Constanze | 27 | Leipzig

„Es klappt schon irgendwie! Alles wird gut.“

Winter is a bitch. Wie gut, dass uns die quirlige und sympathische Constanze gleich an der Tür abholt und nach drinnen ins Warme bringt. Die sperrige Holztür klemmt nämlich bei Kälte manchmal, lacht sie. Wir sehen sofort bei unserer Begrüßung: Dieses Girl bringt Farbe in den tristen Winter-Mittwoch und die umliegenden Plattenbauten der Eisenbahnstraße. Hier in der Hood fühlen sich Constanze, wir nennen sie knackig Consti, und ihr flauschiger, roter Kater Luki pudelwohl. Luki zählt im Übrigen schon ganze 13 Katzenjahre.

Die gemütliche, kleine Wohnung im Erdgeschoss ist noch ganz frisch eingeräumt, denn erst vor wenigen Wochen ist Consti in ihre eigene Wohnung gezogen. Ein Kinderspiel für alle Freunde, wenn die Kisten und Kommoden nur zwei Treppen nach unten getragen werden müssen. „Ok, das machen wir mal so nebenbei!“, hieß es für das Umzugskommando.

Einfach mal machen, das passt genau zu Constis Spirit. „Ich versuch immer öfter, mich zu trauen und neue Dinge auszuprobieren“, erzählt sie uns, während sie Wasser für den Tee kocht. Kaffee mag sie übrigens nicht, deswegen wirst du in ihrer Küche auch keine Kaffeebohnen finden.

Aufgewachsen ist Consti mit ihrem sieben Jahre jüngeren Bruder und den Eltern im kleinen, beschaulichen Dorf Oschersleben in Sachsen-Anhalt. In einem großen Haus mit Garten. Enten unter der Wärmelampe großzuziehen, draußen durch die Gegend zu stromern, bis es dunkel wird, und russische Märchen, die ihr ihre Oma vorgelesen hat, gehören bis heute zu den schönsten Kindheitserinnerungen.

Als sich ihre Eltern trennten, ihre Mutter mit einem neuen Freund um die Ecke kam und sie in die nächstgrößere Stadt zogen, musste Consti den neuen Abschnitt erstmal ordnen und für sich selbst ein paar Entscheidungen treffen, um es kurz zu fassen. Jetzt ist ihre Familie um einige Brüder und Schwestern gewachsen, aber ihr eigentliches Leben spielt sich längst in Leipzig ab. Hier ist ihr Zuhause und ihre kleine Feel-good-Insel.

Nicht nur Partynächte, Umzüge, Tinder-Abenteuer und jetzt auch das im-gegenteil-Portrait gehören zum aufregenden Leipziger Leben dazu, sondern auch zahlreiche Workshops, Vorträge und Beratungen, für die sich Consti engagiert. Wir werden neugierig.

Für die Raver der Stadt ist die gebürtige Sachsen-Anhaltinerin garantiert kein unbekanntes Gesicht, denn sie arbeitet leidenschaftlich gern im mjut – ein kleiner Club, der sich für weltoffene, freie und bunte Lebenskonzepte einsetzt und natürlich auch gute Techno- und Elektro-Partys schmeißt.

Consti ist hier Teil des Orga-Teams und setzt sich im Awareness-Team für einen Safe Space im Club ein. Dafür geht es dann zum Ausgleich tagsüber etwas ruhiger zu. Good for you, Luki.

Aber ganz ehrlich, langweilig wird es zuhause auch nicht. Denn auch ohne Club und Flimmerlicht setzt sich Consti ehrenamtlich für das Drug-Scout-Projekt ein und sorgt gemeinsam mit dem noch frisch gegründeten „Stop catcalling now“-Team dafür, dass sexuelle Belästigung, Diskriminierungen und Alltagssexismus keinen Platz mehr finden.

Der einzig erlaubte „Catcall“ betrifft ausschließlich Kater Luki, der sich schon nach einer halben Stunde neben uns auf dem Sofa zusammengerollt und den Besuch im Revier freudig aufgenommen hat. Glück gehabt!

All diese ehrenamtlichen Arbeiten übernimmt Consti im Übrigen gern und hofft, am Ende doch etwas bewegen zu können. Dass sich dabei noch gute Freundschaften und kleine projektbezogene Familien deutschlandweit gegründet haben, ist ein wirklich sehr schöner Nebengewinn.

