Meine Menstruation und ich | Wie wir gerade eine wundervolle und nahe Beziehung aufbauen

Disclaimer: Ich schreibe an den meisten Stellen „menstruierende Personen/Menschen“, um zu verdeutlichen, dass nicht nur Frauen, sondern auch nichtbinäre und agender Menschen (die sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen), sowie trans Männer menstruieren können. Nicht alle Menschen, die menstruieren sind Frauen – und nicht alle Frauen menstruieren. 

Ich menstruiere – im Moment gemeinsam mit unserem Perioden-Partner der Herzen: Sphinx. Und außer mir tut das rund die Hälfte der Weltbevölkerung. Nicht alle zeitgleich natürlich, aber so, dass immer zwischen 300 und 800 Millionen Menschen gleichzeitig am Menstruieren sind. Gemeinsam verlieren die jeden Tag rund 3 Millionen Liter Blut – so viel, wie sich Wasser in einem olympischen Schwimmbecken befindet. Warum ich das so verbildliche? Um einmal zu verdeutlichen, wie viel Raum die Periode im Leben und Alltag menstruierender Menschen einnimmt – und wie wenig sichtbar sie im Verhältnis dazu ist.

Die Periode nimmt im Leben und Alltag menstruierender Menschen viel Raum ein – und ist im Verhältnis dazu wenig sichtbar. 

Wir gehen alle unterschiedlich mit unserer Periode um, aber verwenden Produkte, die meistens eines gemeinsam haben: Sie sollen dafür sorgen, dass wir möglichst wenig in Berührung mit unserem eigenen Blut kommen, um den Ekelfaktor möglichst gering zu halten. Woher kommt diese Stigmatisierung von etwas so Natürlichem wie Periodenblut?

Periode = unreiner Fluch?

This goes waaaay back: Als Eva im Paradies vom verbotenen Apfel kostete, bestrafte Gott sie mit der Menstruation, so sagt zumindest die Bibel. Moses bezeichnete die menstruierende Frau als unrein und der römische Philosoph Plinius fand, Menstruationsblut sei überhaupt für alles Schlimme auf der Welt verantwortlich. Damit setzte das Patriarchat der einstigen Sichtbarkeit blutender Frauen auf Gemälden und in Darstellungen alter Kulturen ein Ende – bis heute. Denn, wie die Autorin Katja Lewina schreibt: „Ein paar Tausend Jahre institutionalisierter Verachtung des weiblichen Genitals lassen sich nicht so schnell abschütteln.“ (aus: Sie hat Bock)

„Ein paar Tausend Jahre institutionalisierter Verachtung des weiblichen Genitals lassen sich nicht so schnell abschütteln.“

Diese institutionalisierte Verachtung hat Kontinuitäten bis heute: Bis Ende 2019 zahlten wir auf Menstruationsprodukte wie Tampons und Binden die volle Mehrwertsteuer von 19%, nicht den reduzierten Steuersatz von 7%. Menstruierende haben in Deutschland auch bei starken körperlichen Beschwerden immer noch keinen Anspruch auf Menstruationsurlaub. Wahnwitzige männliche Erfindungen wie die „Pinky Gloves“ und zahlreiche Witze über schlecht gelaunte Frauen bestätigen einmal mehr die menstruationsbezogene Misogynie und zeigen: It’s still a long way to go. All das zeigt aber auch: Die Periode ist politisch! Und damit längst nicht mehr nur Privatsache.

Me, my period and I

Ich menstruiere seit über zehn Jahren. Lange habe ich mich mit meinen Freundinnen nur verschwörerisch flüsternd darüber ausgetauscht und habe Tampons verschämt unter Schultischen hindurchgereicht. Ich habe ausschließlich von meiner „Erdbeerwoche“ gesprochen, um etwas zu beschönigen, was gar nicht beschönigt werden muss. Das weiß ich heute. Ja, ich blute. Und ja, dieses Blut riecht nicht gerade blumig, geht mit Stimmungsschwankungen, PMS und Unwohlsein (für manche mehr, für andere weniger) einher. Aber es ist gut und richtig, dass ich menstruiere. 

