Bakterienparty in der Harnröhre? 9 Tipps, die dir helfen, einer Blasenentzündung nach dem Sex vorzubeugen

Der obligatorische Dreier bei jedem neuen Sexvergnügen ist für dich: Dein*e Partner*in, du und die Blasenentzündung? Dann bist du hier genau richtig!

„Setz dich nicht auf kalte Böden, trag beim Vespafahren einen Nierengurt und iss regelmäßig Cranberrys“: Schmeiß sie raus aus deinem Kopf, die Stimme von Tante Ursula mit erhobenem Zeigefinger, denn in den meisten Fällen ist der Grund für deine Blasenentzündung: dein Sex und deine Naughtyness, Baby!

Für die Glücklichen unter euch, die es noch nicht wissen: Die ersten Anzeichen einer Blasenentzündung sind in der Regel Brennen beim Wasserlassen, immer wieder Harndrang, obwohl wenig rauskommt und einfach dieses unangenehme Gefühl. Weil auch ich genug vom Feuerpinkeln habe, habe ich gelesen und Feldstudien betrieben.

Hier ist er, der #harnwegpositive Guide für alle besorgten Geschlechter da draußen.

1. Kommt auch sonst super an: Hände waschen!

Wenn du vor hast, deine*n Liebste*n mit deinen supergeschickten Fingern zu beglücken, solltest du sie schön sauber halten. Beim Handjob wird durch die Berührung und Reibung der Harnröhreneingang gereizt, was die gesamten Harnwege anfälliger für Infektionen macht. Außerdem verteilst du sonst überall eine Sammlung an Baktierchen. Nimm dir die Zeit fürs Waschen, denn es fühlt sich so auch schöner an. Es gibt Seiten, die empfehlen Handschuhe. Die empfehle ich nicht, niemals.

2. Spülen, spülen, spülen.

Ist es erstmal zu einer Blasenentzündung gekommen, brauchst du deinen schuldbewussten Lover nicht zur nächsten Apotheke zu schicken, um teure Beerenabfälle in Pillenform zu klauen – die beste akute Hilfe ist, literweise Wasser zu trinken und niagarafall-mäßig Pipi zu machen. Ja, ich weiß, es brennt und so. Aber eine volle Blase gibt mehr Druck beim Wasserlassen, was die fiesen Bakterien quasi mit dem Hochdruckkärcher runterspült. Und bei jedem Pullern wird es weniger schlimm. Versprochen.

3. Achtung Anal

Mega schön, wenn ihr auch hintenrum Spaß miteinander habt. Trotzdem seid ihr dann in 80% der Blasenentzündungsfälle halt selber schuld. Das Darmbakterium Escherichia Coli wandert bei Gelegenheit gern mal die Harnröhre hoch und setzt dort alles in Brand. Daher: Alles, was hinten drin war, bitte waschen, bevor es vorne herum gebraucht wird. Heißt also: Kondome wechseln, Hände & Toys waschen und – sorry – keine abwechselnde Penetration zwischen Vulva und Anus.

4. Nach dem Sex einschlafen is‘ nicht

Ich weiß, es ist hart, und hoffentlich hast du das auch bald nicht mehr nötig, wenn du ein #Zystitishero bist. Aber nach dem Stelldichein sind da wirklich ‘ne Menge Bakterien unterwegs. Du kannst eine Infektion besser verhindern, wenn du nach dem Sex einmal Wasser lassen gehst und dich mit ‘nem feuchten Lappen frisch machst. Ein frisches Höschen ist auch nicht schlecht.

5. Vor dem Vögeln ein Glas Wasser

Trinken, damit die Pumpe nicht leer geht. Nach dem Sex ist das Bakterienaufkommen im Vaginalgewölbe stark erhöht, da solltest du vorbereitet sein: Postkoitale Blasenentleerung, Baby! Ich habe es mit Bier versucht, ging auch gut.

6. Hot Pussys at work

Das waren noch Zeiten, als man sich als Praktikantin in der Medienbranche nicht erlauben wollte, auch nur einen Tag zu fehlen. Dieser #VaginaLifehack hat mich (gefühlt) unabhängig gemacht: Einweg-Wärmepads (bitte nicht die mit der Klebefolie) – aufreißen, schütteln und in den Slip stecken. Das gibt ein angenehmes Kaminfeuer und die Abstände zum nächsten Toilettengang verlängern sich deutlich. (Achtung – man sollte es nicht übertreiben, denn remember? Ohne Spülen keine Heilung!)

7. Vertraue deiner Pipifarbe

Wenn du fleißig an der Prophylaxe arbeitest, kannst du deinen Erfolg auch in der Toilette beobachten. Je mehr Wasser du trinkst, desto heller wird dein Urin. Solltest du also Weizengold pinkeln, ist es höchste Zeit, sich noch ein bisschen was hinter die Binde zu kippen. Wenn du bemerkst, dass sich Blut in deinen Urin mischt, ist die Blasenentzündung schon recht fortgeschritten und du solltest bald einen Arzt sehen, der dir eventuell Antibiotika verschreiben kann.

8. Knutschen & Netflix

Wenn deine Blasenentzündung sich immer wieder meldet, hilft nichts besser, als mal ‘ne Pause einzulegen. Ist sie erst mal im Gange, wird jede Irritation sie wieder schlimmer machen. Schließ die Beine und embrace die Fußmassagen, die Wärmflasche und das Bett.

9. Zusatztipps der Redaktion

Ohne Werbung für bestimmte Präparate machen zu wollen: Wir haben selbst so einige (natürliche) Produkte getestet und dabei D-Mannose, Blasen- und Nierentees und Aqualibra für besonders hilfreich befunden. Außerdem Kaffee, Zitrusfrüchte, Schnaps und Zucker vermeiden. Und wenn deine Beschwerden anhalten, gehe bitte dringend zum Arzt, okay? Gute Besserung, fröhlichen Beischlaf! 

Headerfoto: Sydney Sims via Unsplash. („Körperliches“-Button hinzugefügt.) Danke dafür!

JULIA STEFANSKI hat nichts gelernt, aber viel erlebt. Was sie antreibt, sind ein wütender Feminismus, die Gier nach finanzieller Unabhängigkeit und der Kampf um die Liebe. Ihre Texte drehen sich rund um Toleranz und zwischenmenschliche Eskapaden. Ihr Herz gehört Berlin Kreuzberg, das sie am liebsten mit ihrer Vespa vollröhrt.

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