Generation Beziehungsunfähig

imgegenteil_Header_beziehungsunfähig

Es gibt immer mal wieder Momente, in denen ich mich frage, wie mein Leben aussehen würde, wenn ich an bestimmten Punkten meines Lebens andere Entscheidungen getroffen hätte. Es sind diese „Was wäre, wenn“-Momente, in denen ich mir mich in einer anderen Version meines Lebens vorstelle. Am Wochenende ist es wieder passiert, als ich meine Eltern besucht habe, die in einem Einfamilienhausgebiet am Rand von Berlin wohnen.

Nach dem Mittagessen machten wir einen Spaziergang. Ich gehe ja immer mit ziemlich gemischten Gefühlen durch die Gegend, in der meine Eltern leben. Ich habe hier einen Teil meiner Kindheit verbracht, hatte aber immer das Gefühl, sehr weit weg zu sein, von einem Leben, wie ich es mir vorstellte. Aber als wir am Sonntag durch die menschenleeren Straßen liefen, begann ich mein Leben mit dem Leben meiner Eltern zu vergleichen, an welcher Stelle sie standen, als sie in meinem Alter waren. Sie waren verheiratet, hatten ein Haus, Kinder und zwei Autos, alles war geordnet. Sie waren weiter als ich. So gesehen bin ich verglichen mit ihrem Leben gnadenlos gescheitert. Und damit bin ich nicht allein.

Wenn ich mich in meinem Umfeld umsehe, sind Kinder, Häuser oder Autos die Ausnahme. Die meisten Dreißigjährigen, die ich kenne, besitzen keine Autos, und obwohl sie schon irgendwie gern Kinder hätten, empfinden sie es erst einmal noch als zu früh, Eltern zu werden – und natürlich wohnen sie auch nicht in Einfamilienhäusern, sie wohnen in WGs.

Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki hat sich schon vor Jahren darüber beschwert, dass viele deutsche Autoren ihre Debüt-Romane erst mit Mitte dreißig schreiben. Heutzutage gilt man mit Ende dreißig noch als „Jungautor“. Das lässt sich nicht nur auf die literarische Welt anwenden, es zieht sich quer durch alle Bereiche. Die Dinge haben sich verschoben. Beruflich und privat.

„Ist natürlich auch ne Geldfrage“, erklärte mir mein zweiunddreißigjähriger Bekannter Christoph, als ich ihn darauf ansprach, warum er eigentlich immer noch in einer WG wohnt. „Es ist ja auch so, dass sich die Bildungswege einfach verlängert haben. Nach dem Abitur war ich erstmal im Ausland, und dann hab ich angefangen zu studieren. Ich hab ja erst mit Ende zwanzig „richtig“ gearbeitet, und dann auch noch als Praktikant.“

Man sagt ja, dass vierzig das neue dreißig ist; so gesehen wäre dreißig das neue zwanzig. Da passt es schon ganz gut, noch in WGs zu leben, und sich für Kinder noch zu früh zu fühlen. Vielleicht nennt man die Gruppe der Dreißig- bis Vierzigjährigen auch deswegen Thirty-somethings. Das Etikett soll einem das Gefühl geben, noch Zeit zu haben. Spielraum.

Christoph ist Journalist und seit zwei Jahren Single. Obwohl er sich unter Wert verkauft und gnadenlos unterbezahlt ist, ist er zuversichtlich. Er ist auf dem Weg. Er hat mir einmal erzählt, warum ihn seine Ex-Freundin verlassen hat: „Ich bin beziehungsunfähig, hat sie gesagt, sie hatte immer das Gefühl, mit einem Single zusammen zu sein. Die Arbeit wäre mir wichtiger als sie.“

„Und? Hat sie recht?“, fragte ich nach einer kurzen Pause.

„Klar hat sie recht“, erwiderte Christoph. „Der Job ist mir einfach sehr wichtig. Ich könnte mir nie vorstellen, was Mittelmäßiges zu machen, und harte Arbeit ist einfach der Preis, wenn man sich selbst verwirklichen will. Wir haben uns auch pausenlos gestritten, dieses ständige Problematisieren, das kann ich nicht gebrauchen, das wirkt sich alles auf den Job aus.“

Man muss dazu sagen, was der Begriff „Job“ heutzutage eigentlich bedeutet. Die Generation unserer Eltern hatte einen Beruf UND ein Leben. Es gab eine Trennung. Nach der Arbeit pflegten sie ihr Privatleben. Heute ist das verschmolzen. Ein Job ist heutzutage mehr als nur ein Job, ein Beruf hat den Anspruch einer Berufung.

Das liegt auch daran, dass keine Generation so zwanghaft in dem Bewusstsein aufgezogen wurde, etwas Besonderes zu sein wie die heutige. Darum war in keiner Generation der Wunsch so groß, sich selbst zu verwirklichen. Arbeit gilt als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit, der eigenen Wünsche und Träume. Man trennt nicht mehr zwischen Arbeit und Leben. Wenn man seine Träume verwirklicht, empfindet man seine Arbeit nicht als Arbeit, sondern als Leidenschaft. Man unterscheidet nicht mehr zwischen Arbeit und Privatleben, sie sind miteinander verwoben. Die Grenze löst sich auf, auch durch unsere ständige Erreichbarkeit. Mit unseren Smartphones haben wir das Büro ja praktisch immer dabei. Der Mittelpunkt des Lebens sich hat auf den beruflichen Erfolg verlagert, ganz unbemerkt.

Das eigene „Ich“ ist unser großes Projekt, die Arbeit ist da ja nur ein Detail. Wir sind mit uns selbst beschäftigt. Wir werden zu unserer eigenen Marke. Die Frage, was unsere Individualität am treffendsten versinnbildlicht, beschäftigt uns wie keine Generation zuvor. Wir modellieren unser Leben. Wir arbeiten an unserer Karriere, an unserer Figur, und daran, unseren Traumpartner zu finden, als wäre unser Leben ein Katalogentwurf, dem wir gerecht werden wollen. Man entscheidet sich bewusst für Dinge, mit denen man sich einen angemessenen Rahmen für sein Leben zusammenstellt, die richtige Fassung gewissermaßen. Jedes Detail wird zum Statement, das unser Ich unterstreichen soll: Mode, Musikrichtungen oder Städte, in die man zieht,  Magazine, wie man sich ernährt – und in letzter Konsequenz auch die Menschen, mit denen man sich umgibt. Im Spiegel habe ich schon vor einigen Jahren gelesen: „Früher ging das Leben so: Erwachsen werden, Beruf ergreifen, heiraten, Kinder und gut. Heute sind überall diese Stimmen, die flüstern, dass alles noch viel besser sein könnte: der Job, der Partner, das Leben und vor allem man selbst.“ Mit anderen Worten: Wir befinden uns in einem anhaltenden Zustand der Selbstoptimierung. Wir wissen, dass alles noch viel besser werden kann. Bis es perfekt ist. Das Problem mit dem Perfekten ist allerdings, das man diesen Zustand nie erreicht.

Die Beziehungs- und Bindungsunfähigkeit, von der heutzutage so viel geredet wird, ist nichts anderes als das Streben nach universeller Selbstverwirklichung, nach vermeintlicher Perfektion. Man weiß einfach, dass es irgendwo noch jemanden gibt, der besser zu einem passt, der das eigene Leben sinnvoller ergänzt. Und so richtig bewusst wird es einem, wenn Beziehungsprobleme auftauchen. Man will sich in seinem Selbstverwirklichungsprozess nicht eingeengt fühlen. Nicht abgelenkt werden.

Vor einigen Monaten hat sich einer meiner Bekannten von seiner Freundin getrennt, und zwar mit den Worten: „Ich will jetzt noch mal so richtig durchstarten, und du bist nicht die richtige Frau dafür – du passt einfach nicht.“ Das ist ein unbarmherziger, aber auch sehr aufschlussreicher Satz, der beschreibt, wohin die Reise gehen kann.

Wenn das eigene Ego so groß ist, dass es unseren Partner ausblendet, wird schnell mal verdrängt, dass es in Beziehungen um eine gemeinsame Entwicklung der Persönlichkeit geht. Wenn man in einer Beziehung ist, lernt man sich selbst ja auch noch einmal neu kennen. Man sieht sich aus einer anderen Perspektive. Mit dem Blick des Partners. Er ist sozusagen der Spiegel. So gesehen sind Beziehungen eine gute Möglichkeit, sich als Mensch zu verbessern. Durch einen Blick von außen, denn Selbstwahrnehmung und Außenwirkung gehen selten Hand in Hand. Dieser Prozess führt natürlich immer mal wieder zu Konflikten, und wir sind immer weniger bereit dazu. Aber es ist ja nun mal so: Wer sich ausschließlich auf sich selbst beschränkt, verpasst eben auch alles andere.

Als ich am Sonntag mit meinen Eltern durch das Einfamilienhausgebiet spazierte, und daran dachte, dass meine längste Beziehung nur knappe drei Jahre gehalten hatte, und ob eine Beziehung, in der beide Partner ihr Projekt „Ich“ so sehr pflegen, überhaupt Bestand hat, begannen meine Eltern darüber zu sprechen, dass ich wieder Single bin. Sie sagten, dass ich doch eigentlich gerade gar keinen Kopf für eine Frau habe.

„Du kannst doch gerade keine Ablenkung gebrauchen“, sagten sie. „Allein zeitlich würdest du doch Beziehung und Arbeit gar nicht unter einen Hut kriegen.“

Tja, dachte ich. Seit Januar arbeite ich an einem Roman, ich schreibe Kolumnen und habe gerade mit einem Drehbuch begonnen. Es passiert gerade ziemlich viel, und für mich war mein Beruf ja auch immer ein Mittel, mich selbst zu verwirklichen. Ein wichtiger Teil meines Selbstverständnisses.

„Du hast doch gerade viel zu viel mit dir selbst zu tun“, sagte meine Mutter.

Ich nickte, wahrscheinlich hat sie recht. Sicher sogar. Aber ich weiß auch, sobald die Richtige kommt, wird mir das egal sein. Zumindest hoffe ich das.

Denn wer sich nur auf sich selbst beschränkt, der verpasst alles andere.

Fun Fact: Michael Nasts neues Buch Generation Beziehungsunfähig könnt ihr ab jetzt kaufen, den ersten steilen Schinken gibt es schon etwas länger auf dem Markt.

Headerfoto: Sabino Aguad via Creative Commons Lizenz!

185 Comments

  • GiGi sagt:

    Habe hiervon im Radio gehört und wollte mal lesen, worum es dabei geht.
    Lustig zu lesen. mehr nicht. Es wird als allgemeingültig verkauft (wahrscheinlich einfacher zu formulieren). Interessant wäre eine Statistische auswertung nach Alter, Beruf, Herkunft (ländlich oder städtisch zum beipiel) usw., damit dieser Artikel nach mehr als nur schöne Sätze klingt. Natürlich gibt es die hier beschriebenen Menschen, aber diese sind nur ein Teil aller Singels.
    Beim lesen des Textes bekommt man den Eindruck, als ob ALLE 30-40 Jährigen so denken würden. Nur ein Beispiel: „Arbeit gilt als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit, der eigenen Wünsche und Träume. Man trennt nicht mehr zwischen Arbeit und Leben. “ – Auf wie viele Menschen trifft das zu? 5%, 10%, 25%? Wie viele Menschen gehen nur Arbeiten um ihr Lebensunterhalt zu sichern?

    • Lindissima sagt:

      Den Einwand von Gigi finde ich berechtigt. Auch mich würde das durchaus interssieren. Allerdings müsste der Autor dann eine Studie vorlegen und das war vermutlich nicht sein Ziel.
      Ich denke, in seinem Artikel und (wahrscheinlich) auch dem Buch geht es um seine Sicht bzw. Wahrnehmung. Also das, was er um sich herum oder bei sich selbst beobachtet und erfährt. Es ist eine sehr qualitative Sicht, statt eine quantitative. Eben doch mehr Kolumnenstil, als wissenschaftliche Auseinandersetzung.
      Für mich ist das i.O., auch wenn ich mich in dem Artikel, trotz meiner Ende 20er, nur bedingt wiederfinde. Es gibt sicherlich dennoch viele Menschen, die sich mit Nasts Beobachtungen identifizieren können. Das kann letztlich jeder für sich entscheiden. So ist das mit den Medien…wir konsumieren sie freiwillig und es ist jedem selbst überlassen, wie ernst er das Gebotene nimmt. 😉

  • Robert S. sagt:

    Danke für den Artikel auf Deinen Block. Wenn man sich die Zeil so durchliest, regt dies zum Nachdenken an. Die Zeit ändert sich, wir leben in einer immer schneller werdenden Welt. Ich denke gerade weil wir heut zu Tage zu viele Möglichkeiten haben, aber auch zu viele Ablenkungen, verlieren wir den Blick auf uns und die damit verbundenen Werte und Ziele.
    Wir werden geprägt durch unser Umfeld, durch Werbung und (TV) Programme die nach immer mehr, immer besseren und immer größeren Sensationen suchen. Ich denke man muss versuchen das große ganze zu sehen, mal wieder abschalten können, das Handy mal auslassen. Sich die Zeit einfach nehmen. Für die Liebe gibt es kein Rezept! Und wenn eine Person in unser Leben tritt können wir nicht vorher schon wissen ob sie oder er die richtige Person ist.
    Dies wird sich zeigen und so bleibt es spannend und prickelnd. Sollte es dann nicht klappen, wovor die meisten Angst haben, dann darf man nicht enttäuscht sein. Klar Trauer ist gut und menschlich, auch manchmal schön. Das gehört zum Leben dazu. Aber man sollte auch versuchen den Blickwinkel zu ändern und dankbar dafür sein, dass man die Möglichkeit hatte diese Person kennenzulernen.
    Dies trägt viel mehr zum eigenen Wachstum und Entwicklung bei und ich denke man ist dann auf dem richtigen Weg seine Beziehungsunfähigkeit in eine Beziehungfähigkeit umzuwandeln. Ich habe hierzu auch ein kleines E-Book geschrieben, wer mehr wissen will findet dies unter mydatingpartner.net einfach eintragen und mehr erfahren.
    Euer Robert

    • alex sagt:

      So langweilig…Dieser Artikel verdient überhaupt kein Repost. Ist es immer so in Deutschland? So was kann eure Augen öffnen?Ich habe als Russe von deutscher moderne Kultur mehr erwartet. LANGWEILIG. Es ist selbstverständlich dass die deutschen nicht nur beziehungunfahig aber sogar „kennenlernen unfähig“ sind. Man kann sich vorstellen dass niemand von euch ins Urlaub mal nach Italien oder Spanien geht und sieht wie man gesellig sein kann. Sogar „kalte Russland“ ist viel wärmer. Herr Dostojewski würde lächeln darüber was dieses Volk bewegt.

      • Karoline sagt:

        @Alex, danke für dein Kommentar ich hätte es wohl nicht besser schreiben können.

        Leider ist Deutschland ein Land wo die Wirtschaft und die Politik mehr Rang und Interesse erhalten, als die Liebe und die Leidenschaft, wie in manch anderen Ländern. [(Leider ist es schwer sich kaum dadurch beeinflussen zu lassen (auf mich selbst bezogen)] Und wer nicht weiß was ich damit meine, weiß nicht was wirkliche Leidenschaft bedeutet.

      • Romancer sagt:

        Ich fand den Text eigentlich kurzweilig und trotzdem irgendwie tiefgehend. Wenn dieser Artikel keinen Repost verdient, warum der Post von Alex? Was ein Russe von Deutscher Kultur und den Deutschen erwarten darf, steht doch auf einem ganz anderen Blatt. Vielleicht ist es aber auch nur der Versuch einer Provokation.

    • Jan sagt:

      Ich empfehle das Buch „Generation Ego“ von B. Heinzlmaier/Ph. Ikrath, dort wird das oben beschriebene und noch vieles mehr fundiert und detailliert dargestellt (und das bereits 2013!). Für alle die mehr wollen.

  • SaoiAebi sagt:

    Naja, immer noch besser als dieser vorbestimmte und praktisch einzige Lebensentwurf vor einem Jahrhundert. Ich glaube, wir werden mit der Zeit schon mehr klarkommen mit diesem neuen Preis der Freiheit. Aber bis sich all dies eingependelt hat, braucht’s einige Zeit und Nerven. 😉

  • Tobias sagt:

    Alleine die Möglichkeit hier unter diesen Text noch sein Senf rein zu drücken dient unserem Zwang und Bedürfnis uns zu optimieren.

    Diese Möglichkeit gibt es nur, weil es wie wir alle wissen sehr reizend sein kann seine eigene Interpretation kund zu tuen.

    Ich weiß nicht wies euch geht…. dass man hier drunter noch etwas schreiben kann bemerkte ich erst nachdem ich den Artikel durch hatte. Als ich anfing drüber nachzudenken provozierte mich diese Funktion ungemein.

    • Larissa sagt:

      Kommentare tragen meiner Meinung nach durch gesunden Kulturdiskurs zu einer kritischen Öffentlichkeitsbildung bei. Anders würden wir Medien nur noch stur konsumieren und als passive Rezipienten nach Adorno in die Massenindustrie abdriften, die sich in unseren Reihen sowieso schon viel zu weit etabliert hat.
      Wo man sich früher nach dem Theater in ein Café gesetzt hat, um sich über das Gesehene auszutauschen, so gibt es im 21. Jh. die Kommentarfunktion. Nicht auszudenken, würde auch das noch verloren gehen. Wo doch die Kultur, also auch seine Medien, im Menschen selbst gründet.

      • Romancer sagt:

        Alles richtig. Ich würde den Café-Besuch bevorzugen. Mit Menschen, die ich mir ausgesucht habe. Im Netz geht man immer das Risiko, Trollen auf den Leim zu gehen und mehr zu investieren, als man/frau jemals im besagten Café einbringen würde. Noch dazu, bei einer ersten Begegnung. Das Netz macht dich irgendwie subido angreifbar.

  • Marina sagt:

    ‚Also das ist mit Sicherheit der beliebteste und heiß diskutierteste Artikel den ich zu diesem Thema finden konnte 🙂 und wohl auch zu Recht! 🙂

  • Kenneth Jones sagt:

    Generation Selbstoptimierung

    Ja es ist wahr. Wir sind Generation Selbstoptimierung. Wir sind stetig und immer darauf programmiert ein besseres Ich zu generieren. Dabei ist es egal ob Mann oder Frau. Immer weiter, immer höher, immer besser. Immer auf der Suche nach einem besseren Status. Besseres Auto, bessere Wohnung, bessere Arbeit, besseren Partner. Selbstverwirklichung auf kosten konsequenter Optimierung. 



    Ob das System, der Kapitalismus, die Verwirrung um ein klares Rollenverständnis oder das krankhaft-vorgelebte mediale Idealbild uns dazu gebracht hat, lässt sich nicht eindeutig festlegen. Vielleicht erleben wir auch nur die unaufhaltsame Werte-Verschiebung des modernen Menschen. 
Die Gesellschaft bleibt eben ein dynamisches Wesen. Es stagniert nicht. Es verändert sich. Es entwickelt sich und lässt dabei einiges liegen.

    
Ich – Das Wort das wir benötigen um unser Ego zu erfassen. Wir – das Wort das wir benötigen um nachhaltig zu wachsen. Denn was passiert wenn Ich tatsächlich das beste Auto fahre, die beste Wohnung samt Einrichtung besitze, die beste Arbeit ausübe und den optimalsten Partner an meiner Seite weiß?



    Nix. Optimierung zu Ende. Das Selbst aber auch. Unsere Identität endet mit dem finalen Optimierungsschritt.

  • Kim sagt:

    Ein sehr interessanter Artikel. Im nachhinein sind mir sehr viele Parallelen bei mir sowie in meinem Umfeld aufgefallen. Oft muss ich noch an diese Worte denken!

  • Melanie sagt:

    Hallo, ich denke, dass wir im Grunde alle recht verwöhnte Menschen sind und uns eben wünschen und vorstellen, dass alles im Leben Spaß macht und einfach ist – so wird es uns ja auch durch die Medien vermittelt. Bist du zu dick, esse eine Pille, bist du zu nervös – iss eine Pille, bist zu irgendwas – kaufe irgendwas und das Problem ist verschwunden. Und wenn dem nicht so ist, bist du ein unzulänglicher Mensch. Dass Beziehungen auch Arbeit sind, Kompromisse oder Vereinbarungen erfordern, dass man eben nicht nur Liebe, Anerkennung und Zuwendung bekommen wird, sondern im Gegenteil auch dem anderen etwas gibt und sich selbst zurücknehmen muss, dass man für den anderen da sein muss und auch seine Probleme anhört, ihm ein Partner sein muss, dass will niemand hören. Wir wünschen uns alle einen Partner der perfekt passt- warum denn? Weil jemand der genau unseren Vorstellungen entspricht, von uns überhaupt keine Schwierigkeiten erfordern wird. Alles wäre ganz einfach! Man sieht sich und es herrscht Friede, Einvernehmen und Glückseligkeit. Niemals langweilige Routine, niemals Streit, das ist doch eine Illusion! Das Lebens so nehmen, wie es kommt, den Partner so nehmen, wie er ist, dass gehört auch zu einer Beziehung. Kommunikation, nicht über Smartphones, sondern persönlich, was vielen ja auch immer schwerer fällt, gehört dazu und das ist nicht immer angenehm. Denn gerade unser Partner hält uns immer wieder einen Spiegel vor, gerade weil wir ihm nahe stehen. Aber natürlich fällt es vielen auch immer schwerer sich auf eine Beziehung einzulassen, wenn man betrachtet, wie wir manchmal miteinander umgehen. Vertrauen missbrauchen, jeder an sich denkt, wenn etwas nicht passt, na dann tschüss. Wer will sich da noch auf jemand anderen einlassen?

    • Tim sagt:

      Im Ernst, ich habe mich in dem Artikel am Anfang noch wieder gefunden. Ich fühlte mich auch immer weit weg von meinem Leben, und auch ich bin in einer Einfamilienhaussiedlung aufgewachsen. Auch ich vergleiche mein heutiges Leben mit 25 ab und zu mit dem meiner Eltern. Aber ganz ehrlich, neidisch bin ich auf deren Leben nicht. Ich halte es kaum aus, wenn ich wieder in meinem Heimatort bin und will so schnell wie möglich wieder zurück in die Stadt, also nach Hause, 700km weit weg. Und ich penn auch nicht bei meinen Eltern, sondern immer in meiner alten WG in der benachbarten Kleinstadt. Dieses Vater, Mutter, Kind, Kind, Hund, Auto Leben ist mir einfach zu langweilig, und in dieser Gegend passiert einfach nichts. Ich hab immer das Gefühl man rostet ein, und das einzige was passiert, ist dass ab und zu mal jemand krank wird oder stirbt. Wenn ich da noch wohnen würde, würde ich wahrscheinlich jeden Tag darauf warten, dass mir selbiges auch bald passiert.

      Und Beziehungen funktionieren deshalb nicht, weil Menschen nunmal schlichtweg nicht monogam sind. Niemand kann mir erzählen, es gäbe nur eine Person auf der Welt, die er oder sie attraktiv findet. Und niemand kann mir erzählen, er oder sie würde sich nicht mal einen intimen Moment mit einer anderen Person wünschen, die man vielleicht auch sehr gern hat. Das ist ganz normal und dafür muss man sich nicht schämen, solange alle beteiligten damit einverstanden sind und es transparent kommuniziert wurde. Es gibt eben nicht den oder die Richtige, weil jeder Mensch irgendwelche Eigenschaften hat, die man an dem Menschen nicht mag, die aber beim Versuch eine Beziehung zu führen meistens verdrängt werden, bis sie dann irgendwann als unerträglich nervig umpfunden werden und man sich nur noch streitet. Und dann gibt es wieder andere Menschen, die ganz andere Eigenschaften haben, die man irgendwie toll findet.

      Solange man etwas mit sich anzufangen weiß und mit sich selbst zufrieden ist, kann man sich glücklich schätzen. Dann entsteht Liebe oft von ganz alleine, einfach weil man Menschen kennen lernt. Das streben nach einer bürgerlichen Existenz mit einer festen Bindung, Haus, Kind und Garten ist nichts weiter als das Streben nach Statussymbolen, die einem vielleicht Sicherheit verleihen mögen, aber eben auch starke Unfreiheit. Und wirklich glücklich wird mit diesem Lebensstil glaube ich niemand. Ich kann mir jedenfalls nichts schöneres vorstellen, als das Leben, das ich führe. In meiner kleinen WG in einer großen Stadt, einem festen Freundeskreis, einem festen Job mit lockeren Arbeitszeiten, immer mal wieder eine romantische Zeit mit einer anderen Person, und einigen Interessen und Hobbies, denen ich nachgehe, mit denen ich mich selbst verwirkliche. Seid frei, genießt das Leben. Es gibt nur das eine.

  • Nicole Völker sagt:

    Super und genau auf den Punkt getroffen. Ich habe lange nach den einen den „Richtigen“ gesucht und mit 30 habe ich ihn dann gefunden. Wir sind seit 10 Jahren zusammen und haben 2 Kinder. Wir mussten auch zusammen wachsen, vor allem ich war echt schwer Beziehungsgeschädigt und hatte den Glauben an die Männer verloren. Aber es gibt eben doch noch den einen wo man dann so einiges zurück steckt und sich eine Zukunft gemeinsam aufbaut.

  • Stefan sagt:

    Hallo Michael,

    einerseits ein sehr guter Artikel, du hast in einigen Punkten garantiert recht. Vor allem, wenn es um das Projekt „ich“ geht. Die frage ist, woran sollte man denn sonst wirklich arbeiten wenn nicht an sich selbst? weil jede Entwicklung immer über einen selbst geht, auch eine Beziehung aufrecht zu erhalten und zu kultivieren ist in letzter Konsequenz eine Selbstentwicklung.

    Zumal, einem heute in der Regel alle Wege offen stehen, sehe ich nichts das dagegen spricht, seine Bestimmung zu suchen, einen dienst zu erweisen, und dafür einen Gegenwert (Geld) zu erhalten, statt „nur“ zu arbeiten, um dann nach Hause zu kommen um dort in seinen Talenten voll aufzugehen, also warum nicht kombinieren? Als beispiel ein leidenschaftlicher Hobby Fotograf der in einem Schuhladen

    Vielleicht auch mal das klassische Arbeit & Leben Model wie auch das evtl. aus der Zeit gekommene Beziehungsmodell, das heute auch nicht mehr so viele leben wollen wie früher. Freiheit, Zwanglosigkeit nimmt mehr Priorität ein.

