Anselm | 26 | Berlin

„Ich weiß noch nicht wie, aber es muss gehyped werden!“

Fragt man Anselm danach wie er aufgewachsen ist, wird man innerhalb von Sekunden von seiner wunderbar hippie-esquen Kindheit begeistert sein. Stellt euch mal vor, trotz Sechspersonenhaushalt war die Familie ohne motorisiertes Transportmittel unterwegs. Der hübsche Blonde mit diesem großartigen Namen kann sich noch lebhaft daran erinnern, wie er als kleiner Knirps mit Mutti im gelben Regencape-Partnerlook durch Magdeburg radelte. Achtloses Konsumieren wurde einfach nicht subventioniert – sein erstes Handy musste Anselm sich hart erkämpfen und vom Taschengeld aus dem An-und Verkauf holen. Das schreit förmlich nach Liebe zur Natur und Rettung der Welt und macht uns allein beim Zuhören unheimlich gute Laune. Nach seinem fünften Lebensjahr fanden Anselms Eltern diese Sache mit den fahrenden Straßenbahnen jedoch etwas zu abenteuerlich und deshalb ging es mit der gesamten Bande in ein beschauliches Fachwerkhaus nach Quedlinburg. Unser Protagonist ging derweil etwas später aufs Landesgynamnisum für Musik in Wernigerode. Bei der Aufnahmeprüfung überzeugte er mit seinem jahrelangen Violinen-Unterricht, Gesang und Rhythmusgefühl. Anselm hat einfach die Bühne gerockt und wurde mit Kusshand genommen. Ob es an seiner musikalischen Begabung lag oder an seinem unterrepräsentierten Geschlecht, wollen wir jetzt mal nicht näher erörtern. Hehe. Plötzlich hieß es für den Jungspund: Nachtruhe um 22 Uhr, drei Mal die Woche Chorprobe, wenig Freizeit und das Rauchen war natürlich auch strengstens verboten, das legt sich nämlich unsexy auf die Stimmbänder und dann war‘s das ja bekanntlich mit der sahnigen Gesangskarriere. Aber Anselm wäre nicht Anselm gewesen, hätte er nicht auch die Vorzüge des Internatlebens ausgekostet. Mit 12 Jahren ist er das erste Mal „gewandert“, so wurde das unerlaubte von Zimmer zu Zimmern ziehen innerhalb der Nachtruhe genannt. Am Anfang gab es geheime Computerspielnächte mit den besten Kumpels und später dann auch die ein oder andere Party mit den Girls des Internats oder aus Versehen die ne Kippe auf dem Balkon. Das gab den puren Adrenalinschub und gehörte auch einfach zur Pubertät dazu, Musikkarriere hin oder her. Mit 16 musste der Violinist jedoch feststellen, dass er nicht gleichzeitig in Musik und Abitur brillieren konnte und ihn diese Multitaskingfähigkeit schlicht überforderte. Männer halt. Hupsi. Anselms spontane Umorientierung führte ihn zum Gestaltungstechnischen Assistenten, danach meisterte er die Fachoberschule für Gestaltung und bevor es dann für ein Medientechnikstudium nach Leipzig ging, engagierte er sich im FSJ an seiner Berufsschule für das Projekt „Schule ohne Rassismus“ und war maßgeblich daran beteiligt, dass es die erste berufsbildende Schule wurde, die diesen Titel bekam. Heidewitzka, was für ein guter Kerl. Seit 2012 ist er in Berlin und gerade hat der 1,86 große Mann seinen Master in Druck und Medientechnik gemacht und ist auf Jobsuche – wie wir im Nachhinein erfahren haben durchaus erfolgreich. Nebenbei steckt der 26-Jährige seine kreative Energie noch in zwei weitere schicke Herzensprojekte. Zum einen befindet sich Anselm gerade mitten in der Verwirklichung eines neuen Magazinkonzeptes, zum anderen nutzt er seine musikalische Früherziehung und bildet mit einer Freundin das Gesangsduo Sommerbestattung. Mädels, lasst euch bitte nicht vom Namen irritieren! Die zwei machen alles andere als Gruftimusik. Momentan covern sie zum Beispiel Songs von Lykke Li oder Johnny Flynn, aber hört euch diese harmonische Klangkunst einfach selbst an. Privat würde sich Anselm zu den Fans von Pop, Electro-Pop und Guter-Laune-Musik zählen. Doch aufgepasst – zu den klassischen Berghainbesuchern gehört er dennoch nicht. Anselm sagt selbst über sich, dass er eigentlich gar kein Partygänger ist, denn neben Duftbäumen und Vorurteilen hat er eine große Abneigung dagegen bemustert, bewertet und beäugt zu werden. Da ist unser heißer Titelheld lieber barmäßig unterwegs, dort kann man sich auch viel besser in guten Gesprächen verlieren. Das sehen wir allerdings auch so! Wenn Anselm nicht gerade singt oder arbeitet, dann findet man den Prenzlberger gerne mal im Café Wunderlich, direkt unter seinem Zuhause. Dort trinkt er seinen Kaffee und liest bei Gelgenheit in dem ein oder anderen guten Buch. Und wo wir gerade bei guten Büchern sind: „Der unsichtbare Apfel“ ist der absolute Geheimtipp auf Anselms Bestsellerliste. Ansonsten begeistert sich der Müslifreak noch für deutsche Filme wie „Barbara“, „Gegen die Wand“ oder „Was bleibt“ und gibt sein Zeitmanagement zugunsten einer guten Serie wie „Lie to me“, „The Newsroom“ oder „House of Lies“ auf. Sportlich betrachtet bewegt sich Anselm zwischen aktivem Läufer und passivem Faultier. Abwechslung tut ja immer mal gut, nicht wahr? Wir reden hier allerdings vom Joggen auf dem Laufband, denn unser Sänger hat latente Angst so lange zu laufen, bis er den Rückweg nicht mehr schafft. Mädels, was wollt ihr noch lesen? Anselm ist einfach so ein großartiger Typ, mit dem ihr euch unerlaubt ins Kino schleichen könnt, der auch mal anbietet die Rechnung zu übernehmen oder für euch einen Salat aus Lachs, Avocado und Sesamlimettendressing zaubern würde. Unterhaltsame Gespräche sind bei diesem kommunikativen und aufmerksamen Mann sowieso drin und die strahlend blauen Augen gibt es gratis dazu! Ihr schnuckligen Singles da draußen, wer hier nicht zuschlägt, dem können wir wirklich nicht mehr helfen!

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Kontakt

Sorry, Anselm hat jemanden kennengelernt. Du kannst ihm leider nicht mehr schreiben.

Aber keine Sorge. Mehr Jungs aus Berlin gibt es hier.