Martina | 41 | Berlin

„Ich möchte, dass die Leute echt sind.“

Wir sind unterwegs im Wedding und treffen die zauberhafte, aufregende Martina und ihren wunderschönen schwarzen Labrador Burton. Die beiden holen uns mit Willkommenssprüngen (also der Labrador!) an der Hauseingangstür ab und führen uns durch den Innenhof hoch ins dritte Obergeschoss eines hübschen Altbaus.

Martina ist wirklich ein Herzensmensch, das merkt man schon bei der ersten Begegnung. Wir werden umarmt und umsorgt und gleich mit dem leckersten Kuchen der Welt bewirtet. Uns fällt die wahnsinnig geschmackvoll eingerichtete Wohnung auf. Bunte Wandfarben sind mit vielen Bilderrahmen und Fotos ausgeschmückt.

Wir erkunden zunächst also die Wohnung. Im Wohnzimmer erwartet uns ein lichtdurchfluteter grüner Dschungel voller schöner – mir unbekannter und Pats Herz höher schlagen lassender – Pflanzen. Die Sonne, die Pflanzen, diese Wohnung, Martina. Diese Wohnung erzählt schon viel über Martina, ohne dass sie uns viel erzählen muss. Aber erzählen will und kann sie. Aus Martina sprudeln die Wörter nur so heraus und es macht Spaß ihr zuzuhören.

Sie spricht viel und schnell und fröhlich. Ich glaube, ich hab ein Déjà-vu? Ein schnelles Interview bin ich ja schon vom letzten Mal gewöhnt. Also Stift gezückt und unleserlich ins Büchlein die Fakten geschrieben – nebenbei kann ich den leckersten-Kuchen-der-Welt schlemmen, zuhören und mit vollem Mund „Hmm“-Laute von mir geben. Pat läuft derweil fasziniert durch die Wohnung und hält die schönsten Motive als Bild fest.

Neben Martina steht/sitzt immer treu ihr geliebter Labrador Burton. Martina hat ihn seit 8 Jahren und sie sind ein eingespieltes Team. In ihrer Kindheit besaß das im Berlin-Moabit aufgewachsene fröhliche Mädchen jedoch keinen Hund, sondern 2 Wellensittiche und liebte Pferde. Ihre Pferdeleidenschaft entdeckte sie, als sie als Teenie jedes Jahr Urlaub in Enschede auf einem Reiterhof machte. Dort lernte sie reiten – und wie man Unfälle baut. Autsch.

Naja, einmal hatte sie einen Unfall. Mit 17 hatte sie einen Reitunfall und musste für längere Zeit ins Krankenhaus. Dort lernte sie über ihre Bettnachbarin ihren ersten Freund kennen. Romantisch. Insofern hatte der Unfall ja auch etwas für sich.

Martina ging ganz brav auf eine katholische Schule und wuchs nicht nur dort, sondern auch im Elternhaus ganz behütet auf. Nach dem vielen behütet werden und einer furchtbaren Ponyfrisur brach Martina dann aber einfach mal ein bisschen aus, indem sie sich einfach anders kleidete und laute Musik hörte.

Schwarz musste es ab da sein. Und ist es immer noch. Martinas Kleidungsstil lässt eine taffe Power-Frau vermuten. Das ist sie auch, jedoch überwiegt beim näheren – sich lohnenden – Kennenlernen eher ihr weiches, soziales Gemüt. Dies spiegelt auch ihr Musikgeschmack wider. Neben ihrer Lieblingsband Machine Head liebt sie die Mukke von Philipp Poisel.

Martina ist wandelbar und offen und lieb. Ja, vor allem lieb. Sie hat ein großes Herz und mag es überhaupt nicht, wenn andere Leute unterdrückt werden und setzt sich gern für andere mit Ihrer Power ein. Deshalb hat sie wahrscheinlich auch einen sozialen Beruf gewählt und ist über eine Freundin in der Erzieher*innen-Ausbildung gelandet.

Später holte sie dann noch ihr Abitur nach und studierte noch flugs ihren Sozialfachwirt. Um einfach mal etwas anderes zu machen, arbeitete sie zwischendurch ­– als Kontrast zu ihrem bisherigen Leben – in der Tierkosthandlung ihres Vertrauens und packte dort kräftig mit an. Derzeit kümmert sie sich aber wieder in einem Kindergarten um anderer Leute Kinder und liest ihnen „Winnie the Witch“ auf Englisch vor.

Selbst hätte sie aber gerne auch noch Kinder. Sie weiß, sie ist „spät dran“. Aber aufgegeben hat sie den Wunsch noch nicht. Ein neuer Partner sollte also Bock auf Kinder haben, Bock auf ihren Hund und überhaupt Bock auf Beziehung, sagt sie. Gern auch etwas konservativ. Das ist sie nämlich – auch wenn man es auf dem ersten Blick nicht vermutet – auch.

Äußerlich muss ihr Teuerster nicht ihrer Optik entsprechen. Das Gegenteil gefällt Martina auch. Ein Typ wie Fernsehkoch Roland Trettl wäre z.B. drin. Aber Martinas Motto ist: „Wo die Liebe hinfällt“. Bodenständig muss er sein und natürlich Hunde mögen.

Martina ist zwar mittlerweile etwas lesefaul, aber empfiehlt das Buch „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ von Bronnie Ware, welches sie sehr berührt hat und aufgrund dessen sie ein paar Dinge in ihrem Leben änderte. Sie kocht selbst gern und gut, geht aber genauso gern essen z.B. Italienisch, Indisch oder lässt sich in einem guten Burgerladen auch einen guten Burger schmecken. Hausmannskost bei Mama geht aber auch immer. Außerdem liebt sie liebt Kuchen von Barcomis: „Dort gibt es richtig guten schweren American Cheesecake in verschiedene Varianten.“ schwärmt sie.

