeinsamen Kind ein“ – Wo bekommen Schwangere und werdende Väter Hilfe?

Vor einer Weile berichteten wir euch von der alleinerziehenden Mutter Pauline und ihrer Tochter Leonie. Pauline wurde vom Vater ihrer Tochter geghostet. Es passiert wahnsinnig oft, dass werdende Mütter sitzen gelassen werden. Was nicht bedeutet, dass es für werdende Väter nicht ähnlich kompliziert werden kann.

Heute treffen wir Carlo*, der leidenschaftlich gerne Papa ist, dieser Leidenschaft durch den Kontrollzwang der Kindesmutter und Ex-Freundin allerdings nur bedingt nachgehen kann. Carlo lässt uns seine Geschichte erzählen, um anderen Vätern Mut zu machen. Mut, sich zu informieren. Mut, mit anderen über die eigene verfahrene Situation zu sprechen. Denn auch für Väter ist es wichtig, nicht alles still zu erdulden, was (Ex-)Partnerinnen ihnen aufzwängen. Sie dürfen sich Hilfe holen und sich für das Wohl des Kindes einsetzen.

Bist du schwanger oder ein werdender Vater und brauchst Hilfe? Melde dich jederzeit, 24 Stunden täglich, beim Hilfetelefon Schwangere in Not (0800-4040020). Mehr zu dieser tollen Initiative findest du am Ende des Artikels.

Carlos aktuelle Familiensituation ist angespannt. Jedes Mal, wenn er seine Ex-Freundin Sophie und das gemeinsame Kind trifft, birgt das bloße Aufhalten in einem Raum Konfliktpotenzial. Das war mal anders … wie bei so vielen Paaren. Aber starten wir von vorn:

Carlo ist einer von den Mutigen. Er spricht Sophie in einer Bar an. Knapp sieben Jahre ist das mittlerweile her. Die beiden finden sich auf Anhieb ziemlich sexy, kommen zusammen, gehen ins Kino, trinken zu viel Schnaps, kichern sich frischverliebt durch die Gegend, verbringen ganze Wochenenden im Bett – sie erleben diese wundervolle erste Phase des Pärchenseins.

Carlo ist einer von den Mutigen. Er spricht Sophie in einer Bar an. Die beiden finden sich auf Anhieb ziemlich sexy.

Nach circa einem Jahr verblasst die rosarote Brille allerdings und die Realität macht sich breit. Sie lernen sich immer besser kennen, mit ihren guten und ihren schlechten Eigenschaften. So langsam denkt sich Carlo: „Hui, über gewisse strittige Punkte komme ich mit Sophie nicht rüber. Da kommen wir vermutlich nie auf einen gemeinsamen Nenner.“

Da Carlo nun wirklich nicht der Typ zum Aufgeben ist, bleibt er dran und gibt der Beziehung weiterhin eine Chance. Er hat die Hoffnung, dass sie sich in den essenziellen und wichtigen Ansichten des Lebens irgendwie annähern können. Und zwar in einer Form, die für beide funktioniert. Nach einigen weiteren unruhigen Monaten fahren sie gemeinsam in einen langen Urlaub.

Carlo und Sophie wandern durch die italienischen Alpen, um sich in der Natur und Stille der Berge wieder näher zu kommen und brodelnde Konflikte zu lösen. Egal, wie sehr sie sich allerdings anstrengen, sie schaffen es auch dort nicht. Es ist, als würde Carlo sagen: „Guck mal, da ist was Grünes“ und Sophie sieht etwas Gelbes. In Wirklichkeit ist es vermutlich blau.

Carlo wird immer klarer, dass diese essenzielle Fähigkeit, sich als Paar streiten zu können und gemeinsame Lösungen zu finden, für beide nie greifbar sein wird.

Carlo wird immer klarer, dass diese essenzielle Fähigkeit, sich als Paar streiten zu können und gemeinsame Lösungen zu finden, für beide nie greifbar sein wird. Nach etlichen Versuchen, auf gleichen Kurs zu kommen, sieht Carlo keine andere Möglichkeit, als sich zu trennen. Er spürt, dass es Sophie da nicht großartig anders geht.

