Alleine an Weihnachten und Silvester: Wie wir das Beste für uns und andere rausholen

Dickes B, Home an der Spree – Im Sommer tust du gut und im Winter tut’s weh. Kennt jeder, wa? Weihnachten und Silvester 2020 tut so manchen besonders weh. Weiblich, Anfang dreißig, Single – Corona, Abstand, Reisebeschränkungen. Wo soll man da was Positives finden?

Der Dezember hat angefangen und so langsam verbreitet sich Weihnachtsstimmung. Eigentlich befinden wir uns in dieser Zeit oft im Kreise unserer Lieben, essen die ersten Adventsplätzchen, trinken Glühwein und erzählen Geschichten des vergangenen Jahres in warmen Wohnzimmern im Licht von Kerzenschein. Wir riechen gebrannte Mandeln, den Rauch von Lagerfeuern und Bratwürstchen. Warmer Punsch in unseren Händen und eng gedrängte Grüppchen um die Stände der unzähligen Weihnachtsmärkte der glitzernden Stadt.

Weihnachten, die Zeit der Liebe und Vergebung.

Dieses Jahr soll es anders sein. Eng gedrängt auf dem Weihnachtsmarkt ist abgesagt und ein Wiedersehen mit Freund:innen und Familie ist nur sehr eingeschränkt möglich. Noch schnell ein Weihnachtsdate klarmachen – fast unmöglich. Berlin, die Hochburg der Singles: Du kannst dir sicher sein, du bist nicht allein.

Auch, wenn es einem die kalte und vor allem dunkle Jahreszeit manchmal nicht einfach macht, nicht im Selbstmitleid zu versinken – tu etwas für dein eigenes und das Wohlbefinden anderer. Es ist ganz einfach und fühlt sich sooo gut an!

Berlin, die Hochburg der Singles: Du kannst dir sicher sein, du bist nicht allein.

Jetzt kommt das Umdenken: Wir können trotzdem Liebe verschenken und Gutes tun. Jetzt umso mehr. Wir haben Zeit! Wer ist wirklich allein, nicht nur an Weihnachten? Wer hat wirklich Hunger und friert? Nutzen wir doch die Zeit des Alleinseins dazu, drüber nachzudenken, was wir alles geben können. Statt des Wunschzettels kommt ein Tatenzettel, der uns und anderen besonders viel Glück schenkt.

Dein Tatenzettel:

  • Auch wenn es vielleicht schon das zweite Mal in diesem Jahr ist: Nochmal den Kleiderschrank ausmisten und Klamotten spenden.
  • Mit den Kindern unserer Freund:innen spielen, ganze Wochenenden lang.
  • Unseren Lieben mal wieder echte Briefe schreiben, um ihnen für alles, was uns verbindet, danke zu sagen, anstatt auf den letzten Drücker irgendeinen sinnlosen Staubfänger zu kaufen.
  • Immer ein paar Münzen in der Tasche haben, die du für Menschen auf der Straße griffbereit hast. Alternativ dazu Mandarinen, Äpfel oder sonst was zu Essen.
  • „Alte Freund:innen“ über „Freunde alter Menschen e.V.“ noch einmal mehr besuchen oder anrufen.
  • Sich besinnen, was man alles schon erreicht hat und besitzt, dann fällt es umso leichter, auf etwas zu verzichten.
  • Menschen auf der Straße ein Lächeln schenken, wenn man nicht gerade eine Maske trägt.
  • Tierheime besuchen und ‘ne Runde Gassi gehen – frische kalte Winterluft und Bewegung wird dafür sorgen, dass die Endorphine sprudeln.
  • Gemeinnützige Organisationen mit Spenden unterstützen, Kleinvieh macht auch Mist.
  • Glühwein selber machen, Thermoskanne einpacken und sich auf ein Tässchen zu einem Parkspaziergang treffen.
  • Dein Lieblingsrestaurant freut sich über eine Onlinebestellung – Support your locals!

Wo, wenn nicht hier, können wir nicht nur mental noch ein Stückchen näher zusammenrücken?

Auch wenn uns körperliche Nähe zu unserer Familie und unseren Freund:innen schmerzlich fehlen wird, wir nehmen Rücksicht und lernen unsere Bedürfnisse für das Wohl anderer zurückzustellen. Das ist GUT!

Wer die Person mag, mit der er allein ist, ist nicht einsam – sorge auch für dein eigenes Wohl, gönn dir ‘ne heiße Badewanne, ein Buch und Schoki für die Seele. Geil ist doch auch mal, dass du dieses Jahr nicht wieder mal deiner Großtante erklären musst, warum du denn immer noch niemanden gefunden hast und ob das mit dem Heiraten wirklich nichts mehr wird.

Geil ist doch auch mal, dass du dieses Jahr nicht wieder mal deiner Großtante erklären musst, warum du denn immer noch niemanden gefunden hast und ob das mit dem Heiraten wirklich nichts mehr wird.

Für Streit ist dieses Jahr keine Zeit. Wir „müssen“ uns dieses Jahr nicht auf den Weg durch Staus auf den Straßen begeben oder überteuerte Zugtickets kaufen. Die verkrampfte Silvesterparty, auf die du eigentlich eh nicht wolltest und die ab 22 Uhr sowieso schon langweilig ist, fällt aus. Du wirst nicht kurz nach zwölf vergeblich auf eisiger Straße auf ein Taxi warten müssen. Es besteht keine Gefahr, dass dir eine querfliegende Silvesterrakete unter das glitzernde Röckchen schießt. Hört sich das nicht großartig an?

In guter Hoffnung, dass wir uns 2021 wieder voller Vorfreude in Menschenmassen stürzen dürfen, wünsche ich uns einen unvergleichlich schönen, ganz besonderen Jahreswechsel 2020/2021.

Headerfoto: Etty Fidele via Unsplash (“Gesellschafts”-Button hinzugefügt und Bild gecroppt.) Danke dafür!

annenuranne fand als gebürtige Münchnerin ihren Herzensort in Berlin. Hauptberuflich ist sie HRlerin, in welcher Position sie ihre Passion, Menschen zu fördern, jeden Tag leben kann. Nebenbei schreibt sie begeistert Texte über Sex, Drugs, die Liebe, wahrer Dienstleistung und der Selbstverwirklichung im Beruf.

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