Analsex für Anfänger*innen – dieser 6-Punkte-Ratgeber ist voll fürn Arsch

Nichts erregt so sehr wie Analverkehr. Ja? Mega! Oder Nicht? Auch gut. Analsex ist für viele Menschen – vor allem für Anfänger und Anfängerinnen – ein mit Scham behaftetes Thema. Manche mögen es, manche nicht, manche wollen es gar nicht erst ausprobieren. Wenn Ihr allerdings wahnsinnig gerne mal mit dem/der Liebsten analverkehren möchtet, gratuliere ich Euch! Denn das kann, richtig gemacht, für sowohl den aktiven als auch den passiven Part sehr viel Spaß machen! 

In diesem ultimativen Ratgeber für Analsex-Anfänger*innen versuche ich, alle offenen Fragen zu klären und schildere Euch dabei genau, worauf es ankommt, was geht und was auf gar keinen Fall geht.

1. Reden ist Gold, schweigen ist Mist – und auf gar keinen Fall “einfach machen”! 

Wenn Ihr Analsex haben wollt, ist es unbedingt angebracht, vorher ausgiebig darüber zu sprechen. Eine Hands-On-Mentalität bringt Euch im Job vermutlich oft weiter, ist beim Thema Analsex aber völlig daneben. Egal, wer den Wunsch zuerst äußert, sollte offen für Bedenken des oder der Anderen sein, zuhören und auch respektieren, wenn der oder diejenige (noch) nicht möchte.

Wichtig für beide ist die Frage nach dem ”Warum”. Also: “Warum wollen wir Analverkehr haben?” Im Idealfall lautet die Antwort darauf: “Weil das für uns beide eine spannende neue Sache sein könnte.” Bitte niemals ausschließlich deswegen, weil der/die Andere es möchte, wenn es einem von Euch Enddarm- oder Gliederschmerzen bereitet. 

2. Das Ding (mit dem) Saubermachen

Derjenige von Euch, der den passiven Part übernimmt, wird sich vermutlich als allererstes Fragen, ob man sich untenrum besonders sauber machen muss. Wichtig ist zu wissen, dass der Anus an sich eigentlich eine recht saubere Stelle am Körper ist. Wenn man also nicht unmittelbar vor dem Analsex zur Toilette muss, ist generell nicht zu befürchten, dass es dabei auch wortwörtlich dirty wird. Am Besten erleichterst du dich ein paar Stunden vorher (2-3). 

Wenn doch einmal ein “Malheur” passieren sollte, muss das niemandem unangenehm sein. Menschen, die sich für Analsex interessieren, wissen, dass der Anus auch und primär für andere Dinge benutzt wird. Wer sich kolossal davor ekelt, der sollte es vielleicht lieber bleiben lassen. Lifehack (auch bei Erkältungen): Immer eine Packung Kleenex auf dem Nachttisch stehen haben. 

Duschen oder Baden vorher hilft aber grundsätzlich beim Wohlbefinden und sorgt bei beiden für eine der Praxis zuträgliche Hygiene. Eine Analdusche* ist nicht unbedingt von Nöten, kann man aber natürlich machen, wenn man möchte. Um sie anzuwenden, wird die Analdusche/der Klistier mit Wasser aufgefüllt. Danach führt man sie vorsichtig in den Anus ein (Gleitgel welcome!). Anschließend lässt man das Wasser auf der Toilette wieder rauslaufen. Das Ganze wird wiederholt, bis das Wasser klar bleibt. Dann kann’s losgehen, yay!

3. Slow ist das neue Gut! // Teil 1

Entscheidend beim ersten und jedem weiteren Mal ist, dass ihr es langsam angeht, damit keiner von Euch Schmerzen hat. Vertrauen und Vorbereitung mittels LANGSAMEM Vordehnen sind dabei das Aaaah und Oooh. Der Anus ist umgeben von den recht starken Schließmuskeln, die behutsam gelockert werden müssen, bevor Mann (oder Frau) einen Penis (oder Strapon) einführen kann. Es ist ein bisschen wie beim Sport: Dehnen verhindert Verletzungen.

Fangt erst einmal damit an, den Anus Eurer Partner*innen zu massieren. Das sorgt für Entspannung. Erst, wenn er/sie sich bereit fühlt, könnt Ihr einen Finger einführen und weiter von innen massieren. Steigern könnt Ihr Euch dann mit geeigneten Plugs oder Analdildos*, wenn der Finger kein Problem mehr darstellt. Keine Panik: Kleinere Modelle für Anfänger*innen findet Ihr ebenfalls im (Online-)Sexshop Eures Vertrauens. Damit geht die Vorbereitung ganz easy, wenn Ihr Euch nicht unter Druck setzt – und das solltet Ihr auf keinen Fall. 