Sie sind genau eine Woche aus dem Urlaub zurück, als er sich ein Herz fasst und zum traurigen Trennungsgespräch ansetzt. Sophie lässt ihn gar nicht richtig ins Thema einsteigen, unterbricht ihn sofort, weil ihre News deutlich größer sind als seine: „Carlo, ich bin schwanger.“ Sie zittert, als sie es ihm sagt. Sie weiß selbst nicht, wohin mit dieser Information und den ganzen Gefühlen.

Carlo reagiert nicht minder überfordert. Sein Kopf ist leer, sein Bauchgefühl spielt verrückt. Er bittet sie um ein paar Tage Zeit, um sich darüber klar zu werden, was diese Schwangerschaft bedeutet, wie groß ihre Tragweite ist. Eigentlich wollte er sich ja gerade trennen. Das sagt er ihr an dieser Stelle nicht.

Heute glaubt Carlo, dass es nicht sehr schlau war, nach Bedenkzeit zu fragen, um seine Gefühle zu ordnen zu können. Sophie sah das anscheinend als Affront, als Zeichen dafür, dass er sich bezüglich des Kindes anders entscheiden würde als sie. Sie treffen sich bereits nach zwei Tagen wieder und sie geht scharfkantig ins Gespräch: „Es ist mir scheißegal, was du willst, ich behalte dieses Kind!“

Sophie geht scharfkantig ins Gespräch: ‚Es ist mir scheißegal, was du willst, ich behalte dieses Kind!‘

Sie fährt ihn an, macht klar, wer das Sagen hat – ohne überhaupt einmal zu fragen, wie er sich die Zukunft vorstellt. Schade eigentlich, denn er möchte das Kind ebenfalls. Er möchte Vater werden. Und er möchte für Sophie und das Kind da sein. Es hätte also ein einvernehmliches, entspanntes Gespräch werden können. Durch ihre bestimmte und fordernde Art bleibt die Stimmung aufgeregt und unterschwellig aggressiv. Ein durchaus verständlicher Schutzmechanismus ihrerseits.

Letztendlich hört Sophie sich doch noch kurz an, was Carlo zu sagen hat, und beide beschließen das Gespräch mit der neutralen Feststellung, dass sie jetzt also Eltern werden.

Im Laufe der folgenden Wochen schlägt Carlo vor, zusammen zu ziehen und es als festes Paar mit Kind zu versuchen. Der Bruch, die Beinahetrennung gerät durch die Schwangerschaft schneller in Vergessenheit, als die beiden gucken können. War was? Nee, oder? Die Beziehung der beiden kommt zwar auch mit wachsendem Bauch nicht auf ein Level, das er als komplett erfüllend bezeichnen würde, aber es läuft gut genug, um den Weg des Elternwerdens gemeinsam zu gehen.

Im neunten Monat finden sie endlich eine geeignete Familienwohnung. Trotz Umzug verläuft der letzte Schwangerschaftsmonat entspannt. Der Junge kommt gesund zur Welt. Die Familie ist im Rausch der Hormone. Das Wunder, endlich das eigene Kind in den Händen zu halten, ihn beschnuppern und spüren zu können, lässt die Wochen nach der Geburt harmonisch verlaufen.

Der Junge kommt gesund zur Welt. Die Familie ist im Rausch der Hormone.

Nach fünf Monaten „alle ziemlich gut drauf“ zieht dann aber eine gewisse Kälte in die Beziehung von Carlo und Sophie ein, die alten Konflikte erwachen und werden zu neuen Konflikten. Ein Streit jagt den nächsten. Um direkt zu deeskalieren, zieht Carlo aus, denn er hat eh gerade ein Jobangebot in einer nahegelegenen Stadt vorliegen. Das Paar greift nach dem letzten Strohhalm, über zwei Monate kommt er nur am Wochenende zu Besuch.