    Gruß,

    Stefan

    • Ilijus sagt:

      Super Text erstmal, du triffst das Problem.
      Ich glaube das Schlimmste an der Sache ist, das wir nie ruhen wollen. Es ist fast schon eine Gier geworden, besser zu sein als der andere. Das war schon immer so. Aber wie du auch im Text erwähnst, ist man früher nach Hause, konnte abgeschalten und sich eventuell mit einfachen Dingen beschäftigt, wie Heimwerken, Basteln etc. Etwas das eben entspannt. Heute ist das eben nicht mehr so. Wir schalten nie ab. Das verändert uns.Wir verstummen als Menschen, den Blick nur auf unser eigenes Wohl geworfen und vergessen, dass wir deswegen Menschen sind, weil wir miteinander leben sollen und nicht jeder für sich. „Glück ist das einzige Gut, das sich verdoppelt, wenn man es teilt“

    • kate sagt:

      Guter Text!

      und hier das passende Lied dazu 🙂

      https://vimeo.com/38370020

      Lyrics:
      „‚Schmerzensmänner‘

      Ein Jahr lang hab ich in Bars rumgeknutscht
      Hab mit Typen rumgemacht, Zeit mit ihnen verbracht
      So richtig hat mir dabei kein Einziger gefallen
      Jedenfalls hat’s nicht gelangt um mich wirklich zu verknallen

      Und ich frag mich schon: was ist da los?
      In Berlin, das sagt doch jeder, ist das Angebot so groß
      Und ich dachte schon, ob es doch an mir liegt,
      Dass es in dieser Stadt einfach niemanden gibt,
      der mir gefällt
      der mir gefällt

      Und dann tratst auf einmal du in meine Welt

      Du hattest scheinbar alles, was die anderen nicht hatten
      Du warst souverän und brachtest mich zum Lachen
      Schienst irgendwie geerdet und erfrischend klar
      Doch dann stellte sich raus, dass du auch nicht anders warst

      Und ich frag mich schon, ist das die Generation
      In der die Männer alle sagen: Du, ich weiß noch nicht
      Ich muss mich erst noch finden, bitte versteh mich
      Ich bin zwar Mitte 30, doch kennen tu ich mich nicht
      Drum kann ich mich nicht binden, so entschieden bin ich nicht

      Es ist nicht deine Schuld, doch es liegt auch nicht an mir
      Ich mag dich wirklich sehr und es fällt mir ja auch schwer
      Doch ich brauch Zeit für mich, die hatt ich bisher nicht
      Ich bin zwar Mitte 30, doch kennen tu ich mich nicht
      Ich muss mich erst noch finden, vorher kann ich mich nicht binden
      Ich weiß noch nicht wie und ich weiß auch noch nicht wann
      Ich weiß einfach nur, dass ich vorher nicht kann
      Ich weiß noch nicht, Ich weiß noch nicht
      Ich bin zwar Mitte 30, doch kennen tu ich mich nicht
      Bitte versteh..
      Ich weiß noch nicht..
      Bitte versteh..

      Und ich verstand
      einfach
      nichts „

    • Thun Florian sagt:

      Du hast gesagt was sollen wir dann tuen : Es wäre eine viel schönere Welt wenn nicht jeder nur sich verbessern möchte, sonder das jeder jeden verbessern/weiterhelfen möchte.
      (In so einer Welt würde ich gerne leben)
      Wenn das „ich“ endlich aus den köpfen der Menschen verschwinden würde und dafür ein „wir“ stehen würde,dann hätten wir keine Probleme mehr aber das ist ja leider nur Utopie.

  • Tina sagt:

    Ich finde es interessant, wie in diesem Artikel das Thema des Drangs zur Selbstverwirklichung reflektiert wird. Für mich stellt sich die Frage, was eigentlich dahinter steckt. Welche gesellschaftlichen Rahmenbedingungen es für diese Generation überhaupt notwendig macht, immer mehr daran arbeiten zu müssen, ein möglichst perfektes Leben zu erreichen.
    Ich habe immer das Gefühl, dass irgendwie verlangt wird, dass man möglichst unabhängig und flexibel ist. Und das mit einer festen Beziehung und Kindern unter einen Hut zu bringen, scheint mir schon eine große Herausforderung. Irgendwie steht die Selbstverwirklichung für manche Menschen doch an erster Stelle und Familiegründen kommt irgendwann danach. Nur wann soll dieses danach sein? Da sollte man sich wirklich gut überlegen, was einem wirklich wichtig im Leben ist.
    Und wenn man feststellt, dass es eben sein Beruf ist oder sonst etwas, dann ist das doch prima. Ich finde das Wort beziehungsunfähig irgendwie fragwürdig. Ich frag mich immer, warum es so ein Grundprinzip ist, unbedingt eine Beziehung führen zu müssen. Jeder kann sich doch seinen Lebensstil selber aussuchen und muss für sich entscheiden, mit was er am besten Leben kann. Dieser Perfektionismus entsteht ja eigentlich nur durch das vergleichen mit anderen. Zum Beispiel wenn man ständig gefragt wird, warum man denn keine Freundin/Freund habe. Dann ist es doch ok, wenn es einfach nicht in sein Lebensstil hineinpasst und man glücklich damit ist. Es ist dann manchmal einfach nur schwierig sich vor anderen oder auch vor sich selbst zu rechtfertigen.

  • Emiliy sagt:

    Der Artikel ist wie ein Spiegel, der zumindest mir mein derzeitiges BIld vorhält. Ich bin 27, gehe nächstes Jahr ins Referendariat und habe außerdem noch den Plan, direkt im Anschluss meinen Doktor zu machen. Wann und wie soll ich bei all den Plänen noch Zeit für einen Partner finden oder überhaupt jemanden kennenzulernen. All die Versuche meines Umfeldes, mir jemanden vorzustellen, schlugen fehl. Ich habe tatsächlich keinen Kopf dafür, obwohl ich doch gerne jemanden kennenlernen würde, allerdings ohne verkuppelt zu werden. Ich schätze, wenn der Richtige vor einem steht, sucht man keine Gründe, was alles dagegegen spricht. Man lässt sich einfach und unbefangen darauf ein. Das hoffe ich zumindest…

  • Christoph sagt:

    Wann ist man beziehungsfähig und ist es überhaupt erstrebenswert beziehungsfähig zu sein?
    Warum wird so schnell die Generation kritisiert und analysiert? Warum nicht die Beziehung, wie wir sie kennen? Ist es vielleicht einfach mal an der Zeit die klassische Beziehung in Frage zu stellen?

  • mbrattig sagt:

    Gute Analyse zu Problemen unserer Generation und toll geschrieben.
    Aber ein cleverer Däne wußte auch: „Heirate und Du wirst es bereuen. Heirate nicht und Du wirst es auch bereuen.“
    Interessanterweise klingt es ein wenig so, als wäre eine lange, erfüllte Beziehung nur eine andere Form der Selbstoptimierung (Ego-reduktion). Mir wirkt die Ehebeschreibung dann doch zu rosarot (ohne die Kritik an unserer Generation in Frage zu stellen!).
    Das Leben ist absurd. Das zu erkennen ist der erste Schritt, die Revolte der Zweite.

  • Eric Paul sagt:

    Hi Du Geburtstagsbär!

    Wunderbarer Artikel.

    Die Robbe

  • klarsicht sagt:

    Tja, offensichtlich eine Generation von ferngelenkten Zombies. Das System sagt: Du musst Deinem Ich huldigen, denn nur so kann man denen den ganzen Schrott verkaufen, der verspricht: So wirst du noch besser. Nietsche schrieb einmal sinngemäß: „Werde der, der du bist“. Und fügte gleich wissend hinzu: „Das setzt aber voraus, dass du keine Vorstellung hast, wer du bist“. Diese Zombies wissen alle sehr genau, wer sind, was ihnen zusteht und wo sie hin müssen. Poor.

  • macaol sagt:

    ich kann mich teils wieder finden und teils nicht. bei mir ist es eher so das ich mit 34 schon 3 Kinder habe und verheiratet bin, jedoch leben wir in einer kleinen wohnung in berlin und die kinder und meine frau ziehen soviel zeit das es garnicht möglich ist noch beruflich und selbstständig viel mehr zu erreichen weil die zeit einfach garnicht da ist. so sehr ich meine kinder liebe wünschte ich mir manchmal erst später damit angefangen zu haben, schliesslich war ich vorher ein sehr erfolgreicher selbstständiger, mit einem kind ging es auch noch aber mit dem 2ten ging es stetig berg ab.

  • Mr. T. sagt:

    Wir sind viel zu viel mit uns selbst beschäftigt und das zeugt nicht nur von dem Drang sich selbst zu verwirklichen, sondern von einem ungeheuren Egoismus. Dies ist ein guter Artikel, jedoch verschweigt er diese Tatsache komplett. Wir sind so mit uns selbst beschäftigt, dass wir nicht nur uns selbst als beziehungsunfähig deklarieren, sondern auch komplett empathielos durch unser kleines Reich laufen. Wir sind zu Narzissten geworden, Wir starren uns zwar nicht unbedingt jeden Tag im Spielgel selsbtverliebt an, aber wir müssen uns ständig mit unseren Erreichten reflektieren und tragen diese dann wie ein Spiegelbild mit uns herum. Andere haben da keinen Platz. Wir verschießen uns immer mehr, beim kleinsten Konflikt fühlen wir uns eingeengt und flüchten uns in die Ausrede, dass unser Partner/in uns ausbremst und wir uns nicht verwirklichen können. In Wirklichkeit jedoch sind wir einfach nicht in der Lage uns mit Kritik von dem Menschen zu befassen, der uns ja eigentlich liebt. Obwohl wir schon selbstkritsch sein können, passt jedoch jegliche Kritik von außerhalb an der eigenen Person uns nicht in den Kram. Das Leben ist nicht für immer. Es rast an uns vorbei und irgendwann kommt dann die große Frage nach dem Warum und dem Wofür. Ich kenn Leute, die haben ein Riesen-Haus, ohne Ende Platz, viel Geld. Wenn man jedoch in das Haus kommt ist es einfach nur tod. Nur sterile Objekte, mit denen man sich identifiziert, es ist einfach kein Leben vorhanden. Wenn das das Resultat meines Strebens nach Selbstverwirklichung ist, dann bin ich gerne in einer Beziehung, in der ich mich ab und an der Kritik aussetzen muss, gerne in einer Beziehung, in der ich ab und an Kompromisse eingehen muss und gerne in einer Beziehung, in der meine Frau mir ein Kind geschenkt hat, gerne in einer Beziehung, wo mich diese Dinge ganz eideutig daran erinnern, dass ich geliebt werde.

    • Eine Nummer sagt:

      Chapeau!

      Die Sterilität, die das vom kapitalistisch digitalisiert geprägten und auf eine Nummer reduzierte Individuum begleitet, haftet dem gesamten ‚Leben‘ an.

      Die scheinbar einem Kabukitheater entsprungene Selbstdarstellung, ist dies nicht nur ein Schrei nach Aufmerksamkeit in einer Welt, in der man sich ausschließlich an sich selbst reflektieren kann?

      Manch einer schreit dabei so laut, dass es fast lautlos scheint, da seine Stimme und er selbst brechen.

      Unsere Welt ist die Person, die uns von unseren Smartphonedisplays im Stand-By-Modus anschaut – die eigene verzerrte Fratze auf schwarzem Grund.

      Lasst euch nicht länger auf eine Person hinter einem entfernten Bildschirm reduzieren. Seit die Summe derer die euch kennen und nehmt wieder die Fäden eures Lebens in die Hand, statt auf W-LAN Verbindungen zu vertrauen.

      Eine Nummer.

  • Lila sagt:

    Ich bin auch 30, wohne in einer WG und länger als ein Jahr hält keine Beziehung, sodass ich jetzt schon von vorneherein keine Lust mehr darauf habe.
    Dass ich nun noch 10 Jahre lang so weitermachen kann und eigentlich erst 20 bin, macht mir Mut und freut mich sehr!
    Nur leider ist mir meine Karriere auch herzlich egal und perfektionistisch bin ich so ganz und gar nicht. Ich beneide die Leute, die immerhin als Rechtfertigung ihre Karriere vorbringen können, so haben die Eltern und Bekannten dafür Verständnis, aber wo sind die Menschen, die einfach nur das Leben genießen wollen?

    • Ally sagt:

      Du bist bisher die Sympathischste, ehrlich! So viele Kommentare und du bist die Einzige von der ich das Gefühl habe – du lebst.

  • Chris sagt:

    außergewöhnlich guter Artikel!

    • Stefan sagt:

      Ehrlich gesagt, verstehe ich nicht, was an diesem „Artikel“ so „außergewöhnlich“ sein soll. Ich denke, für einen professionellen Autor sollte normative Sprachrichtigkeit ebenso zu den Hygienefaktoren zählen wie eine angemessene Textstruktur. Davon ist dieser junge Mann zumindest nicht ganz so weit entfernt wie von rhetorischer Brillanz – und doch noch Lichtjahre.

      Es ist durchaus fruchtbarer für eine Schriftstellerkarriere, Dostojewski weniger zu „lieben“, um sich auf eine etwas weniger emotional-triviale Rezeptionsebene zu begeben, auf der Texte sprachlich erheblich besser reflektiert werden können. Dazu bieten sich aber eher die deutschen Klassiker an.

      Also Herr Nast; vielleicht beginnen sie auch Thomas Mann oder Robert Musil einmal zu „lieben“, wenn Sie diese erst einmal gelesen haben. Ist dies schon geschehen, rate ich Ihnen, es ein weiteres Mal zu tun – nur jetzt sprachlich-reflektierend. Das ist dann auch schon ein erster Schritt in Richtung adäquate Konjunktiv-Verwendung uvm. (übrigens auch im Duden nachzuschlagen).

      Bei einer weiteren Lektüre können Sie sich dann ja auf die Bedeutungsebene dieser Texte konzentrieren. Ich denke, ein kleiner Funke Hoffnung besteht, Ihren eigenen dadurch in Zukunft etwas mehr Substanz zu verleihen, um ihnen ihre erschreckende Ähnlichkeit zu üblichen Gasthausgesprächen zu nehmen. Die Frage ist, ob Ihre werte Leserschicht Sie dann noch versteht und Ihr auf Trivialität fußender Erfolg sich anschließend nicht in Luft auflöst. Schade, dass nur noch wenige Autoren diese heute noch zum Atmen brauchen. Ihnen, Herr Nast, genügt offensichtlich die verbrauchte und abgestandene Ihrer Berliner Clubs. – Wer wundert sich da noch über den dementsprechenden Output?

      • Mikki sagt:

        Lieber Stefan,
        es gibt Autoren die dem Leser auch mit einfachen Worten etwas vermittel wollen,so wie ich Dir jetzt.Und nicht so Worte benutzt wie: normative Sprachrichtigkeit ebenso zu den Hygienefaktoren zählen wie eine angemessene Textstruktur,adäquate Konjunktiv-Verwendung,Bei einer weiteren Lektüre können Sie sich dann ja auf die Bedeutungsebene dieser Texte konzentrieren.Die Frage ist, ob Ihre werte Leserschicht Sie dann noch versteht und Ihr auf Trivialität fußender Erfolg sich anschließend nicht in Luft auflöst

        Dazu,wenn ich Deinen Text Lese,würde ich sagen,das du so einer bist,der sich bei seinen Freunden ( falls du überhaupt welche hast ) profiliert wie groß doch Dein Wortschatz doch sei.

        Du bist so eine arme Sau,Stefan.Du solltest mal einen Club besuchen gehen und mal mit richtig coolen Leute feiern, dann weißt du was geil ist.

        Ansonsten,geh und buddel Dir ein Loch und leg dich dort rein und bleib drin.

      • Harri sagt:

        Touché.

      • Alexander Step sagt:

        Sehr geehrter Herr Stefan,

        was Sie da für einen Schwachsinn von sich geben ist unglaublich. Wie Herr Nast in seinem Artikel erwähnt, ist sein Beruf eine Art seiner Selbstverwirklichung. Wer sind Sie, dass Sie diesem Menschen vorschreiben dürfen wie er seine Texte zu gestalten hat, nur damit die Texte Ihnen gefallen?! Ihre Aussage wirkt trotz der benutzten Fremdwörter, um sichtlich schlauer und gebildeter zu wirken, wie die Aussage eines Kindes, dass nicht das bekam, was es haben wollte.

        Schönen Tag noch und denken Sie mal über meine Worte nach!

      • zwiebelbrot sagt:

        Ich bringe es nicht fertig den Kommentar von Stefan bis zum Ende zu lesen. Die ersten Zeilen sind einfach zu holprig, lang und furztrocken. Ich glaube ich verpasse nichts 🙂

    • Iris sagt:

      ZU diesem Artikel kamen mir sofort folgende Bibelverse in den Sinn 🙂 :

      Nun weiß ich, warum die Menschen so hart arbeiten und so viel Erfolg haben: Sie tun es nur, um die anderen in den Schatten zu stellen! Auch das ist so sinnlos, als wollten sie den Wind einfangen. Zwar sagt man: „Der dumme Faulpelz legt die Hände in den Schoß und verhungert“, ich aber meine: Besser nur eine Hand voll besitzen und Ruhe genießen als viel Besitz haben und alle Hände voll zu tun. Denn im Grunde lohnt sich das ja nicht. (Prediger 4, 4-6 )

      Noch etwas Sinnloses habe ich auf dieser Welt beobachtet: Manch einer lebt völlig allein, niemand ist bei ihm. Auch einen Sohn oder Bruder hat er nicht. Trotzdem arbeitet er ohne Ende und ist nie zufrieden mit seinem Besitz. Aber für wen mühe ich mich dann ab und gönne mir nichts Gutes mehr? Das ist doch kein Leben, so vergeudet man nur seine Zeit! Zwei haben es besser als einer allein, denn zusammen können sie mehr erreichen. Stürzt einer von ihnen, dann hilft der andere ihm wieder auf die Beine. Doch wie schlecht steht es um den, der alleine ist, wenn er hinfällt! Niemand ist da, der ihm wieder aufhilft! Wenn zwei in der Kälte zusammenliegen, wärmt einer den anderen, doch wie soll einer allein warm werden? Einer kann leicht überwältigt werden, doch zwei sind dem Angriff gewachsen. Man sagt ja auch: „Ein Seil aus drei Schnüren reißt nicht so schnell!“ (Prediger 4, 7-12)

      Gott wusste damals schon was gut und was nicht gut ist für uns Menschen 🙂

  • Netti sagt:

    Ich bin 50, unverheiratet, Single, kinderlos und vermisse weder Partner und schon gar nicht Kinder…hätte vor allem letztere überhaupt nicht den Kopf. Dafür ist in meinem Leben einfach zu viel los. Für meine Lebensweise übernehme ich die volle Verantwortung, sie ist wie sie ist. Warum jammern oder – schlimmer noch – (den richtigen Partner) suchen? Wenn es sich ergibt, ergibt es sich, wenn nicht, auch gut. Macht es wie die Araber: Kismet-Denken! Schicksal. Immer schön positiv und geschmeidig bleiben, und nicht so viel über angebliche Beziehungs(un)fähigkeit nachdenken. Viele Grüße aus dem Ausland, Netti.

  • Andreas sagt:

    Wann immer man Gründe sucht wird man sie finden. Aber reden wir uns nichts ein! Es ist nicht der Job, die Selbstverwirklichung die uns Beziehungsunfähig macht. Es sind einfach unsere Vorstellungen von dem idealen Partner, unser Wunschdenken, die Realität und der Umstand das es nicht unbedingt einfach ist, sich zu 100% auf einen Partner einzulassen. Wir wollen uns auch nicht verbiegen unser Ego ist uns wichtiger. Der Stellenwert einer Beziehung ist schon lange nicht mehr so hoch, haben wir doch gelernt das es auch so geht. Wir kämpfen nicht mehr für die Liebe, wir wir tolerieren nicht mehr, wir haken ab und ziehen weiter. Beziehungen mutieren zu Wegwerfartikeln unsere Gesellschaft!

  • Alexandra sagt:

    Zunächst mal – ich bin jetzt 50, habe studiert, nur 3,5 Jahre nicht gearbeitet, 2 Söhne, Haus, Auto, seit 23 Jahren glücklich verheiratet…und am Wochenende hatte ich so ein gewisses Gespräch mit meinem älteren Sohn.
    Er hat mir dann u.a. von diesem Artikel erzählt und dass der genau das Scenario trifft, das er jetzt bei sich und im Bekanntenkreis so erlebt.
    Für mich der Einblick in ein „Paralleluniversum“….
    Aktuell arbeite ich in einem Forschungsinstitut – mit vielen jungen Leuten zusammen und für mich ist die ganze Thematik des Artikels und ein Teil der Kommentare dazu wie Puzzleteile zum Verständnis der Verhaltensmuster meiner jungen Kollegen.
    Da gibt es reihenweise, die selbstoptimierenden Überflieger…(teilweise rücksichtslos, um nicht sogar zu sagen intrigant…und…beziehungslos, mit einem unstillbaren Drang nach oben..und…es geht dorthin einfach nicht schnell genug!!! Alles bei der Arbeit wird als Wettbewerb angesehen und man muss einfach am besten abschneiden, ohne Rücksicht auf Verluste.- Gut einsetzbar, wenn es schnell gehen muss und perfekt sein soll! – siehe auch Hamsterrad in den anderen Kommentaren….) oder auch die „mehr als 30 Stunden möchte ich nie im Leben arbeiten, da hab ich ja sonst keine Zeit für meine Hobbies“-Typen – und – eigentlich ganz wenige Kollegen, die einen Blick für das Ganze im Unternehmen haben, verantwortungsbewusst sind und kritikfähig. Eigentlich schade, aber so ist das eben.
    Was gut daran ist? – Es bleibt spannend und was im Leben immer gilt: Vielfalt ist besser als Einfalt – oder?
    Wobei ich allerdings feststellen muss, dass es früher – zu „meiner Zeit“ auch noch den „rebellischen Typ“ gab und der ist scheinbar recht rar geworden.

  • Pinker sagt:

    Michael Nast war bei seinen Eltern und hat nachgedacht. Worüber? Über sich selbst und die Beziehung zwischen Mann und Frau im Allgemeinen. Worüber auch sonst, andere Gedanken scheinen in seinen Kopf nicht statt zu finden. Das Ergebnis seiner Denkarbeit: die Generation unserer Eltern hatte früher Familien gegründet und früher einen festen Job gehabt als wir. Weltbewegende Erkenntnisse! Nun hat Nast leider die unangenehme Angewohnheit, sich in Kolumnen mitzuteilen, obwohl er fast nie irgendetwas von Belang zu sagen hat. Statt Generation Beziehungsunfähigkeit, sollte er mal lieber die Generation Smartphone thematisieren, aus der er wohl ein Großteil seiner Leser rekrutiert. Wer dieses Allerweltsgesülze für „schön geschrieben“ und „spricht mir aus der Seele“ hält, der liest wohl sonst auch nur den ganzen Tag Statusmitteilungen bei Facebook.

    • Svenja sagt:

      Hallo Michael,
      obwohl ich das alles schon habe, mit zarten 31 Jahren, weiß ich, wovon du sprichst, denn selbst mit Haus/Kind/Mann und Job hört das nicht auf. Mamas optimieren sich permanent. Sich!
      Danke für den schönen Artikel, hat Spaß gemacht!

    • Gianluca sagt:

      Pinker-Dir stimme ich zu 100% zu!

  • Mariah sagt:

    Hallo Michael,
    was das Selbstverwirklichungsstreben unsrer Gesellschaft angeht, muss ich dir auf jeden Fall recht geben. Dennoch, finde ich, man sollte sich doch mit dem Gedanken auseinandersetzen, dass es auch Perfektion gibt, für die man nicht arbeiten muss. Vor allem in Sachen Beziehung meine ich (vielleicht auch ein bisschen naiv) sollte man sich doch darauf einlassen nicht immer alles zu hinterfragen und sich die berühmte „was wäre wenn“ – Frage stellen. Was ist aus den Optimisten geworden, die auch in schlechten Zeiten das positive sehen anstatt lieber gleich alles aufzugeben? Klar will man sich als Person immer gerecht werden und Ziele verfolgen, aber was spricht dagegen dann mit einem Menschen zusammen zu sein, den man liebt und vor allem der akzeptiert, dass man auch mal mehr zu tun hat? Und wenn man sich selbst einredet, dass man keine Zeit für eine Beziehung hätte, sollte man meiner Meinung nach hinterfragen ob das Ziel eine Beziehung zu haben dann wirklich das Ziel des Betroffenen ist oder einfach nur der Drang einem gesellschaftlichen Norm zu entsprechen das besagt man müsse doch mit ende 30 verheiratet sein. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass man eine sehr gute Beziehung führen und dabei erfolgreich in seinem Schulalltag, Studium oder auch Berufsleben sein kann. Diesen ganzen Stress sich selbst zu optimieren ist auf Dauer keine Lösung – aus Fehlern lernt man und irgendwann sollte man sich als Person einfach so nehmen wie man ist. Man kann also alles unter einen Hut bringen und dabei auch glücklich und entspannt sein. Das wichtigste ist jedoch frei von alle den Zwängen und Idealen zu sein. Darauf zu achten, was einem selbst das wichtigste Bedürfnis ist, ist dabei von geraumer Bedeutung – denn nur, wenn man weiß, was man in seinem Leben dringend braucht, kann man glücklich werden.
    Liebe Grüße und Glückwunsch zu dem tollen Artikel 🙂

  • Kris sagt:

    Die männliche Carry Bradshaw, das passt schon. Banale Beobachtungen zum Beziehungsleben von Großstädtern, alles schon tausendmal gehört und gelesen. Was halt sonst auch und besser in Frauenzeitschriften steht, hier umsonst und zum teilen auf Facebook. Kein origineller Gedanke oder Formulierung, keine Tiefe und nix Neues. Und der Autor liebt die Bücher von Dostojewski. Vielleicht sollte er sie auch mal lesen und dann in Demut verfallen und seiner Leserschaft empfehlen, statt seine Kolumnen lieber Bücher von Dostojewski zu lesen. Da lernt man nämlich auf einer Seite mehr über die menschliche Psyche als in tausend Blogeinträgen von „Meine-Freundin-hat-mich-verlassen-Autoren“ à la Nast.

