Mit mir selbst unterwegs: 5 Gründe, warum ich gern alleine reise

Ich liebe es, die Welt Stück für Stück zu bereisen – egal ob mit Freund, Freundinnen oder Familie. Neuerdings liebe ich es auch, nur mit mir allein unterwegs zu sein. Zugegeben, darin habe ich noch nicht allzu viel Erfahrung und sicherlich ist es hier und da auch mal gefährlich (insbesondere als Frau – ja, an dieser Stelle sei ein bisschen Wasser auf die Mühlen der Skeptiker:innen gegossen), aber dennoch: Ich bin schon jetzt begeistert und möchte gerne erzählen, warum.

Meine TOP-5-Alleinreisen-Benefits

1. Du entspannst dich anders und kannst tun und lassen, was du willst

Keine Erwartungen, keine Pläne, kein Zeitdruck. Herrlich. Du kannst dich bis 11 Uhr im Bett räkeln und dann irgendwann mal langsam die Fensterläden öffnen oder auch um 5 Uhr aufstehen und eine Runde laufen gehen (ähm nein, aber jede:r nach eigenem Gusto). Das Alleinreisen hat mir jedes Mal die ultimative Entspannung verliehen und zu Hause angekommen war ich voller Tatendrang.

Weit und breit ist niemand, dem zuliebe du etwas machen solltest.

Du willst diese klischeehafte, überteuerte Touri-Bustour nicht machen? Musst du auch nicht, denn weit und breit ist niemand, dem zuliebe du es vielleicht machen solltest. Stattdessen kannst du den ganzen Tag irgendwo rumhängen und den neusten Selfcare-Schmöker lesen oder einfach in deinem Tempo durch die Gassen streifen, auf der Jagd nach einem Hafermilch-Cappuccino, z.B. aus dem Café, das dir der nice Typ aus der U-Bahn empfohlen hat, denn:

2. Du lernst allein garantiert coole neue Leute kennen und wirst offener

Allein schaust du dich viel aufmerksamer um, kommst bestimmt schon auf der Hinreise ins Gespräch oder wirst, wenn du Glück hast, im Restaurant – so wie ich – plötzlich vom Nebentisch auf Mousse au Chocolat und ein Glas Wein eingeladen und erlebst einen unvergesslichen, spannenden Abend mit Fremden. Diese Erlebnisse führen auch zum nächsten Punkt.

Allein schaust du dich viel aufmerksamer um.

3. Du wirst viel selbstsicherer und gelassener

Schließlich hast du allein unterwegs vieles gemeistert und dich gut zurechtgefunden. Vielleicht hast du dich auch mal verlaufen oder die Museumsöffnungszeiten vercheckt (was deiner super organisierten Reisebegleitfreundin bestimmt nicht passiert wäre), aber diese Details kennt ja keine:r. Ich sage das, während ich bisher nur innerhalb Europas allein unterwegs war. Nicht auszudenken, wie groß der Effekt ist, wenn du erstmal in Mexiko erfolgreich die Begegnung mit einer Würgeschlange überstehst. Die nächste Situation, in der du, zurück im Büroalltag, nervige Kund:innen am Telefon händeln musst, wird danach womöglich zum Spaziergang. Schließlich hast du schon Anstrengenderes überstanden.

4. Du lernst dich selbst besser kennen

Ich finde es besonders hilfreich, allein zu reisen, wenn ich eine sehr stressige Phase hinter mir habe und „mich selbst mal wieder spüren“ möchte. Manche Leute sagen, dass Reisende wegrennen. Beim Alleinreisen ist aber das Gegenteil der Fall, denn du musst dich zwangsläufig deinen Gedanken stellen.

Du musst dich zwangsläufig deinen Gedanken stellen.

Losgelöst von gut gemeinten Ratschlägen kannst du unverfälscht und mit genügend Zeit in dich hineinhören. Im besten Fall kommst du sogar mit neuen Plänen, Ideen und Antworten im Gepäck zurück. Einfach, weil sich während deiner Auszeit so vieles in deinem Kopf wieder geordnet hat. Vielleicht wird dir auch klar, von welchen Dingen, Angewohnheiten und Menschen du dich zukünftig eher distanzieren möchtest, weil sie dir nicht guttun.