Vielleicht klappt es ja, wenn sie nicht dauerhaft zusammenleben? Die Zeit zeigt: Nein, das tut es nicht. Sophie spricht das Unausweichliche aus: „Du, ich merke, ich kriege das mit dem Kind auch alles ohne dich hin. Ich brauche dich gar nicht.“

Das Trennungsdrama des Paars hält sich in Grenzen, beide können und wollen nicht mehr. Das einzige, was Carlo ganz dringend will, ist, möglichst nah bei seinem Sohn zu wohnen und ihn so oft zu sehen, wie es geht. Einen gemeinsam abgestimmten Plan, wann, wo und wie oft Carlo den Jungen sehen wird, erstellen sie nicht. Im Nachhinein weiß er, dass das nicht so schlau war.

Sophie neigt dazu, jeden seiner Besuche intensiv zu kontrollieren, sofern sie denn überhaupt genehmigt, dass der Papa kommen darf.

Sophie gibt sich in den kommenden Monaten und Jahren sehr viel Mühe, die Besuche des Papas beim Kind kompliziert zu gestalten. Da Carlo weiß, wie Sophie tickt, überrascht ihn das nicht komplett. Er hatte jedoch sehr gehofft, dass sie sich ihm gegenüber nach der Trennung anders verhält. Dass sie endlich entspannen kann, ihn so sein lässt, wie er ist. Sophie neigt dazu, jeden seiner Besuche intensiv zu kontrollieren, sofern sie denn überhaupt genehmigt, dass der Papa kommen darf. Ungefähr alle zwei Wochen erlaubt sie das und Carlo leidet stark darunter.

Den Kleinen nur so selten zu sehen, bricht ihm das Herz. Er sagt ihr, dass er es sich anders wünscht. Niemals würde er so Sätze wie „Das ist mein Recht.“ oder „Lass uns zum Jugendamt gehen und eine gerechte Lösung finden.“ oder „Mein Anwalt hat gesagt, dass …“ zu ihr sagen.

Sobald Sophie den Hauch von Kritik an der Situation spürt, wird sie so was von aufbrausend, dass Carlo Angst bekommt. Angst, dass sie sich irgendwann vielleicht doch überlegt, ihm den Jungen völlig zu entziehen. Angst, dass sie wegzieht, einen Ersatzvater sucht oder an einer anderen Stelle völlig blockiert. Lange Zeit traut er ihr all das zu und weiß, dass sie es per Gesetz auch so durchziehen könnte.

Carlo hat einen großen Fehler gemacht, als Sophie noch schwanger war. Er hat sich nicht darüber informiert, was ‚Sorgerecht‘ genau bedeutet.

Denn Carlo hat einen wirklich großen Fehler gemacht, als Sophie noch schwanger war. Er hat sich nicht darüber informiert, was „Sorgerecht“ eigentlich genau bedeutet. Heute wünscht er sich so sehr, er hätte eine Anlaufstelle gekannt, die ihn beraten hätte. Er wünscht, er hätte einfach irgendwo angerufen und nach Hilfe gefragt, bevor er das Formular unterschreibt.

Seine Gedanken sehen damals folgendermaßen aus: „Ich überlasse ihr das alleinige Sorgerecht, denn sie will das so. Sie ist die Mutter, egal, was passiert, sie soll über alles entscheiden können. Sie wird eine gute Mutter sein. Okay, das macht Sinn. Ich trete das Sorgerecht ab.“ Im Gespräch mit uns sagt er etliche Male, dass die dämlichste Aktion seines Lebens war. Er kann sich selbst nicht erklären, wie er so einen wichtigen Zettel ohne ausführliche Beratung unterschrieben hat.

Carlo denkt glücklicherweise auch heute noch, dass Sophie eine gute Mutter ist. Sie ist eben nur keine gute Ex-Partnerin, keine Mutter, die dem Vater des eigenen Kindes vertraut. Sie möchte alles überwachen, was er macht, und auch heute noch entscheiden, was er dem Kind zu essen gibt und wie er es anzieht. Carlo war noch nie alleine mit dem Jungen draußen. Das verbietet Sophie. Sie muss zwanghaft immer und überall dabei sein. Carlo könnte ja was falsch machen.

Carlo denkt auch heute noch, dass Sophie eine gute Mutter ist. Sie ist eben nur keine gute Ex-Partnerin, keine Mutter, die dem Vater des eigenen Kindes vertraut.