  • Egon Maxim sagt:

    Der Artikel ist schön und es gibt bestimmt einige, die sich damit identifizieren können. Ich glaube aber du lehnst dich zu weit aus dem Fenster, wenn du verallgemeinernd für „uns“ in der „heutigen Zeit“ sprichst. Auch der Generationsbegriff ist denke ich nicht mehr geeignet, unsere heutige Gesellschaft zu charakterisieren. So stimmt es beispielsweise für viele der Leser nicht, dass alles länger dauert. Die heutigen Abiturienten kommen mit 16 bis 17 Jahren aus der Schule und starten ohne Umwege (z.B. FSJ oder Wehrdienst) gleich direkt ins Studium und sind dann womöglich mit 21 Jahren unvorbereitete Rohlinge, die auf den Arbeitsmarkt stürmen (und keiner will sie, weil sie nichts können). Nicht, dass ich das gutheiße, es zeigt nur, dass es in „unserer Generation“ eine recht große Diversität geben kann und dass bei der Entwicklung der generationellen Lebenseinstellungen meiner Ansicht nach kein wirklicher Trend erkennbar ist. So zeigt obiges Beispiel der Bildungsreform, wie schnell innerhalb einer Generation ein Bruch durch äußeren Einfluss entstehen kann, der „unsere“ Prioritäten und Wünsche zu verschieben vermag.
    Ich erkenne bei den wenigsten in meinem Umfeld oder in meiner Firma, dass sie „für ihren Job leben“, dass ihr leben dadurch bestimmt sei und dass sie nicht zwischen Freizeit und Arbeit trennen würden. Sicherlich, es gibt diese Menschen zuhauf und für diese (so auch für dich selbst) hast du diesen Artikel sicherlich mit guter Absicht geschrieben. Ich kann mich allerdings nicht dem Eindruck verwehren, dass du mit diesem Artikel einen Anspruch auf Allgemeingültigkeit für unsere Gesellschaft erhebst und das führt dann zu einigen Kommentaren, die dem vollkommen verständnislos gegenüber stehen, weil sie nicht erkennen, dass deine individuelle Erfahrung als Beispiel für eine größere Gruppe von Menschen aus deiner Umgebung dient und niemals für „eine gesamte Generation“, die es wie im Artikel postuliert nicht gibt.

  • Tiggygod sagt:

    Wie ging die Geschichte nochmal?Wie ging die Geschichte nochmal? Ach ja, ungefähr so: ein Mann sucht sein ganzes Leben lang nach der perfekten Frau, und eines schönen Tages find er sie, die Eine, endlich. Doch leider wurde aus der großen Liebe nichts – sie war nämlich auf der Suche nach dem perfekten Mann. 🙂

    Nützt also nicht, Kopp runter kriegen und den andern so annehmen wie er nunmal ist.

  • sego sagt:

    Dann hast du die falsche Freundin gehabt. Dieses ewige Rümgenögel sind nur Machtspiele und beim weiblichen Geschlecht extrem verbreitet. Wer gute männliche Freunde hat, mit denen man ehrlich über dieses Thema reden kann, bei dem läuten alle Alarmglocken bei o.g. Text.
    Gibst du nach, wird sie dich früher oder später verlassen weil du dann zum langweiligen Waschlappen wirst. Sie wird dich irgendwann betrügen und dich wie ein Stück Dreck behandeln bis du von dir aus die Notbremse ziehst. Sie wird dir die Schuld am Scheitern geben und dir sagen „dass du dich verändert hast“. Dieser Satz lässt die Wahrheit hinter der Fassade leicht durchblitzen 😉
    Ziehst du dein Ding durch und ignorierst ihr Geschwätz – lässt dich also nicht verbiegen, bist du beziehungsunfähig und sie macht auch schluss. Sie wird dir vorwerfen, dass du dir nicht genügend Zeit für sie genommen hast. Ergo sinnlos, am Ende bist du immer das Bauernopfer.

    Dieser Typus Frau ist psychisch instabil und mit sich selber nicht im Reinen. Familie mit solch einem Menschen ist die Eintrittskarte in die persönliche Hölle.

    Das hat etwas mit unserer „asozialisierten Gesellschaft“ zu tun. Auch im Beruf gibt es diese Entwicklung. Je asozialer und rücksichtsloser du bist, umso mehr Führungskompetenz dichtet man dir an. Beim Scheitern von Projekten werden z.B. stets Bauernopfer gesucht, an denen man das eigene Versagen „abwischen“ kann. Ehrlichkeit ist unerwünscht. Engagement wird ausgenutzt. Teamfähigkeit heißt sich bedingungslos diesen Gesetzmäßigkeiten zu unterwerfen.

    Der gemeinsame Nenner ist, dass sich das Asoziale immer stärker ausbreitet. Schuld sind in meinen Augen die Medien, die den Menschen vorleben, dass ein solches Verhalten
    dich zum „sexy winner“ macht.
    Nimms nicht persönlich, aber deine Analyse, deine Schuld am Scheitern der Beziehung im Karrierismus zu suchen, ist zwar auf den ersten Blick naheliegend, beim genaueren Hinsehen aber völlig falsch.

    • Lupo sagt:

      Sego,
      klasse auf den Punkt gebracht.
      Ich würde noch ergänzen, dass die von dir beschriebenen Situation eine rapide zunehmende Orientierungslosigkeit zwischen den Geschlechtern und damit nichts anderes als allgemeines Chaos zur Folge hat.
      Soweit ich das bisher beobachtet habe, besteht auf weiblicher Seite entgegen der offiziellen Sprachregelung zwar immer noch ein Bedürfnis nach männlicher Führung und Verantwortungsbereitschaft, weil das das einfach ein tief verankerter Archetypus ist, der selbst durch ca. 50 Jahre MÄNNLICH GESTEUERTER (!) Gehirnwäsche mit dem Ziel der Profit- und Steuernmaximierung nicht so ohne weiteres ausgeschaltet werden kann. Deshalb fühlen sich Frauen auch nach wie vor nur durch diese Eigenschaften an Männern wirklich angezogen, haben jedoch meistens gehirnwäschebedingt überhaupt nicht mehr das mentale Rüstzeug, mit ihnen auch nur halbwegs klar zu kommen, wenn sie sie denn überhaupt mal antreffen. Führungs- und entscheidungsschwache Männer wiederum werden INSTINKTIV -und damit völlig zurecht!- als beziehungsuntauglich und damit letztlich auch als sexuell unattraktiv eingestuft. Die feminine Intelligenz, einen Mann zu BEIDER Vorteil beeinflussen zu können, ist erst recht so gut wie nicht mehr vorhanden oder richtiger gesagt durch Schwachsinn, insb. Gender-Schwachsinn zugeschüttet.
      Ergebnis: Beide Geschlechter sind extrem verunsichert bis hin zur Orientierungslosigkeit. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten bei der Familiengründung kommen dann noch erschwerend hinzu.

      Ich meine, man sollte sich erstmal möglichst wertfrei klarmachen, was zwischen den Geschlechtern mittlerweile überhaupt tatsächlich stattfindet und sich dann die Frage stellen, was die Ursachen sind und ob diese wirklich so kompliziert und ach so „differenziert“ zu betrachten sind, wie allgemein behauptet wird. Auch könnte man sich beispielsweise die Frage stellen, wie denn in der Menschheitsgeschichte die Arterhaltung überhaupt möglich sein konnte, wenn aus jedem Scheissdreck doch eigentlich eine Wissenschaft mit tonnenweise Fach- und Ratgeberliteratur gemacht werden muss (Damit ist zB ausdrücklich nicht „Die Kunst des Liebens“ von Erich Fromm gemeint) und weshalb jeder Mann, der eine ernsthafte Auseinandersetzung mit eben diesem Scheissdreck verweigert, mittlerweile schon in die Kategorie „Höhlenmensch“ fällt.

      Danach sollten wir vielleicht alle mal unsere angesammelte Bitterkeit über Bord werfen und aufhören, diesen ganzen Schwachsinn ernst zu nehmen. Er ist nämlich nur dadurch wirksam, dass wir ihm unsere Aufmerksamkeit widmen.

      Vielleicht machen wir das ja alle mal und schauen einfach, was dann passiert. Wer glaubt, dass wir dadurch etwas zu verlieren haben, darf mir gerne widersprechen.

      Ansonsten rasen wir halt weiterhin mit 200 km/h auf eine Mauer zu und können uns dabei wahlweise einreden, „bisher ist doch alles gut gegangen und nie war alles perfekt“ oder auch: „Wir sind auf dem richtigen Weg“.

      Peace.

  • Maya sagt:

    What I find truly mind-blowing in Michael Nast’s writings is that I can both immerse into his powerful discourse and at the same time stay detached from its mesmerizing grip. Like Anton Chekhov, he makes us feel that the only thing that really matters and is staunchly timeless is time itself with its shamanic heartbeat we call culture. Michael Nast’s texts won’t age because they’re beyond clockwise or counterclockwise motion of so called linear time with its shifting characteristics. Modernity becomes yesterday only if the writer stays tied to its signposts while reality is much more complex. Things can take any turn at any time, and Michael Nast just happens to be there to broadcast their natural flow with deeply insightful irony and all-around mode of perception. I just love it and hope that reading Michael Nast will motivate me to improve my German to submerge fully into its magic subtleties.

    • Kris sagt:

      Nast like Chekhov? Magic subtleties? Your German must be indeed terrible.

    • Kris sagt:

      When I think of it, what you wrote here, Maya, is just priceless!

      „..Michael Nast’s texts won’t age because they’re beyond clockwise or counterclockwise motion of so called linear time with its shifting characteristics…“

      The Germans had Goethe, Heine, Mann, but who are they compared to Nast?! He outshines them all, he is beyond clockwise and counterclockwise motion.

      Not only that, he is blogging about people having relationships! And about himself and that he broke up with his girlfriend! In Berlin!

      …but at the same time we stay detached from its mesmerizing grip.

  • Lisa sagt:

    Wen wundert Beziehungsunfähigkeit in einer Welt, in der jedes nicht total perfekte Teil durch ein neues ersetzt wird. Die Waschmaschine, das Handy, der Laptop, das Fahrrad sobald sie einen Defekt aufweisen kommt ein neues her, anstatt es zu reparieren und dem Problem auf die Spur zu gehen. Was geschieht also mit einer Beziehung, die Ecken und Kanten hat? Sie wird fallen gelassen, da man es nicht anders kennt.

  • ulli sagt:

    Ich finde die Diskussion hier übrigens total schön. Und irgendwie haben alle ein Stück recht. Was uns wieder die menschliche Vielfältigkeit zeigt. Wir haben uns auf den Weg gemacht, so wie unsere Eltern zuvor. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Und wenn, dann werden wir es wissen. Übrigens … in der Eltern Generation gab es auch schon viele, tolle Freiheitsliebende, die auch dementsprechend gelebt haben. Die waren dann die Mutigen. Die hat es eigentlich schon immer gegeben. Wobei ich die Nachkriegsgeneration auch verstehen kann, dass sie sich nach Sicherheiten sehnte. Und Krieg gibt es in der Welt ja nun gerade noch genug. Deswegen sind die, die schon auf dem Freiheitstrip sind, absolut Privilegierte. Hoffentlich ist denen diese Verantwortung auch bewusst. Und auch das es jede Menge Neider gibt. Wie viel Prozent mögen sich diese Freiheiten leisten können auf unserer Welt? Das ist eine Vorbildfunktion und es ist tatsächlich wichtig darüber zu diskutieren. Nur…. sind Vorbilder wirklich frei?

  • Spiesser sagt:

    Das Problem ist doch, dass jeder erwartet, dass „der andere“ IHM etwas bringt (inspiriert, liebt, pflegt etc.) – Dabei sollte man doch erstmal sich selbst fragen, was man für einen Partner tun kann. Der „richtige“ Partner wird versuchen, diese Dinge zu „matchen“ – der Falsche lässt sich aushalten.

    Ich habe mit 21 eine Beziehung begonnen und mit 25 nach gescheiterten „Projekten“ ein Studium begonnen – aber nur nachdem klar war, dass die Beziehung dadurch (Ort) nicht belastet wird. Inzwischen mit ich fast 34, seit fast einem Jahr verheiratet (ja, noch die Selbe), Haus gekauft und trotz des ganzen spießigen Erwachsenenseins kann man auch Kind bleiben.

    Mein Job macht mir Spaß aber ich würde niemals für eine Job von meinem Partner weggehen. Ehem. Komillitonen bekommen als Einsteiger mehr als ich am Ende der Gehaltsstufen, trotzdem möchte ich nicht tauschen um in einem Hamsterrad um die Welt zu fliegen.

    Wenn man aufhört, sich permanent überkritisch im Spiegel zu betrachten sondern zu seinen Entscheidungen (auch falschen) steht, dann gewinnt man Profil und kann so relaxed sein, dass die Meinung von Außenstehenden über einen selbst irrelevant werden.

    • LB24 sagt:

      Der Sinn des Lebens, ist das Leben an sich! 🙂 Wir haben nur eins!
      Ich finde der Artikel stimmt teilweise – ja die Generation hat sich verändert. Kinder und Haus kommen später, Karriere ist wichtig… Aber man muss deshalb ja nicht unglücklich sein wenn man das noch nicht „erreicht“ hat. Sich selbst „finden“ und sich dauernd mit anderen vergleichen… Lebt im hier und jetzt und lernt die schönen Dinge des Lebens zu schätzen und genießen. Dieses „was, wäre, wenn – denken“ ist doch für gar nichts! Jeder ist für sein eigenes selbst Glück verantwortlich und wenn man dann zusätzlich einen Partner hat mit dem es passt ist das der Bonus.
      Aber anscheinend weiß der Autor sein Leben nicht zu schätzen zumindest hört sich für mich der ganze Artikel etwas verzweifelt und negativ an.
      Vl. sollte er mal verreisen um an Orten aufzuwachen an denen man sich nur denkt „wow“ – egal ob man viel oder wenig Geld hat, Kinder oder Haus. Einfach nur genießen und sich zu denken -„WOW“ habe ich ein Glück… Es gibt so viele Menschen denen es wirklich schlecht geht – für mich ist das nur jammern auf höchstem Niveau!

  • Pan sagt:

    Unter dem schönklingenden Wort „Selbstverwirklichung“ wird die moderne Sklaverei verkauft. Die Menschen denken, sie könnten frei einscheiden und ihr Leben nach ihren Vorstellungen gestalten, aber „ihre Vorstellungen“ sind bereits Varianten des Hamsterrades, in das sie hineingeworfen werden, ohne zu erahnen, dass sie genau dort sind, wo sie nicht hinmöchten.

    • Esther sagt:

      Ich finde Ihren Einwand gerechtfertigt. Dass der Mensch in allen Lebensbereichen seines Glückes Schmied ist, ist eine Illusion. Ja, Sozialisation und Sachzwänge bestimmen uns immernoch. Dennoch haben die Menschen in einigen Punkten mehr Handlungsfreiheit in ihrer Lebensgestaltung gewonnen, und die darf man ausschöpfen … reine Schwarzseherei ist genauso verfehlt …

  • Malte sagt:

    Aber wenn ich mir den ersten Absatz durchlese würde ich bemerken, dass sich vielleicht einfach nur die Werte und Ziele im Leben verschoben habe
    In jungen Jahren wenig materielle Dinge zu besitzen – wie ein Haus, ein Auto usw. oder verheiratet zu sein hat nur etwas mit Scheitern zu tun, wenn das tatsächlich das Ziel im Leben ist.

    Für mich z.B. sind solche Werte vollkommen egal. Im Gegenteil, ich denke, dass Besitz mich unfrei macht. Ich werde mir lange Zeit im Leben nichts Teures wie ein Auto oder ein Haus kaufen oder mich darum bemühen, einfach weil Besitz mit dem Wunsch verbunden ist, ihn zu halten und genau dieser Wunsch jeder Lebensveränderung wie einem Jobwechsel oder einem Umzug entgegenwirkt.
    Aber gerade in dieser Veränderung, ich könnte sie auch Weiterentwicklung nennen, besteht für mich ein großer Teil des Reizes des Lebens.

    Wir sind tatsächlich heute wieder zum ersten Mal seit 200 Jahren in einer Generation, in der Arbeit nicht entfremdet, sondern als Zweck und Mittel zur Selbstverwirklichung gesehen wird und viel näher an der natürlichsten Form der Arbeit ist.
    Das prangert der Autor an, ist aber eigentlich etwas Gutes. Auch das Schulsystem wird sich innerhalb der nächsten 20 Jahre dahingehend massiv verändern.

    Abgesehen davon finde ich den Wunsch nach Selbstoptimierung und Perfektion ziemlich edel.
    Das ist ein alter Gedanke des Konfuzianismus und der Chinesischen Kultur.
    So wie ich das sehe stellen neuere Generationen diese immateriellen Wünsche über materielle Wünsche. Ich sehe nicht, wo darin das Problem liegt.
    Ich selbst lebe so, versuche ständig mich selbst zu optimieren und habe auch keinen Wunsch nach Haus, Partnerschaft, Auto oder Job.
    Und wisst ihr was? Ich bin ziemlich glücklich!
    Ich fühle mich frei und zufrieden.
    Ich schade dabei niemandem, aber erlange die Stärke, die man braucht, um anderen helfen zu können und die Welt zu verbessern.

    • Anna sagt:

      Genau das! Du schreibst mir aus der Seele. Ich find’s ziemlich ignorant kinder-, auto- und/oder beziehungslose WG-Bewohner zu kritisieren, nur weil sie dem eigenen traditionellerem Ideal nicht entsprechen. Als wären all diese Leute hoffnungslose Träumer auf dem Weg nach ewigem Glück und diejenigen, die „wie unsere Eltern früher“ gelebt haben, sind die wahren Gewinner. Wieso dieses Schwarz-Weiß-Denken? Ist es nicht gerade unser heutiges Privileg, dass einem mehrere Türen offen stehen? Aber selbst das gilt ja nur begrenzt, je nach Herkunft, sozialer Schicht, etc. Was hier vergessen wird: Sich bilden, reisen, wissbegierig und neugierig auf die Welt sein, die sich auch außerhalb der heimischen vier (Eigenheim-)Wände, den Kindern, dem Hund und dem grünen Garten abspielt, macht verdammt glücklich! Wenn man sich dazu entschieden hat. Wenn nicht, ist’s auch gut. Aber hört endlich auf immer alles zu vergleichen und kritisch zu bewerten. Das Leben ist keine Einbahnstraße, wo alle denjenigen folgen müssen, die am lautesten schreien.

    • abrapalabra sagt:

      Ich würde gerne kurz zwei, in den letzten Kommentaren, häufig aufgegriffene Themenkomplexe unterfüttern. Einerseits geht es um frühere Werte und andererseits um die vermeintliche Selbstverwirklichung. Ich finde, dass berücksichtigt werden soll, dass wir gerade aus der Gegenwart versuchen, dieselbige zu deuten und dafür dann, weil naheliegend, die Vergangenheit nutzen. Ist es aber tatsächlich möglich Zeitdiagnosen in der jeweiligen Zeit zu stellen? Möglich vielleicht, aber ich gehe davon aus, dass erst in den kommenden Jahren zugrundeliegende Mechanismen für unsere Situation freigelegt werden und offensichtlich wird, wo wir überall irrten.

      Wenn ihr die früheren Werte der Eltern ansprecht, bedient ihr euch an einem relativ altbackenen Modell, dem schon in den 80ern von Soziologen wie Ulrich Beck die Totenglöckchen geläutet wurden. Defacto wurde schon „damals“ die Entwertung von Bildungstiteln, Auseinnanderbrechen von Ehen, Flexibiliserung der Arbeitsbedingungen etc festgestellt. Ich finde man irrt, wenn man einerseits meint, dass ein damals (vielleicht) etabliertes Standardmodell der Lebensführung tatsächlich funktionierte und die Menschen darin aufgingen. Genauso finde ich auch, dass „ihr“ irrt, wenn ihr für euch jetzt in Anspruch nehmt, völlig andere Werte zu vertreten. Die inhaltliche Differenz kann man nicht wegdiskutieren, aber scheinbar wird überhaupt nicht reflektiert woher die Ideen kommen – Lebensziele und Wirklichkeiten entstehen nicht im luftleeren Raum und dennoch werden sie als „individueller Plan“ für sich in Anspruch genommen. Was unterscheidet
      eine Gesellschaft der Individualisierten, von der Gesellschaft der Einfamilienhäuser gescheiterter Ehen? Arbeitsmarkt, Steuerungssysteme des Staates, globale Zustände werden scheinbar systematisch ausgeblendet, solange es nicht um das Round-the-World-Ticket geht. Meine These wäre, dass eben jene Entwicklungen massiv auf eure Möglichkeiten und eingenommene Perspektiven einwirken. Empfindet auch niemand das Internet und die ganzen Kommunikations(möglichkeiten) als Zwänge oder reflektiert mal zumindest darüber?

      So wäre auch die Brücke zur Selbstverwirklichung geschlagen: Die wird im Kontext dieser Kommentare als positiv dargestellt, wie z.B. Malte es für sich im Kommentar in Anspruch nimmt. Ich würde sagen, Du hast keine andere Wahl. Während einerseits ein Traumbild an Jobmöglichkeiten (in ein paar Jahren) für bestimmte Berufszweige gezeichnet wird, schwinden gleichzeitig auch immer weiter Arbeitsplätze dr. automatisierung, wegrationalisierung etc. – sodass ich bezweifle, dass sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt ändern wird. Gerade im Hinblick auf bestimmte Berufe, die gerade auch mit vermeintlicher Selbstverwirklichung assoziiert werden. Deine Selbstverwirklichung schlägt sich somit in prekären Anstellungsverhältnissen, „flexiblen“ Arbeitszeiten, räumlicher Flexibilität etc. etc. nieder. Und wenn du nicht Selbstverwirklichungswillig genug bist, gibt es genug andere, die schon ihre Erfüllung darin finden können Arbeit und Freizeit am Arbeitsort auszuüben oder zumindest immer und jederzeit erreichbar zu sein […gibt vermutlich hierfür noch mehr Beispiele].

      (Weiter wird es natürlich dann auch schnell sehr zynisch, wenn man berücksichtigt dass Bildungserfolg und soziale Herkunft noch stark korrelieren und all jene, die sich über ihre
      Generationenidentität Gedanken machen, dann tendenziell doch eher die sind, die es „geschafft haben“ – man spricht also für und mit einer homogenen Masse und begreift sich als Repräsentativ.)

      Die Frage ob das mit dem Zwang zur Selbstverwirklichung jetzt gut ist, ist eine normative – eher objektiv ist, m.E. festzustellen, dass die Möglichkeit überhaupt und die Bereitschaft und ideelle Überzeugung, dass das eine gute Lebensform sein kann eine historisch-gesellschaftliche Begebenheit ist, die für diesen konkreten Zeitraum gültig ist und sich (hoffentlich) auch weiterentwickeln wird. Auch is es m.E Fakt, dass es, wie es auch immer war, stets gut ist, den entsprechenden Anforderungen, die an dich als Subjekt gestellt werden, nachzukommen. Und der erste und beste Schritt ist natürlich ganz einfach davon auszugehen, dass die Welt, wie sie vor dir liegt, einfach das beste ist und du dich der vollkommenen Selbstverwirklichung in ihr hingeben kannst und willst.
      (das Du ist jetzt eher allgemein an die LeserIn gerichtet)

      Noch ein letztes:
      Witzig ist natürlich auch, wenn Menschen für sich in Anspruch nehmen sollten keine materiellen Güter wie Autos und Häuser besitzen zu müssen, dafür aber Smartphones kaufen, Markenklamotten tragen, Kreuzfahrten machen oder mit Wert und Ansehen besetzte Hobbies/Tätigkeiten ausführen.

      Ich finde zur Selbstverwirklichung sollte zwingend Selbsthinterfragung (massivste) gehören.

    • Lila sagt:

      Das finde ich gut!

  • Lea Velours sagt:

    Ein toller Artikel! Er spricht mir geradezu aus der Seele auch mir ging es diese Woche so das ich bei meinen Eltern zu Besuch war und mit die selben Fragen gestellt habe. Man lässt sich erst garnicht auf eine Beziehung ein wenn man vorher schon das Gefühl hat es könnte hier und da zu Auseinandersetzungen kommen… Schade eigentlich.

    Vielen Dank dafür es hat Spaß gemacht zu lesen!

    Liebe Grüße Lea aus Berlin.

  • Einzigartigkeit sagt:

    MARKTSCHREIERIN, dein Kommentar trifft den Nagel auf den Kopf! Vielen Dank für deine Zeilen.
    Und dann noch was… Vergleiche bringen nichts, jedes Leben und jede Lebensgestaltung ist einzigartig. Das ist unsere Freiheit heute. Damit umzugehen ist die Herausforderung.

  • Philipp sagt:

    Da ich diesen Artikel immer mal wieder in meinem Feed sehe, will ich auch noch ein paar Gedanken loswerden.

    Grundsätzlich stimme ich dem Autor in einigen Punkten zu: gerade was das Thema Generationen Selbstverwirklichung angeht. Wenn man sich die Maslowsche Bedürfnispyramide anschaut, dann kann man relativ schnell unsere verschiedenen Generationen den bestimmten Ebenen zu ordnen. Während sich unsere Großeltern vor allem mit Grund-, Sicherheits- und sozialen Bedürfnissen beschäftigt haben, konzentrierten sich unsere Eltern vor allem auf soziale Bedürfnisse und Anerkennung/Geltung. Für unsere Generation sind diese Ebenen fast schon normal. Daher ist für uns Selbstverwirklichung die wahre treibende Kraft und Motivation. Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen und der Spitze der Pyramide noch einen weiteren Punkt in Zukunft draufsetzen: „Gesellschaftsverwirklichung“. Ich glaube die nachfolgenden Generationen werden hoffentlich aus Selbstverwirklichung eine Tätigkeit ableiten, die der Gesellschaft und der Nachhaltigkeit dient. (Aber das ist ein anderes Thema, zurück zum Artikel.)

    Worauf der Autor nämlich gar nicht eingeht ist die Quelle, aus der die vermeintliche Beziehungsunfähigkeit kommt. Und das ist nicht die Selbstverwirklichung an sich: Selbstverwirklichung ist letztendlich kein anderes Worte wie Nachhaltigkeit oder Innovation. Solche Worte bedeuten erst mal gar nichts, bis man sie im Kontext der Situation erklärt. Auf einer persönlichen Ebene bedeutet Selbstverwirklichung nämlich für jeden etwas anderes. Und genau da ist meiner Meinung nach auch die Quelle der Beziehungsunfähigkeit: was bedeutet es für mich sich selbst zu verwirklichen? was will ich erreichen? Wo will ich mit meinem Leben hin? Das sind oft Fragen, die nur wenige für sich selbst wirklich beantworten können. Und ich glaube, je klarer man diese Fragen beantworten kann, desto deutlicher wird man sich bewusst, was ich brauche, um meine Ziele zu erreichen – was natürlich auch auf den Partner reflektiert.

