Ein langer und lustvoller Heimweg durch die Nacht

Unter meinen Handflächen fühle ich das raue, abgenutzte Holz der Bar. Es klebt. Später drückt sich die raue Wand des Nachbarhauses in meinen Rücken. Es kratzt, aber bereitet mir kein Unbehagen. Ich will mehr von dir, von uns. Wir wollen einfach nicht länger warten. Der Weg in deine Wohnung ist eigentlich nicht mehr weit. Der Weg zwischen dem Haus, in dem du lebst, und dem der Nachbarn ist eigentlich nicht sehr versteckt… Ob wir wohl entdeckt werden wollen?

Fremder Mensch

In dieser Nacht erfahre ich mehr von dir als in allen Monaten zuvor. Du erzählst mir bierselig deine Geschichte. Wieso du dein Heimatland verlassen hast, was deine Ziele waren und wer deine erste große Liebe. Zwischen zwei Mexikaner-Shots schießt du verstohlene Blicke in meine Richtung. Ja, die Erzählung über eure erste Nacht lässt mich meine Nebenrolle spüren, aber das ist okay. Wir wissen beide ganz genau, wir spielen nur Beziehung.

Ich lege meine Hand auf dein Bein. Lasse die Innenseite deines Schenkels kurz meine Fingernägel spüren und sehe, wie sich dein Mund daraufhin leicht öffnet.

Unsicher siehst du mich an, denn es hat sich ein Graben zwischen unseren Barhockern aufgetan. Ich bestelle noch zwei und lege meine Hand auf dein Bein. Lasse die Innenseite deines Schenkels kurz meine Fingernägel spüren und sehe, wie sich dein Mund daraufhin leicht öffnet. Friedensangebot und Satisfaktionsforderung zugleich.

Aufbruchstimmung

Mittlerweile sind wir in ein vieldeutiges Schweigen verfallen. Du prostest mir zu, trinkst einen Schluck und deine Augen schaffen das Kunststück, mich gleichzeitig anzuzwinkern und abzuchecken. Ich liebe dein schelmisches Grinsen. Den Schalk, der sich in deinen Mundwinkel setzt, kurz bevor du etwas Freches sagst. Aber jetzt verwandelt sich dein nächster Satz in ein Kompliment. Ich lasse vor Verlegenheit meine Haare über meine Schulter fallen und glühe in mich hinein. Du berührst zart mein Gesicht. Schau mich nicht so an.

Ich weiß, dass du es genießt, wenn ich genieße. Ich habe schon gespürt, wie weit du gehst, um mich zum Höhepunkt zu bringen.

Deine Art hat etwas Unwiderstehliches, weil ich ihr gar nicht erst widerstehen will. Ich weiß, dass du es genießt, wenn ich genieße. Ich habe schon gespürt, wie weit du gehst, um mich zum Höhepunkt zu bringen. Keine Atemluft, keine Bewegungsfreiheit, keine Sorge. Sobald du meinen Orgasmus schmeckst, war es dir das wert. Und anstatt deine Präferenzen zu zerdenken, genieße ich sie einfach. Aber heute Nacht will ich es anders halten. Heute bist du dran.

Sobald ich von der Toilette zurückkomme, bezahlen wir unsere Drinks und verlassen die mit Lärm und Lachen gefüllte Bar. Draußen vor der Tür ist Sommer und meine Haut atmet auf. Du nimmst meine Hand und wir setzen uns in Bewegung. Die Stadt, in der du wohnst, hat einen kleinen Kern, in dem ich jede Sekunde dieser freien Sommermonate entspannt verschwenden kann. Jetzt steht mir allerdings nicht mehr der Sinn nach treiben lassen.

Auf dem Heimweg

Dich zieht es noch zum Fluss, aber ich schlage den direkten Weg in Richtung deines Zuhauses ein. Verwundert folgst du mir, bist du es doch bisher ganz anders gewohnt. Schon fast bei dir angekommen, schlendern wir am Marktplatz vorbei. Trotz später Stunde spielt noch Livemusik und überraschend viele Leute bilden ein tanzendes, lachendes, lebendiges Publikum.

Du stellst dich hinter mich, ziehst mich an dich und beginnst zu tanzen. Sanft reibt dein warmer Körper gegen meinen und ich wünsche mir, wir wären bereits nackt.

Wir mischen uns unter die Menschen. Du stellst dich hinter mich, ziehst mich an dich und beginnst zu tanzen. Sanft reibt dein warmer Körper gegen meinen und ich wünsche mir, wir wären bereits nackt. Könnten bereits nicht mehr unterscheiden, wessen Schweiß gerade das Gleitmittel zwischen unseren Körpern ausmacht. Meine Ungeduld lässt mich noch näher an dich heranrücken. Aber du willst noch nicht weiterziehen.

