Hannah | 27 | Berlin

„Ich bin der einzige Mensch, der noch DVDs kauft.“

Die Reise geht vom Osten in den Westen Berlins. Und während wir uns diesen herrlich entspannten Adventssonntag ausgesucht haben, um mandarinenschmatzend und schnackend Hannah in Wilmersdorf kennenzulernen, geht in der Ringbahn, auf dem Weg zu ihr, erst mal die Luzi. Die Berliner Verkehrsbetriebe haben ihre Entertainment-A-Liga auf den Platz gestellt, und das Spektakel in der Bahn hat uns glatt so sehr in den Bann gezogen, dass wir den Ausstieg verpasst haben! Mit minimaler Verspätung aber der perfekten Opener-Story ist das Eis direkt gebrochen und bei Kaffee und Nussecken zünden wir gemeinsam unsere erste Adventskerze in diesem Jahr an.

Hannahs behütetes Leben in klassischer Konstellation samt zwei Schwestern, Haus, Garten und Oma und Opa in der Eifel fand im beschaulichen Sankt Augustin bei Bonn statt. Jenem Städtchen, das unter anderem auch als Hauptsitz von Bundespolizei und GSG 9 dient, wie Hannah ironisch anmerkt.

Trotz der Exekutiven quasi direkt vor der Haustür, hat Hannah sich nicht als rebellischer Teenager empfunden. Eher war es so, dass mit dem Ende der Jugend der Drang kam, mehr zu sehen als die Pampa. Aber Spaß beiseite: Hannah weiß immerhin noch, wie ne Kuh aussieht, schließlich stand die in Nachbars Garten und auch sonst kann sie nicht abstreiten, dass ihr das Rheinland am Herzen liegt. Zwar hatte sich der Gedanke an den großen Sprung nach Berlin noch gar nicht geformt, aber größer sollte es definitiv werden.

Auf nach Bonn also, um sich dem Studium der Germanistik und Komparatistik zu widmen. Und auch wenn es ganz herrliche sieben Semester waren (ja, Hannah ist tatsächlich jemand, der mit dem Wort Regelstudienzeit geflirtet hat), so war auch Bonn plötzlich zu klein. Trotz aller Heimatverbundenheit – Hannah und das Rheinland schienen ein wenig Pause voneinander zu wollen und in der Ferne leuchtete die sexy Hauptstadt mit gleich drei Masterzusagen.

Mittlerweile ist Hannah nun bereits seit drei Jahren in Berlin und immer schon dem Westen der Stadt verfallen. Nach erster Station in Charlottenburg nennt sie mittlerweile Wilmersdorf ihre Hood und findet dort den Rückzugsraum, den sie braucht. Denn auch wenn sie sich nach Großstadt gesehnt hat, so kommt ihr die ruhige Gemächlichkeit ihres Kiezes gerade richtig. Wie sie so passend sagt: „Hier wohnt man.“

Wenn Hannah nicht gerade am Wohnen ist oder an den letzten Zügen ihrer Masterarbeit schreibt (über ein Buch, das angeblich keiner kennt … Winter in Maine), dann engagiert sie sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich und betreut unter anderem Schüler in der Hausaufgabenhilfe und arbeitet im Organisationsteam der Schülerpaten Berlin e.V.

Generell steckt Hannah zwar noch in den Anfängen der Arbeitswelt, wie sie selber sagt, doch hat sie durch ihre bisherigen Erfahrungen erkannt, dass die etwas ausgenudelte Aussage über die Erfüllung, die man mit sinnstiftender Arbeit empfinden kann, wahr ist. Für sie ist klar: „Ich möchte, dass mich das froh macht, was ich tue. Das Ziel, reich zu werden, habe ich nicht.“ Glücklicherweise ist man ja mit einem Studium der Geisteswissenschaften für alles und nichts qualifiziert und entscheidet selber, wie man die Weichen legt, findet sie.

Apropos Weichen: Ist die Masterarbeit erst einmal im Prüfungsamt angekommen, so wird sich Hannah für eine kurze Weile auch auf die Schienen begeben. Mit Interrail will sie sich einen verlängerten Urlaub in nordischen Gefilden gönnen (Hitze ist eher nicht so ihres) denn ihre FOMO hat eventuell verhindert, dass Stationen wie Erasmus oder Ähnliches in ihrer Biografie zu finden sind. Aber dass wir uns jetzt hier nicht falsch verstehen: Weder handelt es sich bei Hannah um eine wilde Partymaus, noch um jemanden, der ständig im Mittelpunkt stehen will.