Vor über zwei Jahren beschloss ich dann, dass es an der Zeit war, die Beziehung zu meiner Menstruation zu intensivieren.

Vor über zwei Jahren beschloss ich dann, dass es an der Zeit war, die Beziehung zu meiner Menstruation zu intensivieren. Da verbrachten wir beide schon seit Jahren jeden Monat ein paar Tage miteinander und doch wusste ich kaum etwas über sie, nicht so richtig, wie sie aussah, roch oder sich anfühlte. Schließlich blieb sie durch Tampons immer schön versteckt – in mir drin. 

The Period Panty 

Der Weg, den ich wählte, um meiner Periode näherzukommen, war der Kauf von Periodenunterwäsche. Ich bestellte mir zunächst drei Pantys und war bereits nach dem ersten Tragen großer Fan! Es fühlte sich super bequem an, überhaupt nicht nach einer Riesenwindel (wie zunächst befürchtet) und ich hatte zudem auch ein echt sicheres Tragegefühl. Beim Auswaschen der Pantys kam ich wohl zum ersten Mal freiwillig mit meinem eigenen Menstruationsblut in Verbindung. Ich werde hier nicht lügen und sagen, dass ich es von Anfang an total schön und gar nicht mehr eklig fand. Das war ein eher längerer Prozess. 

Beim Auswaschen nach dem Tragen kam ich zum ersten Mal freiwillig mit meinem eigenen Menstruationsblut in Verbindung.

Doch es fühlte sich vom ersten Moment an wahnsinnig gut an, ein besseres Gefühl für meine Menstruation zu bekommen. Ich habe zum Beispiel gelernt, dass mein Menstruationsblut nicht wie ein Wasserfall fließt, sondern eher in Schüben kommt. Ich bin achtsamer geworden in den letzten zwei Jahren und finde es schön, zu wissen und zu spüren, dass ich gerade blute. Und was das Auswaschen betrifft: In einer Welt, in der Menstruationsblut so unsichtbar sein soll, dass sogar Tampon-Werbung nur blaues Kunstblut zeigt, fühlt es sich empowernd an, mein Blut wenigstens für mich sichtbar zu machen. 

Es fühlt sich empowernd an, mein Blut wenigstens für mich sichtbar zu machen. 

Es gibt noch einen Grund, warum ich so ein großer Fan von Periodenunterwäsche bin: Allein in Deutschland, Österreich und der Schweiz produzieren alle menstruierenden Menschen im Jahr gemeinsam mehr 75.000 – 125.000 Tonnen Abfall an Einwegmenstruationsprodukten. 20.000 Tonnen – das sind 170.000 Badewannen voll mit Abfall, um bei den Vergleichen zu bleiben. Der Anbau und Transport von Baumwolle, aus der Tampons hergestellt werden, verbrauchen wertvolle Ressourcen wie Wasser, Treibstoff und menschliche Arbeitskraft. Alles dafür, dass Tampons nach wenigen Stunden des Gebrauchs im Müll landen. Auch Periodenunterwäsche verbraucht Wasser, weil wir sie nach jedem Tragen gründlich vorreinigen und schließlich in der Waschmaschine waschen sollten. Doch weil ich sie gemeinsam mit meiner ohnehin zu waschenden Wäsche in die Maschine packe, halte ich den Verbrauch möglichst gering. 

Period-Care als Privileg

Ich habe für mich einen nachhaltigeren Umgang mit meiner Periode wählen können, der sich zudem noch richtig gut anfühlt. An dieser Stelle möchte ich einmal betonen, dass das ein ziemlich großes Privileg ist. Circa 500 Millionen Frauen und Mädchen weltweit haben keinen Zugang zu Menstruationsprodukten, geschweige denn die Möglichkeit, Periodenunterwäsche hygienisch zu reinigen. Etwa 1,25 Millionen Menstruierende weltweit haben während ihrer Periode außerdem keinen Zugang zu einer Toilette. Das hat auch soziale Folgen und unmittelbare Auswirkungen auf Frauenrechte: Mädchen ohne Zugang zu Menstruationsprodukten verlieren bis zu fünf Jahren an Schulbildung, weil Schulen sie nicht ausreichend beim Menstruieren unterstützen können. Sicher und ohne Stigmatisierung menstruieren zu können ist also ein Privileg. Mein Menstruationsprodukt frei wählen zu können ist ein Privileg. Und das möchte ich in all meiner Panty-Begeisterung nie vergessen!

