Dominik | 38 | Berlin

„Ich dachte, ich wäre Jim Morisson und müsse jetzt auch Prosatexte schreiben.“

Leute, ich wünschte, ich könnte so schnell schreiben, wie unser Single Dominik redet. Aber ich hoffe, ich kann die vielen Informationen gut unterbringen. Denn Dominik hat so viel geredet, ich bin gar nicht hinterhergekommen. Aber er hat ja auch wahnsinnig viel zu erzählen, dieser 38-jährige in Eschwege geborene lebenslustige Typ.

Er empfängt uns in einer Dreier-WG im schönen Rixdorf. (Jaha – falls sich manch einer von Euch fragt – das ist liegt in Berlin – krass, sogar in Neukölln!) Schon bei der Begrüßung werden wir überrollt mit Worten. Fotografin Pat und ich schauen uns an und wissen: JA, das wird lustig, informativ und gut. Wir freuen uns. Dominik ist aufgeschlossen und wir müssen gar nicht viel fragen.

Alles sprudelt irgendwie aus ihm heraus. Er teilt mit, dass er auch etwas Schönes für uns vorbereitet hat: gutes Feigenbrot und buntglasierte Donuts von Penny. Sehr sympathisch, dass er gleich mitteilt, dass diese Köstlichkeiten nicht vom neuesten szenigen Donut-Muffin-Café um die Ecke sind, sondern vom guten alten Discounter. Lässig.

Er zeigt uns sogleich die Wohnung, die hübschen WG-Mädchen, die an uns vorbeihuschen, und die – der WG ganzer Stolz – zur Wohnung gehörige Terrasse. Auf der lassen wir uns dann auch gleich mal nieder, schlürfen Käffchen, lecken am Donut und knuspern das Brot. Dann schaffe ich es doch noch, meine Fragen zu stellen und weiter geht es mit dem Erzählen. Dominik soll auf keinen Fall zur Ruhe kommen und wir auch nicht.

Wie schon erwähnt ist Dominik zunächst als Einzelkind in Eschwege aufgewachsen, später kamen zum Kreise seiner Familie aber durch die Trennung seiner Eltern noch zwei Halbgeschwister und ein Pflegekind dazu. Er erzählt, dass er früher sehr, sehr ruhig war. Whaaaat? Ich kann das bei gefühlt 10000 Wörter in der Minute gar nicht glauben.

Aber wahrscheinlich holt er das in der Kindheit Nicht-Gesagte jetzt einfach nach. Soll er. In der Grundschule noch ruhig und wenig Freunde um sich, änderte sich dies in der Oberstufe. Dort hatte er dann auf einmal viele Freunde und war ab da seiner Meinung nach dann: Cool. Cool ist er noch immer (siehe das schwarz-weiße James-Dean-Foto).

Dominik hat seit der Schule viel gemacht. Ein bisschen Findungsphase, ein bisschen Ausprobieren. Nach dem Zivildienst im Krankenhaus studierte er zunächst im Jahr 2001 ein Semester lang Japanisch. Eigentlich nur, um anzugeben, dass er Japanisch studiert. Statt Vorlesungen besuchte er dort aber lieber Partys. Als er merkte, dass ein Japanischstudium ohne Vorlesungen zu besuchen, nichts für ihn ist, absolvierte er eine Ausbildung zum Krankenpfleger in Eschwege, wonach er sich entschied, für zwei Jahre Deutsch und Biologie auf Lehramt in Kassel zu studieren. Nach den ersten Gehversuchen als Lehrer stellte er jedoch fest, dass vielleicht das Arbeiten in einer Psychiatrie weniger stressig sein könnte, als Kindern etwas beizubringen.

Mitten im Gespräch klopft es an die Scheibe und die wunderschöne Mutter der wunderschönen Mitbewohnerin steckt ihren Kopf durch die Terrassentür, um uns mitzuteilen, was für ein ganz toller Typ dieser Dominik ist. Sie würde ihn ja selbst heiraten, wenn er 30 Jahre älter wäre … Allerliebst. Unsere Herzen schmelzen fast. Und wenn das keine 1A Werbung für Dominik ist, dann weiß ich auch nicht.