    Ein zweiter Punkt, den ich vermisse, sind die Kriterien, nach denen ein Partner bewertet wird. Wenn man einen Partner ausschließlich als Person sieht, die einen weiter bringen, bzw. beim Verwirklichen seiner Träume helfen soll, dann wird die Anzahl potentieller Beziehung Partner extrem reduziert und plötzlich wird Perfektion wirklich zum niemals erreichten Zustand. Dann brauchst du nämlich eine Geschäftsbeziehung, keine Liebesbeziehung.

    Ein dritter Punkt, der mir fehlt: Selbstreflektion. Beziehung heißt an sich selbst zu arbeiten. Wie der Artikel schon richtig sagt: Perfektion ist unmöglich. Doch wer erwartet in eine Beziehung zu bekommen, um Perfektion zu erreichen, hat ein verzerrtes Bild von Beziehungen. Ja, dann ist man vielleicht wirklich beziehungsfähig. Man vergisst dabei oft die Kraft, aus der man schöpfen kann, wenn man eine Beziehung hat, die sich nicht nur um die eigene Selbstverwirklichung dreht. Plötzlich wird nämlich die Selbstverwirklichung als feige Entschuldigung vorgeschoben, wenn die Beziehung nicht länger hält als ein paar Monate. Sich selbst zu verwirklichen bedeutet letztendlich aber auch konstant an sich selbst zu arbeiten. Nur das möchte man natürlich ungerne sehen. Da hat niemand Bock drauf.

    Und der letzte Punkt: why not? Wenn sich dein Leben, deine Bedürfnisse, deine Ziele, deine Persönlichkeit so oft und grundlegend ändern, dass deine Partner in der Entwicklung nicht mitkommen, warum dann über das Wort Beziehungsunfähigkeit ein Damokles-Schwert hängen? Doch Beziehungsunfähigkeit wird sofort als negativ betrachtet.. Ich kann mir zum Beispiel nicht vorstellen mein Leben lang in der selben Stadt zu wohnen. Bin ich jetzt sesshaftunfähig? Wenn andere Menschen das bei ihrer Beziehung so sehen wie ich bei Städten, warum nicht?

    Joa… So viel zur Philosophie…

    • Esther sagt:

      Selbstverwirklichung ist nicht nur für die heutige Generation die treibende Kraft und Motivation, sie war es im Grunde schon immer. Auch hinter vermeintlicher Selbstlosigkeit, z.B. einem Leben für Gott, seine Kinder, die Arbeit oder was auch immer steckt letzten Endes der Wunsch nach Verwirklichung eigener Bedürfnisse (z.B. Anerkennung oder Erlösung …) Sie sagen ja selbst, dass Selbstverwirklichung auf verschiedene Weise verstanden und gelebt werden kann.

      Auch ich finde die These des Autors fragwürdig, „Beziehungs- und Bindungsunfähigkeit“ sei „nichts anderes als das Streben nach universeller Selbstverwirklichung, nach vermeintlicher Perfektion. Man weiß einfach, dass es irgendwo noch jemanden gibt, der besser zu einem passt, der das eigene Leben sinnvoller ergänzt.“

      Zum einen: Was belegt, dass die Menschen heute weniger „beziehungsfähig“ sind als die Menschen vor 20, 30 oder 100 Jahren? Dass die Dauer von Zweierbeziehungen heute im Allgemeinen kürzer ausfällt? Wenn ja, belegt das in meinen Augen nur, dass Menschen sich früher strenger aneinander gebunden haben. WARUM sie das taten, ist Ansichtssache. In meinen Augen taten sie es vor allem deshalb, weil Sachzwänge und moralische Dogmen einfach keine Alternative zuließen. Mit einer besseren Qualität von Beziehungen hat das wenig zu tun.

      Ich sehe das genau wie Sie. Wandel und Bewegung sind kein Zeichen von Unfähigkeit oder defizitärer Bindungsqualität. Auch ist man nicht zwingend auf der Flucht, wenn man sich bewegt. Insofern paßt Ihr Beispiel mit den Städten ganz gut.

      Zum anderen: Ist die Dauer einer Zweierbeziehung und die Entscheidung für das monogame Zweierbeziehungsmodell ÜBERHAUPT ein Indikator für eine besonders wertvolle Beziehung? Oder mißt sich die Qualität einer Beziehung nicht viel mehr daran, wie tief sich Menschen emotional begegnen und ob diese Begegnung auf Augenhöhe stattfindet?

      Heute nehmen sich wenigstens einige Menschen die Freiheit, das bis dahin als alternativlos geltende Modell der nach Möglichkeit lebenslangen Bindung zu zweit für sich zu überprüfen und selbst zu entscheiden, ob es was für sie ist oder nicht. Ich empfinde das nicht als Bindungsunfähigkeit, sondern als ausgesprochen selbstbestimmte Möglichkeit, mit sich und seinen tatsächlichen Bedürfnissen in Kontakt zu kommen. Die Selbstverwirklichung steht nämlich nicht im Widerspruch zu Beziehung, im Gegenteil: Nur wer mit sich selbst in Kontakt ist, kann mit anderen Menschen in Verbindung treten (auf welche Weise das auch immer geschieht) …

  • Tacheles sagt:

    Der Punkt Selbstverwirklichung mag ja durchaus bei Leuten eine Rolle spielen, die trendige Berufe ausüben, wie Journalist, Autor, Fotograf, DJ, Designer oder was auch immer total hip ist. Das beschriebene Verhalten beobachte ich jedoch in gleicher Häufigkeit bei denjenigen, die bodenständigen Tätigkeiten und 9-to-5-Jobs nachgehen (und nach Feierabend keinen Gedanken mehr an den Job verschwenden). Mir hat nur komischerweise noch nie ein Bänker, Maschinenbauer oder Informatiker etwas von Selbstverwirklichung erzählt. Insofern sehe ich absolut keinen Zusammenhang zwischen Selbstverwirklichungswünschen und Beziehungsunfähigkeit (außerdem weiß jeder Nicht-Bindungsgestörte, dass der richtige Partner ein große und wertvolle Stütze bei sämtlichen Karriereplänen sein kann). Das Problem ist salopp gesagt, dass heutzutage einfach alle gleich scheiße im Kopf sind, unabhängig von beruflichen Ambitionen und Geschlecht. Wie schon richtig festgestellt, hat sich eine unsägliche „Alles muss perfekt sein und bist du es nicht, dann tschüss“-Attitude in der Gesellschaft breit gemacht, die einfach nur noch zum kotzen ist. Er hat kein Sixpack und hält nicht die ganze Nacht lang durch? Tschüss. Sie wiegt mehr als 40 Kilo und schluckt nicht? Tschüss. Das ist das Resultat einer oberflächlichen Welt, in welcher der Mensch an sich nichts zählt. Wir bewerten Menschen nach Spezifikationen, wie wir es beim Kauf technischer Geräte tun. Hinzu kommt, dass alles andere interessanter und „wichtiger“ ist, als der (potenzielle) Partner: Montags Spinning/Pumpen, Dienstags Tanzkurs/Zocken mit den Jungs, Mittwochs Essen mit der besten Freundin/Pumpen, Donnerstags Mädelsabend mit GNTM/Kino mit den Jungs, Freitags Feiern/Saufen, Samstags Shoppen/Fußball, Sonntags Wellness/Pumpen. Bei so viel Ablenkungen ist klar, dass niemand mehr überhaupt die Zeit hat, sich mit einem anderen Menschen auf persönlicher Ebene intensiv auseinanderzusetzen – was aber für eine Beziehung essentiell wichtig ist. Somit werden alle langsam aber sicher zu emotionalen Krüppeln, die garnicht mehr in der Lage sind, das liebenswerte in einem Menschen zu erkennen und denjenigen deswegen halten zu wollen. Die Dinge, die sowieso offensichtlich Anziehung ausüben, machen einen letztendlich austauschbar, was uns wieder an den Punkt führt, an dem kleinste Unstimmigkeiten schon zum beziehungstechnischen K.O. führen – es ist nämlich bequemer und weniger zeitaufwändig, sich garnicht erst mit einer Person auseinander setzen zu müssen. Traurige Welt, in der wir leben.

  • Esther sagt:

    Sie beschreiben die, wenn Sie so wollen, „Problematik“ der modernen Menschen ganz treffend.

    Ja, wer frei ist, sich selbst zu verwirklichen, kann der irrigen Annahme verfallen, ein Leben könne nach der Vorlage der Rama-Werbung (oder je nach gewünschtem Lifestyle einem anderen Image) gestaltet werden. Ja, man läuft Gefahr, jede Abweichung vom als ideal empfundenen Lebensentwurf als persönliches Scheitern zu erleben, denn im Zeitalter der Selbstverwirklichung ist ja alles machbar, wenn das Individuum sich nur genügend bemüht …

    Die Frage ist: Was folgt aus dieser Erkenntnis? Schließen wir daraus, dass die Sache mit der Selbstverwirklichung ganz große Kacke ist und früher nicht nur mehr Lametta, sondern eh alles besser war? Oder ist das Streben nach Selbstverwirklichung im Grunde ne super Sache, wenn wir Selbstverwirklichung nicht als Wettrennen um die dicksten Eier betrachten. Wer Selbstverwirklichung als Imagepflege betreibt, hat doch im Grunde den Pfad der Ehen, Häuser und Autos gar nicht verlassen, sondern diese Statussymbole nur eventuell gegen andere ausgetauscht, wie beispielsweise einen hippen Beruf oder sonst irgendeine Hippness.

    Ich finde es großartig, dass wir heute individueller entscheiden dürfen, was uns entspricht, denn weder die Ehe, noch Häuser, Autos oder Kinder sind Grundbedürfnisse, geschweige denn Glücksgaranten. Welche ideellen Werte uns entsprechen und was uns von Herzen nährt, ist tatsächlich viel individueller als als das. Das erforschen und leben zu wollen, ist an sich nicht falsch. Wenn man dabei nicht den Anspruch hat, rund um die Uhr der Li-La-Laune-Bär zu sein, sondern Mißlichkeiten wie Enttäuschung, Schmerz und persönliche Defizite als vollwertigen Teil des Daseins wahrnimmt, sind Vollkommenheit, Begeisterung, ja, Glück keineswegs eine überflüssige Erfindung der Medienwelt, sondern schon ziemlich geil – und kommen übrigens auch vor.

    Vor diesem Hintergrund ist die Idee, die Palette menschlicher Empfindungen in ihrer Mitte zusammenzupferchen und zu einem mittelmäßigen Dauerempfindungsbrei zu verwursten, den man dann z.B. „Zufriedenheit“ nennt, irgendwie ganz schön trostlos … Stattdessen könnte man auch einfach aufhören, menschliche Grenzen und Defizite als Generalversagen zu betrachten. Dann müßte man sich nicht „zufrieden geben“, sondern könnte die Gefühle einfach lassen, wie sie sind.

    PS: Mit Beziehungsfähigkeit hat das im Grunde herzlich wenig zu tun, denn die Stabilität der Ehen von annodazumal ist doch wohl mehr auf Sachzwänge und willkürliche moralische Dogmen zurückzuführen als auf romantische Gefühle.

  • Colette sagt:

    Hej Michael,

    auch ich frage mich oft: Was habe ich erreicht? Was haben meine Eltern in dem Alter erreicht? Und ja, du hast recht, unsere Eltern waren mit Mitte 20 stolze Besitzer von Kindern, Kleinwagen und einen eigenen Haus.
    Heißt das, wir haben nichts geschafft, wenn wir weder Kind, Haus oder Auto besitzen? Ich glaube nicht.
    Unsere Eltern sind in einer Zeit aufgewachsen, die Transformation kontrollierte und einschränkte. Wir hingegen, können uns täglich transformieren, entwickeln, ausprobieren und auch umentscheiden, verwerfen und trennen.
    Ich habe vielleicht kein Auto, kein eigenes Haus und würde nicht in der Lage sein eine Familie zu ernähren, aber ich habe viele Möglichkeiten die meinen Eltern mit Mitte 20 nicht hatten. Kurz: Sie hatten weniger die Wahl, als ich. Die Wahl wurde entweder getroffen oder stand fest. Der Spielraum zur Selbstverwirklichung war kleiner als meiner.
    Das Leben meiner Eltern und das Meine hat Vor- und Nachteile, die der vorgegebenen Ordnung oder der totalen Freiheit.
    Ich lerne mit dieser Freiheit zu leben, sie zu meistern und auch mal daran zu scheitern. Das gehört dazu, wie der Mut zur Veränderung. Denn Selbstverwirklichung und Perfektion kann man auch zu zweit leben, aber dazu muss man Veränderung zulassen.

    Michael, danke für die tolle Anregung! Sei mutig! 🙂

    Liebe Grüße, Co

  • ulli sagt:

    Es gibt da so einen schönen Songtext von Stoppok.

    Zwischen Twen Tours und Seniorenpass (Text & Musik: Stoppok)

    ich bin grad knapp über dreißig, war noch nie so recht fleißig
    hab nur das nötigste gemacht, mich über stress nur schlapp gelacht
    jetzt steh ich da ganz ohne gespartes, merke daß das leben dann doch hart ist
    die blüte meiner jahre, kostet mich die ersten haare

    Das ist die harte zeit zwischen twen tours und seniorenpaß
    keiner gibt rabatt keiner der erbarmen hat

    kreislaufstörung und stiche im magen, sind dinge die mich allmählich plagen
    versicherungen steuer und alimente, ach wenn ich sie nur zahlen könnte
    ich treff auch nicht mehr viele aus meinem alter, den udo und die inge und ab und zu mal den walter, der rest ist mit der familie untergetaucht, und sowieso vom job völlig geschlaucht

    Das ist die harte zeit zwischen … etc……

    Will sagen…. :)))) stetige Entwicklung in eine bessere und andere Zukunft ist gut und nötig. Aber zu wichtig sollte der Einzelne sich dann auch nicht nehmen. Ihr seid soweit gar nicht entfernt von Euren Eltern, wie manche vielleicht glauben mögen. Aber Eure Eltern sind sicherlich stolz auf Eure neue Freiheit, die sie in dem Maße nicht hatten. Vielleicht hätten sie die mit ihrem Wissen von Heute besser genutzt. Jeder ist seines Glückes Schmied. Viel Erfolg! Übrigens … man wandelt sich auch noch mit 40, 50, 60 und 70…. nur mit Familienplanung wird es da schlechter.

  • Thomas sagt:

    Oft fällt das Wort „Glück“. Aber ist Glück nicht etwas das momentan passiert, das man nicht steuern kann. Sollte man nicht lieber Zufriedenheit anstreben?

    Für mich ist es aber in dieser Welt, wie sie gerade ist, nicht möglich zufrieden zu werden, deswegen gehe ich raus und stelle mich den Problemen und gehe dagegen an. Natürlich bin ich nur ein kleiner Mensch in dieser großen globalen Welt, aber jeder kann etwas verändern. Die Kleinen entziehen den großen die Macht!

    Diese Unzufriedenheit gab es schon immer in der Geschichte außer vielleicht ganz am Anfang. Der Mensch lebt in der Evolution und sucht immer nach Zufriedenheit. Der Mensch ist geboren um sich weiterzuentwickeln, da er allerdings nicht allwissend ist, gibt es über allem die Natur, die den Menschen bei Bedarf wieder zurückdrängt (Krankheit, Leid) auf die vorgesehene Linie. Der Mensch hat gar keine Macht sich dem zu entziehen.

    Wir können es nicht genau wissen, wo die Reise hingehen soll. Aber eins ist sicher, das dieses System nicht überlebensfähig ist, da es zuwider der Natur handelt.
    Also ist es Zeit für Veränderungen, um der Zufriedenheit ein Stück näher zu kommen.

    Unsere Generation wird vielleicht nicht mehr in absoluter Zufriedenheit leben, aber wir können es antreiben und das wird uns zufrieden machen. So können wir irgendwann getrost Abschied nehmen.

    Es geht um Liebe und Gemeinschaft.

  • anna sagt:

    määääähhhhh
    wir habens alle so schlecht! früher war alles besser! gutschigutschi guuuu

    mhh verallgemeinert, zu subjektiv, zu dramatisch

    waren denn früher alle happy? also meine beiden omas haben ihre männer nicht geliebt. doch danach hat ja keiner gefragt.

    man will ja auch immer das was alle anderen so machen. reisen freiheit geld…. wenn alle kinder hätten dann würde man sich sowas auch ganz schnell zulegen 😉

    • Marla sagt:

      Ich glaube, du hast den Artikel falsch interpretiert. Es geht nicht darum, dass es ihm schlechter als den aelteren Generation davor geht, sondern darum, dass es einen Wandel gab, der den traditionellen Lebensweg (Arbeit, Haus, Familie) nicht mehr ideal erscheinen laesst und dass Selbstverwirklichung erste Rangordnung hat. Ich finde, er hat sich nicht beschwert, sondern die Erwartungen und Hindernisse der juengsten Generation gut zusammengefasst.

    • erla457(???) sagt:

      „man will ja auch immer machen, was andere so machen“

      so, so, will man das. klar wenn andere sagen spring, dann springt man. selbständiges denken und handeln – fehlanzeige. hauptsache der schein stimmt.
      herrlicher kommentar, der die generation „dämlich“ treffend charakterisiert.

      ja, die menschen waren früher glücklicher. sie sind nicht in depressionen verfallen, wenn ein post mal keine likes bekommt. sie haben sich nicht ständig selbst bemitleidet und waren auch nicht der meinung, sie wären der mittelpunkt der welt.

      immerhin haben sie ohne probleme eine familie gegründet, kinder bekommen. das bringen teile dieser generation ja gar nicht mehr hin. und grübeln und grübeln dann, warum das wohl nicht klappt. ja mit einem vollends aufgeblasenen ego klappt eben so gut wie gar nichts mehr. 🙂

  • ulli sagt:

    Ich war spät gebärend und mittlerweile mit vierzig. Ich kann Euch nur eines raten… Die Jahre zwischen 35 und 45 gehen rasend schnell vorbei. Das schönste auf der Welt sind Kinder!!!! Sie spiegeln Dich, sie bringen Dich voran, plötzlich weisst Du wofür Du lebst. Du erlebst von Anfang an noch mal alles neu. Sie fordern Dich heraus. Total spannend. Und … sie lenken Dich ab … vom älter werden. Denn spätestens mit 45 weisst Du, was es heisst endlich zu sein, nicht nur vom Kopf her, sondern auch vom Körper und vom Herzen. Und das tut weh. Eure sogenannte Selbstverwirklichung kann durchaus nebenher laufen. Aber Kinder brauchen junge, wilde spontan Eltern, denen nicht alles weh tut, wenn sie mal mit aufs Trampolin gehen. Habt Vertrauen und nehmt in Kauf mal etwas in den Sand zu setzen. Sonst habt ihr es bald ganz in den Sand gesetzt. Der Nabel der Welt sind die Kinder und nicht die, die sich ewig wie welche benehmen und für nichts Verantwortung übernehmen. Alles Gute für Euch wünsche ich von Herzen! Lasst nicht alle Züge ohne Euch abfahren. Seit menschlich und liebevoll.

    • Kai sagt:

      Toller Kommentar. Kann ich so nur unterschreiben.

      • Sandra sagt:

        Ich weiß nicht was an Kindern toll sein soll. Sie bestimmten dein Leben bringen mehr Ärger als Freude und sind dann noch undankbar. Ich bevorzuge meinen Nebenjob als Model, Optimierung meiner Figur, Zeit mit meinen Freunden, Urlaube, Meine Katze…. Es gibt soviel schönes zu sehen und erleben, da steht einem eine Beziehung und der alte Quatsch einfach im Weg.

    • Fabi sagt:

      Ehrliche Worte, die ich momentan bei meinem Bruder bestätigt sehe!
      Beste Grüße

    • Janett sagt:

      danke für dein tolles, vor allem ehrliches Kommentar dazu !

    • Kris sagt:

      Der Nabel der Welt sind die Kinder?! Plötzlich weiß du, wofür du lebst?!

      Na das sind ja mal auch paar ehrliche Eingeständnisse. Also ich mag ja Menschen, die selbstbestimmt und emanzipiert ihrem Leben selbst einen Sinn geben und sich nicht über ihre Kinder definieren. Die vielen großartigen Frauen, die für die Emanzipation der Frau gekämpft haben, glaube ich auch. Wäre schön wenn wir das Rad nicht wieder zurück drehen würden.

      Lustiges/ wahres Zitat von Harald Schmidt für dich: Kinder sind erst süß, dann undankbar, und dann aus dem Haus.

      Also schön, dass sie dir jetzt helfen, mit dem Älterwerden klar zu kommen und deinem anscheinend wenig sinnvollem Leben Sinn zu geben. Aber wenn sie zwanzig sind und älter, dann bist du auch wieder allein. Oder hoffst du da auf die Enkelkinder, dass sie dir deinem Leben dann einen Sinn geben?

      • Sonnenschein35 sagt:

        Dann heißt also Emanzipation keine Kinder mehr zu bekommen? Selten so viel Quatsch gelesen! Bleib man Du schön für Dich alleine und „verwirkliche Dich selbst“ – viel Spaß dabei!

  • Matthias sagt:

    Schöner Text – nur die Schrift ist am Bildschirm waaahnsinnig schwer zu lesen. Da kriegt man Augenschmerzen… das einzig Negative hier.

  • Plutosblog sagt:

    Tolle Beitrag. Es ist natürlich ein Risiko die eigene Karriere selbstlos für eine Familie oder den Lebenspartner zurückzustellen. Denn gerade heute muss man fragen – was bleibt, wenn die Beziehung mal nicht mehr ist? In den meisten Fällen steht man dann finanziell nicht besser da.
    Aber davon möchte Ich gar nicht reden. Ich bin Student und wenn Ich neben dem Studium beginne mir einen Verdienst aufzubauen, dann tue Ich das zwar für mich und es macht mir Spaß aber Ich würde die Arbeit niemals vor eine Familie oder meine Partnerin stellen. Für mich wäre das nichts. Mir ist Zeit (mit geliebten Menschen) immer noch immens viel wichtiger als Geld oder eine Karriere. Auch wenn es manchmal schwer ist, so hoffe Ich doch, dass es noch anderen so geht.

  • Francis sagt:

    Gut beobachtet. Aber es ist eines von vielen moeglichen „Insel-Existenzen“ Angeblich haben Menschen in Deutschland keine Probleme mehr. Aber fragt mal die 20 Millionen „Armen“ die von einem Tag auf den naechsten leben MUESSEN, weil ihnen die immer korrupter werdenden buereokratischen Strukturen keine Chancen mehr geben. Faehigkeiten und Arbeit werden nicht mehr fair bezahlt, und viele fallen beim Raster unten durch, werden entweder aussortiert, oder werden zu Verweigerern. Die Arbeitswelt besteht aus immer weniger „Oberen Zehntausenden“ die laecherlich viel absahnen, und immer mehr Ausgebeuteten Lohnsklaven. Es ist laecherlich dass eine Personalchefin einer Kugelschreiberfirma, oder der Chefredakteur eines etablierten Wochenblattes 15 000 im Monat verdienen, waehrend diejenigen, die eigentlich DEREN Arbeit tun, mit 1100 abgefertigt werden. Daher gibt es immer mehr „Zwangsarbeiter“ des sogenannten Sozialen Netzes, was sich natuerlich auf die Qualitaet der Arbeit auswirkt und Verzweiflung und Vereinsamung verursacht, weil sich immer weniger ein soziales Leben leisten koennen.

  • Ljubowj sagt:

    Da sind ein paar tausend Menschen oder mehr,
    Alle rennen irgendetwas hinterher.
    Und die Ziele ändern sich, und auch die Moral.
    Aber für das Wahre, Echte, ist diese Änderung egal.

    Ich hab den Text gelesen…und hab bei beinah jedem Satz gedacht…“ja ja…stimmt …hab
    ich mir auch erst letztens wieder gedacht…ja ja…“ …und ich BIN einer dieser „virtuellen, in Echt anscheinend nicht existierenden“ Studenten…
    Aber am Ende überkam mich eine Art Traurigkeit oder sogar eine Art Abscheu… ist denn
    wirklich alles so schlimm?
    Und dann noch die Kommentare…die absolut wiedersprüchlichen Kommentare…gibt es da
    wirklich keinen einheitlichen Nenner?

    Und dann habe ich mir, gedacht, geht es denn wirklich nur um diese ‚Oberfläche‘? ‚Träume verwirklichen vs. nicht verwirklichen‘; ‚Familie vs. Studium/Karriere‘; ‚Liebe vs. Ego‘; ‚im Moment leben vs. auf Zukunft ausrichten‘; ‚auf den Richtigen warten vs. sich vom Leben treiben lassen‘ ?
    Muss denn da nicht irgendetwas hinter dem Ganzen stehen, was durch die Zeit hindurch unverändert wahr und gut und erstrebenswert bleibt? Irgendetwas, was schon zu der Zeit unserer Eltern aber auch zu unserer Zeit und auch in der Zukunft genauso gültig ist, wie vor 8000 Jahren!? Ist da nicht vielleicht eine Gesetzmässigkeit, die uns durch das alles durchgehen lässt, durch diese, so lebenswichtig scheinenden Entscheidungen, um doch am Ende zu erkennen, dass es um etwas ganz einfaches, aber dafür umso wertvolleres, geht?
    Wie kompliziert wird es, wenn man sich nun für eine richtige Meinung entscheiden müsste…? Denn irgendwie haben ja alle Recht…Alle, die hier einen Kommentar abgeben, unsere Eltern, wir, ihr…alle haben eine Grund, warum sie das tun oder sagen, was sie tun und sagen.

    Wenn wir einfach mal leise werden und in uns selbst hören, dann hören wir ganz genau, was das richtige für uns ist…ich betone für UNS selbst. Und dann wird es egal, welche Meinung die anderen haben oder wie das Leben der anderen (z.B. der Eltern) aussieht, weil die leise Stimme in uns uns unmissverständlich den Weg zeigt, der für UNS der Richtige ist. (Was für mich auch im vordersten Sinne bedeutet…“den/die meine/n Richtige/n“ zu treffen)

    (Amen^^)

  • Marktschreierin sagt:

    Es scheint mir hier, als habe der Autor (dessen Text ich im Übrigen aber sehr cool finde :)) eine dieser typischen „mein Haus, mein Auto, mein Boot“-Situationen gehabt.

    Ich kenne diese Vergleichssituation, ich denke auch oft daran, in welchem Lebensstadium sich meine Mutter in meinem Alter befand, wie es ihr ging, als junge Mutter usw. Ich ziehe daraus aber keine Schlüsse über mich und ob ich „gescheitert“ bin – was zur Hölle! Ich bin doch nicht sie. Ich habe nicht ihren Hintergrund, ihre Erziehung, ihre Träume, ihren Lebensentwurf usw. Ich kann sie vielmehr besser verstehen, wenn ich ihr in diesem Nachempfinden ihres Lebens nahe bin.