Hat er als Vater jemals etwas getan, das dem Kind schaden könnte? Sich einen Ausrutscher erlaubt? Er sagt ganz klar und deutlich: Nein. Wenn er den Jungen bei ihr ins Bett bringen will, sagt sie: „Das geht nicht, das kannst du nicht, du bringst ihn nie ins Bett. Bei dir schläft er nicht ein. Ich mach das.“ Die Frage ist, wie Carlo das lernen soll, wenn er es nie machen darf. Wenn man dem Vater nichts erlaubt, kann er auch keine eigenen Erfahrungen machen und sich gemeinsam mit dem Kind entwickeln. Ein Hamsterrad par excellence.

In den letzten Jahren lernt Carlo immer mehr Väter kennen, die getrennt von der Mutter ihres Kindes Leben. Sie bauen sich eine kleine Community auf und tauschen sich aus. Sie geben sich Tipps für den Umgang mit Ex-Partnerin und Kind. Die, die schon zum Anwalt gehen mussten, um ihr Kind zu sehen, geben ihr Wissen weiter. So lernt Carlo, dass Sophie zwar das alleinige Sorgerecht hat, jedoch gibt es ja auch noch sowas wie ein Umgangsrecht, das dem Vater – sofern er ein “ordentliches“ Leben führt und gut für das Kind sorgt – eine gewisse Umgangszeit mit dem Kind zuspricht. Das ist gut zu wissen.

Insgesamt ist seine Väter-Community sehr auf Deeskalation mit den Ex-Freundinnen und für ein möglichst glückliches Zusammenleben aller Beteiligten aus. Da liegen die Papas auf einer Wellenlänge. Des Friedens und dem Segen des Kindes wegen will Carlo eh keine rechtlichen Schritte einleiten. Er ist sich ziemlich sicher, dass Sophie darauf so extrem reagieren würde, dass es für alle Beteiligten im Chaos endet. Carlos Horrorvorstellung.

Auf diesen Moment wartet Carlo seit Jahren. Einfach mal so im Sommer mit dem Kind ins Schwimmbad gehen. Alleine.

Zum Abschluss teilt er hoffnungsvolle Nachrichten mit uns. In den letzten Monaten läuft die Kommunikation mit Sophie besser. Er hat das Gefühl, dass sie ihn bald das erste Mal alleine mit seinem Sohn aus ihrer Wohnung lässt. Auf diesen Moment wartet Carlo seit Jahren. Einfach mal so im Sommer mit dem Kind ins Schwimmbad gehen. Alleine. Ihm das eigene gekochte Essen geben oder – völlig verrückt – Pommes kaufen, ihm schwimmen beibringen, fangen spielen, rumklönen. Und das alles ohne Sophies Adleraugen im Nacken.

Carlo beschreibt uns, wie er sich diesen Moment der alleinigen Papa-Sohn-Zeit vorstellt und wir müssen die Tränen zurückhalten. Er wirkt so anständig, reflektiert, er redet sehr ruhig und liebevoll. Er erwähnt noch mal, dass Sophie eine gute Mutter ist und er dankbar ist, wie gut sie sich um den Kleinen kümmert. Er möchte sie keinesfalls in den Dreck ziehen oder sich öffentlich über sie aufregen, daher gibt er dieses Interview für die Öffentlichkeit komplett anonym.

Er möchte, dass andere aus seinen Versäumnissen lernen und sich beraten lassen.

Er möchte, dass andere aus seinen Versäumnissen lernen und sich beraten lassen, wenn die Beziehung zur werdenden Mutter eh schon etwas kompliziert ist. Niemand muss mit Problemen und komplizierten Fragestellungen alleine durchs Leben gehen. Ja, auch werdende Väter dürfen lieber einmal mehr nach Hilfe fragen als zu wenig. Denn alles, was im Nachhinein einen Rechtsstreit vermeiden kann, ist ein Segen für das Kind und die Eltern.