5. Achtung, jetzt wird’s etwas cheesy: Du wirst dankbarer für das, was du hast

Es dauert ein paar Tage, aber irgendwann stellt sich bestimmt auch bei dir ein Gefühl der Dankbarkeit ein, womöglich überschwemmt es dich sogar, so mit Pipi in den Augen und allem. Mir passiert das meist beim Sonnenuntergang am Strand oder ähnlichen sentimentalen Bilderbuch-Momenten. Dann tut es gut, alles aufzuschreiben und lieben Menschen mal eine liebe Nachricht zu schreiben. So haben dann andere auch noch was von deinem Solo-Trip.

Es stellt sich ein Gefühl der Dankbarkeit ein.

Nun ist aber nie alles rosarot und „schlechte“ Tage gibt‘s safe auch

Zum Beispiel gab es da jenen Tag, an dem ich bei trübem Wetter allein durch die Lyoner Altstadt spazierte. Ich war müde und erledigt von all den Eindrücken und mit irgendeiner Magenverstimmung, deren Ursprung ich mutmaßlich auf mein Abendessen schob. Gerne hätte ich mich lieber zuhause mit Wärmflasche, Tee und Netflix in mein Bett gemummelt mit allem, was ich brauche, in Reichweite. Versteht mich nicht falsch, Lyon ist toll! Die Altstadt ist gefühlt riesig mit unzähligen Geschäftchen, Cafés und Restaurants und das alles geprägt durch eine junge Lebendigkeit (upsi, Werbung). Doch meine Laune machte es für mich unmöglich, das alles zu genießen. Was mich allerdings tröstete, war das Vertrauen darin, dass solche Tage gerade beim Alleinreisen dazugehören. Zu dieser Erkenntnis war ich bereits gekommen. Nur kannst du allein niemandem dein Leid klagen. Und keine:r heitert dich dann auf. Aber es zieht dich eben auch keine:r weiter runter, redet alles noch schlechter und du hast erst recht die Chance, dich wieder auf dem Stimmungstief heraus zu bugsieren, was mit etwas Übung auch kein Hexenwerk ist (Meine Tipps: Tolles Café finden, Eiskaffee schlürfen, Lieblingsmusik auf die Ohren, Leute beobachten, alles Positive auf Postkarten für die Liebsten schreiben – schärft den Blick für all die tollen Erfahrungen).

Solche Tage gehören beim Alleinreisen dazu.

Und klar, du musst vieles allein entscheiden und regeln, was zu zweit oder zu mehreren teilweise angenehmer, weil weniger aufregend, wäre. Aber da sind wir bei TOP 5 (siehe oben). Also kein echter Nachteil, sondern maximal eine Challenge.

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was Alleinreisen (für mich) bedeutet

… und ich könnte hier noch einen halben Ratgeber zu schreiben. Ist aber gar nicht nötig, denn mittlerweile gibt es total viele Bücher und Blogs dazu mit Unmengen praktischer Infos und Inspiration – sowie der eigentlich immer gleichen Botschaft, die ich nur unterstützen kann: Mach es, trau dich! Du wirst mit deinen ganz persönlichen Benefits belohnt und eventuell, so wie ich, süchtig nach den kleinen und großen Erlebnissen ganz mit dir selbst.

Janne hat zwar viele Freunde, ist aber auch liebend gern allein unterwegs – besonders auf Reisen nach Frankreich. Wenn der Marketingberaterin-Workaholic in ihr mal zur Ruhe kommen soll, geht sie gern im Regen spazieren, macht Yoga im Garten, liest sich durch die städtische Bibliothek und schreibt poetische Dinge. Die gibt’s auf Instagram.

Headerfoto: Leah Kelley (Kategorie-Button hinzugefügt.) Danke dafür!

 

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