Ein Menstruationsprodukt frei wählen zu können ist ein Privileg.

Sphinx vergisst das übrigens auch nicht. Den Grundstein für Sphinx legte die Mutter der Gründer:innen in Kamerun. Sie ist langjährige Freiheitskämpferin und Alleinerziehende von sieben Kindern. Durch sie erfuhren die Sphinx-Gründer:innen 2019 von der sogenannten “Periodenunterwäsche” und wussten sofort, dass solche Produkte der Periodenarmut in Kamerun helfen können. 

In Kamerun müssen die meisten menstruierenden Menschen auf Lösungen wie Stoff, Lumpen oder Socken zurückgreifen, weil sie sich keine Binden oder Tampons leisten können. Also wäre Periodenunterwäsche extrem hilfreich. Sie fällt vor allem weniger auf. Weil eine Produktion zu erschwinglichen Preisen in Kamerun im Moment nicht möglich ist, fokussiert sich Sphinx auf Deutschland, um hier den Zugang zu Periodenunterwäsche möglichst vielen Menschen zu ermöglichen – und das spiegelt sich in fairen Preisen wieder.

Langfristig halten Simone und Marcel von Sphinx an dem Traum fest, eine Produktion in Kamerun aufzubauen und menstruierenden Menschen dort ebenfalls ein unbeschwertes Leben mit ihrer Blutung zu ermöglichen.

Langfristig halten Simone und Marcel von Sphinx an dem Traum fest, eine Produktion in Kamerun aufzubauen und menstruierenden Menschen dort ebenfalls ein unbeschwertes Leben mit ihrer Blutung zu ermöglichen. Durch ETS CHIEJE, die Firma ihrer Mutter, haben sie bereits eine Präsenz auf dem afrikanischen Kontinent. Das lieben wir so sehr!

Hast du jetzt auch Lust bekommen, selbst einmal Periodenunterwäsche auszuprobieren und dadurch vielleicht sogar deine Beziehung zur Menstruation zu verändern? Wir können dir die wunderbaren Pantys von Sphinx sehr ans Herz legen! Die gibt es in den Größen XS-7XL, was wir ganz besonders lieben, und in verschiedenen Stärken, sodass für jede Blutung etwas dabei ist. Sphinx-Pantys sind nachhaltig und vegan und werden in einem chinesischen Familienunternehmen mit hohen ethischen Standards produziert. Was wir richtig cool finden: Sphinx geht sehr transparent mit Herstellungsinformationen um und ist jederzeit offen für Rückfragen. 

CODE & VERLOSUNG: Mit dem Code „imgegenteilsphinxt“ bekommt ihr 10% auf alles bei Sphinx. KREISCH! Außerdem verlosen wir ab 2.1.23 abends ein tolles Sphinx-Paket auf unserem Instagram-KanalUnd in diesem Sinne: Happy Bleeding! 

Werbung: Dieser Artikel ist von Sphinx gesponsert. Wir lieben die ja abgöttisch. Danke, ihr besten Menschen mit der tollsten Periodenunterwäsche. <3

Amelie Fischer (sie/ihr) sieht das Politische in den ganz großen und den ganz kleinen Dingen. Sie spricht und schreibt am liebsten über globale Ungerechtigkeiten, Machtstrukturen, intersektionalen Feminismus und die Liebe, immer die Liebe. Um ein wenig Leichtigkeit in den Weltschmerz zu bringen, den sie oft fühlt, liest sie für ihr Leben gerne Romance Novels. Aber nur zu Recherchezwecken, versteht sich! Denn auch die Liebe ist höchstpolitisch. Mehr von Amelie gibt es auf Instagram.

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