Ich wollte nur dich, konnte es dir aber nicht genug zeigen … und dann bist du gegangen

Jetzt sitze ich hier und starre ins Leere. Vor zwei Wochen lagen wir hier noch zusammen, ich konnte dich ansehen, berühren, mit dir zusammen sein. Vor sieben Tagen hast du mich verlassen, emotional schon eine Woche früher. Doch da glaubte ich noch daran, den Kampf um dich, um uns, gewinnen zu können. Mir war nicht bewusst, was für tiefe Zweifel du bereits an diesem Tag schon hegtest und wie dünn das Eis war, auf welchem wir uns befanden.

Ich dachte, dass es doch irgendwie möglich sein würde, dich zu überzeugen, dir die Gewissheit geben zu können, dass ich nur dich will. Das wollte ich, seit ich dich kennengelernt habe. Du hast so viele Sehnsüchte, Wünsche und Hoffnungen in mir geweckt, von denen ich glaubte, es würde sie gar nicht mehr geben. Unser erstes Date – am Wasser, ohne Kaffee – in Zeiten von Corona – doch den Mindestabstand konnten und wollten wir nicht einhalten.

Du hast dich vom ersten Moment an so vertraut angefühlt, ohne jeglichen Zweifel oder Bauchweh. Ich wollte nur in deiner Nähe sein.

Alles mit dir fühlte sich so gut an

Und natürlich – ja – ich wollte dich auch unbedingt küssen. Und alles fühlte sich so gut, so richtig an. Wir konnten reden, wir konnten lachen und wir konnten schweigen. Ich musste nach dem Treffen noch längere Zeit über deinen Satz lachen, dass es schön ist, wenn man auch mal zusammen die Schnauze halten kann. Du warst so ungezwungen, so gänzlich bei dir, ohne jegliche Hemmungen. Wir konnten einfach wir sein.

Meine Freude und das Glück waren so groß, über das, was das gerade entstand, dass ich es kaum fassen oder begreifen konnte. Alles, was ich mir je gewünscht habe, auf was ich gehofft habe, saß plötzlich neben mir. Dir in die Augen zu sehen, war immer was Besonderes. Wenn ich dich angesehen habe, sah ich jedes Mal aufs Neue alles, was ich wollte. Alles, was ich brauchte.

Und während ich nun diese Zeilen hier schreibe, laufen mir die Tränen, denn ich habe es geschafft, aufgrund von Dummheit und Unwissenheit, dieses Glück kaputt zu machen. Während unserer nächsten Treffen redete ich sehr häufig über meinen Ex-Partner, sei es wegen der Kleinen oder weil wieder was vorgefallen war. Und es wurde immer mehr. Mir fiel es nicht auf, ich bemerkte deine ablehnende Haltung leider nicht und so sorgte ich dafür, dass du dich mit jedem Mal unwohler fühltest.

Und immer wieder stelle ich mir die Frage, wie ich so unsicher sein konnte, dass mir kein anderes Gesprächsthema einfallen wollte. Wieso konnte ich zu keiner Zeit mein Verhalten reflektieren und erkennen, was ich da gerade tue?

Während unserer nächsten Treffen redete ich sehr häufig über meinen Ex-Partner, sei es wegen der Kleinen oder weil wieder was vorgefallen war. Und es wurde immer mehr.

Hätte ich es geahnt, hätte ich gewusst, was es auslöst, in dir bewirkt, ich hätte es sofort eingestellt. Auch, wenn es jetzt zu spät ist, sollst du dennoch wissen – ich wäre nie im Leben zurückgegangen. Ich habe nicht einen Gedanken daran verschwendet. Und auch jetzt, wo du weg bist und auch nicht mehr zurückkommen wirst, weil alles Gefühl verloren gegangen ist, werde ich trotzdem nicht zurückgehen. Versprochen!

Ich kann nicht in Worte fassen, wie sehr es mir leidtut und wie schwer es mir fällt, ohne dich zu sein. Ich wünschte, ich könnte die Uhr zurückdrehen und wir noch einmal von vorne anfangen. Glaube mir, ich würde es definitiv anders machen. Es ist meine Schuld, dass ich zugelassen habe, dass in dir Zweifel aufkommen. Es wäre meine Aufgabe gewesen, diese zu vermeiden, dir erst gar keinen Anlass zum Zweifeln zu geben.

Ich habe dir, wenn auch unbewusst und ungewollt, dieses Gefühl vermittelt. Und dass du gegangen bist, ist die Konsequenz, die ich tragen muss, egal wie sehr es schmerzt. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir wirklich glücklich geworden wären. Ich hätte alles gegeben für ein Leben mit dir, mit den Kindern.

Ich war so darauf aus, alles richtig zu machen, dass ich meine eigenen Fehler nicht bemerkt habe. Und es tut mir von Herzen leid, dass ich dich mit meinen Worten so verletzt habe, dass ich diese Zweifel und die Angst geschürt habe und dich so von mir weggetrieben habe. Ich wünschte, wir hätten früher darüber geredet.

Du wirst immer in meinem Herzen sein

Alles, was ich dir gesagt und geschrieben habe, war und ist wahr. Du bist für mich ein besonderer Mensch, ein wundervoller Mensch. Ich wünschte, ich könnte dir deine Ängste nehmen. Ich saß so viele Abende draußen und habe gelauscht, ob ich irgendwo dein Motorrad höre. Ob du dich doch überwinden kannst und kommst, aber du kamst nicht.

Ich hoffe, ich werde so langsam verstehen, dass dies auch nicht mehr der Fall sein wird, aber mein Herz will sich mit diesem Verlust noch nicht abfinden. Denn da drin steht dein Name, nur nach dir suchen meine Augen. Weil du das warst, was ich wollte, was ich will.

Und nun sitze ich noch immer hier, weine in die Kissen, auf welchen du einst gelegen hast, und verfluche mich für meine Dummheit. Ich respektiere deine Entscheidung, du hast alles Recht der Welt zu gehen. Wenn ich dein Glück nicht sein kann, hoffe ich, dass du es finden wirst. Denn du hast es verdient. Du bist es wert, geliebt zu werden. An jedem Tag.

Tiffy ist 30 Jahre jung und trotzdem noch naiv genug, um an die große Liebe zu glauben. Verplant und chaotisch, aber mit einem großen Herzen am richtigen Fleck.

Headerfoto: Jeffery Erhunse via Unsplash. („Gedankenspiel“-Button hinzugefügt.) Danke dafür!

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