Martinas Wohnung ist sehr aufgeräumt. Alles hat seinen Platz. Maria Montessori ist genau deshalb auch ihr Ding „Äußere Ordnung, führt zu inneren Ordnung“ lehrt sie. Ich denke kurz an meine Wohnung. Hm. Eigentlich will sie aber entspannter sein mit ihrer Ordnung und nicht andere mit ihrer Ordnungsliebe nerven. Die 1,60 Meter kleine heitere Frau ist sehr direkt und erwartet dies auch von ihrem Gegenüber. Recht so. Manchmal, sagt sie, ist sie aber auch ungeduldig und nachtragend. So what, nobody is perfect, Martina.

Wir gehen ein bisschen im Volkspark Humboldthain spazieren und laufen mit Hund Burton hoch zum ehemaligen Flakturm der Bunkeranlage. Unterwegs kommt Martina mit einigen Menschen ins Gespräch. Man merkt, dass sie super interessiert an ihren Mitmenschen ist. Ihre sympathische Art macht dies möglich und es macht Spaß, mit ihr spazieren zu gehen und über Gott und die Welt zu sprechen. So vergehen die Stunden wie im Flug.

In die Kategorie des Nichtmögens fallen bei ihr Temperaturen über 26 Grad. Nun ja. Frau kann ja nicht offen für alles sein. Der vergangene Sommer machte ihr zu schaffen. Diese hohen Temperaturen sind nicht ihr Ding. Es nervte sie, in ihrem eigentlichen schnellen und aktiven Leben durch die Hitze so eingeschränkt zu sein.

Deshalb möchte sie auch lieber in nicht zu heißen Ländern urlauben und bereist lieber England oder die Schweiz. Deutschland  geht auch immer. Afrika und Asien schaut sie sich dann doch lieber in Dokumentationen und einem heißen Getränk auf ihrer Couch an.

Apropos England: Martina liebt London und lebte dort auch für eine Weile. Da das Leben in Englands Hauptstadt ihr aber auf die Dauer zu teuer wurde, ging es zurück nach Berlin. London bereist sie dennoch so oft es geht. Ihr Interesse an England rührt auch daher, dass sie sich für die englische Geschichte begeistert. Besonders hat es ihr Lady Jane Grey angetan.

Diese Dame war immerhin ganze neun Tage lang Königin von England und zack, dank diverser Streitigkeiten der vorangegangenen Herren Könige und ihrer Enthauptung, war es wieder vorbei mit dem Königin-Sein. Lady Jane Grey begegnet uns jedenfalls überall in ihrer Wohnung. Insbesondere das Portrait von Paul Delaroche „The Execution of Lady Jane Grey“ taucht überall in ihrer Wohnung auf.

Aber zurück zu Lady Martina. Sie mag zum Frühstück gern zwei Tassen Lady Grey-Tee (natürlich!) und liest dabei online gern die Bunte oder Gala, um über den neuesten Klatsch und Tratsch über Promis informiert zu sein. Als Gegensatz dazu schaut sie aber kaum fern. Wenn doch, dann am liebsten Dokumentationen. Dabei hat sie gerne firsch mit ihrem Liebling-Pflegestift gepflegte Lippen. Es muss aber ein bestimmter von Weleda sein – und den hat sie auch immer dabei! Ein bisschen Sucht muss man sich eben doch gönnen, Leute.

Am Ende gehen wir nach Hause – mit einem riesigen Stück Kuchen und Pat dazu mit Pflanzen-Ablegern in der Tasche und dem Gefühl, dass wir immer so viel Glück haben, solch nette Leute kennen lernen zu dürfen. Nette Leute wollen wir Euch ja nicht vorenthalten.

Also: Wenn Du Martina beim Pflegestift-Entzug helfen willst, eine ähnliche Wellenlänge fährst, echt bist, freudiges Hundegeschlabber abkannst und Martina bei ihrer Angstbewältigung vor Wildschweinen im Wald mit Händeklatschen, Singen oder Pfeifen behilflich sein möchtest oder auch sie bei tatsächlicher Begegnung mit einem Wildschwein sogar beschützen willst, dann schreib doch dieser unglaublich liebevollen, lustigen Frau. Es lohnt sich!

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MANDY ist waschechte Berlinerin und war bislang nur im privaten Bereich kreativ. Da ihr das nicht reicht, jetzt also raus in die Welt für im gegenteil. Im Entscheidungen treffen ist sie normalerweise nicht so gut, denn: "Gut Ding will Weile haben." Dank Freundin Patricia hat sie sich dann aber schnell entschieden, bei uns einzusteigen. Vielleicht der Anfang von schnellen Entscheidungsfindungen? Ansonsten versucht sie sich im Allein-Erziehen ihrer Tochter, steht auf Ohrstäbchen, Städtereisen, Schachtelsätze, Hefeweizen, Konsequentseins-Versuche und ihren Freundeskreis.
PAT ist ein spanisches Insel-Mädchen, das schon lange in Berlin lebt. Berlin, das war einfach Liebe auf den ersten Blick. Das Meer fühlt sie trotzdem - durch die Energie der Menschen, die durch Berlin eilen. Fotografie ist ihre Leidenschaft und ihr Leben geworden. Zauberhafte Momente zu erleben und einzufangen ... der Anfang einer längeren Geschichte.

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