Lehrer wollte Dominik dann also doch nicht mehr werden und ging zurück in die Krankenpflege. Und zwar zunächst in eine Suchtklinik nach Thüringen und später – so 2010 – nach Frankfurt/Main in eine Psychiatrie. Leider wurde ihm seine soziale Ader, anderen suchtanfälligen Menschen in ihren schwierigen Lebenslagen zu helfen, dann selbst zum Verhängnis und er verfiel aufgrund eines Ereignisses, auf das hier nicht weiter eingegangen wird, selbst den Medikamenten. Dominik redet da ganz offen darüber, denn es gehört zu seinem Leben dazu und er hat sich aus diesem Teufelskreis ja auch wieder rausgezogen. Stark!

Ein halbes Jahr verbrachte er selbst in einer Reha und krempelte sein Leben danach um. Jetzt ist er ehrenamtliches Mitglied eines Vereins für Menschen mit Suchterfahrungen und betreibt dort Öffentlichkeitsarbeit. Seine eigene Geschichte erdete ihn sehr und er genießt das Leben jetzt in vollen Zügen und will natürlich weiterhin Menschen mit seiner Arbeit im Verein helfen. Bravo!

2015 ging es dann ab nach Berlin. Willkommen! Hier fing Dominik 2015 eine Umschulung zum Softwareentwickler/Programmierer an und schloss diese vor kurzem ab.

Jetzt arbeitet er in einer IT-Firma in Mitte und will im nächsten Jahr vielleicht noch ein Informatik-Studium dranhängen. Fleißig, fleißig, der Herr. In zehn Jahren will er dann ganz gern in die Projektleitung. Klar, lieber Dominik, hast Du Dir ja dann auch verdient. So, jetzt aber mal zu den eigentlich noch wichtigen Fakten für Dominik-Interessentinnen: Dominik findet Rechtspopulismus, Fake-News und megacooles Gehabe ziemlich doof und unnötig.

In Clubs und Discos geht er nicht mehr allzu oft. Eher gerne mit Freunden ins Restaurant oder mit seinem York-Kino-Abo ins Kino. Er geht auch gern ins Museum oder Ausstellungen. Oder als kleine sportliche Betätigung dann doch mal zum Minigolf.

Kochen ist nicht so ein Ding. Essen schon. Er macht keinen Hehl daraus, dass er gerne – weil fast – Fastfood isst. „Ich lasse ernährungstechnisch und bewegungstechnisch gerne mal fünf Grade sein“, schmunzelt er. Seine größten Laster sind aber Rauchen und Koffein. Was soll man machen? Ist so, bleibt so.

Dominik ist ehrlich und witzig und großzügig. Das merken wir bei unserem Rundgang durch das schöne Rixdorf. Er lädt uns auf ein köstliches Eis ein und wir setzen uns auf die Wiese und quatschen. Er erzählt uns begeistert von seiner Halbschwester und seinem süßen Neffen. Auch wenn er Kinder nicht unterrichten wollte, eigene möchte er schon gerne in den nächsten Jahren. Zu seiner großen Familie hat Dominik ein gutes Verhältnis und freut sich schon, wenn demnächst ein paar von seinen Lieben zu Besuch kommen.

Dominik ist ein Typ mit Ecken und Kanten. Und er verschönt nichts. Das macht ihn sehr authentisch. Er erzählt bereitwillig über seinen Tick, alles gerade hinzulegen (oh ja, auf seinem Schreibtisch liegen Heft, Bücher und Stift streng symmetrisch angeordnet) und dass er nicht gerne auf Fliesenrillen tritt. Das bringt nämlich Unglück. So wird’s sein.

Obwohl er Angst vorm Fliegen hat, fliegt er im Oktober allein nach Kambodscha. Die südostasiatischen Länder haben es ihm angetan und er will noch mehr davon sehen, als bisher nur das von ihm bereiste Thailand. Australien oder Südamerika gerne aber auch noch. Dominik lässt sich für vieles Begeistern und ist offen für alles. So hat er auch gleich zugesagt, als die Redaktion von Bild der Frau ihn fragte, ob er bei einem Artikel über Singles mitmachen möchte.

