Bereit für Neues: Ein Brief an meine zukünftige Liebe

2022, Baby! Ich starte mit freiem Kopf und motiviert ins neue Kapitel, in das neue Jahr. Nicht etwa, weil ich eine Bucketlist geschrieben oder Vorsätze habe, nein. Ich habe so viel gelernt und Dinge über mich selbst herausgefunden. Ich möchte neue Geschichten schreiben und Bilder einfangen. Weitere Erinnerungen abspeichern. Noch einigen Schabernack erleben. Leben. Und der Freigeist sein, der ich nun mal bin.

Aber nach diesem Jahr, so fühle ich es, bin ich bereiter als je zuvor. Bereit dafür, nicht mehr alleine durch die Weltgeschichte und diese kuriosen Zeiten zu spazieren.

Mir ist mit Karacho bewusst geworden, dass ich es eigentlich gar nicht war. Ich hatte diese herrlich wohlige Bubble um mich herum erschaffen. Ich musste wohl doch noch ganz für mich allein sammeln. Das nächste Kapitel bin ich bereit zu teilen. Nicht mehr nur mein Bett. Viel mehr.

Meine Momente, meine Ängste, meine Hoffnungen, meine Pläne. Und ich werde kompromissbereit sein. Ich werde die Augen aufhalten. Ich werde Signale deuten. Ich werde die Arme öffnen. Und vor allem das Herz. Mein Herz ist ready.

Ich werde die Augen aufhalten. Ich werde Signale deuten. Ich werde die Arme öffnen. Und vor allem das Herz. Mein Herz ist ready.

Ich schreibe vom Alleinsein, dabei war ich es nicht. Zumindest war ich nicht einsam. Ich hatte viele neue Bekanntschaften, unterschiedlichste Charaktere um mich herum und Zweisamkeiten. Ich bin dankbar für jede einzelne Seele. Egal wie unsere Anekdoten angefangen haben oder geendet sind.

Ich wusste nicht, wonach ich eigentlich suchte. Gefunden habe ich lediglich mich. Ich habe bei dem ein oder anderem meine Facetten gezeigt, gelegentlich mein Innerstes aufblitzen lassen. Aber so richtig jemanden willkommen geheißen, das habe ich nicht. Ich habe meine Wohnungstür einige Male geöffnet. Meine Welt jedoch nicht.

Übung macht den/die Meister:in

Und dennoch habe ich geübt. Ich habe erprobt, wie es wäre, nicht mehr meine Erinnerungswerke stets für mich alleine zu bemalen. Ich brauchte diese Übung, sonst wäre ich niemals soweit. Ich bin bereit, dass man mir Nähe schenkt. Mich nimmt, wie ich bin. Mir das Herz bricht. Ich mich öffne – für alles, was kommen mag.

Ich weiß wahrlich nicht wer diese eine ­– nicht bessere, aber ebenbürtige ­– Hälfte sein wird. Ich habe aber Gewissheit darüber erlangt, dass ich Wünsche habe. Und dass genau das vollkommen okay ist.

Bereit für alles. Endlich wieder.

Ich möchte an denjenigen schreiben, von dem ich glaube, dass es nun gute Chancen gibt, ihm zu begegnen. Nicht des Schicksals, sondern meiner selbst wegen. Bereit für alles. Endlich wieder.

Lieber Unbekannter,

ich weiß, dass es dich irgendwo da draußen gibt. Ich weiß nicht, wo oder wann wir uns begegnen werden. Welche Umstände dazu führen werden, dass wir uns finden. Ich weiß jedoch, dass wenn ich spüre, dass du es bist, dass ich dich willkommen heißen werde. Dass ich weiß, dass ich dir die Chance geben werde, mich kennenzulernen. Ich weiß nicht, wie lange unsere Reise dauern wird, aber ich bin mir sicher, dass es eine innige und abenteuerliche sein wird.

Ich möchte mit dir tanzen, egal wo. Immer dann, wenn uns danach ist. Ich möchte, dass wir zu denselben Liedern mitsingen und dieselbe Sprache sprechen. Es muss nicht mein westfälischer Schnack sein. Ich möchte, dass jeder in seine Richtung schauen darf, wir aber gemeinsam in eine blicken.

Mein Herz würde Sprünge machen, wenn deines für Möhreneintopf schlägt.

Mein Herz würde Sprünge machen, wenn deines für Möhreneintopf schlägt. Und Billie Holiday. Und lange Spaziergänge durch diese wunderschöne Stadt.

