Zweieinhalb Minuten im Aufzug – mit ihr

Rooftop-Bar. Dreiundzwanzigster Stock. Er seufzt, Höhe kann er nicht leiden. Aber natürlich war es nicht seine Entscheidung gewesen, wo seine Kollegen den erfolgreichen Pitch feiern wollten. Sein Blick wandert über seine braunen Kunstlederschuhe, die anthrazitfarbene Chino-Hose und das weiße Hemd, dessen Ärmel er hochgekrempelt hat. Nicht so, wie er im Alltag rumlaufen würde, aber heute ist „Hoodie-Verbot“, haben sie mit einem Augenzwinkern in seine Richtung gesagt.

„Also gut“, flüstert er zu sich selbst, betritt den kleinen, verspiegelten Fahrstuhl und lehnt sich gegen die Wand. Als sich die Türen gerade schließen wollen, schiebt sich eine zierliche Hand dazwischen, gerade noch rechtzeitig. Die Türen gleiten wieder auseinander und eine junge Frau betritt den Lift. Bei ihrem Anblick kann er gar nicht anders als zu starren. Ein lockeres, schwarzes Kleid. Eine Jeansjacke, schwarze Boots. Wilde Locken und dunkle Augen, die amüsiert seinen Blick auffangen.

‚Genug gesehen?‘, fragt sie grinsend. Ihre Stimme klingt rauchig, so, als würde sie ihre Abende sonst eher in Kellerclubs mit übervollen Aschenbechern verbringen.

„Genug gesehen?“, fragt sie grinsend. Ihre Stimme klingt rauchig, so, als würde sie ihre Abende sonst eher in kultigen Kellerclubs mit übervollen Aschenbechern und einem Bier in der Hand verbringen. Sie ist schön. Er muss schmunzeln, blickt ertappt zu Boden und dann wieder zu ihr auf. Ihre Hand berührt den Knopf, keine zwanzig Zentimeter neben seiner Hüfte, dann geht sie einen Schritt zurück und lehnt sich ihm gegenüber an die Wand.

So verboten selbstsicher. Die Türen schließen sich ein zweites Mal, nun erfolgreich, und er kann noch immer den Blick nicht von ihr abwenden. „Zweieinhalb Minuten“, sagt sie beinahe flüsternd. Sie spricht die zwei Worte aus, als würde sie ihr größtes Geheimnis mit ihm teilen. Seine Augenbrauen wandern verwundert nach oben. „Bis in die Dreiundzwanzigste“, schiebt sie hinterher. Wieder dieses Flüstern. Der Fahrstuhl setzt sich in Bewegung.

Ein Sekundenbruchteil, dann steht sie vor ihm. Nah, viel zu nah. Er kann ihr dezentes Parfum riechen, zusammen mit diesem typischen Geruch nach Sommer, den Menschen an sich haben, wenn sie den ganzen Tag draußen waren. Ihre Augen fixieren ihn, sie verraten, was sie will.

„Bist du frei?“, fragt sie, als wüsste sie die Antwort bereits.

„Ja“. Seine Stimme ist kratzig.

Sie schiebt sich noch näher an ihn, streift mit ihrer Hüfte seinen Oberschenkel.

„Gut“, antwortet sie. Dann schiebt sie sich noch näher an ihn, streift mit ihrer Hüfte seinen Oberschenkel. Durch sein dünnes Hemd kann er ihre Brüste spüren. Sie trägt keinen BH, und er lacht kehlig auf. Er kann nicht mehr klar denken. Passiert das hier gerade wirklich? Vollkommen egal, viel zu reizvoll, um sich mit Gedanken aufzuhalten. Seine linke Hand wandert zu ihrem Po, keine Zeit für Zögerlichkeiten. Sie schmunzelt. Zufriedenheit steht in ihrem Blick. Sie bekommt, was sie will.

Ihre Zunge findet seine Lippen, leckt kurz darüber, bevor sie sie mit ihrem Mund bedeckt. Er stöhnt auf, als ihre beiden Zungen sich begegnen. Längst spannt seine Stoffhose über seiner Erregung, er kann die Hitze zwischen ihren Beinen spüren. Plötzlich löst sie sich von seinen Lippen, beißt in seinen Hals und flüstert: „Du hast noch anderthalb Minuten.“

Seine Augen werden groß, als sie seinen rechten Zeige- und Mittelfinger zu ihren Lippen führt, tief in den Mund nimmt und dann mit einer so unverschämten Selbstverständlichkeit unter ihr Kleid direkt in ihr Höschen führt. Sie ist so feucht, dass seine Finger wie von selbst zwischen ihre Lippen gleiten und sie aufstöhnen lassen.

Er dreht sie um, schiebt seine Hand in ihr Dekolleté auf ihre kleine, feste Brust und umspielt ihre Brustwarze, ihr Po presst sich an ihn.

