Gesundheit, Achtsamkeit, Kreativität: 7 Gründe, warum uns Menstruation stärker macht

Fragst Du Dich auch, warum Du monatlich deine Periode ertragen musst und es nicht so leicht hast wie Menschen, die nicht menstruieren? Doch was ist, wenn ich dir sage, dass die Periode uns stärker und gesünder machen kann? Wie ich zu der Aussage komme, erzähle ich dir in diesem Artikel.

1. Menstruation bedeutet Gesundheit

Seine Periode zu bekommen, heißt, gesund zu sein. Der Menstruationszyklus ist ein hoch komplexer und sehr anfälliger Prozess, der für deinen Körper sehr anstrengend ist. Wenn dein Körper nicht gesund wäre, würde er große Unregelmäßigkeiten im Menstruationszyklus zeigen und die Blutung gar nicht auf sich nehmen.

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Wenn du einen regelmäßigen Zyklus mit wenigen Beschwerden hast, ist das also ein tolles Feedback von deinem Körper an dich. Er sagt dir damit: Alles in Ordnung, ich bin gesund!

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2. Menstruation bedeutet Entgiftung

Mit dem Menstruationsblut kann so einiges ausgeschieden werden, was dein Körper nicht mehr braucht und was auf Dauer schädigend für dich wäre. Zu bluten heißt also, sich zu reinigen, von Ballast zu befreien und zu entgiften. Das Hormon Progesteron, was hauptsächlich in der zweiten Zyklusphase aktiv wird, fördert die Wasserausscheidung und damit auch die Reinigung deines Körpers über die Nieren. Es hilft dir, langfristig gesund und kräftig zu bleiben.

Zu bluten heißt also, sich zu reinigen, von Ballast zu befreien und zu entgiften.

Nicht-Menstruierende haben leider keine Möglichkeit, sich auf so natürliche Weise zu entgiften.

3. Menstruation bedeutet Vielfalt

Menstruation ist ein Teil unseres Zyklus und dank dieses Zyklus haben wir jeden Tag einen anderen Hormonspiegel. Ja, du hast richtig gelesen: Kein Tag in deinem Zyklus gleicht dem anderen! Natürlich verändern sich damit auch täglich unsere Stimmung, unsere Bedürfnisse, unsere Wünsche und unsere Kräfte.

Natürlich verändern sich damit auch täglich unsere Stimmung, unsere Bedürfnisse und unsere Kräfte. Aber das bedeutet Vielfalt!

Aber das bedeutet keine Schwäche, sondern Vielfalt! Wir haben die Chance, jeden Tag unseres Lebens aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Mal extrovertiert und voller Tatendrang, mal als introvertierter Ruhepol und oft irgendwo dazwischen. Was für eine tolle Möglichkeit, sein Leben in Balance zu halten!

Und was bringt Nicht-Menstruierende so regelmäßig dazu, ihre Blickwinkel zu ändern und für eine gesunde Work-Life-Balance zu sorgen?

4. Menstruation bedeutet Kreativität

Fruchtbar zu sein, heißt nicht nur, Kinder auf die Welt zu bringen, sondern einfach Dinge zu erschaffen. Das kann vieles bedeuten. Wir bergen so viel Kreativität und Schaffenskraft in uns, die ausgelebt und genutzt werden will.

Wir bergen so viel Kreativität und Schaffenskraft in uns, die ausgelebt und genutzt werden will.

Dank unserer kontinuierlich schwankenden Hormone haben wir abwechselnd Zugang zu unserer Intuition und zu unserer Umsetzungskraft. Wenn wir lernen, diese zwei Ressourcen in uns wahrzunehmen und im richtigen Moment zu nutzen, macht uns das unglaublich ideenreich und produktiv – kreativer und schaffender, als je zuvor!

5. Menstruation bedeutet Loslassen

Wenn du das nächst Mal blutest, sieh es als einen Akt des Loslassens, nicht nur körperlich, sondern auch mental. Meistens gönnt man sich ja während der Menstruation ein bisschen Ruhe. Nimm dir bei der nächsten Periode ein bisschen Zeit und überlege, was du schon länger los werden willst. Das kann ein Gedanke, ein Gefühl oder eine Erinnerung sein.