Wie praktisch, dass das Bundesfamilienministerium eine kostenlose 24-Stunden-Hilfe für Schwangere in Not eingerichtet hat. Und ja, da sollen und dürfen auch werdende Väter anrufen. Alle werdenden Eltern in problematischen Situationen können sich jederzeit per Telefon (0800-4040020), Online-Chat oder E-Mail beraten lassen. In 18 Sprachen plus Gebärdensprache. Mega! Die Website www.schwanger-und-viele-fragen.de erklärt das alles ganz ausführlich.

Alle werdenden Eltern in problematischen Situationen können sich jederzeit per Telefon, Online-Chat oder E-Mail beraten lassen. In 18 Sprachen plus Gebärdensprache.

Wann ist eine Situation problematisch? Wenn Du sie so empfindest. Egal, ob Du im Streit mit Deinem*r Partner*in bist, keine Ahnung hast, wie Du ein Baby finanzieren sollst oder Dein Arbeitgeber dich rausschmeißen will: Melde Dich bitte jederzeit, sobald Deine Welt kopfsteht. Die Berater*innen hören Dir zu und stellen Dir das beste Hilfsangebot in Deiner Umgebung zusammen. Das Ganze passiert vertraulich und auf Wunsch komplett anonym.

Please tell all your friends: If you or your partner are pregnant and you feel overwhelmed because of financial problems, arguments or any other uncomfortable situation please contact 0800-4040020. It is free of charge and you can speak anonymously. The counselors of the German pregnancy advice will help you. Please click here to find more information in English.

Danke Carlo für Deine Offenheit und deinen Mut, mit uns über dieses schwierige Thema zu sprechen. <3

*Alle Namen wurden zum Schutz der Beteiligten geändert, einige Situationen zum Schutz der Beteiligten abgewandelt

Anzeige: Wir danken außerdem dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die Zusammenarbeit. Das Ministerium hat die Produktionskosten dieses Artikels getragen. Eure Hilfe für Schwangere und werdende Eltern ist essenziell. Daumen hoch.

ANNI ist Gründerin von im gegenteil und seit vielen Jahren verheiratet. Mit einem echten Mann! Wahnsinn! Mittlerweile hat sie sogar ein Kind. Willkommen im Spießerleben <3. Anni ist Texterin, Konzepterin, hat ein Händchen für Sales und kann ALLES organisieren. Die Frau liebt Nachhaltigkeit, verkuppelt für ihr Leben gerne Menschen und legt manchmal noch als Fleshdance DJs im Club auf. Aber nie länger als bis 1:30h! Wegen Schlafen! Im Büro sorgt Annibunny für Atmung, Spirituelles, sehr gute und sehr sehr schlechte Gags. Stay funny. Stay hydrated. Stay Frischluft.
JULE ist Gründerin von im gegenteil und Head of Love. Sie schreibt (hauptsächlich zu therapeutischen Zwecken über ihr eigenes Leben), fotografiert Menschen (weil die alle so schön sind) und hat sogar mal ein Buch verfasst. Mit richtigen Seiten! Bei im gegenteil kümmert sie sich hauptsächlich um Kreatives, Redaktionelles und Steuererklärungen, also alles, was hinter dem Rechner stattfindet. In ihrer Freizeit schläft sie gerne, sortiert Dinge nach Farben und/oder trägt Zebraprint. Wer kann, der kann.

7 Comments

  • Ganz kurz noch mein Kommentar als Betroffener. Es gibt vom Jugendamt in Berlin 1A-Angebote, wie die https://www.efb-berlin.de/. Sicherlich wohnortsabhängig, aber ich habe durchweg positive Erfahrungen gemacht. Dort gibt es Hilfe auch schwierige Beziehungen zu händeln. Wenn man(n) denn weiß, wie es um die Beziehung steht, wie im beschriebenen Fall.
    Gruß Henning

