Wie wir vom Team “im gegenteil“ verhüten? – Selbstbestimmt und selbstbewusst

Es ist ein Thema, das euch und vielen anderen Menschen da draußen keine Ruhe lässt – und das völlig zu Recht: die gute alte Verhütung. Wir Ladies vom im-gegenteil-Kern-Team können erleichtert sagen, dass wir die für uns jeweils passende Methode gefunden haben. Und da machen wir an dieser Stelle alle ein richtig fettes Kreuz, das könnt ihr uns glauben!

Aktuell stehen Mädchen* und Frauen* so viele Verhütungsmittel zur Verfügung wie noch nie. Für Männer* sind die Optionen nach wie vor sehr überschaubar: Kondom (lieben wir, weil es gleichzeitig vor Geschlechtskrankheiten schützt), die Vasektomie oder Enthaltsamkeit. An anderen Methoden wird unserer Meinung nach nicht genug geforscht. Verhütungsgele, Testosteronspritze/-gel und die Pille für den Mann sind noch in Testphasen, ob davon jemals etwas verlässlich auf den Markt kommen wird, ist unklar.

Die Qual der Verhütungswahl

Bleiben wir also bei den Ladies* dieser Welt. Wir haben aktuell hormonelle Mittel, natürliche Verhütung oder Barriere-Methoden zur Auswahl. Wenn Frauen* sich und ihren Körper nicht so gut kennen (was je nach Alter, Lebensphase, mentalem Zustand, etc. völlig okay ist!) und dazu noch eine:n Gyn mit wenig Zeit und Einfühlsamkeit haben, kann die Entscheidung für oder gegen ein Verhütungsmittel wahnsinnig schwer fallen.

Aus Zeitmangel, kein Nerv, kein Bock, wählt Frau dann irgendwas, das ihr besonders einfach vorkommt.

Und wer kennt es nicht: Aus Zeitmangel, kein Nerv, kein Bock, wählt Frau dann irgendwas, das ihr besonders einfach vorkommt. Und vielleicht ist genau das eine Methode, die nicht so gut zu ihr passt. Dazu kommen nicht immer korrekte Informationen durch einige selbsternannte Expertinnen auf Social Media, die besonders in den letzten Jahren jede hormonelle Methode komplett verteufeln.

Die öffentliche Debatte über Verhütungsmethoden wird aktuell teils unfundiert oder undifferenziert ausgetragen. Ich habe Storys gesehen, da fallen Sätze wie: „Ihr müsst komplett hormonfrei verhüten, alles andere ist Mist, ihr vergiftet euch mit Hormonen. Die Pharmaindustrie will euch umbringen.“ Natürlich verunsichert das Zuschauerinnen, insbesondere wenn der aussendende Kanal total professionell aussieht.

Wir sagen es liebevoll vorab: Wir werden euch zu keiner Methode raten. Wir stellen auf im gegenteil seit Jahren verschiedenste Methoden vor. Immer mit dem Hintergedanken: Wir sind kein Fachpersonal, wir teilen persönliche Erfahrungen, Ansichten und Learnings, werden euch aber nie etwas aufdrängen. Außerdem glauben wir nicht an die eine Verhütungsmethode. Wir glauben daran, dass es für jedes Individuum und jeden Lebensabschnitt eine am besten passende Methode gibt. Und die „muss“ nun mal jede Frau für sich selbst finden.

Wir glauben nicht an die eine Verhütungsmethode. Wir glauben daran, dass es für jedes Individuum und jeden Lebensabschnitt eine am besten passende Methode gibt.

Uns liegt am Herzen, dass ihr euch gut informiert, auf die teils elendig lange und nervige Suche nach einem oder einer guten Gyn geht, um euch fachlich kompetenten Rat zu holen – ihr habt übrigens Anrecht auf eine Verhütungssprechstunde -, und dann eine Entscheidung trefft, die euch, eurem Körper und eurer Seele guttut. Und liebste Freundinnen, wenn ihr am Ende eurer Suche bei einer hormonellen Methode landet, sind wir die Letzten, die euch dafür verurteilen.

Wie wir persönliche verhüten

Wir zwei Gründerinnen verhüten beide mit der Natürlichen Familienplanung, NFP. Jule vor ihrer Schwangerschaft noch inklusive zur immer gleichen Zeit Temperatur messen und Zervixschleim erfühlen. Ich, Anni, nur noch mithilfe einer Zyklus-App, da der Zyklus super regelmäßig kommt und mein Eisprung sowas von deutlich ist, dass da nach meinem eigenen Ermessen auch keine Temperatur mehr gemessen werden muss.

Mit 16 nahm ich selbst auch die Pille. Heute bin ich froh drum, weil ich meinen Körper damals überhaupt nicht kannte. Ich hatte gerade angefangen, ab und an Alkohol zu trinken, auf Hauspartys zu gehen, besonders am Wochenende war mein Rhythmus sowas von unregelmäßig, da hätte ich mir NFP niemals vorstellen können.