Er dreht sie um, schiebt seine Hand in ihr Dekolleté auf ihre kleine, feste Brust und umspielt ihre Brustwarze, ihr Po presst sich an ihn. Er wird noch steifer. Es fühlt sich an, als würde er platzen vor Erregung. Im Spiegel der gegenüberliegenden Wand beobachtet er sie, jede Regung, jede nackte Stelle Haut. Die Finger seiner rechten Hand werden schneller, maximal eine Minute. Nicht auszumalen, wenn jetzt plötzlich jemand zusteigen würde.

Er lacht auf, so verrückt ist diese Situation, schiebt ohne Vorwarnung seine Finger in sie und wird mit einem Stöhnen belohnt. So viel Hitze, die seine Finger umschließt. Wieder raus, zurück zu der pulsierenden Stelle zwischen ihren Lippen, und mit jeder kreisenden Bewegung wird ihr Atem schneller.

Gott, was würde er dafür geben, sie auf der Stelle zu ficken. Kein Blümchensex, sondern ein dreckiger Quickie im Fahrstuhl. Aber keine Zeit dafür, es ist allein ihr Moment. Sie hat es sich mit ihrer Dreistigkeit mehr als verdient.

Ihr Atem geht stoßweise, ihr ganzer Körper steht unter Spannung. Sie fängt seinen Blick im Spiegel auf, hält ihn flehend fest.

Er greift noch fester um ihre Brustwarze, zwirbelt sie zwischen Zeigefinger und Daumen, genießt ihr lustvolles Winden so nah an seinem Körper. Die anderen Finger kreisen immer schneller, längst hat er genau die Stelle gefunden, die sie in den Wahnsinn treibt. Ihr Atem geht stoßweise, ihr ganzer Körper steht unter Spannung. Sie fängt seinen Blick im Spiegel auf, hält ihn flehend fest.

Als er den Druck zwischen ihren Beinen noch ein winziges bisschen erhöht, schreit sie auf, und ihre Knie geben nach. Er hält sie fest, stützt ihren zitternden Körper, ihr Kopf ruht an seiner Schulter, als sie laut stöhnend in seinen Armen kommt. Was für ein unverschämter Anblick. Für drei Sekunden steht die Welt still.

Er löst seine Augen nur ungern von ihr, aber sein Blick geht zur Fahrstuhltür, über der eine weiße 18 leuchtet. „Du hast fünf Stockwerke zum Durchatmen“, flüstert er in ihr Ohr und bekommt ein erschöpftes Seufzen als Antwort. Noch kurz bleibt sie an seinen Körper gelehnt stehen, dann wendet sie sich von ihm ab, rückt ihren Slip und ihr Kleid zurecht und dreht sich mit geröteten Wangen und leuchtenden Augen zu ihm um.

Das war verrückt, flüstert sie, nimmt seine rechte Hand und leckt zum zweiten Mal seine Finger ab.

„Das war verrückt“, flüstert sie, nimmt seine rechte Hand und leckt zum zweiten Mal seine Finger ab. „Nächstes Mal bist du dran“, setzt sie grinsend hinterher. Bevor er etwas erwidern kann, bleibt der Fahrstuhl stehen, die Türen gleiten auf und sie steigt aus. Kein Blick zurück. Er verlässt den Lift ebenfalls, geht auf direktem Weg zur Toilette. Kaltes Wasser ins Gesicht, ein kleiner Moment, um seine Erregung abklingen zu lassen.

Dann geht er durch die Tür auf die große Terrasse, sieht seine Kollegen und seinen Chef um einen Tisch stehen. Er holt sich ein Bier, bevor er zu ihnen aufschließt. Das Grinsen auf seinen Lippen wird von Ungläubigkeit abgelöst, als er neben seinem Chef eine junge Frau stehen sieht, die ihm den Rücken zugewandt hat. Sie trägt eine Jeansjacke. Ein schwarzes, lockeres Kleid. Schwarze Boots.

„David, schön, dass du da bist“, begrüßt ihn sein Chef. „Ich würde dir gern Ela vorstellen. Sie unterstützt uns bei unserem neuen Projekt.“

Sie dreht sich um. Ihre Blicke treffen sich. Und sie grinst, als würde ihr die Welt gehören.

Headerfoto: Frau und Mann im Bett (Stockfoto) via  KIRAYONAK YULIYA/Shutterstock. („Sexy Times“-Button hinzugefügt.) Danke dafür!

LUISA ist Wahlhamburgerin. Seit sie „irgendwas mit Medien“ fertig studiert hat, arbeitet sie als freie Texterin und Konzeptionerin. Damit Kunst und kreatives Chaos in so einem Erwachsenendasein allerdings nicht zu kurz kommen, macht sie außerdem ein bisschen Musik, manchmal schöne Bilder und ganz viel mit Worten. Zum Beispiel auf Poetry-Slam-Bühnen. Dort redet sie über Emotionen, Beziehungen und den ganz normalen Wahnsinn. Wann das Leben für sie am schönsten ist? Mit guten Freunden, leckerem Vino und Gesprächen ganz weit weg von Smalltalk!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.