    Was für eine Verschwendung, sich selbst als defizitär zu empfinden, weil man nicht ist, wie (all?) die anderen! (ich war gerade geneigt, mindestens drei Ausrufezeichen zu setzen!)
    Wir wollen alle ach so individuell sein, schreibt der Autor und nimmt das Bild des Kataloges, um unser grenzenloses Konsumdenken und unsere Modulwünsche zu umschreiben – alles zu viel für ein, für zwei, sogar für drei Leben – und findet dann seine eigenen Grenzen in einem einzigen Gegenentwurf, einem Gegenentwurf aus der Vergangenheit? Auch noch dem seiner Eltern? Was ist denn aus der Idee geworden, dass die Jungen es anders machen wollen als die Alten? Dass jede Generation versucht, ihr Bestes zu geben, es besser zu machen?
    Es gibt keine Zutatenliste-Sammelkarte für das, für unser Leben. Es gibt keinen Katalog, den man abhecheln müsste.

    Ist unser Individualität nur noch Negativabgrenzung? Sind wir nur noch abhängig von einem wechselnden Mainstream der Gefühle und Lifestyles, der ebenso dumm, schnell und oberflächlich ist wie das Modediktat?
    Wir sind so unerträglich hohl in diesem Ich-Projekt, dass es einem Angst machen könnte.
    Ich frage mich häufig, woher diese bescheuerten Ideen kommen, die uns alle verfolgen: Mit 30 muss man x, y, z erreicht haben, sonst… sonst was? Sind wir dann unvollständig, fallen uns Körperteile ab?

    Wir haben nur dieses eine Leben und wir wissen nicht, wann es vorbei sein wird. Es könnte morgen vorbei sein und wir hätten nichts wirklich er-lebt im Sinne von den Moment wahr-genommen. Wir hätten ständig in einem „vielleicht wäre“-Gerenne und diesen abertausenden Hypothesen gelebt, wie ein Geflecht aus Giftgas, das unser Jetzt erstickt. Wie der Fischer und seine Frau: Nie genug, immer mehr, nie im Augenblick verweilen, einfach mal WG-Leben genießen, nein, es muss das Haus sein (in dem man dann alleine lebt?), es muss das Auto sein (fragwürdig in Bezug auf die Umwelt), es muss, es muss, es muss.

    Wir sprinten in einer irren Jagd durchs Leben – und genau aus diesem Grund gibt es diese Bereuens-Momente. Wenn, dann. Wir denken nicht, wir empfinden nicht, wir leben nicht. Wir sind fremdbestimmt, glauben, wer 30 ist und nur einen Geschlechtspartner im Leben hatte, sei defizitär. Wir probieren hier, wir nippen da und finden uns selbst nicht. Und weil wir uns nicht finden, werden wir immer hektischer und hysterischer. Wer keine Kinder hat – oder, Gott bewahre, gar keine will! – der ist auch kaputt. Der ist wohl ein Selbstverwirklicher, der dann einsam im Altenheim versauern wird, wie jemand hier in den Kommentaren schrieb. Als wenn es einen Besuchszwang gäbe, für die eigenen, leiblichen Kinder. Als wenn das Leben nicht gepflegt darüber lachen würde, was wir planen.
    Nein, wir planen schon bis ins Altenheim. Der Katalog geht weiter.

    Manchmal macht es mich echt wütend, wie unsäglich undankbar sind. Wir leben in Disney-Luftschlössern, glauben an klingende Geigen, wenn die eine/ der eine des Weges kommt, glauben, das Schicksal müsste uns irgendwann für irgendwas belohnen und verpassen alles, was jetzt ist. Der Text des Autors trifft es voll, finde ich: Ständig weiter, besser, noch besser, noch besser,…
    Wenn ich sowas höre oder lese wie „das waren die besten Tage meines Lebens!“ – dann möchte ich laut schreien! Wie entwertet man am einfachsten all die 20, 30, 40 Jahre, die noch kommen werden? So! Das was das Beste und jetzt geht es bergab – was für eine Einstellung.

    Wir leiden ständig an dem, was wir nicht haben, was unsere Katalogwunscheltern uns vorenthalten zu haben scheinen, was die anderen hätten machen oder sagen müssen.
    Anstatt einmal morgens aufzuwachen und zu sagen: Hey, ich bin privilegiert. Ein Bett, ein Dach über dem Kopf, ich bin satt, ich habe Klamotten zum Anziehen.
    Anstatt Entscheidungen zu treffen, die wir verantworten. Wir haben jeden Tag die Entscheidung über unser Leben in der Hand. Die Gestaltung obliegt völlig uns.

    Ich glaube, wir beneiden insgeheim nicht die faktischen „Errungenschaften“ (mein Haus, mein Auto, meine Kinder) unserer Eltern, sondern die Alternativlosigkeit. Unsere Eltern hatten es noch verhältnismäßig leicht: Man machte das halt so. Da lernte man was Vernünftiges und dann kamen halt die drei Ks. Heute ist alles möglich und das lähmt uns. Jede Sekunde müssen wir uns entscheiden, wir sind völlig reizüberflutet von dieser donnernden, tosenden Welt, die über uns hereinbricht, der wir kein festes Ich-Konstrukt entgegensetzen können, denn wir sind die „Alles-ist-möglich“-Generation.

  • Gabi sagt:

    Dafür hat die Generation vor uns dann ne midlife-crisis bekommen, weil wenn die Kinder aus dem Haus war fiel das schöne Kartenhaus zusammen. Es ist schon besser, ein Leben zu führen, dass einem entspricht und dass Kinderkriegen und Familie haben mit einem Partner zu leben, mit dem du glücklich bist (und nicht nur auskommst).

    Selbstoptimierung und Designerbabys sind dann wohl ein Schritt zu weit, der Gefahr sollte man sich bewusst sein, von daher danke für die Anregung und Mahnung 🙂

  • Ronny sagt:

    Interessanter Text, und Interessante Kommentare.
    Habe zu verschiedenen Punkten was zu sagen:
    Beziehungen: Früher sind Menschen zusammen gekommen aus anderen Gründen, z.B. der Mann trinkt und schlägt nicht und kann mit Geld auskommen -> Match. Dann, Oh wir studieren/arbeiten zusammen haben also die gleichen Interessen -> Match. In der heutigen Zeit wird mehr und mehr auf Kariere und auf Weiterbildung geachtet als auf andere Güter. Die Menschen sind mehr und mehr zum Objekt verkommen, sie sind austauschbar und das macht jedem Angst, egal auf der Arbeit oder in der Beziehung, wenn ich nicht mehr mich weiter „verbessere“ dann findet mein Partner mein Chef jemand anderem. Also muss ich ständig im „optimierungs-“ und Angst Modus bleiben. Klar kann ich dann verstehen, ich muss jemanden suchen der zu mir passt, sonst würde er/sie weggehen. Stimmt auch und das mach Depressiv.

    Depression: Alleine in Deutschland gibt es fast 50% der Menschen die an Depressionen leiden oder gelitten haben. Warum kann ich dann nicht sagen es ist umgekehrt? Menschen die Depressiv in der jetzigen Gesellschaft sind sind „normal“ und Menschen die nicht depressiv sind „unnormal“ ? Es gibt genug Sachen die einem Angst und Sorgen bereiten können Rente, Gesundheit, Bildung, TTIP, Lebensmittelverschwendung usw.

    Warum kann nicht jeder Glücklich sein so wie er/sie im Moment ist? Wenn jemand in einer WG wohnt dann kann er doch Glücklich sein, oder wenn jemand „nur“ eine Ausbildung hat und keine Familie aber dafür z.B. einen Job der einen voll Ausfüllt?
    Also umgekehrt wer sagt denn, wenn du einen Familie hast und ein Auto und das und das nur dann bist du Glücklich? Wir setzen uns selbst unter Druck und keiner kann unter Druck gute intuitive Entscheidungen treffen….

    • Thamsite sagt:

      Der Artikel ist meiner Meinung nach beispielhaft für die Sinnkrise der Menschen in der heutigen Zeit, dass Ego und der permanente Vergleich im Außen. Eckhart Tolle nennt solche Vergleiche, die äußere Ebene der Form, im Buddhismus gleichbedeutend mit Anhaftungen. Diese Anhaftungen / Vergleiche sind eine der Hauptursachen für Selbstsabotage, Unausgeglichenheit oder kurz gesagt: Leid

      Mich wundert es ja eigentlich auch nicht, von Geburt an sammeln wir Dinge die uns wichtig sind, Freunde, Familie, Job, Hobbys, Abschlüsse, Gehalt, wie viele Freunde habe ich, was denkt mein Chef über mich etc. jeder erkennt sich da wieder, jeder hat wie im Buch „F*ck it! Loslassen glücklich sein!“ seinen ganz eigenen Konvoi an Anhaftungen.

      Alles was uns furchbar wichtig wird hat eben dann auch Potential, uns Leid zu bescheren. Der unerfüllte Job, oder unerfüllte Beziehungsträume. Dabei ist gängige Lehrmeinung, dass etwas im Außen den Menschen nicht dauerhaft glücklich werden lässt und eine vermeintlich innere Leere und Selbstwert ebenso nie im Außen gestopft werden kann. Doch wir glauben es, unser Ego halten wir für real, statt eine Meinung unter vielen.

      Ich treffe immer wieder auf Menschen, die unter starken negativen Glaubenssätzen leiden, statt z.B. eine Situation zunächst einmal neutral zu bewerten, denn jede Situation ist von grundauf einmal neutral, unsere Bedeutungsgebung vergibt die Bewertung und die ist meist schlecht. Denn wir alle kennen es: Das Gras des Nachbarn ist eh immer grüner.

      Die ganzen Gedanken, entspringen einer augenscheinlich unerfüllten Erwartungshaltung mit hohem Selbstsabotage Anteil. Dabei wissen wir alle: Wenn wir keine Erwartung hegen, dann hatten wir die besten Ergebnisse, die Abende mit unseren Freunden etc. haben sich frei jeglicher Erwartung am besten entwickelt. (Giving to give!)

      Man sollte sich also nicht dafür bestrafen, dass man so lebt, wie man lebt. Man sollte allenfalls darauf achten, nicht zu häufig sich in selbst sabotierenden Denkschleifen zu befinden. Denn es gilt als erwiesen, dass lockere und lässige Leute eben häufig positiv denken, über sich, über das was sie sind. Eckhart Tolle spricht auch von dem akzeptieren was ist, oder sich dem entziehen. In jedem Fall aber Verantwortung für das eigene Liebes- Datingleben übernehmen und sich hin und wieder mal fragen: Was wäre von meinem Leben an dieser Kante der nächst höhere Level?

      Auf vieles andere, was uns zu wichtig geworden ist kann man auch ganz gefrost mit einem „f*ck it“ antworten. Dahinter steckt eine Menge positiver Gleichgültigkeit und Gelassenheit. Man löst damit letztlich keines seiner Probleme, aber die Herangehensweise ist eben eine völlig andere. Ich kann also denken „Ich bin single, ich bin nicht gut genug“. Oder: „Als Single müsste ich mich lt. Matrix schlecht fühlen, aber warten wir es mal ab, was das Schicksal mit mir vor hat, schauen wir mal wo ich in drei Monaten so stehe.“

      Das Mindset macht den Unterschied.

  • Eva sagt:

    Liest sich für mich wie ein ziemlich trauriges Leben, tut mir leid…
    Viele von euch werden an ihrem Lebensende traurig und einsam irgendwo im Altersheim sitzen- ledig und kinderlos- und sich wünschen, die Zeit nochmal zurückdrehen zu können. Denn von der ach so tollen Karriere bleibt im Alter nichts- außer vielleicht ein Haufen Geld, der die Einsamkeit etwas erträglicher macht.
    Ps: dass das Leben vorbei ist, wenn man Kinder in die Welt setzt, kann nur von Leuten kommen, die keine haben 😉

    • Sonnenschein35 sagt:

      GENAU! Erst das eigene Kind gibt dem Leben einen Sinn!!! Klingt kitschig – ist aber so!
      Und JA GENAU! Das letzte Hemd hat keine Taschen!!! Also jagt nicht ewig dem Perfekten hinterher sondern lebt. Und wenns schief geht, macht ihr es beim nächsten Mal anders, statt ewig rumzujammern…

    • Kris sagt:

      Ich habe meinem Zivildienst im Altersheim gemacht. Kann mich erinnern, dass die Heimbewohner alle auch irgendwann mal Kinder in die Welt gesetzt haben. Nur einsam waren die auch, denn die lieben Kinder führten mittlerweile ihr eigens Leben. Klar, zu Weihnachten und Geburtstagen kam mal einer vorbei. Aber jeder Tag hat 24 Stunden, da helfen dir dann nicht mehr deine inzwischen erwachsen Kinder, da bist du dann wieder allein, genau wie die ohne Kinder.

      • Sonnenschein35 sagt:

        NIEMALS!!!
        Du hast diese wertvollen Erinnerungen, wie du als Mutter dein Baby in den Schlaf gewogen hast; wie nur dein Lächeln allein, deinem Kind die Angst genommen hat; wie stolz dein Kind dich nach seinem ersten Sieg anschaute; wie selbstverständlich es nach deiner Hand griff; wie es herzhaft und glücklich lachte; wie es dich tröstete in schweren Zeiten und bedingungslos liebte trotz all deiner Fehler… Nirgends wo auf der Welt, findest Du einen vergleichbaren Menschen!!! Mag sein, dass es im Alter nur noch wenige Besuche im Jahr sind, aber besser als gar keine auf jeden Fall!!!

  • Anna sagt:

    Toll und blumig geschrieben. Gut zu lesen. Aber das war es dann schon.
    Was ich nicht leiden kann an dieser (und auch meiner Generation)?
    Es ist alles nur noch pseudo..
    Wenn man Blogs dieser Generation quer liest, ist es überall das selbe Bild:
    Ewig studierende Endzwanziger die düster, ja fast depressiv in die Zukunft blicken, nichts Positives in ihrem Leben und auf ihren Mr./Mrs. Perfekt wartend, der mindestens genauso depressiv ist.
    Begleitet werden diese Pseudo-Intellektuellen meisten von selbst diagnostizierten Borderline, Drogen – und Alkoholmissbrauch.
    Selbstverständlich leben sie vegan und versuchen auf oft radikale Art und Weise diese Welt zu retten, die sie doch so unfassbar deprimiert. .
    Also quasi Pseudo-Intellektuelle, die gepierct und tätoowiert vor ihrem Laptop sitzen, ihren fleisch-und geschmacklosen Veggieburger (selbstverständlich alles hand geplökelt und selbstgemacht..weil das macht man so..) essend ihre neusten s/w Profilbilder mit ernsten Gesichtern hochladen oder aber einen aktuellen Blogeintrag erstellen.
    Und der Witz an der Sache?
    Irgendwie scheint dieser Typus Mensch nur online zu existieren, denn in meinem Umfeld sieht es komplett anders aus:
    Die Endzwanziger stehen mitten im Beruf, verdienen durchschnittlich bis überdurchschnittlich, planen oder haben Kinder und geniessen ihr Leben..

    Also: Der Sinn des Lebens ist zu leben.
    Seid glücklich.

    • Volker Steiner sagt:

      Wir leben in einer exzessiven Zeit. Wir haben es so gelernt …nicht von unseren Eltern, aber von unseren vermeintlichen Vorbildern. ZB. am Arbeitsplatz, im Sport, an der Uni, in der Freizeit, ja auch in der Familie und vor allem am Arbeitsplatz lieben wir die Selbstoptimierung und treiben es bis zum Exzess. Wir werden zwar deutlich älter – werden dafür aber schon deutlich früher krank, verbraucht, so viel gejoggt, dass die Knie schon mit 55 kaputt sind. Ok – dafür waren wir Sieger – Strike! Wir versuchen aus jeder freien Stunde, die nach den wöchentlich normalen 10 bis gewünscht 20 Überstunden noch bleibt 2 Stunden rauszuholen. Dabei bleiben wir selbst auf der Strecke – völlig k.o. …frustriert. Das Ziel wieder nicht erreicht. Das Gefühl, nicht genügt zu haben. Die Krankenkasse wird es uns später damit danken, dass unser Tarif deutlich höher ausfallen wird und dann alle vermeintlichen Vergünstigungen für unseren Hochleistungssport mehrfach zurückgezahlt werden müssen. Unsere Gesellschaft beutet sich am liebsten selbst aus und übersieht in ihrem Wahn, dass sie das SYSTEM nicht kontrolliert sondern nur zur Marionette der Wirtschaft geworden ist. Der Wirtschaft, die wir geschaffen haben, es zugelassen haben. Einem System, dass sie (die Gesellschaft – also wir) selbst in ihrem Handeln und Wertesystem gefördert und mit errichtet hat.
      Früher sagte man: „Jede Generation bekommt das, was sie verdient!“ Unsere Großeltern bekamen den Weltkrieg, den sie sehenden Auges nicht verhindern wollten. Deren Kinder haben aus der Saat des Wiederaufbaus und aus der Erfahrung des überlebensnotwendigen Zusammenhalts eine florierende Wirtschaft und ein Land aufgebaut, dessen Produkte (Made in Germany) in die ganze Welt gingen. Die Nachkriegsgeneration hat den Mittelstand erfunden – einzigartig auf der Welt. Hat Werte geschaffen und danach getrachtet, nie wieder solche Menschen verachtende Gesetze, Regeln und Werte und Moral erleben zu wollen und alles daran zu setzten solches zu verhindern. Sie war in diesem Sinne erfolgreich. Aber die Entwicklung ist seit den frühen 80ern wieder gegenläufig.
      Und die gegenwärtige Generation? Jeder ist sich selbst der Nächste im Wettlauf um maximale Ausbeute – auf Teufel komm raus. Wer nicht mitmacht bei dem Wahn um Gigantomanie im Optimum ist automatisch raus und geächtet – wird belächelt und die Gesellschaft lässt das Individuum fallen. Kranke werden nur noch minimal – betriebswirtschaftlich optimiert – verwaltet und abgefertigt. Andersdenkende finden kein Gehör, werden gejagt, gemordet, vergewaltigt. Die wenigen alternativen Stimmen werden geliked aber das war’s dann auch. Sie bleiben meist nur Eintagsfliegen. Liken ist einfacher als auf die Straße gehen, als wählen gehen, als für einen kranken Nachbarn einkaufen zu gehen. Und wie im tiefsten Mittelalter sterben die meisten Menschen auf dieser Kugel aus religiösen Motiven und imperialistischen Machtexzessen. Der Wahnsinn ist überall. Die Medien lügen uns auf dem einem Kanal an und auf dem nächsten ergötzen wir uns an der freiwilligen Erblödung unserer Nachbarn in unendlichen Dokusoaps. Nachrichten mutieren zum Instrument der Staatraison und werden per Diktat zensiert und Manipuliert oder dienen schlechterdings nur noch dem Amüsement der dummen Masse. Wir haben zwar eine Meinung aber wir gehen nicht mehr wählen, weil wir nicht mehr glauben, dass es noch etwas an den Fakten ändert. Auch da denken wir nur noch an uns selbst und glauben nicht mehr an den Erfolg der Gemeinschaft. Wir haben scheinbar alle eine Meinung aber behalten sie für uns …gehen nicht mehr dafür auf die Straße und sind schon gar nicht bereit, dafür zu kämpfen. Wir haben ja keine Zeit, keine Lust, etwas Besseres vor. Hauptsache ich! Wer neben mir verreckt, den will ich nicht sehen! Es stört mein Bild vom Lebensideal. Wir lügen uns in allen Bereichen rund um die Uhr in die eigene Tasche. Und so kommt es, dass wie gegenwärtig sich scheinbar das Rad im Kreis gedreht hat und wir wieder 5 Minuten vor dem Ausbruch eines Krieges direkt vor unserer Haustür stehen.
      Kein schöner Gedanke …bestimmt alles nur Lüge … Verschwörung … weiter so!

    • Sebastian sagt:

      So viele Stereotypen… So viele Gruppen in schlechtes Bild gerückt. Erschreckend was du glaubst das scheinbar alles zusammen gehört. Was haben Tattoos und Piercings damit zu tun? Was haben Drogen oder Alkohol mit einem Studium zu tun das man schlicht Weg vor Mitte 20 nicht abgeschlossen haben kann? Was ist überhaupt grundsätzlich schlecht am Studium und an der selbstBILDUNG? Wissensgewinn ist für mich ein SINN des Lebens… Wenn ich mit 40 nochmals studieren möchte, herzlich gern!

      Wenn ihr einfach mal lernen würdet das ihr nicht Perfekt seit, es nie sein werdet und eben jenen Wunschpartner niemals finden werdet…
      Wenn ihr für eure Beziehungen (ein Teil EURES Lebens, um es mit den Worten des Egoist zu sagen) auch mal arbeitet und euch nicht die Einstellungen einer „Wegwerfgesellschaft“ raushängen lasst…
      Dann währt ihr eventuell etwas näher am Kern der Dinge, ent-täuscht von der Welt in der ihr Glaubt zu Leben…

    • Marius sagt:

      Der Sinn des Lebens ist zu leben! -_-
      Was heißt das schon? Für die meisten unvernünftigen Menschen (u.a. in Deutschland) wohl auch „NUR“ Alkohol-und Drogenmissbrauch bzw. dieses sagenumwobene „Feiern“
      in deinem Artikel kann man ganz schön viel Hass auf die heutigen Studenten herauslesen.
      Das man irgendwann (fast) nichts mehr positives im Leben sehen kann ist als Student in der heutigen Zeit doch vollkommen klar (wenn man ein anspruchsvolles Studium hat!).
      Ich mochte man DIE Arbeitnehmer sehen, die über zweieinhalb Jahr ohne Urlaub auskommen und wenn gerade ein Kurzurlaub in greifbarer Nähe ist, wird der Anspruch höher und es wird noch mehr Leistung gefordert, der man dann GAR NICHT MEHR gerecht werden kann.
      Die Studies sind nur die Opfer, jedoch NICHT die TÄTER, das sind die Personen, die die Ansprüche so extrem nach oben schrauben (ohne jetzt konkret zu werden).
      Ja, es gibt Endzwanziger, die gut im Beruf stehen…. hätte ich auch sein können, aber ein Studium bringt ganz andere Möglichkeiten mit sich und ist heute die beste Arbeitslosenversicherung, die man haben kann! Bei den Endzwanzigern ist es eben so, entweder sie hatten bzw. haben gute Bedingungen und die Möglichkeit sich gut zu entwickeln oder eben nicht und benötigen diese Möglichkeit eben noch! Aber die Letzteren auf Grund von Rahmenbedingungen jetzt auszubremsen KANN ja wohl nicht die richtige Lösung sein.Und dass die besagten Endzwanziger mit Beruf „das Leben genießen“ heißt ja am Ende auch nur, dass sie Status Quo Maximal-Level der Leistungsfähigkeit erreicht haben und dafür aktuell noch nicht einmal viel tun müssen….ergo schon wieder auf dem Rückzug der Leistungsfähigkeit sind!

      P.S. Es heißt Ms. Perfekt….alles andere würde komplett keinen Sinn ergeben 😀

    • Kazuhiro T. sagt:

      Vielleicht, wie Du es ja sagst, siehst Du diese Menschen nicht oder willst sie nicht sehen, weil Du sie eben zu Pseudointellektuellen degradierst, ihr Umweltbewusstsein, ihr Streben die Welt zu verbessern verhöhnst, eine Welt die man tatsächlich den Nachfahren mit gutem Gewissen kann und sie allgemein verspottest sowie als etwas niederes als deinesgleichen siehst.

      In meiner Umgebung gibt es von allen etwas. Was ist eigentlich depressiv nach deiner Meinung? Die Sorge, dass die Welt sich zugrunde wirtschaftet und durch die Kohärenz Expansion/Ausbeutung, Ausbeutung/3. Welt (definitiv nur halb selbstverschuldete Situationen da bei fehlender Kooperationsbereitschaft ->Krieg) Krieg/3. Welt, Frieden für Wohlstand basierend auf Ausbeutung und viele andere Kohärenzen in Wechselwirkungen? Eine unberechtigte Sorge?! Der Einsatz dieser Menschen „pseudo“, weil sie Tattoos haben, sich vegan ernähren und für eine bessere Welt einsetzen? Woher weißt Du über deren Selbstdiagnose und Alkoholmissbrauch Bescheid, wenn diese Menschen ja nur online existieren und in deiner Umgebung dieser Typus Mensch nicht zu erblicken ist?

      Hoffentlich werden Deine Kinder oder beziehungsweise Enkel etc. genauso denken wie Du. Ansonsten würde mich mal interessieren, was Du als Großmutter, deinen erwachsenen Enkeln antwortest, wenn sie dich -resultierend aus ihrer gegensätzlichen Einstellung- fragen, wieso Du und viele Andere sich nicht für eine bessere Welt eingesetzt haben?

      Oh nebenbei, ich habe kein Tattoo und Drogenproblem, erst eine Ausbildung absolviert und dennoch ein Studium mit Ende 20 begonnen, bin aber weder depressiv noch unglücklich, weil ich irgendwie zur Besserung der Welt, zumindest meiner Welt, beitragen will. Es ist sogar befreiend.

      Vielleicht machen ihre Anstrengungen sie glücklich, das weißt Du nicht, ja sicher sogar. Du bist jetzt glücklich… vor den Türen Europas tobt ein Krieg, rund um Deutschland geht es heiß her … Spätestens wenn der Funke überspringt, weil bekanntlich Feuer und Schwarzpulver nicht lange fackeln, wird die Zukunft unserer Kinder und deren „sicherem“ Glück sich problematisch gestalten lassen. Das ist ein Szenario, das sehr wohl eintreten kann.

      Viel Glück weiterhin, dazu noch eine Brise Bewusstsein…

  • CB sagt:

    Wenn ich mir das durchlese kann ich nur sagen: Der gute alte Sigi lässt grüßen

  • lena sagt:

    Schöner Text, und vieles gut beobachtet. Das „Ich“ sollte nicht die einzige Mission sein, sondern immer auch der „Dienst“ für die Allgemeinheit.

    Verstehe aber nicht, dass „Beziehungsunfähigkeit“ ein Problem sein soll bzw frage ich mich, warum das gleich Unfähigkeit ist. Das bedeutet ja, dass man als Single versagt hat. Vielleicht ändern sich einfach die Zeiten, und es gibt nicht nur Schwarz und Weiß. Vielleicht ist es auch schön, dass Menschen endlich nach alternativen Lebenskonzepten und nach neuen Formen von „Wir“ streben. Freundschaften und „Soulmates“. Hört auf, so spießig zu sein, und öffnet Euch füreinander auf allen Ebenen. Brieffreundschaften zum Beispiel.