4. Slow ist das neue Gut! // Teil 2

Auch wenn es dann endlich soweit ist und Ihr entspannt genug seid, um den Penis/ Strapon zum Einsatz zu bringen, sollten Geduld und Achtsamkeit eine große Rolle spielen. Analssex ist nichts für einen Quickie! Einigt Euch auf einen langsamen Rhythmus, bei dem vor allem die passiven Partner*innen, Zeit haben, sich daran zu gewöhnen und nicht sofort verkrampfen. Denn dann ist an Weitermachen nicht zu denken. Analsex soll Euch beiden neue Möglichkeiten für Genuss eröffnen, und Genießen geht am besten langsam und bewusst. Für Frauen kann es sehr angenehm sein, währenddessen von ihrem Partner an der Klitoris stimuliert zu werden, das funktioniert sowohl in der Doggystellung, auf dem Bauch liegend oder in der Reiterstellung gut. 

5. Gleitgel ist Euer bester Freund

Egal, was oder wen Ihr einführen wollt in den Anus Eurer Partner*innen: Verwendet bitte IN JEDEM FALL geeignetes Gleitgel. Anders als eine Vagina kann der Anus nicht durch Stimulation feucht werden. Deswegen braucht es das Gel, damit es angenehm und schmerzfrei geht. Darüber hinaus gilt hier die Regel: Viel hilft viel! Am besten eignet sich wasserbasiertes Gleitgel*, da es sich bedenkenlos mit Latex-Kondomen* verwenden lässt, weil es diese nicht porös macht.

Kondome sind übrigens auch ein MUSS beim Analverkehr. Zwar eher weniger zur Schwangerschaftsverhütung, aber auf alle Fälle zum Schutz vor Krankheiten. Denn im Anus können wesentlich leichter Mikrorisse entstehen, die zu einer Ansteckung mit übertragbaren Krankheiten führen können. Schaut deswegen gerne im (Online-)Sexshop nach, in den einschlägigen Webshops könnt Ihr diskret alles besorgen, was Ihr benötigt: spezielle Kondome für Analsex, Gleitgel, Spielzeug, Bücher* – und haste nich gesehn!

P.S.: Für alle, die den passiven Part beim Analsex übernehmen – gerade für Euch ist es mit Kondom wesentlich angenehmer. Vor allem hinterher. Merke: Alles, was ungebremst reinkommt, kommt auch wieder raus. Ihr versteht schon.

6. Kein Hin und Her zwischen Anus und Vagina!

Last but not least: Auch, wenn Analsex Spaß macht – der Anus ist und bleibt eine Körperöffnung, die nicht primär für Sex gedacht ist. Das bedeutet, selbst wenn der Anus an sich relativ sauber ist, befinden sich auch hier Darmbakterien, die nicht in die Vagina geraten sollten. Denn dort können sie zu unangenehmen Infektionen führen. Am besten wechselt ihr – wenn überhaupt – vom Vaginalsex zu Analsex. Aber bitte auch dann unbedingt langsam und vorsichtig vorgehen. Wenn Ihr doch mal in die Situation kommen solltet, im Eifer des Gefechts von Anal- zu Vaginalsex zu wechseln, denkt bitte an ein (neues) Kondom.

Da dieser Artikel von mir, einer Frau (Hi, na?) verfasst wurde, ist der Fokus sicherlich mehr der weiblichen Wahrnehmung verhaftet. Grundsätzlich gibt es aber gewisse Tipps, die für alle Menschen jedweden Genders und Geschlechts nützlich sind. Wenn Du noch weitere Anregungen hast, schreib gerne einen Kommentar! Vielleicht lerne ich ja auch noch etwas! Ansonsten wünsche ich viel Spaß beim Ausprobieren – und seid lieb zueinander! <3 

Kiki D.: Wie eine jede Frau in den späten 20er Jahren versucht Kiki D. ihren eigenen Weg durch den Dating-Dschungel der Großstadt zu finden. Manchmal mit ganz viel Glitzer und Champagner, aber manchmal auch mit Straßenstaub und Dosenbier. Meistens ohne Plan, aber es klappt doch immer, irgendwie. Und wenn man Single ist, erlebt man oft sehr unfreiwillig sehr komische Sachen. Hier berichtet sie davon.

Headerfoto: Hanna Postova via Unsplash.com. („Körperliches“-Button hinzugefügt.) Danke dafür.

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