Den nächsten großen Schritt plant die aufgeweckte Partyqueen auch schon lang, denn in Merseburg möchte sie sich gern zum Studium für Medienpädagogik anmelden. Dies blieb ihr nämlich bisher verwehrt. Doch die jahrelange Arbeit im sozialen Bereich zahlt sich damit hoffentlich aus. Wir halten beide Daumen gedrückt! Einen für das Studium und einen für einen echt coolen Boy, der ihr Herz erobert.

Denn den hat sie wirklich verdient, nachdem sie mit ihren letzten Tinder-Eskapaden wahrscheinlich ein ganzes Buch füllen könnte. Bisher hat Consti nur Erfahrungen in monogamen Beziehungen gesammelt, hat sich jedoch in den vier Jahren als Single immer wieder mit polygamen und offenen Modellen beschäftigt. „Ich kann mir einfach nur schwer vorstellen, dass ein Mensch alle Erwartungen, die man immer in einer Beziehung hat, erfüllen kann. Ich selbst brauche auch viel Freiraum und bin gern mal allein mit meinem Kram“, erzählt sie uns, während wir durch ihre Hood spazieren.

An diese eine feste Liebe fürs Leben, wie die Ärzte sie besangen, glaubt Consti nicht so wirklich bzw. kann sie es sich einfach nicht vorstellen. „Für immer“ ist eben auch eine schwierige Zeitangabe. Stattdessen erklärt sie es uns mit den Worten: „Man verbringt eine gute Zeit zusammen und hat Spaß. Es passiert natürlich manchmal, dass sich Wege trennen und dann ist es auch in Ordnung. Wenn es vorbei ist, ist es eben vorbei! Aber bis dahin sollte man es einfach genießen. Ich mache mir da keinen Stress.“

Kein schlechter Gedanke oder? Ach Consti, dein Optimismus und deine ausgeglichene Art sind wirklich ansteckend und nach einigen auch dunklen Geschichten, die du uns erzählt hast, auch bewundernswert.

Vielleicht ist genau das ihre Stärke. Denn aus allem, was passiert, zieht Consti immer noch einen guten Gedanken und behält einen positiven Blick. Aufregen lohnt sich eben nicht. Sie bleibt lieber entspannt.

Du siehst das genauso? Super. Am besten sprichst du sie einfach mal bei der Arbeit im Club an. Ganz einfach. Mit einem guten Gespräch über ihr Engagement und ihre Projekte erreichst du bei Consti viel mehr als mit einer plumpen Anmache. „Hey, coole Tattoos!“ zählt im Übrigen zu plump dazu. Zum ersten Date empfehlen wir dir ein Radler oder einen Gin&Tonic in einer gemütlichen Bar oder draußen. Keep it simple, vertrau uns!

Knutschen zum ersten Date? „Wenns passt!“, lacht Consti. Wenn sich eure Blicke öfter treffen und ihr euch bei schummrigen Licht immer wieder anlächelt, dann frag sie doch einfach mal, ob du sie küssen darfst. Trau dich!

P.S.: Falls du nicht damit klarkommst, dass Consti sämtliche Saftpackungen für den letzten Schluck aufschneiden muss, oder du extrem eifersüchtig bist, wenn dein Girl allein um die Häuser zieht, dann müssen wir dich leider an dieser Stelle nach Hause schicken.

Du liebst gute Techno-Partys, Vinyl-Platten, Spezi, Moscow Mule und möchtest Teil der kleinen Insel von Consti werden? Du nimmst dich selbst nicht so ernst, bist die Ruhe in Person und hast selbstverständlich keine Katzenhaar-Allergie? – Wir kennen da ein ziemlich cutes Powergirl, das du damit beeindrucken könntest.

Kontakt

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ROBERT ist der Mann mit dem Hut und der Kamera in der Hand. Auf seinem Blog schreibt er über Orte, Menschen und Sachen, die ihm passieren – und eigentlich passiert immer was. Always on the run. Das sind die Dinge, die ihn glücklich machen. Zu seinen liebsten Städten gehören Lissabon, London, Montreal und an allererster Stelle New York. Wenn er nicht gerade unterwegs ist, radelt er mit seinem Projekt „We Ride Leipzig“ durch die Stadt.
ANNE is the girl with the golden touch. Immer und überall in Leipzig unterwegs. Leipzigliebhaberin. Geschichtenerzählerin. Auf ihrem Blog „annabelle sagt“ erzählt sie von Künstlern, Designern, kreativen Köpfen, den coolsten Cafés und schönsten Orten. Ganz nach dem Motto: Einfach die Augen offen halten und die kleinen Dinge entdecken. Gegen ein Zitroneneis verrät sie auch gern ihre Geheimtipps.

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