    Am wenigsten verstehe ich übrigens das Argument mit den Autoren, die erste mit Mitte Dreißig ihr Debüt rausbringen. In der Branche dauert das halt gerne mal länger, bis ein Verlag sich für einen entscheidet bzw. bis das erste Werk wirklich fertig ist.

    Wie toll, dass hier so viele Leute diskutieren.

  • Domi sagt:

    Ich glaube nicht, dass sich, wenn „die Richtige“ kommt, etwas grundlegendes ändern wird. Denn vielleicht erkennst du sie gar nicht als solche, wenn sie vor dir steht. Den Grundstein für Veränderungen musst du selbst legen. Welche Einstellung hast du, wenn du in eine Beziehung gehst? Welche Wertigkeit schreibst du ihr zu? Ich kann den Drang nach Persönlichkeitsentwicklung verstehen. Wie du richtig schreibst, kann dich auch Beziehung in dieser hinsicht weiterbringen. Aber auch nur, wenn du etwas von dir preis gibst. Und das erfordert Mut! Wir sollten öfter mal die Fassaden fallen lassen!

  • ü30, single, in wg lebend. sagt:

    ach göttchen ist das armselig. warum bitte vom eigenen leben oder vom leben des gescheiterten (?) umfelds auf eine insgesamt vermeintlich unzufriedene generation schließen. irgendwelche empirische repräsentative belege oder nur so ein difuses gefühl, dass das geschreibsel relevanz besitzt? die reflexion der sinnhaftigkeit des eigenen lebens führt sowieso in einen unendlichen regress oder in den nihilismus. also lasst uns doch einfach für unsere lieben, familie, freunde und alle anderen da sein, wie im guten so auch im schlechten. wenn nur das ego durch selbstverwirklichung bedient werden möchte, dann läuft in der tat etwas falsch. aber das bürgerliche leben der eltern so zu überhöhen, weil anscheinend der egotrip nicht in die glückseligkeit führt, ist nicht mehr als heuchelei. das wie auch immer geartete lebensglück, wenn es denn unbedingt sein da sein muss, ist auch einem single nicht verwehrt. lieberhaber der romane dostojewskijs? und dann so oberflächlicher bull….? ich muss doch bitten.

  • Alma sagt:

    super Artikel!, hat mich genau erinnert warum ich nicht mehr in Berlin wohne, obwohl ich der Stadt so viel vermisse, ich war damals so fertig von so viele „ich wurde gern“ 25 Jahre alt für immer sein.

  • Tina sagt:

    Hey Michael,
    danke für den Artikel.
    Geh mal Reisen! Das Leben hat mehr Facetten. Dies ist nur eine Station. Verpasse die anderen nicht und genieße Dein Leben. Denke nicht so viel nach 🙂
    Liebe Grüße aus Thailand

  • Richard sagt:

    Ich bin erstaunt, wie viele traurige Geschichten hier geschrieben werden. Ich bin deshalb erstaunt, weil ich das negative Denken vieler Kommentatoren nicht nachvollziehen kann. „Mein Leben ist so schwierig, ich bin beziehungsunfähig, ich bin traurig und werd nie den Richtigen finden… mimimi.“
    Mein Vorschlag: Reisst euch mal zusammen und steht zu euren Entscheidungen, die ihr getroffen habt. Dieses Rumgeheule bringt doch keinen weiter. Die Vergangenheit lässt sich nicht mehr ändern, aber die Zukunft.

    • Jan sagt:

      Hey Desi!

      Danke für deinen Text!
      Echt richtig: weg vom hype, weg aus der Stadt, hin zum eigentlichen Ich.
      Find ich super.
      So sollten es alle machen, anstatt irgendwelchen Idealen hinterherzuhecheln.
      LG,
      J.

    • Laguna sagt:

      Viele derer die Single sind selbst schuld, da bei Ihnen statt Demut, Arroganz und Selbstüberschätzung, Egoismus, statt Respekt und Mitleid den Vorrang hat.
      Jeder findet sich so unheimlich wichtig und hat für andere die Besten Ratschläge, aber bei sich selbst versagen und anderen die Schuld zuweisen, dass sind 90% der Single Matrix

  • Desi sagt:

    Schöner Artikel,

    glücklicherweise habe ich von 2004 bis 2006 in Irland gelebt und gearbeitet. Als Chefin der Putzkolonne in einem Hotel. Durch diese Lebensstation habe ich gelernt, das es mir wichtig ist wie ich mein Leben lebe und weit weniger wichtig, wie ich es finanziere. Ich selbst brauche kein großes Einkommen um glücklich zu sein, wenn mir dafür der Ort an dem ich lebe viel gibt oder die Menschen in meinem Umfeld. Mein Job ist für mich nicht so wichtig.

    Ich habe einen Studien-Abschluss als Journalistin, zuletzt in einem Einkaufszentrum Essig und Öl verkauft – mit Freude. Ein Job ist für mich heute eher Mittel zum Zweck, keine Berufung. Ich mache gern banale Jobs, bei denen ich nichts mit nach Hause nehme.

    Mein Partner ist beruflich erfolgreich, wir sind berufsbedingt durch ihn in den vergangenen 7 Jahren 4 Mal umgezogen. Für mich war es da anfangs nicht immer leicht Arbeit zu finden in meinem gelernten Bereich. Zudem waren wir beide zu oft gestresst, als auch ich meine 10 Stunden am Tag außer Haus war, in Jobs gearbeitet habe, bei denen ich viel mit nach Hause genommen habe. Irgendwann wurde mir immer egaler was ich mache, hauptsache die Partnerschaft stimmt.

    Meine Partnerschaft ist für mich das Wichtigste und ich mache mir keine Gedanken darüber, was wäre, wenn wir uns trennen. Habe ich nie. Dann werden sich schon neue Türen öffnen.

    Ich habe den für mich perfekten Partner am Ende meines Studiums gefunden, und der wird auch nicht weniger perfekt, sondern ich liebe ihn jeden Tag mehr, seit 7 Jahren.

    Unsere Freizeit ist für uns wichtig, keiner von uns redet nach der Arbeit noch groß über den Job. Für meinen Partner bedeutet es viel nach Hause zu kommen und hier einfach nett empfangen zu werden, von einer entspannten Freundin, die glücklich ist. Dann kann er abschalten. Und ich habe einfach keinen Grund unzufrieden zu sein.

    Ich bin 33, wir bauen dieses Jahr unser Einfamilienhaus, am Arsch der Welt, in einem klitzekleinen Oma/Opa- Kurort an der Ostsee, nah am Wasser, damit wir öfter kitesurfen können. Stadtleben geht uns beiden auf den Sack. Wir wollen unsere Ruhe.

    Ich war übrigens bevor ich meinen Partner kennenlernte über 10 Jahre Single. Ich habe mich mit lustigen Affären über Wasser gehalten, hatte immer was auszusetzen, es passte einfach nie.

    Aber so kanns kennen. An einem gewissen Punkt war plötzlich so vieles egal. Und meine Partnerschaft mir heilig. Jeder setzt da wohl seine Prioritäten anders.

    LG
    Desi

    • Desi sagt:

      „über 10 Jahre Single“, ich habe in Mathe schon immer nur ein bis zwei Punkte gehabt :D, sieben Jahre war ich Single…^^

      • Jaimie sagt:

        Mir gefällt die Einstellung von dir und deinem Partner, wie ihr die Ruhe eines Kurorts der Stadt vorzieht. Ich sehe das ganz ähnlich. Früher hätte man so eine Einstellung vielleicht als zu spießig abgetan. Leider geht das Konzept nur auf, wenn man einen gutverdienenden Partner hat oder selber gut verdient. Ist das nicht der Fall, dann ist Kitesurfen an der Ostsee oder ein eigenes Einfamilienhaus nur mit Einschränkungen drin.

        • Desi sagt:

          Hallo Jamie,

          ja das stimmt natürlich. Aber als Head of Housekeeping in Doolin, County Clare, Irland, war mein Einkommen beispielsweise alles andere als hoch. Trotzdem konnte ich mir dort ein Häuschen – wenn auch nur zur Miete leisten. Gut, in Größe eines Schuhkartons, aber ich bin morgens aufgewacht, ohne Nachbarn, mit Blick auf die Aran Islands und einen Teil der Cliffs of Moher. Tolle Zeit! Da war man automatisch glücklich, zumindest ich, nur weil man zur Tür raus ist und den Blick auf den Atlantik hatte…In einem Touristenort ticken natürlich die Uhren auch anders, war ein wenig wie leben außerhalb der Realität, fühlte sich auch mal „unecht“ an…überall interessante Geschichten und glückliche Gesichter, wenig „wahrer“ Stress…Bin zurück, weil ich dachte, ich bräuchte dringend einen Abschluss…eine Ausbildung oder Studium…hätte ich meinen Partner am Ende des Studiums nicht kennengelernt, wäre ich allerdings wieder zurück gegangen. Hätte auch wieder im Hotel gearbeitet, das wäre mir egal gewesen…Einfach verliebt in mein Leben dort gewesen…
          Jeder hat andere Vorstellungen, nahe am Wasser zu leben, gibt mir einfach viel…

          Lg Desi

        • Mira sagt:

          Na also ich habe 80% meines Lebens auf dem Land in Süddeutschland verbracht und lebe jetzt in Berlin. Zuhausr war Arbeitslosigkeit bei niemandem ein Thema, in Berlin hingegen schon. Hier habe ich diese Problematik erst kennengelernt. Es gibt ländliche Gegenden, in denen es sehr, sehr viel Arbeit gibt. Zudem ist alles andere günstiger (vor allem dir Kosten für eine Wohnung/Haus. Hier kostet eine 3-Zi.Whg allmählich mehr als dort ein Haus mit Garten) Es ist alles eine Sache des Willens. Eine Lösung findet sich immer.

  • Sabine sagt:

    Ein sehr ehrlicher und treffender Artikel. Mit meinen 32 Jahren finde ich mich und auch die Vita einiger Bekannter darin voll wieder. Nur über den Schluss bin ich inzwischen hinaus. Ich habe gelernt, das ewige Warten auf den/die Richtige ist Teil der Optimierungsfalle. Manchmal muss man sich einfach gegen alle Ängste oder Zweifel einfach auf den anderen einlassen, sich fallen und loslassen lernen. Mein Partner ist genauso wenig perfekt wie ich es bin und wahrscheinlich sind wir genau deshalb ein perfektes Paar. Wer immer nur auf noch bessere Zeiten wartet, optimiert sich irgendwann im wahrsten Sinne des Wortes zu Tode und übersieht dabei, wie gut das Hier und Jetzt ist. Und sei das auch nur so etwas Banales wie ein gemeinsamer Spaziergang durch eine Einfamilienhaussiedlung 🙂

  • Sensor sagt:

    Ein toller Artikel der die Situation einer passenden Momentaufnahme unterzieht. Die heutige Generation lebt im „Jetzt“, was leider viele junge Leute (noch) nicht begriffen haben und deshalb nach irgendwelchen Methoden und Erfahrungen suchen um den Weg zu sich Selbst und damit zum schöpferischen Ich, der in jedem Atemzug die Welt nach seinen Wünschen kreiert, zu ebenen. Es ist schon lustig die jungen Menschen in ihren verzweifelten Versuchen zu beobachten, durch den Akt der Selbstverwirklichung die Maslowsche Transzendenz zu erreichen, obwohl sie schon längst auf dieser Ebene leben, leider sich dessen nicht bewusst sind – wegen ihren ständigen Sinnsuchen und der Sucht nur in der Ablenkung Befriedigung zu finden, und diese Ablenkung wird dann sogar Selbstverwirklichung bezeichnet! 🙂 Aber nun gut, ihr kleinen Götterfunken, es muss wohl so sein das ihr euch freiwillig Schaden zufügen müsst um nicht sofort zur Selbsterkenntnis zu gelangen. Ihr entscheidet selbst, entweder ihr pflückt den Tag, oder ihr versetzt euch in einen gelassenen Beobachter der die bunten Erscheinungen des Lebens entstehen und vergehen lässt. Im Kern spielt es keine Rolle. 🙂

  • Sonnenschein35 sagt:

    Lieber Michael,
    ein sehr interessanter Artikel, der zum Nachdenken anregt ebenso wie die Kommentare (@Caro&Alex: Hut ab)! Um es mit Erich Fromm zu sagen: nur wer sich selbst liebt, ist fähig andere zu lieben! Wer sich so akzeptiert, wie er ist, mit all dem, was er bisher erreicht hat, aber auch all seinen Fehlern, der strahlt von innen heraus und genau das zieht andere Menschen an und macht uns interessant! Vergleiche nicht mit Anderen (weder „Schlechteren“ noch „Besseren“, weder Job noch Liebe), das macht kein Sinn, weil Jeder individuell ist…
    Es ist auch nicht Aufgabe des Partners einen „glücklich zu machen“, dafür ist Jeder selbst verantwortlich! Es ist halt nur unheimlich wertvoll (für mich), sein Glück und auch Leid mit Jemanden teilen zu können, sich öffnen zu können, ganz „ungeschminkt“! Nur dafür muss man(n) was tun, Kompromisse eingehen, über seinen Schatten springen und nicht bei jeder Kleinigkeit das Handtuch werfen…
    Unsere Eltern hatten andere Ausgangsbedingungen. Die mussten (oft) mit 20 auf eigenen Füßen stehen. Mag sein, dass sie nicht ihren Traumjob hatten, aber das war auch (oft) nicht ihr Anspruch. Und ob ihre Beziehungen glücklicher sind/waren, ist auch ungewiss. Wer definiert Glück? Vlt. machen 3 intensive Beziehungsjahre glücklicher als 30 Jahre nebeneinanderher leben und des „Familienfriedens“ schweigen!
    Und was Generation Y angeht, jaaa, diese Entscheidungslosigkeit und dieser Egoismus machen mich wahnsinnig! Aber warum sind so viele so? So überzeugt von sich und trotzdem so ohne Aussage…
    Ich gehöre auch zu diesen wenigen Exoten, die Mann, Kinder, Autos, Haus UND noch einen harterarbeiteten Traumjob haben – und viele denken *wow*, aber alles hat seinen Preis!!! Meiner ist der permanente Zeitmangel, zu wenig Zeit mit meiner Familie & Freunden, eine hohe Verschuldung, ein Wecker der 3Uhr nachts klingelt, 4Std. pendeln/Tag und schwups, immer mehr verblasst der *wow-Effekt*… Aber ich habe mich dafür entschieden und ich bin glücklich damit!!!
    Und ganz ehrlich, sobald man Verantwortung für sein eigenes Kind trägt, tritt der Wunsch nach Perfektionismus in den Hintergrund und man wird mit der Realität konfrontiert. Das ist nicht unbedingt schlecht, aber erfordert schnellere Entscheidungen 😉

  • Kathi sagt:

    Dieser Artikel scheint offensichtlich für viele Menschen der Wahrheit zu entsprechen. Ja, er ist gut geschrieben, aber nein – wir sind nicht alle so! Neuerdings kursieren so viele Texte und Leute wie Julia Engelmann werden gehyped, weil sie Menschen aus der Seele sprechen, die anscheinend in ihrem Leben nur damit beschäftigt sind Geschichten zu verpassen, die sie hätten erleben können. Die Kernaussage von all diesen Texten und Artikeln, dass so ein Leben nicht wünschenswert ist, kann ich nur unterstützen, aber mich stört die vorherrschende Verallgemeinerung, dass „wir“ offensichtlich alle so leben. Ich würde mich nicht dazu zählen. Klar ist das Leben nicht einfach und die tausenden von Möglichkeiten machen es den jungen Leuten und vor allem Studenten nicht einfacher, mit den ganzen Entscheidungen habe auch ich meine Probleme. Aber ich genieße mein Leben. Die Uni oder der Job ist nicht mein Leben, ich habe Hobbies, ich gehe feiern und ich finde Familie und Freunde eindeutig wichtiger als den Job oder Karriere. Klar man muss immer ein Gleichgewicht finden und vielleicht müssen Freunde/Familie auch mal für den Job zurück stecken. Erfolg und auch beruflicher Erfolg ist Teil eines glücklichen Lebens. Aber es ist nicht alles.
    Ich finde der Autor dieses Artikels oder eine Julia Engelmann sollten bedauert werden, wenn sie offensichtlich so ein Leben führen, in dem nur Dinge verpasst werden und nur die Ausübung eines Jobs die Selbstverwirklichung darstellt. Nicht unsere ganze Generation ist so. Hoffe ich!

    „Vergesst mir die Liebe nicht.“

    • danke sagt:

      Im Gegensatz zu diesem Artikel (und noch viel mehr Julia Engelmann) spricht mir dieser Kommentar ‚aus der Seele‘.

      Danke!!

  • Der, von der anderen Seite sagt:

    Ich habe solche Erfahrungen mit Partnerinnen bis dato zu genüge gesammelt und komme nicht umher zuzugeben, dass ich mittlerweile aufgrund von eben solch einer Einstellung meines Gegenübers kaum noch Interesse an einer Beziehung habe.
    Kein Job der Welt ist so wichtig und erfüllend wie eine gute Beziehung, weshalb ich den Job immer der Beziehung unter ordnen würde. ich würde z.B. eher für eine Beziehung, als für einen job in eine Fremde Stadt ziehen. Das hat nichts damit zu tun das ich meinen Beruf nicht als Berufung sehe, nein, mein Beruf macht mir ungemein Spaß und ich verdiene mit Anfang 30 schon mehr als meine Eltern nach 40 Jahren Berufserfahrung und selbst wenn das nicht so wäre, hätte ich kein Problem damit, solange ich nicht jeden Euro zwei mal umdrehen muss. Aber ich lehne mich mal weit aus dem fenster und behaupte, dass eine Beziehungeine geldfressende, Selbstverwirklichungsumkehrmaschine ist.

  • Kathi sagt:

    Fantastischer Text!! Der Autor hat es auf den Punkt gebracht und beschreibt genau den heutigen Zeitgeist. Ich bin sehr froh, dass ich schon recht früh wusste, was mir wichtig ist im Leben und es mich nicht glücklich macht dem Perfekten hinterherzujagen. Wie es andere machen verführt natürlich: Immer dieses komische Gefühl, ja schon fast ein schlechtes Gewissen habe ich gehabt, wenn alle anderen von ihren tollen Jobs geredet haben, die sie vollends erfüllen müssen und ihren Ambitionen – und ich dann nur dachte: „Nö, ich will einfach nur eine Arbeit, wo ich gern hingehe. Sie muss mich nicht vollends erfüllen.“ Als ich das einfach akzeptiert habe und mir nicht mehr den Druck gemacht habe sein zu müssen wie die anderen hat das buchstäblich mein Leben verändert… es hat mich zufrieden und glücklich gemacht. Michaels Beitrag bestätigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin 🙂

  • Tom sagt:

    Ich bin fasziniert. Solange war ich mir unsicher, ob ich der Einzige bin, der so denkt und ob meine Ansichten überhaupt richtig sind. Meine Generation ist in gewisser Weise am Arsch, wenn man die Themen „Entscheidungen treffen“ und „Selbstverwirklichung“ betrachtet. Ich habe nun zwei Beziehungen hinter mir, die keine richtigen Beziehungen waren letztlich. Problematik ist, dass diese Generation sich nicht entscheiden kann, zumindest nicht langfristig. Nach relativ kurzer Zeit fielen schon Worte wie „Ich liebe dich“ oder „Du machst mich zum glücklichsten Menschen auf Erden“ etc.

    Das unverständliche daran ist, dass schon nach kurzer Zeit diese Worte keine Bedeutung mehr haben und dann Gründe wie Selbstverwirklichung und ähnliches genannt werden, als Rechtfertigung dafür, dass die Beziehung beendet werden sollte. Das härteste daran ist, dass vorab nichts vorgefallen ist und eigentlich alles ausgezeichnet lief. Somit kann man ja nur zu dem Schluss kommen, dass man von Anfang verarscht wurde, da die Person gegenüber schon zu dem Zeitpunkt als Sie in die Beziehung gegangen ist, sich nicht sicher war bzw sich selbst belogen hat.

    Von mir aus soll jeder machen, was er will aber nicht auf Kosten von Gefühlen anderer. Wir leben in einer Zeit, wo über Sex offen gesprochen werden kann. Wenn es also von vornherein klar war, dass es nur darum geht, dann stellt es von Anfang richtig. Viele aus unserer Generation sind noch mit anderen Werten aufgewachsen, wo beispielsweise die Worte wie „Ich liebe Dich“ eine besondere, schwerwiegende Bedeutung haben. Wer es also nicht ernst meint sollte einfach mal darüber nachdenken, was das für Konsequenzen haben kann. Ich persönlich wurde jetzt so oft verletzt, dass ich ernsthaft darüber nachdenke überhaupt noch mal in eine Beziehung zu gehen, da Dinge wie Vertrauen oder sich jemand anderem zu öffnen mehr als schwierig sind. Diese Unschlüssigkeiten können Menschen auf emotionaler Ebene kaputt machen.

    Vielleicht müssen Leute wie ich sich auch einfach anpassen und gleich ziehen. Sich emotional abhärten und Entscheidungen an sich vorbei ziehen lassen um glücklich zu werden. Ich kann mir nur nicht vorstellen, wirklich so zu leben.

    • Ulf sagt:

      Tom, dein Beitrag könnte eins zu eins von mir geschrieben sein. Die jungen Leute können sich nicht mehr entscheiden. Wenn sie sich dann doch für eine Sache entscheiden, fehlt ihnen der Arsch in der Hose, die Sache auch wirklich durch zu ziehen. Aber hey, warum an einer Sache hart arbeiten, wenn doch an der nächsten Ecke schon die nächst bessere Option wartet? – Vielleicht ist diese Option viel einfacher zu händeln…

      Ich wurde auch mehrfach verletzt und empfand diese kindische „Ich weiß nicht was ich will, deswegen beende ich unsere Beziehung“ – Einstellung dann irgendwann nur noch lächerlich. Ich will ebenfalls nicht mehr verarscht und verletzt werden. Aber eine feste Beziehung finde ich momentan reizlos, da ich gelernt habe, dass ich beim Scheitern nur als Loser aus der Sache heraus gehe. Traurig. Dafür habe ich aber auch gelernt, genauer hin zu schauern, besser abzuwägen, mir Zeit zu nehmen für wichtige Entscheidungen. In Zeiten von Hetzerei und Ungeduld, „Jetzt entscheid dich halt schnell, sonst fährt der Zug ab!“, ist doch klar, dass wir uns falsch entscheiden und die Tragödien hervorrufen.
      Heraus zu finden was man selbst will, kann einem sehr helfen um auch beim (zukünftigen) Beziehungspartner heraus zu finden was er/sie eigentlich will. Entweder passt das dann zusammen oder aber nicht.
      Außerdem verläuft nie alles nach Plan, deswegen finde ich dieses ganze Durchgeplane und zwanghafte Erreichen von Zielen sowieso schwachsinnig. Wer’s nicht schafft mit dem Rauchen aufzuhören, dem ist’s doch dann auch irgendwann egal und raucht einfach weiter.
      „Wir haben doch aber ganz unterschiedliche Lebensentwürfe. Obwohl wir beide uns so gut verstehen und beide noch sehr verliebt ineinander sind, ist unsere Beziehung doch von anfang zum Scheitern verurteilt.“ – Totaler Schwachsinn. Haben wir verlernt, Kompromisse einzugehen?

    • Li sagt:

      wow….du sprichst mir aus der seele 🙂 schön, dass ich nicht alleine bin…

    • Lulu sagt:

      Toller Kommentar…kann ich absolut nachvollziehen, denn genau an dem gleichen Punkt bin ich auch gerade.
      Wer meint, dass dieser Artikel Quatsch ist, sollte einfach mal die Augen öffnen…ich gehe auf die 30 zu und setze mich selbst unter Druck ein „normales“ Leben zu führen, wie unsere Eltern es mal taten, oder Großeltern… Diese ganze „Selbstverwirklichung“ und „Patchwork“Ka…e will ich nicht, sondern einfach einen Partner, der es ernst meint, was gemeinsames aufbauen möchte und einfach seine Liebe zeigen kann; ohne ständig nach „was besserem“ zu suchen oder „abzuwarten“! Findet mal so einen! Zeit ist kostbar und unter uns sind mehr als genug Egoisten, die denken, dass man sich in einer Beziehung nicht „verändern“ sollte oder jeder ja Ersetzbar ist. Aber dass es nicht so ist, merken die Menschen erst, wenn die Chance schon vorbei und der Mensch weg ist… Und dann gibt es noch die Dauersingles, die der Meinung sind, dass mit Ihnen alles in Ordnung ist, sie „angehimmelt“ werden sollten und bei den anderen ja was nicht stimmt. Diese sind offensichtlich zurecht Single und sitzen noch mit 50 als Müttersöhnchen zu Hause, denn Mutti ist ja „die einzig Beste“! Männer die heutzutage mit 35 noch immer nicht verheiratet sind, werden es auch nie sein, sind unreif und absolut Beziehungsunfähig. Und trauern irgendwann mit 40 den Frauen hinterher, wenn der Großteil des Freundeskreises schon Frau, Kind und Haus haben… Aber die „Reste“ die da rumlaufen, will ja auch keiner mehr…40 sind NICHT die neuen 30 und wer als Frau mit weit über 30 noch immer genug Zeit für Kinder hat, riskiert nicht nur die Gesundheit des Kindes! Unsere Generation ist einfach zu bemitleiden und diese ganze „Emanzipation“, „freie Kindererziehung“, „Offenheit“ und „Globalisierung“ läuft wie man sieht in die falsche Richtung! Arbeitet um davon zu Leben und lebt nicht zum Arbeiten!

    • Lila sagt:

      Dieser Kommentar spricht mir aus der Seele.
      Am Anfang scheint alles perfekt, aber schon nach kurzer Zeit kehrt sich das vollkommen grundlos ins Gegenteil. Und obwohl überhaupt nichts vorgefallen ist, wird man unter der Ausrede der Selbstverwirklichung und des ewigen Perfektionismus mal wieder sitzen gelassen.
      Was erwarten die Leute von einer Beziehung oder konkret von MIR? Irgendwann fällt ihnen dann auf, dass ich (genau wie sie) nur ein ganz normaler Mensch bin und nicht wie anfangs angenommen die…ja…was denn eigentlich?
      Ich strenge mich schon gleich gar nicht mehr an und bringe von Anfang an all meine vermeintlich negativen Seiten vor, damit das nicht mehr vorkommt, aber ist das nicht traurig?
      Jeder ist sich selbst der Nächste und mittlerweile ist mir das wichtigste, darauf zu achten, dass mich niemand mehr kaputt macht. Dann also lieber gleich gar nicht mehr versuchen, mit der Beziehung.