Klar, da war er natürlich dabei. Er zeigt uns den aufgehobenen Zeitungsschnipsel mit seinem Kleinportrait. Wir lachen mit ihm darüber. Er nimmt sich ja auch selbst nicht so ernst und meinte, die Damen, die ihm schrieben, entsprachen nicht ganz so seiner Alterszielgruppe. Aber seine Omi, die war richtig stolz, meint er. Ach, Omi, das kannst Du auch sein. Dominik ist nen richtig Guter! Er zeigt uns noch ein weiteres Foto, auf dem er lange Haare hat. Er dachte, er sähe damit so obercool wie Jim Morrison aus. Schön, diese alten Jugendsünden.

Wir loben ihn noch für sein Knallerhemd und er zückt sogleich aus seinem Kleiderschrank ein weiteres Lieblingsteil von ihm. Musiktechnisch war er früher deutsch-rap-angetan, Oasis und The Doors gehen immer noch. Zu seinen Lieblingsfilmen gehören Gegen die Wand, Florida Projekt und auf jeden Fall Good Will Hunting – gern nach einem langen Winter-Sonntagsspaziergang durch Berlin und dann eingekuschelt auf dem Sofa. Er mag gerne Literatur von Benjamin von Stuckrad-Barre und das von ihm mehrfach gelesene Buch Verschwende Deine Jugend von Jürgen Teipel.

Dominik sucht nach einer kreativen flippigen Frau, die Humor hat. Hippe und nette und schlaue Girls sind mit oder ohne Tattoos und Piercings willkommen. Sollte in Berlin nicht so schwer sein, oder? Aber sie soll bitteschön Bock haben auf etwas Festes. Für „rumgeeiere“ ist er zu ungeduldig und hat keine Zeit. Außerdem möchte er bitte auch kein „Fluchthelfer“ aus einer (verflossenen) Beziehung sein. Dominik weiß, was er will. Das sollte die Lady von Dominik dann also auch.

Wenn Du also gerne von Dominik einen weiteren Schwank aus seinem früheren Auf-und-Ab-Leben hören und mit ihm händchenhaltend über Fliesenrillen springen möchtest, Dir von ihm Deinen Schreibtisch aufräumen lassen und im Gegenzug seinen fehlenden grünen Daumen ersetzen und ein Blümchen in seinem Zimmer gießen magst, wenn Du rausfinden möchtest, ob Du schneller als Dominik sprechen kannst, dann lern ihn unbedingt kennen. Jetzt.

Kontakt

Dominik hat jemanden kennengelernt und ist nicht mehr auf der Suche. Macht aber nichts, andere Singles aus und in Berlin findest Du hier. <3

PAT ist ein spanisches Insel-Mädchen, das schon lange in Berlin lebt. Berlin, das war einfach Liebe auf den ersten Blick. Das Meer fühlt sie trotzdem - durch die Energie der Menschen, die durch Berlin eilen. Fotografie ist ihre Leidenschaft und ihr Leben geworden. Zauberhafte Momente zu erleben und einzufangen ... der Anfang einer längeren Geschichte.
MANDY ist waschechte Berlinerin und war bislang nur im privaten Bereich kreativ. Da ihr das nicht reicht, jetzt also raus in die Welt für im gegenteil. Im Entscheidungen treffen ist sie normalerweise nicht so gut, denn: "Gut Ding will Weile haben." Dank Freundin Patricia hat sie sich dann aber schnell entschieden, bei uns einzusteigen. Vielleicht der Anfang von schnellen Entscheidungsfindungen? Ansonsten versucht sie sich im Allein-Erziehen ihrer Tochter, steht auf Ohrstäbchen, Städtereisen, Schachtelsätze, Hefeweizen, Konsequentseins-Versuche und ihren Freundeskreis.