Was ich mal sagen wollte: Auch im Film wird verhütet! Für mehr Sichtbarkeit von Kondomen und Co.

Ist euch schon mal aufgefallen, dass in Serien und Filmen Menschen oft überraschend und ungeplant schwanger werden? Was nie thematisiert wird, ist, wie es dazu kommen konnte. Wurde nicht verhütet? Ist ein Kondom gerissen? Können sich die Beteiligten nicht erklären, an welcher Stelle ihre Verhütungsmittel versagt haben?

Es stört mich immens, dass in Serien und Filmen oft immer alles „Schwups die Wupps“ passiert. Ich kenne keinen einzigen Film und keine Serie, in der man beispielsweise eine Einstellung sieht, in der nach einem Kondom gegriffen wird. Falls ihr solche Filme oder Serien kennt, dann gebt mir gerne Bescheid!

Natürlich werden Menschen ungeplant schwanger und natürlich auch nicht nur, weil sie auf Verhütung verzichten.

Dadurch, dass diese Dinge nie Thema sind, erscheint es mir fast ein bisschen unglaubwürdig, dass ständig Menschen ungeplant schwanger werden. Es wird der Eindruck erweckt, als würde das andauernd passieren, aber ohne den Grund dafür mitzuliefern. Versteht mich nicht falsch, natürlich werden Menschen ungeplant schwanger und natürlich auch nicht nur, weil sie auf Verhütung verzichten.

Aber: Eine solche Darstellung macht Verhütung völlig unsichtbar und hinterlässt den Eindruck, dass Verhütung 1. nicht vorkommt, 2. unwichtig ist und Menschen sich somit auch 3. nicht für sexuell übertragbare Krankheiten und 4. ungeplante Schwangerschaften interessieren. Verhütung ist aber wichtig und Menschen machen sich darüber Gedanken und die, die es fälschlicherweise nicht tun, könnten so einen Anstoß dafür bekommen und sich damit auseinandersetzen.

Serien und Filme könnten stellenweise ganz beiläufig authentisch Sexualität darstellen.

Und überhaupt, es wäre doch mal wirklich spannend, wenn in Serien und Filmen auch gezeigt würde, wie (Sex-)Partner*innen sich darüber austauschen, wie sie verhüten wollen. Die Netflix-Serie Sex Education ist ein Paradebeispiel dafür, wie sexuelle Aufklärung bzw. authentische Szenen über Sexualität in Serien dargestellt werden können. Natürlich ist handelt es sich bei dieser Serie um das Hauptthema, aber auch andere Serien und Filme könnten stellenweise ganz beiläufig authentisch Sexualität darstellen, da Sex ja ohnehin oft immer wieder vorkommt.

Zumindest ich persönlich fühle mich von denjenigen Filmen und Serien am meisten angesprochen, mit denen ich mich identifizieren kann und das Gefühl habe, dass sie sich dem realen Leben annähern. Deshalb mag ich auch nicht, wie Sex dort oft dargestellt wird. Die Hauptcharaktere haben zum ersten Mal miteinander (in der Missionarsstellung) Sex und kommen beide genau gleichzeitig nach wenigen Minuten. Klingt für mich nicht sehr realistisch.

Deshalb bin ich für mehr sexuelle Vielfalt und Sichtbarkeit in Serien und Filmen.

Headerfoto: Stockfoto von LightField Studios/Shutterstock. („Körperliches“-Button hinzugefügt.) Danke dafür!

Ihre Leidenschaft fürs Schreiben entdeckte Melina schon in der Grundschule und mit 14 Jahren hat sie angefangen, bei der lokalen Tageszeitung in ihrer Heimat zu arbeiten. Mittlerweile lebt sie in Hamburg, studiert Journalismus und ist als freie Journalistin immer auf der Suche nach neuen Geschichten. Bei im gegenteil veröffentlicht sie die Kolumne „Was ich mal sagen wollte:“. Und das ist viel: „Ich möchte Dinge aussprechen. Laut und öffentlich. Diskriminierung und Doppelmoral gibt es an allen Ecken. All dem, was aufregt und was ungerecht ist, möchte ich einen Raum geben und es diskutieren. Vor allem feministische Themen liegen mir am Herzen und ich scheue auch nicht davor zurück, über Sex und all das, was dazugehört, zu schreiben. Denn auch darüber müssen wir reden!“ Melinas Kolumnen gibt es jetzt auch in Buchform - und zwar hier.

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