Ich drehe mich um und stehe jetzt ganz nah vor dir. Als ich ein Kondom aus meiner Hosentasche ziehe, deine Hand suche und es dir zwischen die Finger schiebe, siehst du mir auf einmal tief in die Augen. Das Grinsen, das auf deinem Gesicht entsteht, verrät dich. Die plötzliche Härte auf Hüfthöhe zwischen uns auch.

Unter aller Augen

Wir suchen unseren Weg aus der Menschenmenge und ich bin kurz orientierungslos. In welche Richtung geht es nochmal zu dir? Es ist dunkler hier, die Straßenbeleuchtung der Altstadt hat ihre besten Tage hinter sich. Aber weit kann es nicht mehr sein. Ich spüre, dass es auch dich jetzt drängt. Plötzlich bleibst du stehen, ziehst mich zu dir und wir küssen uns. Gierig und ohne Umschweife treffen sich unsere Zungen. Alles, was bisher noch nicht feucht war, ist es spätestens jetzt.

Als deine Hand massierend über meinen Hintern wandert und schließlich von hinten zwischen meine Beine rutscht, bleibe ich stehen. Ist mir egal, wo wir sind, bitte leg los!

Wir stolpern weiter über das Kopfsteinpflaster, das ich noch nie für eine besonders gute Erfindung hielt. Meine Orientierung ist jetzt getrübt von dem Bedürfnis, meinen Weg unter deine Kleidung zu finden. Während wir eng aneinander gedrückt nach Hause laufen, sind unsere Hände uns schon weit voraus. Tasten, drücken und greifen sich ihre Wege über unsere Körper. Als deine Hand massierend über meinen Hintern wandert und schließlich von hinten zwischen meine Beine rutscht, bleibe ich stehen. Ist mir egal, wo wir sind, bitte leg los!

Abrupt biegen wir in eine kleine Gasse zwischen zwei Häusern ein, die ich später als den Gang zwischen deinem und dem Nachbarhaus wiedererkenne. Aber ob in oder vor deinem Zuhause, spielt für uns jetzt keine Rolle mehr. Ich stecke fest zwischen deinem Körper und der rauen Hauswand, als wir weiter leidenschaftlich knutschen und kann mich gleichzeitig fallen lassen.

Deine Finger reiben durch den Stoff meiner Hose über meine Vulva und ich kann bereits die Vorboten eines Orgasmus spüren.

Deine Finger reiben durch den Stoff meiner Hose über meine Vulva und ich kann bereits die Vorboten eines Orgasmus spüren. Ich stöhne laut in deinen Mund und frage mich direkt, ob deine Nachbarn uns hören können. Der Gedanke, vielleicht belauscht oder beobachtet zu werden, bringt mich vor Lust fast um den Verstand.

My love language is oral

Ich lege meine Lippen an dein Ohr und frage dich, ob ich dir hier an Ort und Stelle einen blasen darf oder ob du dazu in dein Schlafzimmer verschwinden möchtest. Du stöhnst leise auf und öffnest zur Antwort deine Hose für mich. Ich lasse mich langsam an der Wand herabrutschen und die Fassade zerkratzt die Haut an meinem Rücken durch mein dünnes Top. Es brennt leichter als die Lust darauf, dich mit meinem Mund zu verwöhnen.

Langsam streichelt meine linke Hand über die Erektion, die sich durch den Stoff deiner Boxershorts drückt. Sie tastet sich vor, reibt seine Spitze und entlockt dir ein weiteres lustvolles Geräusch. Währenddessen spiele ich mit meinen Fingernägeln am Saum deiner Shorts, kratze herausfordernd über deine Haut, anstatt dich endlich deiner Unterwäsche um das nötige Stück zu entledigen.

Langsam streichelt meine linke Hand über die Erektion, die sich durch den Stoff deiner Boxershorts drückt. Sie tastet sich vor, reibt seine Spitze und entlockt dir ein weiteres lustvolles Geräusch.

Also übernimmst du diesen Schritt noch einmal selbst und ich finde mich Auge in Auge mit deinem Schwanz wieder. Du sagst mir, wie sehr du gerade willst, dass ich ihn in mich aufnehme. Aber so weit sind wir noch lange nicht. Zuerst will ich mit dir spielen.

Ich beginne damit, sanft seine Spitze zu küssen. Meine Lippen berühren dich nur so leicht wie ein Lufthauch. Langsam stößt meine Zungenspitze vor und begegnet deinen ersten Tropfen. Es schmeckt salzig, als ich sie mit einem Streich meiner Zunge ablecke wie von einem Eis. Danach lege ich die Finger einer Hand um seinen Schaft und ziehe langsam die Haut weiter zurück. Als ich fester zugreife und ihn schneller massiere, spüre ich die gierige Bewegung in ihm. Etwas zieht sich unter seiner Haut entlang, pulsiert und ich verlangsame meine Hand wieder. Es ist noch zu früh.

