Nur du und ich und die Musik: Du bist wie mein Lieblingssong

Ich sitze auf meinem Sofa und unser Song spielt. Wir hatten viele Songs, würde ich sagen. Denn immer ist irgendwo Berlin und immer bist irgendwo du, wie es in einem Song heißt. Überall bist du. Ich lasse mich von dem Song treiben. Alles begann mit einem Lied. Irgendwann und irgendwo einmal, denn irgendwie fängt irgendwann oder so. Auch ein Song.

Besteht die Liebe aus Musik? Meistens, würde ich sagen, denn ich kann nicht ohne sie. Nicht ohne dich, ohne Liebe und auch nicht ohne die Musik. Ist wie die Luft zum Atmen. Voll mit Erinnerungen. Ein Duft und schon kommen Erinnerungen hoch. Jedes mal aufs Neue.

Tanke deine Gesellschaft. Lasse mich fallen. In das Jetzt und Hier und die Musik.

Ein neuer Song und es erscheinen neue Bilder:  Ich spüre dich neben mir, wie du langsam meine Haut berührst. Wir trinken Wein und lassen den Song auf uns wirken. Ein Novembertag. Es ist dunkel und ich habe Kerzen angezündet. Begleitet von der Lust. Es fühlt sich gut an in unserem Universum. Ohne Musik wäre es still in mir, genauso wie ohne Liebe.

Der Beat schlägt im Takt meines Herzschlags und ich genieße die Berührung. Tanke deine Gesellschaft. Lasse mich fallen. In das Jetzt und Hier und die Musik. Schalte den Alltag komplett aus. Nur deine Berührung und die Musik sind noch da. Dein Geruch. Deine Hände. Langsam gleiten sie über meinen Körper. Ein Ankerpunkt, den ich mir selbst setze. Nehme den Moment auf. Wie ein Film mit dem perfekten Soundtrack.

Bin beim Stöbern auf unsere Playlist gestolpert. Ich habe sie mir nicht gespeichert, aber ich weiß, dass sie es ist. Denn ich fühle sie.

Ein weiterer Song:

Du sitzt neben mir, mit deinem Glas Wein und ich spüre das Kribbeln in der Luft mit jedem Anschlag einer neuen Note. Die Unsicherheit, die wir beide hatten, wie bei einem neuen Song. Gefällt er mir jetzt? Ist das jetzt mein neuer Lieblingssong? Kann das etwas werden und wie oft möchte ich ihn hören? Manchmal spürt man es schon nach den ersten Takten: Ja! Genau so und nun weiter bitte.

Manchmal braucht man etwas länger, um es zu verstehen, aber dann geht der Song nicht mehr aus dem Kopf.

Und irgendwann wird es eine ganze Playlist. So lache ich über manche Songs, kann weinen oder werde ruhig. So etwas ist dann vermutlich Liebe. Wenn das Gesamtpaket stimmt.

Spüre deine Hände und weiß, dass wir hier waren. In diesem Moment. Spüre die Freude aufsteigen, weil es nicht selbstverständlich ist, dass du da bist. Genieße deine Anwesenheit und weiß, wir schaffen es, die Zeit zerfließen zu lassen. Die Musik, du, der Wein und ich. Die perfekte Kombo.

Und irgendwann wird es eine ganze Playlist. So lache ich über manche Songs, kann weinen oder werde ruhig. So etwas ist dann vermutlich Liebe. Wenn das Gesamtpaket stimmt. Es ein Hoch und ein Tief gibt. Man lernt voneinander. Überrascht sein kann, weil man mit diesem Takt nicht gerechnet hätte, aber mitgehen kann. Erinnerungen, die ich nicht mehr missen möchte.

Ein neuer Song und das Kopfkino beginnt von vorne:

Wir sitzen in deiner Küche, du lachst und gibst mir ein neues Bier. Wir machen Popcorn zusammen, unterhalten uns über den Tag. Spüren die Vertrautheit und feiern gemeinsam den neuen Song. Anschließend tauchen wir wieder in unsere Leben ein. Jeder in seines, aber ich nehme den Song mit.

Behalte dich ein Stück in meinem Ohr. Spüre den Rhythmus. Kann die Augen schließen und bin wieder in einem perfekten Moment. Sehe dein Lachen und schmecke das Popcorn, das du mir hingestellt hat. Drei Minuten, in denen ich wieder dort bin, wo ich war. Ein perfekter Moment.

Ein weiterer Song beginnt aus der Playlist. Weitere 4:39 Minuten Erinnerungen.

Du bist nicht da. Brauchst Zeit für dich. Lässt mich zurück in meiner kalten Welt. Die ich alleine schaffe. Auch ohne dich, denn ich bin stark. Das weiß ich. Aber du fehlst. Der Takt ist nicht mehr der gleiche. Er hinkt ein bisschen. Macht traurig, denn du bist ein Mensch, den ich ein bisschen weniger hasse als andere Menschen.

Ein Mensch, der mich aushält und den ich aushalte. Der Song erinnert mich an eine schwere Zeit, die ich ausgehalten habe und die mich wieder ein Stück mehr zu mir selbst geführt hat.

Ab und an drehen wir uns gegenseitig die Snare etwas leiser, weil sie zu laut ist und nicht passt. Aber ohne Playlist können wir einfach nicht

Bis du wieder da warst irgendwann. Weil du es ohne unseren Song auch nicht ausgehalten hast. Weil ich ohne dich nicht aushalten kann. Weil deine Welt einfach zu still war ohne meine Musik. Die Welt zu leise ist.

Ich bin dankbar für jeden Takt und jede Note, die du mir gibst. Ab und an drehen wir uns gegenseitig die Snare etwas leiser, weil sie zu laut ist und nicht passt. Aber ohne Playlist können wir einfach nicht. Das weißt du und das weiß ich.

Du bist wie mein Lieblingssong, Erinnerungen wie eine ganze Sammlung, die ich rausholen kann, wenn ich das möchte.

Ich hoffe sehr, wir schaffen noch ein weiteres Album.

Danke.

Sia lebt und liebt in Berlin. Ohne Liebe ist das Leben sinnlos, ohne Musik ist das Leben verloren. Tanzt zu jedem Takt, hat meist Konfetti dabei sowie Taschentücher. Kopf voll mit Worten und Leben.

Headerbild: Jasmin Chew via Unsplash. (“Gedankenspiel”-Button hinzugefügt und Bild gecroppt.) Danke dafür!
Autorinnenfoto: E. Paolini.

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