Und dann stell dir vor, wie dein Blut diese Sache aus dir raus fließen lässt. Mit jedem Tag deiner Blutung wird es weniger, bis schließlich kein Blut mehr kommt und du es los geworden bist. Verabschiede dich von der Sache und spüre die Erleichterung, wenn du sie mit dem organischen Tampon oder der ökologischen Binde in den Müll wirfst.

Wenn du das nächst Mal blutest, sieh es als einen Akt des Loslassens, nicht nur körperlich, sondern auch mental.

Oder noch besser: Freu dich darüber, wie sich die Sache auflöst und verschwindet, während du deine Stoffbinde wäschst. Ab dem Moment erinnert dich deine saubere Unterwäsche tagtäglich daran, dass du die Sache vollkommen losgeworden bist.

Nicht-Menstruierende haben kein vergleichbar farbenfrohes und regelmäßiges Ereignis, das sie für dieses Ritual nutzen können.

6. Menstruation bedeutet Dankbarkeit

Du willst nicht schwanger werden und kannst der Menstruation deswegen gerade nicht viel abgewinnen? Schau dich in deinem Freundeskreis und deiner Familie um. Gibt es da Kinder, die dich schon mal mit ihrer ganzen Lebensfreude angelacht und dir damit ein bisschen Leichtigkeit in dein Leben gebracht haben? Dann weißt du, das Wunder der Natur zu schätzen und kannst dich bei deiner nächsten Blutung für diesen Glücksmoment bedanken.

Deine Menstruationsblutung ist der Grund dafür, dass du auf der Welt bist.

Kinder sind nicht so dein Ding? Dann schau mal in den Spiegel. Was ist mit dir? Würdest du existieren, wenn es den Menstruationszyklus nicht gäbe? Würde dein*e beste*r Freund*in für dich da sein können? Oder dein*e Partner*in? Eher nicht. Deine Menstruationsblutung ist der Grund dafür, dass du auf der Welt bist. Sie erinnert uns alle paar Wochen daran, dankbar für die eigene Existenz zu sein.

Was erinnert andere regelmäßig daran, dankbar zu sein?

7. Menstruation bedeutet Achtsamkeit

Spätestens mit unserer Menstruation werden wir Menstruierende wieder daran erinnert, uns um uns selbst zu kümmern. Wir gönnen uns mal eine Auszeit oder lassen alles zumindest etwas ruhiger angehen. Oft ziehen wir uns in der Zeit ein bisschen aus dem gesellschaftlichen Trubel zurück, stecken weniger Energie in große Projekte und strengen uns beim Sport weniger an.

Spätestens mit unserer Menstruation werden wir wieder daran erinnert, uns um uns selbst zu kümmern. Wir gönnen uns mal eine Auszeit.

Stattdessen wickeln wir uns in Decken, machen uns einen Tee und eine Wärmflasche, hören emotionale Musik und schmökern in Lieblingsbüchern oder -zeitschriften, um dem Alltag zu entfliehen. All das sind wunderbare Mittel der Selbstfürsorge. Wir hören auf die Signale unseres Körpers und reagieren entsprechend, wir gehen achtsam mit uns um.

Nicht-Menstruierende werden nicht so regelmäßig dazu gebracht, achtsam mit sich zu sein und Selbstfürsorge zu betreiben.

Und was lernen wir daraus? Die Menstruation macht uns stark! Wenn du mehr dazu erfahren willst, wie du in deine Kraft kommst und deinen Zyklus täglich für dich nutzen kannst, schau doch mal auf www.fraulichkeit.de!

Anne Lippold kämpft als Psychologische Beraterin für Frauen für Aufklärung und Selbstbestimmung. Sie ist gegen Gleichberechtigung – denn Frauen und Männer sind nicht gleich. Vielmehr verlangt sie Aufklärung über den weiblichen Zyklus und hilft Frauen, sich mit eben diesem weiblichsten Teil von ihnen anzufreunden und Kraft aus ihm zu schöpfen. Mehr Informationen gibt es auf Instagram, Facebook und ihrer Website.

Headerfoto: Romina Farías via Unsplash. („Körperliches“-Button hinzugefügt.) Danke dafür!

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