Langsam stößt meine Zungenspitze vor und begegnet deinen ersten Tropfen. Es schmeckt salzig, als ich sie mit einem Streich meiner Zunge ablecke wie von einem Eis.

Jetzt fange ich damit an, deinen Schwanz mit meiner Zunge zu umspielen. Ich lasse sie an ihm herab- und wieder hinaufwandern und befeuchte ihn dadurch, sodass er sich noch angenehmer wichsen lässt. Während meine stetig massierende Hand ihn hält, platziere ich jetzt meine noch geschlossenen, weichen Lippen vor deiner Eichel. Ich suche und halte deinen Blick in den langen, intensiven Momenten, die es dauert, um die Spitze deines Schwanzes langsam zwischen meine nachgebenden Lippen zu schieben.

Wie weit gehen?

Als sie ihn endlich feucht umschließen und meine Zunge deine Eichel ruhig zu umkreisen beginnt, holst du hörbar tief Luft. Mit dem Ausatmen schiebst du deinen immer härter werdenden Penis Millimeter für Millimeter weiter in meinen Mund. Mit leichtem Druck meiner anderen Hand gegen dein Bein bedeute ich dir zu stoppen, als du fast meinen Rachen erreicht hast. Ich kann spüren, wie viel Überwindung dich diese Zurückhaltung kostet. Und ich koste es aus.

Ich übernehme die Führung der Bewegungen erneut und wechsle das Tempo, indem ich dich immer tiefer zwischen meine Lippen und wieder hinaus gleiten lasse.

Ich übernehme die Führung der Bewegungen erneut und wechsle nach einem wiederkehrenden Muster das Tempo, indem ich dich immer tiefer zwischen meine Lippen und wieder hinaus gleiten lasse. Weit über meinem Kopf stützt du dich mit den Armen an der Wand ab, um den Winkel zu verändern, in dem dein Schwanz jetzt immer wieder in meine Kehle hineindrückt. Ich lasse dich mittlerweile so deep vorstoßen, dass ich laut Luft holen muss, wenn er sich aus mir zurückzieht. Die Geräuschkulisse macht dich offenbar so an, dass deine Beine zu zittern beginnen.

Gerade als das Zittern gefühlt mit dem immer heftigeren Pulsieren deines Penis verschmelzen will, entschleunige ich unsere Bewegungen und lasse deinen Schwanz frei. Du seufzt enttäuscht, als ich mir mit dem Handrücken die Feuchtigkeit vom Mund wische.

Meine Zungenspitze spendet dir Trost, indem sie jetzt gezielt dein Frenulum stimuliert. Dein Schwanz quittiert das mit einem leichten Zucken. Ich habe so viel Spaß an unserem Rollentausch und der Tatsache, wie viel Macht mein Mund gerade über dich hat. Lasse ich dich gleich auf meine Zunge kommen oder lasse ich dich stehen?

Happy End

Deine Fingerspitzen begleiten mich weit hinein in meine Lust.

Im nächsten Moment hilfst du mir auf die Beine, grinst mir neckisch ins Gesicht und beginnst meinen Hals zu küssen. Es ist dein Versuch, einen Teil der Kontrolle zurückzuerlangen und du weißt sehr sicher, womit du mich verführen kannst. Ich greife deine Hand und dirigiere sie in meinen Slip. Deine Fingerspitzen begleiten mich weit hinein in meine Lust. Ich stoppe dich, bevor ich komme. Edging sind nicht nur die anderen…

Einstimmig knöpfen wir provisorisch unsere Hosen zu, um endlich doch den Weg in dein Schlafzimmer anzutreten. Jeder Schritt, den wir in der kleinen Gasse auf den ersehnten Hauseingang zu machen, hallt laut hörbar durch die sommernächtliche Ruhe. Ob unsere action wirklich allen Nachbarn entgangen ist? Wir finden den Eingang, deine Wohnung und einander ohne das Licht einzuschalten.

HeaderfotoDanie Franco (Kategorie-Button hinzugefügt und Bild gecroppt.) Danke dafür!

Cleo Libro (sie/ihr) spricht und bloggt am liebsten über Zwischenmenschlichkeit und Lust & Frust einer promisken Frau. Manchmal hört sie auf das, was ihre Oma ihr geraten hätte. Meistens aber sagt sie lieber Dinge laut, über die ihre Oma nur verschämt gekichert hat. Cleos Lieblingswort ist “verklemmt”. Mehr über sie gibt es auf ihrem Blog.

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