Im Nachhinein finde ich es zwar immer noch richtig bescheuert, dass meine damalige Gyn mich null Komma null über die Wirkung und Nebenwirkung der Pille aufgeklärt hat, geschweige denn andere Methoden vorgeschlagen hat, ich würde aus heutiger Perspektive allerdings immer noch die Pille für mein Teenie-Ich wählen, weil es einfach, sicher und praktisch ist.

Ich ziehe den Hut vor jeder 16-Jährigen, die mit NFP ihren Zyklus trackt. Ich weiß, dass es davon immer mehr gibt und sage: Wenn es für euch funktioniert, ist das mega! Wer seinen Körper in so jungem Alter so gut kennt, hat mir einiges voraus. Chapeau!

Ich ziehe den Hut vor jeder 16-Jährigen, die mit NFP ihren Zyklus trackt.

Heute kommt die Pille für mich nicht mehr in Frage, denn die Pille ist ein Medikament, das Nebenwirkungen haben kann und für mich überwiegen die Vorteile schon länger nicht mehr. Da mache ich keinen Hehl draus. Unsere Social-Media-Managerin Verena hingegen nimmt die Pille wieder.

Denn es geht ihr mit deutlich besser als ohne. Ohne hatte sie viel öfter heftige Stimmungsschwankungen, wodurch sie in vielen Lebensbereichen unausgeglichen war und als echte Emotions-Esserin die gesunde Ernährung gerne mal hintenanstellte. Mit der Pille hat sie außerdem bessere Haut, bessere Haare und die Zwischenblutung ist auszuhalten.

Unsere Social-Media-Managerin Verena nimmt die Pille wieder, denn es geht ihr mit deutlich besser als ohne.

Warum hat sie die Pille zwischendurch überhaupt abgesetzt? Der äußere Einfluss durch Social Media (wie oben schon beschrieben) und der generelle gesellschaftliche Druck war hoch. Frauen werden heute viel schneller verurteilt, wenn sie zugeben, dass sie hormonell verhüten. So erlebte es auch Verena. Wenn eine Frau die Entscheidung für die hormonelle Verhütung gut beraten und selbstbestimmt trifft, muss ihr nun wirklich niemand von außen erzählen, wie schlecht das ist. Das ist doch unhöflich und nicht hilfreich.

Und jetzt haltet euch fest, unsere Linda verhütet „sogar“ mit der Kupferspirale, die im Social Media Bereich ja nun auch nicht immer den besten Ruf hat. Für Linda ganz persönlich ist die Methode die beste aller Optionen. Und das ist sowas von okay. <3

Jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile

Ich glaube, den meisten von uns ist klar, dass die Erfindung der hormonellen Verhütung ein elementarer Schritt für die Emanzipation der Frau war, denn sie verschaffte uns erstmals eine gewisse Selbstbestimmung über unsere Körper, Eisprünge und Co. Heute stehen uns viel mehr Methoden zur Verfügung, nicht alle sind mega geil oder super zuverlässig (Stichpunkt Pearl Index). Jede hat ihre Vor- und Nachteile und bringt eine Wirkungs-Nebenwirkungssituation mit sich.

Für jede Frau kann die Wahl der Methode innerhalb des Lebens öfter mal wechseln und für manche kann eine Methode das ganze Leben lang the one and only way sein. Die Wahl des Verhütungsmittels sollte immer eine Individualentscheidung sein, die gut informiert, mit fachlich kompetentem Rat und selbstbestimmt getroffen wird.

Für jede Frau kann die Wahl der Methode innerhalb des Lebens öfter mal wechseln und für andere kann eine Methode das ganze Leben lang the one and only way sein.

Wir glauben an euch, ihr werdet die richtige Methode finden. Es kann dauern, der Weg dahin ist nicht immer easy, aber er ist es immer wert. Und denkt dran: Nur Kondome schützen vor Geschlechtskrankheiten und HIV. Die kann man wunderbar ergänzend zu fast allen Methoden verwenden. TRÄUMCHEN!

Werbung: Dieser Artikel ist in Kooperation mit meine-pille.de entstanden. Danke, dass ihr uns so offen und vielseitig über Verhütung schreiben lasst. Finden wir natürlich super cool. Und falls ihr Leser:innen weitere Informationen zur Pille, dem Zyklus oder Endometriose haben möchtet, findet ihr sie auf meine-pille.de von Aristo Pharma und bei einem oder einer guten Gyn.

Headerfoto: Polina Tankilevitch via Pexels. (Kategorie-Button hinzugefügt, Bild gecroppt.) Danke dafür!

ANNI ist Gründerin von im gegenteil und seit vielen Jahren verheiratet. Mit einem echten Mann! Wahnsinn! Mittlerweile hat sie sogar ein Kind. Willkommen im Spießerleben <3. Anni ist Texterin, Konzepterin, hat ein Händchen für Sales und kann ALLES organisieren. Die Frau liebt Nachhaltigkeit, verkuppelt für ihr Leben gerne Menschen und legt manchmal noch als Fleshdance DJs im Club auf. Aber nie länger als bis 1:30h! Wegen Schlafen! Im Büro sorgt Annibunny für Atmung, Spirituelles, sehr gute und sehr sehr schlechte Gags. Stay funny. Stay hydrated. Stay Frischluft.

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