  • Der arme Mann, in der Beziehung ist er aufgrund eines Jobangebots weggezogen, sodass er nur am Wochenende da war und Mutti sich alleine kümmern durfte. Plötzlich (nach der Trennung) vermisst er seinen Sohn und „Das einzige, was Carlo ganz dringend will, ist, möglichst nah bei seinem Sohn zu wohnen und ihn so oft zu sehen, wie es geht.“ – „Er erwähnt noch mal, dass Sophie eine gute Mutter ist und er dankbar ist, wie gut sie sich um den Kleinen kümmert. Er möchte sie keinesfalls in den Dreck ziehen oder sich öffentlich über sie aufregen“, betitelt sie öffentlich aber als kontrollsüchtig mit Adleraugen über ihn wachend und schiebt ihr komplett den schwarzen Peter zu. Was ist mit den Autoren, dass an solchen Stellen bzw. bei diesen Doppelbotschaften nicht eingehakt und alles so hingenommen wird. Ich kann es nicht mehr hören, wie sehr solche Männer doch unter ihren schrecklichen kontrollsüchtigen Exfrauen leiden und sich selbst und ihr Verhalten null reflektieren. Wo sind die Geschichten aus Mutterperspektive mit solchen Männern? Was ist mit „Sophie“ – warum wird sie nicht interviewt, dass Sie sich zu seinen Vorwürfen äußern kann? Das würde dieses traurige, dramatische und devote Bild, das hier von dem Vater gezeichnet wird mit Sicherheit aufbrechen. Solche einseitigen Geschichten heizen diese Geschlechterdebatten, die derzeitig toben zwischen Müttern und Vätern enorm an, wobei die Mütter momentan sehr schlecht in der Öffentlichkeit dabei wegkommen. Liebes Team, bitte interviewt doch mal die „Sophie“, um die es hier geht – die hat bestimmt auch eine ganze Menge zu sagen!

    • Liebe Maria. Danke fürs Lesen und deinen Kommentar. Dass es viele unreflektierte oder desinteressierte Elternteile gibt, steht nicht außer Frage und das bewegt uns und macht uns wütend. In diesem Fall kennen wir die privaten Umstände der Familie und wissen, dass Carlo sich nichts ausdenkt. Natürlich ist Carlos Geschichte subjektiv erzählt, denn er hat ja nur seine Perspektive und wir haben ihn um seine persönliche Meinung gebeten. Wir finden es wichtig, auch diese Geschichte zu teilen, denn immer häufiger wollen sich nach der Trennung beide Elternteile weiter um das Kind kümmern und es gemeinsam versorgen. Das heißt, auch die Väter wollen weiter die Erziehungsverantwortung tragen. Und das ist etwas Gutes, allerdings ist in vielen Fällen die juristische Lage undurchsichtig.
      Ziel dieser Interviews ist es, anderen Elternteilen in ähnlichen Situationen zu zeigen, wie ein möglicher Umgang mit den jeweiligen Problematiken aussehen kann und welche Hilfestellungen es dafür gibt. Nur über Informationen und Aufklärung kann es zukünftig leichter werden, Familien – auch getrennten – die Unterstützung zu bieten, die sie verdienen.
      Wir haben in dieser Reihe übrigens bereits ein sehr wichtiges Interview mit einer alleinerziehenden Mutter veröffentlicht, die ebenfalls ihre persönliche Geschichte erzählt. Du kannst sie hier lesen. Außerdem empfehle ich diesen Artikel über die Schwierigkeiten, mit denen alleinerziehende Mütter in Deutschland konfrontiert sind. Du findest ihn hier.
      Liebe Grüße.