  • glaukopis sagt:

    Vielem stimme ich zu.
    Allerdings sind „wir“ nicht grundlos „beziehungsunfähig“.
    Wenn man in einem Umfeld aufwächst, in dem man Ehen von Eltern oder von Eltern vieler Freunde und Bekannter scheitern sieht, versucht man selbst, alles besser zu machen. Setzt für sein Leben andere Maßstäbe.
    Ich kann mich an meine Eltern zusammen nur streitend erinnern – das prägt.
    Nach der Trennung folgte ein gnadenloser Scheidungskrieg, der bis heute andauert und in dem meine hochgebildete, durch die Ehe finanziell abhängige, Mutter jeden Tag leidet. Sie arbeitet – ja -, aber geht beruflich wie privat unglaublich viele Kompromisse ein. Natürlich sagt sie, dass ihre Kinder das beste sind, was sie je hervorgebracht hat – aber zu welchem Preis?
    Ich habe bereits als Jugendliche beschlossen, dass ich mein Leben nie so führen will.
    Ich will und habe einen Partner, der mir meine Freiräume lässt. Ich will ihn so gut als möglich kennen lernen, bevor ich mich durch einen Trauschein an ihn binde, um einem bösen Erwachen vorzubeugen.
    Ich kann mir nicht vorstellen, Kinder zu haben. Das hat nichts mit meinem Partner zu tun. Ich bin schlicht und ergreifend viel zu misstrauisch, weil ich weiß, wie sehr Kinder leiden, wenn das Elternhaus in sich zusammenbricht.
    Ich will meine Träume verwirklichen, weil ich weiß, dass meine Mutter für mich so sehr zurück gesteckt hat, damit ich genau das kann.
    Ob das egoistisch ist? Mag sein.
    Ob das feige ist? Auch möglich.
    Ob ich mir bewusst bin, dass es andere (vielleicht sogar als besser oder erfüllender empfundene?) Alternativen gibt? Ja.
    Ob mir das egal ist? Oh ja!
    Ich denke, jeder von „uns“ hat das Recht – oder sollte es haben -, sich das Leben so zu gestalten, wie er oder sie möchte. Falsch oder richtig sind dabei nicht die entscheidenden Kategorien, sondern, ob man glücklich ist.

    • Apu sagt:

      Ich mag deinen Standpunkt. Meiner ist nochmals anders, aber deinen finde ich interesant und nachvollziehbar.

    • Sebastian sagt:

      Ich danke für den letzten Satz! Wenn man vor alles was man tut, die Tatsache stellt, das man möglichst nicht „Werten“ möge (falsch,richtig,gut,schlecht,mies,perfekt). Dann würden uns viele Fragen nicht mehr beschäftigen (so ziemlich alle die mit Toleranz auf jeglicher Basis zu tun haben, z.B.). Ich sehe auch kein Problem daran wenn jemand einer Karriere nachrennen möchte, das gabs mit Sicherheit vor 30 Jahren auch schon. Lediglich hat der/die die das durchziehen wollen eben – wie hier auch zur Genüge geschrieben – dann nicht den Arsch es durchzuziehen. Denn Karriere allein reicht ja wohl nicht, es braucht dann auch noch eine (perfekte) Beziehung. Alles. Und das am besten Sofort. Funktioniert nicht. Versprochen.

  • Juls sagt:

    Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich nicht in einer Großstadt geboren und aufgewachsen bin, aber da wo ich herkomme, bei den Bekannten, die ich aus der Schulzeit kenne, da bin ich als unverheiratete ohne Kind fast schon die Ausnahme. Na gut, es hält sich in der Waage. Aber ich höre immer öfter von diversen Leuten Mitte zwanzig, die fleißig am Familie gründen sind. Klar, mit etwas Pech muss die Mutti nach ein paar Monaten Elternzeit schon wieder arbeiten und das Kleine verbringt die meiste Zeit bei einer Tagesmutter, aber nicht, weil der Job sie so erfüllt, sondern weil einfach Geld reinkommen muss um den ganzen Kram zu finanzieren.
    Es stimmt schon, dass sich da irgendwas verschoben hat, so Zeitmäßig. Meine Eltern haben damals ihre Ausbildung mit 15/16 begonnen, die haben mit 20 schon so gut verdient, dass sie heiraten konnten. Als sie 30 waren kam ich dann, vorher konnten Sie also in Ruhe noch das Haus anbauen, damit auch genug Platz ist. Klingt nach Klischee, war aber genau so. Seit ich klein bin, habe ich mir eine Beziehung wie die meiner Eltern gewünscht. Einen Partner, der nicht weg läuft, wenn mal nicht alles super ist. Mit dem man nachts um drei Uhr wach liegt und Tränen lacht, weil die Untehaltungen einfach nie langweilig werden. Nennt mich ruhig altmodisch, aber ich strebe noch nach genau diesen Werten.
    Aber ich war eben auch erst mit 19 mit der Schule fertig, wusste dann nicht wohin mit mir, habe meinen Eltern zuliebe studiert, weil man das heutzutage so macht, studieren tut mittlerweile jeder, weil man dann ja was Besseres ist. Dabei sind es die Studenten, die später, wenn sie mal einen Job finden, völlig planlos dastehen. Sie kennen die Theorie aber von der Praxis haben sie null Ahnung. Nach etlichen Semestern habe ich mir dann was richtiges gesucht; eine Ausbildung. Ich hätte vermutlich fast alles genommen und habe so viele Praktika bei Zahnärzten gemacht, dass ich fast alle Praxen der Stadt in und auswendig kenne. Aber dann habe ich eine Ausbildung für mich gefunden. Die mache ich jetzt, Mitte 20. in meiner Schulklasse bin ich die älteste, obwohl mich alle für viel jünger halten und ich habe zum ersten Mal Unterricht, der Spaß macht und wo das, was ich gelernt habe, auch in der Lernkontrolle dran kommt.
    Ich habe einen Partner, der zwar genau wie ich, so seine Macken hat, aber mit dem ich mich so gut verstehe, dass wir uns schon gar nicht mehr streiten. Wir finden immer einen Kompromiss mit dem beide zufrieden sind. Ich lasse ihm seine Hobbys, er mir meine. Ich mache meine Arbeit gerne und lerne auch mal in der Freizeit, aber am meisten freue ich mich auf die Wochenenden, die ich mit meinen Freunden in kleiner Runde verbringen kann. Ich mache mir Sorgen um meine Rente, um die Zukunft und ja, ich fühle mich tatsächlich noch nicht bereit für ein Kind. Aber während der Ausbildung wäre das auch einfach nur unpraktisch. Wenn es soweit ist, möchte ich meinem Kind auch etwas bieten können. Deshalb muss das eben hinten anstehen. Es heißt ja immer, für Kinder gibt es keinen perfekten Zeitpunkt, aber da es heutzutage ja fast schon verpöhnt ist, jung Eltern zu werden, kann ich die paar Jahre auch noch verkraften. Und vielleicht hab ich dann, wie meine Eltern, mit Anfang 30 auch ein Leben, wie ich es mir immer gewünscht habe.
    Natürlich muss sich jeder seine Ziele selbst setzen, aber es gibt da eine schöne Formulierung, die ich mir immer zu Herzen nehme „happiness is only real, when shared“.

  • ALEX sagt:

    Auch ich finde den Artikel recht zutreffend, jedoch nur die Beschreibung des Zustandes unserer Gesellschaft, nicht die Meinung darüber.
    Man sollte Begriffe, wie Perfektionismus, Selbstverwirklichung oder Optimum nicht gar so verallgemeinert darstellen. Was für einen perfekt ist, ist für den anderen eher unvorstellbar. Ich stimme dem zu, dass die grundsätzliche Meinung der Gesellschaft sehr stark darauf abzielt, dass man „nur“ ein perfektes Leben führt, wenn man beruflich erfolgreich ist. Ebenso bin ich der Meinung, dass im Vergleich zur Zeit unserer Eltern, sich der Bildungsweg sehr wohl verlängert hat. Allein aus dem Grund, weil heutzutage viel öfter ein akademischer Grad angestrebt wird als früher und sich somit die Ausbildungsdauer verlängert. Anknüpfend daran möchte ich auch an dem Kommentar von @Lyra hinzufügen, dass auch zur heutigen Zeit, ohne Vetternwirtschaft nur wenig machbar ist. Um eine „optimale“ Position in einem Betrieb zu erreichen, muss man sich entweder schon sehr lange hocharbeiten (inkl. passender Ausbildung), oder man muss jemanden haben, der wenigstens ein gutes Wort für einen parat hat. Alle anderen seltenen Eventualitäten sind eine gute Mischung aus Glück und Zufall.
    Um auf den Artikel zurückzukehren: Du schreibst ja im Endeffekt, dass ein Leben, wie dass deiner Eltern sinnhaft ist, jedoch es unmöglich ist zur heutigen Zeit, neben der „Selbstverwirklichung“ so eines zu erreichen. Wieso? Ich bin gerade einmal 22 Jahre alt, stehe vor dem Anfang meines Masterstudiums, bin berufstätig und glücklich verheiratet-und die Aussage von @Caro trifft es ziemlich: „sind wir die große Ausnahme und damit die Außenseiter“ Natürlich kann man sich „beruflich“ selbstverwirklichen und zugleich auch die Familie dazu in Einklang bringen. Meiner Meinung ist der/die Richtige/r, die Person, die einen nicht bremst, sondern unterstützt (natürlich auf beiden Seiten einer Partnerschaft) und dass man in einer Beziehung Kompromisse eingehen muss, ist ja wohl selbstverständlich. Das gilt aber für jeden Lebensbereich, meiner Meinung nach. Wohin würden wir denn diese Welt (wieder) hinführen, wenn wir nur das tun würden, auf das wir Lust haben-ohne jegliche Kompromisse einzugehen? Hier geht es ja wesentlich um die Persönlichkeit, um den Charakter eines Individuums. Man sollte ja an sich selbst und an seinem Charakter arbeiten, um mit sich selbst zufrieden und glücklich zu sein. Wenn man immer auf das hört, was andere sagen, sprich auch die Gesellschaft, verändert man dann sein wahres „Ich“ nicht erst recht? Nichtsdestotrotz ist ein bewusster Umgang mit konstruktiver Kritik das Um und Auf von einem harmonischen Zusammenleben, ohne die Befürchtung zu haben sich jetzt von Grund auf verändern zu müssen.
    Natürlich hat unsere Gesellschaft mehr Freiheiten als früher, jedoch gibt es immer noch ein Gesellschaftsbild, dass einem die Richtung weist, in welche man sich entwickeln sollte, was einem wiederum erneut die Freiheit raubt. Jeder sollte für sich feststellen, was denn wichtig für ihn/sie ist und dies nicht an irgendwelche gesellschaftlichen Konventionen knüpfen. Man kann nicht alleine die Gesellschaft dafür verantwortlich machen, dass man sein Leben ja eigentlich anderes leben möchte, jedoch erlauben es die Gesellschaft oder irgendwelche Vorstellungen der Selbstverwirklichung nicht, über die man sich eigentlich noch gar nicht im Klaren ist. Um auf den Titel „Generation Beziehungsunfähig“ einzugehen: Es liegt an niemanden sonst, als an einem selbst, ob man fähig zu einer Beziehung ist, oder nicht. Im Leben geht es nun einmal darum sich an Situationen anzupassen, Kompromisse einzugehen, das Beste aus etwas zu machen und trotzdem sich nicht selbst, sein eigens „Ich“ aus den Augen zu verlieren. Dass man sich aber im Laufe der Jahre verändert oder andere Wertvorstellungen als zutreffender wahrnimmt, ist ja nichts Schlimmes-ganz IM GEGENTEIL, es sollte eine Bereicherung sein. Man lernt etwas Neues, jedoch um dies zu erreichen, muss man sein ganzes Leben hart arbeiten.
    Andererseits ist das nur eine Möglichkeit der „Selbstverwirklichung“, manch anderer findet den Sinn des Lebens, wenn er/sie den ganzen Tag auf der Couch sitzt und arbeitslos ist, weil die Arbeit ja doch nichts bringt. Letztendlich steht uns allen ja das gleiche Ende bevor.

  • Martin sagt:

    Angeregt durch die Überschrift habe ich den Artikel gelesen.
    Leider muss ich festestellen, daß viele Menschen in meinem Umfeld, Frauen wie Männer, gar nicht mehr eine feste Beziehung eingehen wollen, man will sich nicht festlegen, frei sein. Aber wenn ich dann mal hinterfrage, warum willst du frei sein , kommt kaum eine ordentliche Begründung! Im gleichen Moment kommt aber die Aussage, ich habe es satt allein zu sein, ich will jemand an meiner Seite, der zu MIR gehört. Ich tue mich schwer mit diesen Beziehungsmodellen. Ich weiß nicht, ob es gut ist , ein Leben lang mit einem Menschen zusammen zu sein , nur um am Ende sagen zu können wir hatten Goldene Hochzeit, aber im Grunde war es nur ein Krampf. Die Zeiten haben sich geändert und die Beziehungsmodelle ändern sich auch, aber glücklicher werden die Menschen dadurch nicht. Ich will wissen wo ich hin gehöre und man kann auch als Paar Freiheiten genießen und zulassen, wenn es beide wollen.

  • Elicia sagt:

    Es geht wohl eher um Selbstwertgefühl, als um Selbstverwirklichung. Die Generation Y hat davon nämlich annähernd null. Wir müssen erst einmal „jemand“ werden, um uns der Liebe würdig zu fühlen. Denn wer will schon mit einem „niemand“ zusammen sein?
    Meistens liegt es nicht daran, dass niemand uns lieben kann, sondern, dass wir es selbst nicht können.

  • Gabi sagt:

    Den Artikel finde ich ganz treffend. Schade ist nur, dass diese Generation Angst vor Verantwortung hat. Die ständige Suche nach etwas „Anderem“ ohne zu wissen, was es genau sein sollte. Die Angst vor dem „Erwachsenwerden“, jemanden an seinem Leben teilnehmen zu lassen und gleichzeitig an dessem Leben teilnehmen zu dürfen. Das Ziel und der Sinn des Lebens ist es bestimmt nicht, ein Haus, ein Auto und Kinder zu haben. Das ist harte Arbeit. Der Sinn sollte sein, sich für etwas zu entscheiden und dahinter zu stehen und nicht gleich beim kleinsten Problem das Handtuch zu schmeissen. Eine Beziehung zwischen „Partnern“ ist natürlich auch mit Arbeit verbunden. Ich glaube, die meisten sind diesem Aufwand nicht gewachsen. Ist ja einfacher, sich um sich selbst zu kümmern. Solange jemand das Gefühl hat, es kommt was besseres um wieder festzustellen, dass des das doch nicht ist, wird die Suche nie enden. Die meisten haben meiner Meinung nach gar keine Ahnung was sie genau „suchen“. Mehr geht es doch darum, was man seinen Bekannten erzählen kann. Solche Leute sollten für sich mal festlegen, was sie vom Leben wollen und dieses Ziel verfolgen. Einfach mal etwas wagen und sich ins Abenteuer stürzen. Diese Unentschlossenheit und die ewige Suche nach dem Selbst wird nie enden, wenn man sich nicht endlich so nimmt, wie man ist. Diese Unentschlossenheit ist eine traurige Entwicklung.
    Liebe Grüsse

  • Anika Es sagt:

    Man braucht halt nur einen Partner, der einen beim Selbstverwirklichen und Selbstoptimieren unterstützt – durch unbequeme Fragen, viele unbeschönigte Konversationen und permanente Akzeptanz des Entwicklungsstandes des anderen. Läuft im Optimalfall vice-versa.

    Dann verabschiedet man sich auch davon, dass man gescheitert ist, wenn man nicht verheiratet ist und Kinder und Autos hat. Jemand anderen bei der Entwicklung zu unterstützen macht sehr glücfklich. Habe zum Glück so jemanden gefunden. Finde das Thema etwas verkompliziert irgendwie. Gibt durchaus Beziehungsmodelle, die in der Generation Y Bestand haben. Man muss sich halt von dieser „idyllischen Mutter-Vater-Kind-Einfamilienhaus-mit 25“ verabschieden so what? Verstehe nicht, warum an alten Beziehungsmodellen festgehalten wird, wenn die Zeiten sich offensichtlich ändern (wie der Autor und einige Kommentatoren hier bereits erkannt haben).

  • Das ist ein sehr intressantes Thema. Ich gehöre wohl zu der Generation deiner Eltern. Das heisst, für mich ist der Job vor allem das Mittel um Geld zuverdienen damit ich mir das Leben nach meinem Gusto gestalten kann. Natürlich muss die Arbeit Spass machen, schliesslich verbringt man den grössten Teil des Lebens damit. Aber Erfüllung erwarte ich nicht von ihr. Da ist mir das Zwischenmenschliche zu wichtig. Der Austausch mit Menschen die mir wichtig sind. Arbeitkollegen kann ich mir ja nicht aussuchen….
    Das Streben nach Perfektion finde ich auch sehr anstrengend. Irgendwie ist das doch langweilig. Gestylte Wohnung, die „richtigen“ Bücher lesen, in die angesagten Clubs gehen und dann noch einen erfüllenden Beruf.
    Wo bleibt da die Überraschung? Ein bisschen Improvisation darf ruhig sein. Fehlt vielleicht der jungen Generation der Mut zum organisierten Chaos?
    Nicht zu vergessen, der perfekte, erfüllende Beruf ist nicht selbstverständlich. Die wenigstens können sich so etwas leisten. In einer WG oder noch schlimmer bei den Eltern bis 35 wohnen weil man noch in der Sinnfindung ist, kann nun wirklich nicht jeder.
    Man sollte sich einfach bewusst sein, dass es keine Garantien gibt im Leben. Auch für den richtigen Partner nicht….

    lg Gabriele

  • Joe sagt:

    „So gesehen bin ich verglichen mit ihrem Leben gnadenlos gescheitert. Und damit bin ich nicht allein“ ist wohl der Kernsatz dieser Story und der trifft es wohl auch ziemlich gut.

    Ich sehe hier in Berlin so viele Knallies wie Christoph, die sich nicht eingestehen wollen, dass sie tatsächlich gescheitert sind, weil sie es nicht gebacken bekommen, sich einfach mal zu entscheiden. Man ist dann einfach cool und es ist der selbst gewählte Lebensweg. So’n Kreativ-Startup-Typ, nur weil es gerade mal hip ist. Kopfweh!

    Die „Projektjobs“ die sie machen klingen nur toll, blöd nur, dass sie kein Unternehmensberater mit nem Projekt sind, sondern „Kreativbla“ machen für 250 EUR pro „Projekt“. Leider gibt’s davon nur einen Job pro Monat. Schon okay, es ist eben der Preis der Freiheit. Ich will alles, oder nichts, also alles ist schwer, na dann nehm ich nichts.

    Man hätte sich nur mal entscheiden müssen. Vielleicht hätte er nach dem Studium die Eier haben müssen Job am Arsch der Welt anzutreten. Neustart, alles zurück lassen, einsame Abende, durchbeißen. Klar ist es scheiße, aber war da nicht mal was, ohne Fleiß keinen Preis. Jobs liegen nicht auf der Straße und glaube nicht, dass du gut bist, nur weil du n Master in Publizistik hast. Die meisten wollen doch alles haben und möglichst wenig dafür tun. So läuft es nicht. Die meisten Kanallies Anfang Dreißig haben doch einfach nur Schiss davor, mal was zu verändern, sich auf was einzulassen, verbindlich sein. Egal ob es eine Beziehung ist oder ein Job.

    Es bedeutet dann aber auch dem eigenen Leben ein Etikett zu geben und den Spielraum verkleinern. So wie der Christoph, der sich nicht entscheiden kann mal einfach was zu tun, um sich nicht überall unter Wert verkaufen zu müssen. Er macht schon lange etwas sehr Mittelmäßiges und muss aufgrund der Mittelmäßigkeit harte Arbeit. Es ist nicht der Preis, den er zahlt, um sich zu verwirklichen, echt nicht.

    ..und meine Freundinnen wundern sich, wieso die Typen in Berlin alle ne Macke haben!

    Bald kommt das große Ding. Klar, Christoph, morgen klingelt da jemand bei dir, der hat deinen letzten Text gelesen und bringt dich groß raus, du wirst reich, berühmt und die Frauen auf die du dich nicht einlässt, die stehen schlange!

    Sagt ihm jemand mal die Meinung, ist es ein „ständige Problematisieren“, das er das nicht verkraftet ist klar, denn wer hört schon gern, dass er versagt und mal was gescheites machen soll.

    Ach ja und ein Job zu machen heißt nicht, dass man mal ne E-Mail auf nem Smartphone schreibt.

    • Caro sagt:

      Vielen Dank für diesen sehr aufschlussreichen, differenzierten und vor allen Dingen beobachtungsscharfen Artikel! Ich habe mich in jedem Satz verstanden gefühlt und gedacht: Genau! Genau SO ist es.

      Auch wenn ich inzwischen seit 1,5 Jahren endlich in einer glücklichen Beziehung und kein single mehr bin, kann ich mich noch gut an mein 10 jähriges Single-Dasein erinnern in dem sich Abenteuer, Affären, Kurzzeitbeziehung, Spaß, Einsamtkeit & pure Verzweiflung aneinandergereiht haben…in einer Zeit in der irgendwie keiner so richtig mit mir zusammenseinwollte.

  • Axel sagt:

    Hallo Michael,

    interessanter Artikel! Und dennoch widerspreche ich dir in den wichtigsten Punkten.

    1. Die Überschrift

    Sie provoziert zwar, trifft die Sache meiner Überzeugung nach jedoch nicht. Besser wäre „Generation Sinnsuche“ oder „Generation Lebenssinn“. Oder wie wäre es mit „Generation Freiheit“?

    2. Das Lebensmodell unserer Eltern

    Es ist EIN Modell unter vielen. Sind oder waren unsere Eltern glücklicher als wir? Machen Haus, Auto und Kinder glücklich?

    Gut, die eigenen Kinder sind sicher sinnstiftend, doch auch anstrengend und nicht immer die helle Freude.

    Sollten wir heute nicht besser dankbar sein, dass wir so viele Möglichkeiten haben, unseren Weg zu finden? Klar, überfordert die Suche manchen auch…

    3. Beruf und Leben

    Hey! Jeder entscheidet doch für sich, was er macht. Wie viel er macht. Wofür er arbeitet. Und ob der Job ein Job ist oder eine Aufgabe. Eine Mission.

    4. Das eigene Ich

    Die meisten Menschen arbeiten meiner Beobachtung nach nicht am eigenen Ich, also an der Persönlichkeit, sondern an Attributen. Also doch wieder nur am Schmuck. Am Status.

    Die Statussymbole sind andere als zu Zeiten unserer Eltern. Heut ist hipp, wer bei einer coolen Firma arbeitet (auch als ausgebeuteter Praktikant), wer ein Blog mit leidlich Besucherzahlen schreibt oder viele Follower bei Instagram, Facebook & Co hat.

    Neue Symbole, doch immer noch nur Status.

    5. Beziehung

    Was genau ist DIE RICHTIGE? Die Traumprinzessin?

    Warum ist eine Beziehung schlecht, wenn sie nur 2-3 Jahre dauert?

    Ich glaube, alle Menschen, die die/den Richtige/n suchen, sind verkrampft und nicht offen für ihre Mitmenschen und deren Besonderheiten. Wenn ich mich nur auf Menschen einlasse, die mich total umhauen, die mich flashen, bei denen mein Herz sofort höher schlägt, dann verpasse ich das wahre Leben. Dann verpasse ich die wahren Menschen. Die scheinbar Normalen. Die sich bei genauer Betrachtung als Perlen entpuppen.

  • Konrad sagt:

    Was nutzt einem ein optimiertes Selbst, wenn keiner zuschaut, keiner sich interessiert, und keiner klatscht und sich mitfreut? Eine perfekte Briefmarkensammlung interessiert die meisten ja auch kaum.
    Da darf man sich dann nicht wundern, wenn man den Erfolg auch alleine feiern muss, weil kaum jemand das optimierte Selbst sieht oder honoriert.

    • Jennifer Cloud sagt:

      Wir haben uns an uns selbst verloren:

      Weisse Wesen mit vielen Ideen aber wenigen wirklich eigenen komponierten Geschichten.
      Denn wenn geht um sie zu schreiben ist man viel zu viel damit beschaeftigt sich anzupassen und sich in der neuen Welt zurechtzufinden.
      Wieviele Geschichten erzaehlen wir wirklich weiter?
      The Splinter in your mind:
      Schau dir die V+ Werbung vom letzten Sommer an: Geh geniess dein Leben am Strand mit Freunden, mach dein LEBEN ZU EINER GROSSEN PARTY.
      Das ist das eigentliche Problem an dem ganzen wir werden DAUERND manipuliert meistens kriegen wir das gar nicht mit, „nur“ das Unterbewusstsein.
      Achja..
      Jede Werbung an der wir vorbeigehen die uns auf einem Plakat anstrahlt wird irgendwo eingeordnet in unserem Gehirn.
      Wir sind alle brainwashed, mal in ernst.
      Setzt euch mal mit aelteren Leuten auf der Strasse hin und redet mal ein bisschen ueber das Leben.
      Keiner wird nach 90 Jahren und 2 Weltkriegen sagen: Das wichtigste war die Nacht damals auf dem Schuetzenhof (Berghain) wo ich mit einem fremden Menschen verkehr hatte.
      Oder die Befoerdung in der ich fuer eine Minute so wichtig war wie der Praesident der Vereinigten Staaten. Am naechsten Morgen merkst du davon NICHTS MEHR.
      Diese kleinen Ego Pushs die unser Leben bestimmen gepaart mit einer bittersauren Prise der Manipulation die unser Leben staendig begleitet wird dazu fuehren das wir erst der Anfang der kompletten disillusionierten „Jugend“ sind.
      Die Haelfte der Menschen die ach so toll im Job funktionieren finden sich mit 40 beim Psychologen wieder: Burnout, Depression.
      Weil du dann naemlich merkst das all die Ideale nach denen du gelebt hast nichts waren als ein grosser Fake und deine Kollegen dich moeglicherweise nur akzeptieren wenn du auch im Besitz eines Einfamilienhauses bist oder dich im Tennis Club eingeschrieben hast.
      Alles was wir jetzt unterdruecken wird uns einholen! Dann kriegst du Drogen aka Psychopharmaka verschrieben und das Spiel geht weiter.
      Aber jetzt bist du im Zombie Modus. Ganz sicher.
      Weil du dann naemlich merkst das all die Ideale nach denen du gelebt hast nichts waren als ein grosser Fake und deine Kollegen dich moeglicherweise nur akzeptieren wenn du auch im Besitz eines Einfamilienhauses bist oder dich im Tennis Club eingeschrieben hast.
      Wer will dann noch wissen wer er einst war?
      Der reine Wahnsinn.
      Wir alle sollten das Problem politisch und psychologisch betrachten. Ganzheitlich um noch was anedern zu koennen, um unseren Kindern andere Ratschlaege zu geben als „Du hast jetzt zu viel um die Ohren fuer eine Freundin.“
      So funktioniert Evolution.

