Verhütung – Welche Methoden gibt es und wohin geht der Trend?

Ach ja, das Thema Verhütung! Wisst ihr noch, die Gurke und das Kondom in der Schule? War allen peinlich, fanden aber auch alle irgendwie geil. Dass die Verhütungsfrage noch immer vorwiegend Frauensache ist, finden wir schade. Das Kondom ist die einzige vom Mann angewendete Verhütungsmethode. Das sind leider die harten Fakten. (Oder die weichen, je nach Zustand. Ist klar.) Dann lasst uns doch mal schauen, welche Möglichkeiten die Frauen heutzutage haben. Das Spektrum ist breiter als manch eine*r so denkt.

Viele junge Mädchen haben sich schon früh für die Pille entschieden, denn sie war lange die beliebteste Methode unter Frauen. Vielleicht seid ihr auch immer noch zufrieden mit der Pille oder mit der Spirale und habt wenig Bedürfnis, umzusatteln. Jede von uns darf mindestens einmal kurz hinterfragen, wie sie verhütet, ob ihr das gut tut und ihrem Lebensstil entspricht. Denn was vor fünf Jahren die richtige Option war, ist heute vielleicht nicht mehr das Optimale. Unsere Umstände und Bedürfnisse ändern sich, genau so übrigens unser Hormonhaushalt und alles, was da dran hängt.

Was vor fünf Jahren die richtige Option war, ist heute vielleicht nicht mehr das Optimale.

Ein Blick auf die möglichen Verhütungsmethoden zeigt schnell, dass die größte Frage ist, ob man sich für oder gegen eine hormonelle Verhütung entscheidet. Der so gennante Pearl Index ist ein Beurteilungsmaß für die Sicherheit der Empfänginsverhütung. 100 Frauen verwenden ein Jahr lang ein Verhütungsmittel. Dann zählt man, wieviele davon ungewollt schwanger geworden sind. Je weniger, desto besser. Und je besser, desto niedriger die Zahl auf dem Peal Index. Eine komplette Übersicht aller Werte findet ihr hier.

Je nach Studie und Studienzeitraum können die Werte übrigens etwas variieren. Hinzu kommt, dass manchmal ein Pearl-Index angegeben wird, der sich auf die Verhütungssicherheit ohne Anwendungsfehler („perfekter Pearl Index“) bezieht und manchmal einer, bei dem Anwendungsfehler berücksichtigt werden („typischer Pearl Index“).

Auf der einen Seite haben wir mit der Pille (mit oder ohne Östrogen), dem Hormonimplantat, der Depotspritze, dem Vaginalring sowie der Hormonspirale die gängigsten hormonellen Methoden. Auf der anderen Seite gibt es die Kupferspirale (schüttet halt Kupfer zur Verhütung aus), das Kondom, das Diaphragma und NFP (Natürliche Familienplanung) als hormonfreie Verhütungsmethoden. So Späße wie Koitus Interruptus lassen wir hier mal raus. Wenn noch einmal ein Mann zu uns sagt: „Du, ich zieh ihn dann einfach schnell raus“, nehmen wir ihm sein Bier und sein Netflix weg. Ehrlich.

Wenn noch einmal ein Mann zu uns sagt: ‚Du, ich zieh ihn dann einfach schnell raus‘, nehmen wir ihm sein Bier und sein Netflix weg.

Es gibt immer mehr Frauen, die sich von einer hormonellen Verhütung verabschieden. Der Trend geht zu einem offeneren und natürlicheren Umgang mit dem eigenen Körper. Das können wir auch an der Beliebtheit von Menstruationstassen beobachten, die es mittlerweile in jedem Drogeriemarkt zu kaufen gibt. Wir aus der Redaktion sind mit dem Erwachsenwerden ebenfalls in eine natürlichere Richtung gewandert. Bei uns gibt’s keine künstlich addierten Hormone im Körper. Nicht mal mehr durch Antibiotika-Hormon-Fleisch. Schwöre.

Besonderen Zuwachs bekommt die NFP-Methode. Dabei legt Frau untenrum Hand an und lernt über ihren Zervixschleim zu bestimmen, wo sie sich in ihrem Zyklus befindet. Außerdem misst sie immer zur gleichen Tageszeit ihre Temperatur und/oder ertastet ihren Muttermund und seine Veränderungen. Ja, das ist viel Eigenverantwortung und Frau sollte bereit sein die Expertin ihres eigenen Körpers zu werden. Mit ausreichend Übung und Genauigkeit gilt diese Methode als sicher.

Ihr Pearl-Index liegt bei perfekter Anwendung (also ohne jegliche Anwendungsfehler) bei 0,4 – und damit etwa gleichauf mit der Pille (0,3 bis 1,0). Dabei darf unbedingt berücksichtigt werden, das die NFP-Methode bereits bei kleiner Unachtsamkeit fehleranfällig ist, was dann natürlich zu verringertem Verhütungsschutz führt. Und nur, um jetzt noch absolute Klarheit ins Spiel zu bringen: An den ertasteten und ermessenen fruchtbaren Tagen sollte Frau entweder auf Sex verzichten oder z.B. mit Kondom verhüten, um nicht schwanger zu werden.

Wünschenswert wäre, dass Gynäkolog*innen in Sachen Verhütungsberatung auf die Bedürfnisse jeder einzelnen Frau eingehen.

Allgemein wünschenswert wäre, dass Gynäkolog*innen in Sachen Verhütungsberatung vielseitiger werden und auf die Bedürfnisse jeder einzelnen Frau eingehen. Selbstbestimmung bedeutet nicht zwangsläufig, dass wir uns gegen die Pille oder für NFP entscheiden. Wichtig ist doch, dass wir eine informierte und bewusste Entscheidung treffen können. Eine, die uns nicht einmal durch die Suchmaschinen dieser Welt jagt. Sondern eine, bei der uns unser*e Gynäkolog*in alle Optionen aufzeigt, uns fragt, was wir uns wünschen, und wir gemeinsam abwägen, was unser Körper eigentlich braucht.

Für viele Frauen ist und bleibt die Pille nach wie vor die richtige Wahl. Dass Frau mit der Pille als gesunder Mensch täglich ein Medikament einnimmt, welches sich auf den gesamten Organismus auswirkt, sollte sie einmal im Ganzen verstanden haben. Und wenn sie darüber aufgeklärt wurde und sich aktiv dafür entscheidet: spitze, denn es ist ihr Körper und ihr Leben. Die Nebenwirkungen eines jeden Verhütungsmittels sollten beim Arzt ernsthaft thematisiert werden. So viel dürfen wir doch von unserer Gesellschaft erwarten, oder? Thrombose? Hat hier jemand Thrombose gesagt? Eben.

Für viele Frauen ist und bleibt die Pille nach wie vor die richtige Wahl.

Wir möchten uns unbedingt weiter intensiv mit diesem tollen Thema beschäftigen und teasern jetzt schon mal an, dass wir auf unseren Social-Media-Kanälen bald eine Umfrage zu eurer Verhütung machen. Uns interessiert, für welches Mittel ihr euch entschieden habt und warum. Und die Männers können uns ja verraten, wie ihre Frauen das so machen. Haben wir Bock drauf. Cool? Cool.

Werbung: Dieser Beitrag wurde im Rahmen einer mehrteiligen Online- und Real-Life-Reihe (jajaja, stay tuned!) von “Verhütung. Meine Sache!“ powered by Jenapharm unterstützt. Danke dafür. 

Headerfoto: Joshua Rawson-Harris via Unsplash. („Körperliches“-Button hinzugefügt, Bild gecroppt.) Danke dafür!

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