Es fühlt sich an wie eine Beziehung, ist aber keine – Wenn er nichts “Festes” will

Irgendwie habe ich schon sehr lange nichts mehr geschrieben. Das kann zum einen daran liegen, dass ich die letzten zwei Monate frei hatte. Wenn wenig los ist, kann man sich eben auch nur über wenige Dinge Gedanken machen.

Das kann aber andererseits auch daran liegen, dass ich normalerweise Sachen niederschreibe, die ich zu dem Zeitpunkt verarbeiten möchte oder bereits verarbeitet habe. Wenn etwas für mich abgeschlossen ist, fällt die Sicht auf die Dinge leichter und von außen betrachtet kann ich eine Geschichte oder ein bestimmtes Anliegen besser umschreiben.

Also gab es in letzter Zeit entweder nichts zu verarbeiten (was eindeutig nicht der Fall ist), oder ich bin noch nicht bereit, die Sache zu verarbeiten. Doch diese Erkenntnis zeigt mir auch, dass ich mich selbst zwingen sollte, diese eine Geschichte endlich anzugehen, zu verarbeiten und abzuschließen.

Schon jetzt fehlen mir die Worte, ich weiß nicht wie ich unsere Geschichte erzählen und beschreiben soll. Und genau das macht mich so fertig und wirft viele Fragezeichen auf.

Ich habe ihn im Mai kennengelernt. Damals handelte es sich nur um eine flüchtige Begegnung und das Einzige, was ich dachte, war: Er erinnert mich an ihn. An wen? An eine Person, die mich schon häufiger dazu gebracht hatte, meine Gefühle während des Schreibens zu verarbeiten (z.B.: „Von der Angst, nicht geliebt zu werden“).

Mittlerweile ist das Verhältnis zu dieser Person aber entspannt, eindeutig und ich komme sehr gut mit allem zurecht. Das liegt unter anderem an jener Person, die ich damals traf. Wir bauten eine Freundschaft auf und trafen uns regelmäßig. Schon jetzt fehlen mir die Worte, ich weiß nicht, wie ich unsere Geschichte erzählen und beschreiben soll. Und genau das macht mich so fertig und wirft viele Fragezeichen auf.

Ein Mini-Campingausflug, Bilder aus dem Urlaub und eine eigene Zahnbürste bei ihm. Klingt ideal? War es aber irgendwie nie.

Eigentlich ist es relativ klassisch verlaufen: Der erste Kuss, die erste Übernachtung, der erste gemeinsame Sonntag auf der Couch, gegenseitig Freund:innen kennenlernen, keine Datingapp mehr nutzen (seinerseits, ich selbst bin da eh keine Befürworterin von siehe „Der Nächste, bitte: Traumprinzen findet man nicht bei Tinder“), ein Mini-Campingausflug, Bilder aus dem Urlaub und eine eigene Zahnbürste bei ihm.

Klingt ideal? War es aber irgendwie nie. Ich habe immer das Gefühl, dass es bei ihm noch andere Mädchen gibt. Er sagt, er will keine Beziehung. Für mich fühlten sich viele Dinge, die wir erlebt und gemacht haben, aber nach Beziehung an. Keine Beziehung mit Kompromissen, Regeln und Streit. Ein entspanntes Zugeständnis, dass man irgendwie zusammengehört. Gewissheit.

Ich habe immer das Gefühl, dass es bei ihm noch andere Mädchen gibt.

Das Schlimme ist, dass ich weiß, dass es an unserer Kommunikation scheitert. Wir sind beide stur und zu stolz, um zuzugeben, was wir wollen. Immer wieder auf und ab.

Ungewissheit. Wut. Verzweiflung. Glück. Wiederholung.

Wenn es gut läuft, habe ich Angst, es kaputt zu machen, wenn ich das Thema anspreche. Und wenn es nicht so gut läuft, glaubt man eh keine Aussicht auf Erfolg zusammen zu haben.

Wenn es gut läuft, habe ich Angst, es kaputt zu machen, wenn ich das Thema anspreche. Und wenn es nicht so gut läuft, glaubt man eh keine Aussicht auf Erfolg zusammen zu haben.

Es gibt eine Redewendung. „Die beiden können nicht mit und nicht ohne einander.“ Bei anderen habe ich schon das ein oder andere Mal gedacht, wie passend dieser Satz doch ist, aber nie so ganz verstanden, was es bedeutet. Ob manche Menschen das auch über uns sagen würden, wenn sie von uns wüssten?

Headerfoto: Milan Popovic via Unsplash. (Kategorie-Button hinzugefügt und Bild gecroppt.) Danke dafür! 

LAURI: Heimlich blind vor Liebe, bekannt offen für Zynismus.

2 Comments

  • Das war‘s…?! Sehr dünn. Als Ende war, dachte ich: jetzt wird‘s langsam spannend. Ihr scheint wirklich nicht viel kommuniziert zu haben – DAS hätte ich spannend gefunden. Schade.

  • Hey liebe Lauri!
    Danke für den schönen Text auf der Website!
    Ich kann nur empfehlen die Perspektive zu wechseln.
    Die von dir geschriebene „Gewissheit“ ist durchaus möglich, ohne Beziehung im klassischen Sinne. Kommunikation, Offenheit, Transparenz, alle diese Dinge die zu Vertrauen führen sind elementar im menschlichen Miteinander- in einer menschlichen „Beziehung“. Zu wissen, dass man sich auf den anderen verlassen kann.
    Es ist zwar eine ganz nette Vorstellung, dass mit der Definition und Festlegung eine Beziehung zu führen, das alles geklärt ist. Aber ist das so?
    Polybeziehungen oder auch Beziehungsanarchie wechseln die Perspektive 🙂 Wie gesagt, ich kann nur empfehlen dein Konstrukt von einer anderen Perspektive zu betrachten!
    Vermutlich wird das aber nicht dazu führen nicht drüber reden zu müssen. Jeder sollte die Chance haben zu. Wissen wo er dran ist, was er erwarten kann und möchte. Nur so können sich beide drauf einigen. Alles andere führt vermutlich früher oder später zu Verletzung und unausgesprochenen Missverständnissen.
    LG
    Xoxo

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