Ich war nicht mutig genug – und habe Dich verpasst

Die erste Begegnung mit Dir war rauschhaft und irgendwie fernab der Realität: Clubnächte, Zwielicht, Gin-Geflüster. Dazwischen dann Du. Unvorhergesehen, präsent und unausweichlich.

Deine Stimme das Interessanteste, das ich seit langem gehört habe. Ganz schnell tauchen wir ab, tiefsinnige Gespräche, kein oberflächliches Geplänkel. Ich beschließe spontan und ohne Absichten, mit Dir mitzugehen. Ich brauche noch ein bisschen von Deiner Inspiration, sie scheint hell wie das letzte Licht in dieser Nacht.

Clubnächte, Zwielicht, Gin-Geflüster. Dazwischen dann Du. Unvorhergesehen, präsent und unausweichlich.

Wir ziehen weiter durch hellgraue Straßen, wo sich ein Sonnenaufgang bereits erahnen lässt, weiter zu Dir nach Hause. Und wir reden, als könnten wir uns in ein paar Stunden unser ganzes Leben erzählen. Meine Seele liegt vor Dir. Ich weiß, Du durchschaust alles und es ist gut und passt.

Die Stunden ziehen dahin, die Zeit arbeitet gegen uns, draußen der helle Morgen, wir sperren ihn aus. Wir haben noch nicht genug von uns. Deine Küsse sind fordernd und voller Kraft. Genau wie Deine Worte. Ich kann mich fallen lassen und gleichzeitig wahrhaftig sein.

Unser Abschied scheint mir nur für kurz und zu Hause bin ich euphorisch und durchgedreht. Die Besonderheit unserer Begegnung wirkt wie eine Droge auf mich und lässt mich durch die Räume schweben, ohne zu wissen, was ich da tue. Ich denke an Dich, das ist erfüllend genug.

Die Realität beendet meinen Höhenflug. Wir verpassen uns ein paar Mal knapp, schreiben Nichtigkeiten.

Die Realität beendet meinen Höhenflug. Wir verpassen uns ein paar Mal knapp, schreiben Nichtigkeiten. Und als ich gerade versuchen will, Dich zu vergessen, weil mir der Mut für die Offensive fehlt, treffe ich Dich zufällig.

Es verschlägt mir die Sprache und ich will diese Stunden im Morgengrauen zurück. Am liebsten für die nächsten ca. 1000 Tage.

Alles bleibt unverbindlich. Ich leide, durchlebe die Achterbahn der Stimmungsschwankungen, verfluche mich für mein Monkey-Mind und tue einfach nichts.

Bis es mir über den Kopf wächst und ich es Dir sagen muss: Ich würde Dich gerne wiedersehen. Deine Antwort folgt prompt: Du würdest das auch gerne, aber Du hast seit kurzem eine neue Freundin.

Mein Stolz, den ich mir die ganze Zeit auf die Fahne geschrieben hab, legt nicht tröstend den Arm um mich. Er zuckt nur mit den Schultern.

Und danach entgleitet alles. Mein Stolz, den ich mir die ganze Zeit auf die Fahne geschrieben hab, legt nicht tröstend den Arm um mich. Er zuckt nur mit den Schultern.

Ich habe Dich verpasst.

Headerfoto: Jayson Hinrichsen via Unsplash. („Gedankenspiel“-Button hinzugefügt.) Danke dafür!

FRAU LICHT ist Gelegenheits-Schreiberin, Yogi und Fernwehspezialistin, immer auf der Suche nach den großen Gesten und den tollen Geschichten, sitzt liebend gerne am Meer oder bei Oma am Küchenfenster, allzeit bereit für das Gute im Leben, im Menschen und für diese magischen Momente. Mehr Poesie und Buchstabenspielereien aus dem monkey mind gibt es auf ihrem Blog. 

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