Männer und Frauen funktionieren unterschiedlich – lasst uns das akzeptieren und feiern

Ich lebe in einem biologisch weiblichen Körper und identifiziere mich als weibliches Wesen, als Frau. Und die Biologie weiblicher Wesen* ist UNGLEICH der Biologie männlicher Wesen*. Das ist auch gut so – vor allem im Sinne der Polarität und Fortpflanzung.

Die meisten weiblichen Körper, die nicht unter hormoneller Verhütung stehen, durchlaufen einen mehr oder weniger 28-tägigen Zyklus, in dem sie kontinuierlich hormonelle Veränderungen erfahren, die ihren Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vorbereiten.

Die meisten Männer hingegen erleben einen mehr oder weniger 24-Stunden-Zyklus mit Testosteronanstieg am Morgen (sehr sichtbar bei den meisten männlichen Wesen), was dazu beiträgt, direkt nach dem Aufwachen voller Energie zu sein und in den Tag zu starten.

Fast ALLE wissenschaftlichen Studien zu Training, Ernährung und medizinischer Behandlung wurden an Männern oder postmenopausalen Frauen durchgeführt

Fast ALLE wissenschaftlichen Studien zu Training, Ernährung und medizinischer Behandlung wurden an Männern oder postmenopausalen Frauen durchgeführt (um die Fruchtbarkeit jüngerer Frauen nicht zu gefährden). Obwohl die Absicht gut gewesen sein mag, ist es das Ergebnis definitiv nicht.

Viele Frauen versuchen seit Jahrzehnten, sich in Trainingsroutinen und Essgewohnheiten (Keto, Paleo, intermittierendes Fasten usw.) reinzupressen, obwohl diese sogar schädlich für unsere zyklische Natur sind. Wir sind darauf eingestellt, im Business und auch bei unseren privaten Zielen immer schneller und härter zu pushen. Immer beschäftigt. Immer etwas tun, weil in unserer Gesellschaft nur Leistung und Erfolg wertgeschätzt werden.

Die Qualitäten einfach SEIN, RUHEN und REFLEKTIEREN sind keinen müden Cent wert.

Das Ergebnis sind Tausende von Frauen mit hormonellen Störungen, die zu intensiven Regelschmerzen, starken Blutungen, Müdigkeit, Haarausfall, Gewichtszunahme (obwohl sie sich gesund ernähren und trainieren) führen und sich allgemein überfordert und ausgebrannt fühlen von allem, was sie denken, leisten zu müssen.

Ich selbst habe versucht, so viel zu pushen, ich habe fast jede Diät auf dem Planeten ausprobiert, aber nichts hat mir ein gutes Gefühl gegeben und mich in Harmonie und Verbundenheit mit meinem Körper gebracht. Das Ergebnis war immer Erschöpfung, Überforderung, Frustration und mich selbst noch mehr herunterzumachen, weil ich einfach nicht 100% der Zeit funktionierte.

Ich musste nur anfangen zuzuhören und zu akzeptieren, dass ich kein Mann bin.

Ich brauchte einige Jahre und den tiefen Wunsch, mich mit meiner weiblichen Natur zu verbinden, um zu verstehen, dass mein Körper mir zu jeder Zeit meines Zyklus genau sagt, was er braucht. Ich musste nur anfangen zuzuhören und zu akzeptieren, dass ich kein Mann bin.

Ich bin ein zyklisches Wesen und ich ehre dies. Aus diesem Grund brauche ich während der verschiedenen Phasen meines Zyklus verschiedene Arten von Nahrung, Bewegung und sozialen Kontakten. Ich funktioniere nicht Tag für Tag auf die gleiche Art und Weise.

Und es geht noch weiter.

Mir wurde klar, wie sehr meine zyklische Natur ein Geschenk ist. Für die Erde, für die Menschen um mich herum, für die Gemeinschaft, in der ich bin. ALLES im Leben läuft in einem Kreislauf. Auch wenn du ein Projekt angehst, gibt es die Phase des Brainstormings, der Vorbereitung, der Planung, der Manifestation der Dinge, der Geburt und des anschließenden Beobachtens und Reflektierens. Wieso haben wir das verloren?

Als ich tiefer in dieses Thema eintauchte, habe ich so viel tiefe Wut in meinem Innersten aufgedeckt. Ahnenwunden meiner Vorfahrinnen, die in ihrer sexuellen Kraft unterdrückt und von Männern klein gehalten wurden.

Ich trage den Schmerz meiner Mutter, Großmutter, Urgroßmutter, meiner Schwestern, meiner Cousinen, meiner Tanten und so weiter…

Es ist nicht nur der Schmerz, den ich von den Erfahrungen trage, die ich in diesem Leben gemacht habe (und davon gab es einige). Es ist der Schmerz meiner Mutter, Großmutter, Urgroßmutter, meiner Schwestern, meiner Cousinen, meiner Tanten und so weiter…

Ich bin verdammt wütend. Ich bin wütend auf das Heteronormativ-Männliche. Mein kleines Mädchen schreit und kämpft: Wie konntet ihr uns das antun? WIE? Wie könnt ihr es wagen? Was zum Teufel ist los mit euch???

Und ein anderer Teil von mir will nicht wütend sein. Es gibt einen Teil in mir, der jemanden dafür verantwortlich machen möchte. Dieser Teil will mit dem Finger auf jemanden zeigen, den Schuldigen finden. Aber niemand trägt wirklich Schuld an all dem. (Ich glaube nicht an das Konzept von Schuld.)

Männer und Frauen sind definitiv NICHT gleich. Aus sehr guten Gründen. Das Problem waren nie unsere inhärenten Unterschiede.

Ich mache Cis-Männern keine Vorwürfe. Und auch all den Cis-Frauen nicht. Wir haben in einer riesigen Verwirrung gelebt und tun es zum Großteil immer noch. Cis-Männer und Cis-Frauen sind definitiv NICHT gleich. Aus sehr guten Gründen. Das Problem waren nie unsere inhärenten Unterschiede.

Nein. Das Problem war immer, dass wir diese Unterschiede als Beweis für die Schwäche des einen oder anderen benutzt haben. Und wir müssen damit aufhören.

*Dieser Text bezieht sich primär auf die biologischen Unterschiede zwischen Cis-Frauen und Cis-Männern.

Caro ist Coach, Psychologin, Tantrika, Yogalehrerin und vor allem eins: Frau. Sie unterstützt dich dabei, deinen Körper zu lieben und deine Sexualität frei und authentisch auszuleben. Ihre tiefste Überzeugung ist es, dass jeder Mensch es verdient hat, ein Leben voller Pleasure und tiefer Verbindung mit sich selbst und anderen zu erfahren. Dazu gehört für sie insbesondere, die Beziehung zum eigenen Körper zu heilen und die eigene Sexualität authentisch ausleben zu können. Mehr von Caro findest du auf ihrer Webseite, bei Instagram und bei Facebook.

Headerfoto: cottonbro (Kategorie-Button hinzugefügt, Bild gespiegelt und gecroppt.) Danke dafür!

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