Vielmehr geht es darum, am Leben von Familie und Freunden teilzuhaben. Deswegen nun die Erfüllung des lang gehegten Reisewunsches und auch eine Herausforderung an sie selbst, denn Spontaneität ist nach eigener Aussage nicht so ihr Steckenpferd. Bei der Reise weiß sie jedoch: „Ich muss das jetzt machen!“

Wenn ihre Ordnung und Abläufe durcheinandergebracht werden, dann kann ihr das auch einmal ein wenig krumm kommen. Gott sei Dank ist sie sich dieser Umstände mit einem Augenzwinkern bewusst. Ein wenig abseits der alten Wege gehen – auch dafür möchte sie die freie Zeit nach dem Studium nutzen.

Um eine Dosis Instant-Glück zu empfinden, braucht es bei Hannah auch nicht viel. Im Kollektiv ihres Chores bringt sie ihre Alt-Stimme ein, denn Singen macht erwiesenermaßen glücklich. Wenn sie nicht selber singt, dann geht sie schrecklich gerne zu Konzerten. Ihre Highlights dieses Jahr: Phil Collins und Helge Schneider. Schräge Mischung denkt ihr jetzt? Nicht für Hannah. Sie selber empfindet ihren Geschmack als weit aufgefächert.

Das erkennen wir auch, als sie uns ihre DVD-Sammlung zeigt. Richtig, Hannah kauft noch DVDs. Und das voller Selbstbewusstsein. Die Auswahl reicht von Kindheitsklassikern wie Disney oder Harry Potter bis hin zu Independent (Stay) und all time favourite Serien à la Twin Peaks. Ob nun Heimkino mit einem ihrer vielen Schätze oder die volle Erfahrung im roten Sessel und Dolby Surround, Kino geht immer! Nur bei Horrorfilmen würde sie wahrscheinlich ein Veto einlegen.

Zur Entspannung gehört für Hannah auch immer die Gemütlichkeit. Sie macht es gerne für sich und andere schön und Weihnachten ist sowieso eine herrliche Zeit. Brettspiele gehen immer und um die Feiertage herum ist dies mittlerweile auch schon Tradition. Geselligkeit und mal alleine sein – beides hat sie sehr gern.

Es ist fast keine Überraschung mehr für uns, dass ihr Lieblingstier der Elefant ist. Mittlerweile schmückt sogar ein Abbild dieses sanften Tieres als Tattoo ihren Knöchel. Irgendwie fühlte sie sich schon immer mit diesen Wesen verbunden. Und jetzt wo wir Hannah so intensiv kennenlernen durften, spüren wir die Parallelen.

Geht es um die Partnerwahl und den eigenen Charakter, so beschreibt sich Hannah eher als ernsthafteren und gewissenhaften Menschen. Es fällt uns schon fast schwer, den ersten Punkt zu glauben, haben wir doch während unseres Besuches mindestens mehr als zwölfmal herzlich gelacht. Übertriebener Albernheit kann sie jedoch nicht so viel abgewinnen und würde jederzeit ein gepflegtes Streitgespräch vorziehen. Nicht zu verwechseln an dieser Stelle mit Humor, liebe Leute, denn den attestieren wir ihr mit Siegel.

Zuspätkommen und ständiges Absagen findet sie eher schwierig und ein Raucher ist für sie leider keine Option. Das klingt jetzt so direkt möglicherweise etwas streng, zeigt für uns allerdings, dass Hannah ein Mensch mit No-Bullshit-Attitüde ist. Wichtig zu erwähnen wäre wohl noch, dass Hannah Fleisch isst und an diesem Punkt gegenseitiger Respekt und Toleranz wichtig sind. Mit Tomaten kann man sie zwar jagen, bei Rotkohl und Sauerkraut erwacht ihr kulinarisches Herz jedoch.

Mit dem Einbruch der Dunkelheit verabschieden wir uns von Hannah in die entschleunigte Wilmersdorfer Nacht und sind uns sicher: Wer so gut sagen kann, was sie will, der ist für alles gewappnet. Wenn du jetzt Lust hast, mal mit Hannah über Literatur oder die neueste Woody-Allen-Verfilmung bei einem Kölsch in Berlin zu philosophieren, dann trau dich und hau einfach in die Tasten!

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Tabea wollte eigentlich gar nicht nach Berlin, ist dann aber doch aus Versehen hier gelandet. Sie glaubt, ihr Tag hat 72h, interessiert sich für alles, liest viel, will überall hin, alles können und das am Liebsten gleichzeitig. Ein echter Tausendsassa. Käse ist ihre Leidenschaft.
Chris ist mehr oder weniger ins Fotografieren hineingestolpert. Mit einem schlichten „Mach mal“ wurde ihm die Kamera in die Hand gedrückt und seitdem hat er die auch eigentlich auch nie wieder abgegeben. Am liebsten hat er es, wenn das Objekt sich gar nicht so arg fotografiert fühlt und alles so natürlich wie möglich bleibt. Als jemand, der ständig neue Impulse sucht, findet man ihn mit der Unterwasserkamera im tiefen Meer, mit der Drohne hoch über Baumwipfeln oder einfach mal kopfüber beim Bouldern, wo die Gedanken baumeln dürfen.