      • Hey Jule,
        die Frage ist, wie intensiv kennt ihr die privaten Umstände wirklich? Ich gehe mal davon aus, dass „Carlo“ euch von den Situationen erzählt hat und nicht „Sophie“ – das bedeutet noch lange nicht, dass es auch so gewesen ist. Ein umfangreicheres Bild könnte man sich machen (wenn man wollen würde), wenn auch mit der anderen Seite gesprochen würde. Kein Vater stellt sich öffentlich freiwillig als schlechter Vater dar, der sich nicht für sein Kind interessiert. Im Freundeskreis wird vielleicht gefragt, warum siehst du dein Kind so selten – da wird dann gerne mal die „Realität“ von einigen Vätern zu Ungunsten der Mutter verzerrt dargestellt – „ich darf ja nicht“ ist einfach und meistens falsch. Mich würde interessieren, warum ein Vater ein Jobangebot in einer anderen Stadt annimmt, also selbst dafür Verantwortlich ist, dass er seinen Sohn nur alle 14-Tage sieht, wenn er aber eigentlich an nichts anderes denken kann, als seinem Sohn nahe zu sein. Warum fragt er nicht nach Ihren Ängsten in Bezug auf das Kind und zieht diese ins Lächerliche – es ist ihr erstes Kind. Da stimmt doch was nicht. Es ist super gut, wenn Väter sich kümmern, aber das passiert meist auch schon während der Beziehung zu gleichen Anteilen (übrigens auch inklusive schlafloser Nächte) und auch meist ohne großen Bohai – einfach weil es für diese Männer selbstverständlich ist. Es gibt aber auch ebenso viele Väter, die die Mutter gerne als Sündenbock für die Situation verantwortlich machen, weil sie verschleiern wollen, dass sie eigentlich kein Bock auf kontinuierliche Verantwortung haben oder überfordert sind oder oder…
        Vielen Dank für den Link der anderen Artikel, die zwar auch sehr interessant sind, aber mit diesem Thema wenig zutun haben. Hier geht es ja mehr um eine Art Hochstrittigkeit, wenn beide Elternteile noch da sind.

        • Liebe Maria, das Paar hat sich gemeinsam darauf geeinigt, dass Carlo in eine andere Stadt zieht, um die kriselnde Beziehung zu retten und zu deeskalieren. So steht es auch im Text. Die beiden stecken seit Jahren in komplexen Unterhaltungen. Die Kommunikation der beiden wird wie beschrieben aktuell besser und darüber freuen sich beide. Lass uns an dieser Stelle im Sinne der Liebe und des Respekts aller Parteien gegenüber bitte Spekulationen einstellen. Beide möchten sich nicht weiter zum Thema äußern. Es war ein schweres und emotionales Interview und soll nicht dem Zerriss des einzelnen dienen, sondern auf die Hilfen des Bundesfamilienministeriums aufmerksam machen. Dass alle werdenden Eltern in schwierigen Situationen dort kostenfrei Hilfestellung bekommen, ist eine tolle Sache. Danke dir für das Verständnis! Liebe Grüße.

  • Die Geschichte von Carlo ist mir nicht unbekannt, einigen Vätern sowie meinem Ex-Partner ist es so ergangen aber ich habe eine ganz wundervolle Anlaufstelle gefunden, an die sich Väter, in welcher Situation sie sich auch immer befinden, hinwenden können.
    Das Väterzentrum im Prenzlauer Berg! Die sind wo wunderbar, helfen, geben Tipps, vermitteln zwischen den Eltern.. bieten Beratungen jeden Themas an und liebe Väter, ihr werdet sehen- ihr habt Rechte und ja auch Pflichten aber nutzt die Gelegenheit, teilt dort euer Anliegen und ihr werdet sehen – nicht nur euch geht es so allein, eine Menge Väter kämpfen für ihr Recht ihr Kinder/ihre Kinder aufwachsen zu sehen.
    Ruft einfach mal dort an – geht vorbei – die sind alle dort total offen und ich als Frau (Mutter) kann sagen – davon mehr Anlaufstellen bitte denn hier wird sich ganz stark auf die Kommunikation Zwischen den Elternteilen fokussiert und aus einiger Erfahrung kann ich berichten – es hilft.

    • Liebe Niknasch, danke für den tollen Tipp! Sorge- und umgangsrechtliche Fragen gehören zu den sensibelsten, schwierigsten und zugleich streitträchtigsten Themen des Familienrechts, bei der eine Vielzahl von Gesichtspunkten und Interessen abzuwägen sind. Und es ist ja leider ein Thema, das immer mehr Familien betrifft. In Deutschland sind jedes Jahr um die 140 000 Kinder und Jugendliche von der Scheidung ihrer Eltern betroffen und für die ist es natürlich eine besonders belastende Lebenssituation – ich spreche da auch aus Erfahrung. Können wir nur hoffen, dass sich zukünftig noch mehr Eltern beraten lassen und die Hilfe finden, die sie und alle Beteiligten brauchen. Liebe Grüße. Jule

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