Ich möchte mit dir auf Reisen gehen. Nicht gleich um den ganzen Globus. Vielleicht erst einmal das eigene Land erkunden. Und bevor wir das tun, wünschte ich mir, wir würden etwas gemeinsam Auto fahren üben. Ohne ein Augenrollen, wenn ich die Karre abwürge. Zum xten Mal. Anfahren kann ich ganz gut. Vielleicht verschlägt es uns mal in das urige Weinörtchen im Westen.

Ich wünsche mir, dass wir uns nicht präsentieren wollen. Dass wir die Freunde und Familie des anderen annehmen, aber mindestens genau so sehr darauf pochen, dass diese auch dich und mich akzeptieren. Uns. Dass wir nicht als Traumpaar, sondern als Team auftreten. Nicht immer auf ein und derselben Stelle, sondern dass wir uns bewegen.

Ich wünsche mir, dass du darum weißt, dass ich gelegentlich ganz viel Luft zum Atmen und Raum für mich brauche.

Ich wünsche mir, dass du darum weißt, dass ich gelegentlich ganz viel Luft zum Atmen und Raum für mich brauche. Du kannst dir aber sicher sein, dass du auch währenddessen immer bei mir bist. Ich mag mit dir Quatsch machen und dass wir uns ärgern. Aber nicht in die Schwachstellen des anderen pieksen. Dass wir niemals Vorwürfe machen, aber Wünsche äußern können.

Ich wünsche mir, dass wir die Vergangenheit akzeptieren, aber abhaken. Dass ich dir all den Schabernack erzählen kann, aber du kein Urteil fällst. Ich werde nicht über dich urteilen. Ich möchte, dass Wertschätzung ein wichtiger Teil unserer Verbindung ist. Nicht nur für uns, sondern das Leben. Ich wünsche mir, dass du das Leben bejahst.

Ich möchte für dich eine Inspiration sein. Und schön. Selbst, wenn ich mal beleidigt eine Schnute ziehe. Ich möchte dich schön finden. Nicht etwa, weil du eine grazile Nase hast, sondern ich Eigenarten entdecke, die ich an dir wertschätze und die dich für mich attraktiv machen.

Ich möchte deine Freundin, deine Kumpanin, deine Partnerin, deine Geliebte sein.

Du darfst grübeln. Aber besonders viel lachen. Du darfst dir mal unsicher sein, aber nicht verzweifeln. Du darfst mal grantig sein, aber nicht ohne Ende. Ich wünsche mir, dass wir auf einer Welle schwimmen, auch wenn es niemals der Eisbach sein wird.

Ich wünsche mir auf Augenhöhe zu sein, aber nur im übertragenen Sinn. Ich möchte mich beschützt fühlen, selbst wenn ich keinen Schutz brauche. Aber niemals bevormundet. Ich möchte deine Freundin, deine Kumpanin, deine Partnerin, deine Geliebte sein.

Ich wünsche mir Leidenschaft. Keine Bilderbuchromantik. Ich wünsche mir Boaznblues mit dir und manchmal auch ein wenig Schischi. Authentizität, aber auch mal Zungebeißen. Immer dann, wenn es nötig ist. Kein Runterschlucken, aber Perspektivenwechsel. Ich wünsche mir Endorphine, die wir in gleicher Dosis verspüren. Dass man sich nicht durch die rosarote Brille feiert, sondern wegen all der Facetten, die man zu bieten hat.

Ich wünsche mir, dass mein Bauchgefühl mich nicht trügt und ich wirklich bereit sein werde. Keine kalten Füße bekomme, sondern darauf warte, dass du meine Hand nimmst, um sie und mich zu halten.

Lieber Unbekannter, ich warte nicht auf dich, aber ich werde dich empfangen, wenn es so weit ist. Manchmal muss man bei mir nur eben etwas öfter und lauter klopfen, damit ich verstehe. Damit ich weiß, wann mein Einsatz kommt. Ich werde auf dich setzen. Und auf mich. Auf uns. Pass bis dahin gut auf dich auf. Und halt auch du bitte die Augen auf. Ich bin etwas klein. Es wäre allzu schade, wenn wir uns verpassen. Aneinander vorbeilaufen, ohne Halt zu machen.

Valerie verliert zwischendurch mal die Orientierung, findet aber immer wieder auf die Spur zurück. Leere Worte gibt es für sie nicht. Ganz im Gegenteil. Valerie hofft, schreibt, lacht, flaniert.

Headerfoto: George Milton (Kategorie-Button hinzugefügt und Bild gecroppt.) Danke dafür!

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