  • Sören sagt:

    Leben und Leben lassen.

    Jeder geht seinen Weg und witzigerweise ist keiner richtig. Aber ist er denn falsch? Was ist eigentlich „richtig“ und „falsch“? Gibt es denn überhaupt eine Antwort darauf?

    Ich denke nicht.

    Das streben immer das richtige tun zu wollen, also sich bestens zu verkaufen, schön auszusehen und Karriere auf höchstem Niveau zu erreichen, ist doch nur ein Medienschleier der uns vor die Augen gelegt wird. Wieviele abgemagerte Frauen gibt es um den Topmodells gerecht zu werden und um Ansehen zu erlangen? Ist das Glücklich?

    Oder wieviele depressive Menschen gibt es, die nicht International Manager und Millionär zugleich geworden sind. Wäre das denn glücklich?
    Natürlich sind das hohe Ziele aber kommen diese Ziele von uns oder wurden sie uns aufgetragen?

    Man sollte sich nicht in die irre führen lassen. Viele vergessen nämlich das man bevor man seinen eigenen Weg beschreitet ihn erst einmal finden sollte. Manche Menschen verbringen allein dafür ihr Leben damit.

    Und hier ein Klassiker zum Schluss.

    Ist denn der Weg nicht das Ziel selbst?

    Gruß Sören.

  • Rocky sagt:

    … egozentrischer Bullshit!
    Sorry Leute,…. seid doch einfach mal glücklich und mit dem zufrieden, was ihr habt ….und nicht, was man noch haben könnte!

  • Ander sagt:

    „Ich nickte, wahrscheinlich hat sie recht. Sicher sogar. Aber ich weiß auch, sobald die Richtige kommt, wird mir das egal sein. Zumindest hoffe ich das.“
    Dieses „Der/Die Richtige“ .. was ist das? Ein maßgeschneiderter Mensch der mit einem kongruiert?!

    Der eine geht um die Welt und lebt eine künstlerische Ader aus, der nächste macht einen Doktor und heiratet und wieder ein anderer arbeitet für die Stadt und zahlt seine Eigentumswohnung bereits seit 10 Jahren ab, aber allesamt waren diese 3 mal in einer Grundschulklasse und haben sich Ihr Pausenbrot geteilt.

    Was zählt mehr, was ist das „Bessere“ Leben? Liegt nicht das Problem an uns selber, dass wir wissen was alle machen und am liebsten auch alles hätten. Die grundlegende Zufriedenheit ist uns abhanden gekommen, da wir gar nicht mehr wissen was es bedeutet vor 40, 50 Jahren aufgewachsen zu sein – als Nachkriegsgeneration. Heutzutage ist es ein Weltuntergang wenn der Haarklätter am frühen Abend vor der Mega-Sause den Geist aufgibt und man sich nicht in sein seit Tagen vorgedachtes Outfit werfen kann, zu welchem nur glatte, und keine gelockten Haare passen.

    Btw. hast du ein paar Schreibfehler drin, die würde ich überarbeiten. Ich bestimmt auch, aber ich schreibe keine öffentlichen Blogs 🙂

    Gruß, 28j Ander

    • Li sagt:

      finde deine Aussage klasse! „wir“ haben einfach viel zu viel von allem und können es nicht mehr schätzen. fressen im übermaß, 5 handys, wlan unterwegs…völlig überflutet mit materiellen dingen sehn wir das Wesentliche, die Menschen, die Umwelt nicht mehr. Hm?
      verdammte scheiße, es zählt nicht dein Aussehen oder dein achsotoller Titel, es zählt dein Herz, dein Wesen!!
      ich bin „leider“ auch ein Teil dieser um die 30 Generation und ja, ich weiß manchmal auch nicht, was ich beruflich will. Trotz allem habe ich einen Partner,der zu mir steht und mich unterstützt. er ist in dieser Sicht, das genaue Gegenteil, er arbeitet seit 10 Jahren in seinem erlernten Beruf und bei dem gleichen Betrieb. WOW, wer macht das schon noch heutzutage? nicht mehr viele oder?
      es hat alles seine Vor-und Nachteile, nichts ist perfekt oder „richtig“, jeder Mensch ist anders und geht seinen individuellen Weg.
      Wer nicht zu der Masse passt, die scheinbar genau weiß was sie will und einen festen Job hat, muss sich oft rechtfertigen, warum er so lebt….aber egal, ich steh dazu. und wer damit nicht klarkommt, mit dem möchte ich auch nicht zusammenarbeiten, fertig!
      und das Glück liegt nicht in der Arbeit, sondern zum größten Teil in einem selbst und seinen Augen, die die Menschheit sehen und annehmen, trotz ihren Paradoxen Lebensweisen.
      Man kann nur für sich selbst entscheiden, welchen Weg man gehn will ohne seine Seele zu verkaufen. Auch wenn dieser Weg manchmal sehr einsam scheinen mag, ich glaube, wichtig ist, bei sich selbst zu sein und sich treu zu sein.

    • Petra sagt:

      So wird Haarglätter geschrieben!!

  • Tabea sagt:

    Lieber Michael

    ich finde den Artikel ehrlich gesagt ein wenig schwierig. Ich frage mich, warum es ein Lebensziel sein sollte Kinder, Haus und ein fester Partner zu haben? Wieso fühlst du dich als „gnadenlos gescheitert“ im Vergleich zu seinen Eltern, nur weil du anders lebst? Und waren sie wirklich „weiter als du“, nur weil sie ein ruhiges, geregeltes Leben führten?

    Kann es nicht auch sein, dass wir durch unsere finanzielle Freiheit und dadurch, dass das klassische Rollenbild sich geändert hat, heutzutage einfach mehr Möglichkeiten haben, unser Leben so zu leben, wie es uns selber am besten gefällt? Ist es nicht vielleicht auch ein bewusster Entscheid und etwas besonders Schönes, alleine zu leben?

    Für mich ist es jedenfalls so. Für mich ist es nicht erstrebenswert, in einer jahrelangen Ehe zu leben, die sich totgelaufen hat. Wenn ich die Generation meiner Eltern beobachte ist es leider häufig so. Das heisst nicht, dass ich nicht auch lange Beziehungen und gemeinsame Wege schätze, wenn sie passen.

    Dass wir heute anders leben, hat meiner Meinung nach nicht unbedingt etwas mit Egoismus oder Beziehungsunfähigkeit zu tun.

    Sicher gibt es einen Persönlichkeitskult, den ich auch nicht besonders toll finde und viele Menschen, die immer denken, sie finden noch etwas besseres. Da wird der Partner wie eine Wohnung ausgesucht. Ich glaube aber, dass liegt daran, dass viele mit den Freiheiten die wir heute haben einfach überfordert sind.

    Lieber Gruss

    Tabea

    • zeitgeist sagt:

      @tabea der artikel richtet sich eben an genau jene frauen wie dich. du bist einfach nicht bereit gemeinsam mit jmd durch die scheiße zu gehen. könnte fast wetten, dass du bereits über 20 partner hattest und dich quasi durch die welt vögelst. und das ganze über deinem motto der selbstverwirklichung. taffe, smarte frauen sind hot, aber viele von euch interpretieren emanzipation ziemlich bescheuert.

      • Tiargo sagt:

        @Zeitgeist Ich bin mir sicher, dass Tabea, und Frauen wie sie, bereit sind mit einem Partner „durch die Scheiße zu gehen“, wenn es mit dem Partner passt. Aber nur an etwas alten fest zu halten, nur weil es mal gut war, ist für beide Personen reine Zeitverschwendung. Und was ist so schlimm daran sich selbst verwirklichen zu wollen? Wenn ein Partner in das Leben passt, das man für sich anstrebt warum nicht? Sei es nun, dass man Hausfrau und Mutter werden möchte oder das die Karriere an erster Stelle steht. Aber wenn man sich zugunsten eines Partners verbiegt, dann steht man irgendwann an dem Punkt an dem man gesagt bekommt: „Du bist nicht mehr die in die ich mal verliebt habe.“ Da bin ich eher dafür, sein Ding zu machen, dann findet man auch einen Partner mit dem man glücklich wird, weil er zu dem passt der man ist udn nicht zu dem der man mal war und den man aufgegeben hat.

      • Vanessa sagt:

        @Zeitgeist
        Ich glaube du hast ihren Kommentar nciht richtig verstanden? Ich bezweifle argh das sich diese Frau durch die Gegend „vögelt“
        Ich glaube sie versucht ihn „Mut“ zumachen das sich die Welt geändert hat. Vorallem was sagt ihr Kommentar über Ihr Beziehungsleben aus? Vielleicht ist sie ja Jungfrau??? Woher nimmst du dir das recht so über Leute zu Urteilen???
        Wenn du genau lesen würdest hättest du bemerkt das Tabea exakt das Gegenteil über sich sagt sie redet von MENSCHEN nciht von sich…

        Tabea ich finde du hast es genau getroffen!

        Und jetzt zum Artikel… Ich bin der gleichen Meinung wie Tabea ich denke Menschen sind unterschiedlich und es gibt auch Menschen die brauchen in manchen Lebensabschnitten nunmal keinen Partner bzw müssen sie ja auch nciht aktiv danach suchen.. Ich denke Es gibt Partner wo es einfach wirklich NICHT passt wo eine Trennung evtl sinnvoll wäre und es gibt PArtner wo man wirklich selber einfach zuwenig investiert das zeigt umso mehr wie Ich-Bezogen wir Menschen in der heutigen Zeit sind oder einfach nur Unaufmerksam??

      • Maria sagt:

        Sich Zeitgeist nennen und dann so einen Kommentar abgeben…ziemlich geistlos. Zwischen dem was du beschreibst und dem was Tabea meint, gibt es so unendlich viele Graustufen – dein Schubladendenken ist wirklich sehr ausgeprägt, schade eigentlich, weil dir die Nuancen des Möglichen durch die Lappen gehen.

  • Lisa sagt:

    Ich bin begeistert von diesem Artikel. Nicht, weil er mir die Augen geöffnet hat, sondern weil er die Gedanken, die ich habe, wenn ich mir meinen Freundeskreis anschaue so treffend formuliert.

  • Irina sagt:

    Hallo Michael, ich finde dein Artikel trifft genau ins Schwarze.
    ich ertappe mich immer wieder dabei wie ich versuche mich in Gesprächen in den Mittelpunkt zu rücken. Stets darauf bedacht mich selbst gut zu verkaufen.
    Und ich versuche mich tatsächlich in meinem Beruf selbst zu verwirklichen. Habe immer viel zu viel zu tun. Vielleicht ist es auch einfach nur ne Ausrede, um mich nicht binden zu müssen 🙂

  • Toni sagt:

    Was bringt einem alle Selbstverwirklichung, wenn man niemanden an seiner Seite hat, der Unterstützung, Nähe und Liebe parat hat? Aus meiner Sicht, sollte die Familie auf ewig einen enormen Stellenwert haben – vor allem im Bezug auf Nachwuchs und ein „Gemeinsam“. Es gehört zu den grundlegenden Werten unserer Gesellschaft, die leider mehr und mehr verwässern und diese Gesellschaft damit leider keineswegs verbessern. Ich selbst würde eher Abstriche in Puncto „Selbstverwirklichung“ machen, als mich zwingend nur allein perfektionieren zu wollen, um damit auf meine Familie Rücksicht zu nehmen. Denn aus meiner Sicht kann man einsam auf Dauer nicht glücklich sein – ob selbst verwirklicht oder nicht.

  • Marie sagt:

    Hallo,
    ein sehr schöner Artikel den ich aufgrund meines persönlichen Lebens auch gerade sehr gut nachvollziehen kann. Nur bei einem Abschnitt stößt es mir bitter auf:
    „Ich nickte, wahrscheinlich hat sie recht. Sicher sogar. Aber ich weiß auch, sobald die Richtige kommt, wird mir das egal sein. Zumindest hoffe ich das.“

    Ist das nicht wieder genau das? Der Partner muss perfekt sein, mich 100% überzeugen, dafür sorgen dass es egal ist – oder sie ist nicht „die Richtige“? Wird die nächste Beziehung dann beim ersten Problem wieder weg geworfen weil – wenn es zu Problemen kommt, man plötzlich Zeit für andere Dinge (Arbeit) abzwacken muss um Beziehungsprobleme auszudiskutieren – dann sagt man sich einfach „dann ist sie wohl doch nicht DIE RICHTIGE“ und geht wieder auf die Suche?

    Es ist nicht Aufgabe „der Richtigen“ einem zu zeigen, dass man nicht nur Zeit für dich sondern auch für die Partnerschaft haben will. Man muss erstmal SELBSTSTÄNDIG verstehen dass es nicht nur um einen selbst geht, sondern eben auch um den anderen. Erst danach ist man in der Lage dazu in irgendeiner Frau „die Richtige“ zu sehen…

    • Marianna sagt:

      „Die (der) RICHTIGE (R) findet man nur dann wenn man bereit ist eine RICHTIGE Beziehung einzugehen mit allen Vor- und Nachteilen mit allen Beschränkungen aber auch für das unverwechselbare Gefühl füreinander da zu sein. Letztendlich, denke ich, geht nicht um allein leben oder nicht sondern um Einsamkeit. Egoismus ist definitiv ein Grund warum wir einsam sind.

  • Tanja sagt:

    Was für ein großartiger Beitrag.

    Da stimmt soo vieles und wenn man mehr darüber nachdenken würde, wären viele bestimmt glücklicher im Leben.

    Für mich der beste Beitrag den ich dieses Jahr lesen durfte. Danke!

  • Franziska sagt:

    Der Artikel hat mich zum Denken angeregt und aufgrund der vielen positiven Antworten, auch auf facebook, scheint er das Lebensgefühl eines Teils unserer Generation widerzuspiegeln. Allerdings beruht er auf mehreren Annahmen, die ich für schwierig halte.
    1. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wenn ich mir die Generation unserer Eltern anschaue, gab es eine Trennung zwischen Familie und Beruf. Aber nicht von einer Person. Vielmehr funktionierte die Beziehung als Aufgabenteilung, bei der sich eine Hälfte selbst verwirklichte und die Familie finanziell versorgte (der Mann) und die andere Hälfte die Familie (die Frau). Frauen konnten ohnehin keine oder nur schwer Karriere machen, also haben sie weniger oder gar nicht gearbeitet. Der Mann hat dafür oftmals die Kindheit seiner Kinder verpasst, weil er selten zu Hause war. Unsere Generation geht allerdings davon aus, dass sie alles habeh kann, und das hat und wird nicht funktionieren.
    2. Unsere Eltern waren mit ihrem Modell erfolgreich. Mein Vater war auch mit 30 verheiratet und hatte drei Kinder und mit 40 war er geschieden. In meinem Freundeskreis sind vielleicht noch die Hälfte der Eltern zusammen. Viele sind zum zweiten Mal verheiratet. Ob man da von Erfolg reden kann, sei dahin gestellt.
    3. Berufung und Karriere. Das ist nicht das Gleiche. Die Optimierung des Lebenslaufs, einschließlich schlecht (oder gar nicht) bezahlter Praktika, damit hinterher die richtigen Firmen auf dem Lebenslauf stehen, das Beenden einer Beziehung um „durchzustarten“ haben nichts mit einer Berufung und alles mit Karriere zu tun. Vielleicht ist das ein generelles Problem unserer Gesellschaft, dass das Streben nach Macht und Geld in einer gewählten Profession als Lebensaufgabe verklärt wird.Das hat mit Selbstverwirklichung im eigentlichen Sinn wenig zu tun. Die meisten Deutschen hegen eine Abneigung gegen die Selbständigkeit und als Angesteller erfülle ich notwendigerweise nicht die eigenen Vorstellungen, sondern die meines Chefs.
    Wenn ich also mein Leben anhalte, um meine gesamte Zeit in einen Job zu investieren, in dem ich in den meisten Fällen nicht einmal selbstbestimmt arbeiten kann, habe ich mich bewusst für einen bestimmten Weg entschieden. Außerdem ist es auch nicht notwendig, dass alle Menschen Kinder bekommen. Vielleicht ist es besser, wenn die, denen es sowieso nicht wichtig ist, die Gelegenheit nicht wahrnehmen.

  • Caro sagt:

    Ein unheimlich gut geschriebener und zutreffender Artikel!
    Ich steh jedoch auf der anderen Seite… Ich habe mein Studium mit 23 abgeschlossen, arbeite seit fast 2 Jahren, bin seit einem Jahr verheiratet und dieses Jahr bauen wir ein kleines Einfamilienhaus und sind an der Kinderplanung! Und ich fühle mich wie ein Exot!
    In einer Welt voller Selbstverwirklicher, Egoisten und „nicht -erwachsen -werden -woller“ sind wir die große Ausnahme und damit die Außenseiter. Wir müssen uns beinah entschuldigen, dass wir ein Leben leben das bis vor 20 Jahren noch „normal “ war. Von der Seite der Selbstverwirklicher ist kein Verständnis zu erwarten, eine tiefere Freundschaft ist kaum möglich. Da fragt man sich doch, warum akzeptiert unsere Generation nur noch diese ich – bezogene Art des Lebens? Und wie gesund ist der Wandel für unsere Gesellschaft?

    • Meinungssager sagt:

      Ich finde toll, dass es Leute wie dich gibt. Ich bin 22, habe mein Studium beendet und wenn ich jemandem sage, dass ich mit meinem Freund zusammenziehe, mit dem ich seit drei Jahren zusammen bin, gucken die mich komisch an. Jetzt? So jung? So verbindlich?
      Ich finde schade, dass man sich für eher klassische Lebensmodelle heutzutage rechtfertigen muss. Ich glaube, dass mehr Menschen so leben würden wie du, wenn es stärker akzeptiert werden würde. Irgendwie ist die gesellschaftliche Entwicklung doch immer Mainstream.

  • Auszug aus meinem Tagebuch dazu: Aber ich denke, es liegt nicht immer nur an den einzelnen Menschen, sondern oft und ständig auch an der Gesellschaft. Die Gesellschaft hat sich gewandelt und mit ihr die Menschen. Die Anforderungen haben sich geändert, der Druck hat sich erhöht. Und damit ist auch der Druck innerhalb einer Beziehung gewachsen. Die rosarote Brille ist verschwunden …

  • Simon sagt:

    Danke für diesen Artikel. Das Thema habe ich jetzt schon ein paar mal gehört und es hat so viele Leute angesprochen. Die Frage ist doch: Was dagegen tun?

    Neues Umfeld, dem deine Selbstverwirklichung nicht so wichtig ist? Raus aus der Stadt in der es nur um den Erfolg geht? Raus aus der Akademikerblase und mal mit Industriemechanikern und Bäckern rumhängen, wo man noch auf das Wochenende zulebt und sich erfreuen kann?

    PS: kleiner Typo: ‚Seit Januar arbeite ich an eineM Roman … ‚

  • Christian sagt:

    „Wer aufgehört hat besser zu werden hat aufgehört gut zu sein“.
    Wer sagt denn das Selbstoptimierung = Streben nach Perfektion ist. Du schreibst als ob Optimierung Perfektion sei. Das ist aber schon per Definition nicht korrekt. Optimierung heisst die richtigen mittel effizient und effektiv einzusetzen. Da das letzte 1% von 99% auf 100% aber mit exorbitantem Aufwand verbunden ist, würde es keiner Optimierung entsprechen auf 100% abzuzielen. Das Optimmum liegt wo ganz anders! Dein Artikel ist die Rechtfertigung für alle die sich nicht mehr über ihre Grenzen hinaus bewegen. In ihrer Komfortzone bleiben. Es ist – um an dein Bild anzuknüpfen – reinster Luxus wenn sich jemand “ selbst verwirklicht“ (siehe Masloffsche Bedürfnis-Pyramide). Du steht mit diesem Artikel kurz vor der These „Wer strebsam ist der macht irgendwas falsch“. Du hättest ja auch mal ausserhalb deiner Peer Group leute interviewen können zum Thema Selbstoptimierung: einen Arzt, Ingenieur oder Programmierer die sehen das sicher nicht so lässig. Und ob die Glück in der Liebe haben? Wer weiß das schon. Aber ist es nicht so, die die sich Beschweren werden immer am wahrsten genommen…von wegen Karriere und Familie geht nicht. Wen interessiert schon ob es bei einem anderen gut läuft. Man hört das was man hören will.
    Und was bitte ist das für eine Aussage „Bildungswege verlängert“? Wegen dem Bologna-System? Tut mir leid, aber das seh ich einfach nicht. 1 Jahr ok, vllt 2… das ist für mich aber nur eine Ausrede, warum man nicht aus dem Knick gekommen ist. Aber hey, „ich suche ja noch nach mir selbst, und Perfektion – igitt das ist ja was schlechtes!“
    Das ist Luxus. Oder in den Worten von Sarazin „Deutschland schafft sich ab“.

    PS: da gibt es einen schönen artikel in der „Presse“ – „Chillen bis die Troika kommt“. Kann man für Österreich als auch für Deutschland so sehen 😉

  • Christine Schuchart sagt:

    Ein sehr schön geschriebener Artikel! Ich wünsche dir alles gute, dass du „die Richtige“ bald findest!

  • Gogle sagt:

    Hej, du strahlst viel Zuversicht aus! Ich habe mich gefragt, für wen sind diese persönlichen perfektionistischen Erfolge? Früher hat Mann die Familie versorgt, ich sehe das als sinnstiftend an. Ich bin Mama in den 30ern und mein Ex einer dieser Selbstverwirklicher, in deren freien Lebensplan kein kleines Kind mehr passte. Soviel zu ist das Liebe oder kann das weg? Ich finde, deine Ansichten ehrlich, doch gab es viele solche unreifen Typen leider auch schon vor unserer Generation. Genau deren Egoproblem wurde weitergegeben. Die freie Wirtschaft heizt das an. Diese Art von Erfolg ist damit begründet sich selbst vs. Familie zu versorgen, das ist meine Erfahrung damit.

  • Katharina Bach sagt:

    Sehr guter Artikel! Danke dafür!

    Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Beim Lesen ist mir (mal wieder) klar geworden, wie sehr ich selbst von dem Problem betroffen bin. Ich sage ‚mal wieder‘, weil es mir öfter auffällt, wie sehr sich alles um Identität und Individualität dreht. Es geht immer darum, wer man ist und wer man sein will und darum, diese beiden Bilder miteinander zu vergleichen. Und dann versucht man aus dem ersten, das zweite zu machen. Man versucht, sein Ideal-Selbst zu werden. Tag ein, Tag aus. Immer. Und während man damit so beschäftigt ist, verliert man sich selbst immer mehr und man verpasst alles andere, wie du ja schon gesagt hast… Wir sollten wieder mehr leben.

  • Dominique Bischof sagt:

    Lieber Michael,

    Was für ein schöner Artikel.
    Wie du so schön sagst, die anderen sind lediglich einen Spiegel, wo wir unseres Bild sehen…aber meistens laufen doch lieber fort als dorthin zu gucken. Denn so viel einfacher, bequemer, ist es doch auf der Suche nach der so hoch gelobten Selbstverwerklichung unseren Schatten auszuweichen; diese vermeintliche Mängel, unsere Dämon, welche aber unsere grösste und präziseste Chance zur Selbstentwicklung sind.
    Ja man verpasst alle andere, aber vor allem damit auch sich selbst, seine Seele, seinen tiefen einzigartigen Kern.

  • Daniela sagt:

    Danke für diesen ehrlichen Artikel!

  • Ich finde den Artikel auch ziemlich gut, und es waren sehr viele, nahezu alle, Aspekte darin in denen ich mich selbst bzw. meine Eltern wieder fand. Und ich bin sehr froh in unserer Generation zu leben, in der wer nicht das Leben unserer Eltern fuehren muessen. Bei meinen Eltern war das Leben mit Ende 20 praktisch vorbei, dank mir ;-). Ich bin jetzt Ende zwanzig, verdiene meine Geld auch mit schreiben, ab Donnerstag auch nicht mehr als Prakikant ;-). Verdiene ein gutes Gehalt, als Einstieg schon fast soviel wie meine Eltern jetzt kurz vor Rente verdienen. Toller Artikel 😀

  • Lyra sagt:

    Sehr guter und ehrlicher Artikel!
    Doch es ist hinzuzufügen, dass wir heute freier sind. Nicht nur die Abhängigkeit von Liebensbeziehungen sind im Vergleich zu früher zurück gegangen. Auch im privaten und beruflichen Alltag haben wir mehr Möglichkeiten ohne auf andere angewiesen zu sein. Ich erhalte nicht nur einen Ausbildungsplatz, weil mein Vater einen Betrieb leitet und auch nicht nur deshalb einen Arbeitsplatz, weil meine Mutter jemanden kennt. Wir haben es selbst in der Hand.

    Und etwas finde ich noch sehr wichtig: Auch in diesem Artikel wird der Erfolg eines Lebensweges anhand der Beziehungsdauer bemessen. Das ist heutzutage einfach nicht mehr passend: Jeder entscheidet heute selbst welche Kriterien er für ein erfolgreiches Leben heranzieht: Eine hohe Geldsumme verdienen, eine eigene Firma gründen, mit der eigenen Tätigkeit Menschenleben retten, ein Ferienhaus in der Karibik, eine Familie gründen, ein Haus kaufen. Das sind alles mögliche Kriterien. Aber keines davon ist heute vorgeschrieben. Wir sind frei.

  • Hallo Michael,
    ein wirklich passender Artikel und man kann sich „leider“ in so vielen von dir beschriebenen Dinge wiederfinden.
    Dein Satz : „Aber ich weiß auch, sobald die Richtige kommt, wird mir das egal sein. Zumindest hoffe ich das.“ hat mich zum nachdenken gebracht, denn ist es wirklich so dass man bei all dem „Ich“ und selbstverwirklichen noch den Kopf hat?! Ich hoffe es sehr.
    Es ist schön ein leben ganz nach seinen Vorstellungen und Ideen zu leben, aber oft lerne ich Menschen kennen die bei dem Versuch den Perfektionismus noch zu perfektionieren einfach viel zu Ich-bezogen und selbstverliebt sind, wie du schreibst, einer Beziehung geht es um die gemeinsame Entwicklung und nicht darum dass jeder so weiterlebt wie bisher. Es sollte schließlich eine Bereicherung sein, jemanden an seiner Seite zu wissen.
    Grüße
    Tanja

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *