Ich weiß nicht, wann wir uns wiedersehen, aber diese eine Nacht mit dir war perfekt

Ach D. Wenn du wüsstest, was in mir vorgeht. Wie sehr ich dich, deinen Geruch und deinen wunderschönen Körper vermisse. Wer hätte gedacht, dass wir erst eineinhalb Jahre Sprachnachrichten austauschen müssen, bis wir uns endlich wiedersehen. Unsicher, wie das Zusammentreffen nach so langer Zeit sein wird. Und nun sitze ich zuhause, 525 Kilometer weg von dir, einmal quer durch Deutschland. Und vermisse dich.

Es funkt

Dass von Anfang an da etwas zwischen uns war, haben wir beide gespürt. Und dennoch hat keine:r von uns einen Schritt unternommen, wir waren in unterschiedlichen Ländern, jede:r von uns hatte immer wieder mal eine:n Partner:in.

Wenn du wüsstest, was in mir vorgeht. Wie sehr ich dich, deinen Geruch und deinen wunderschönen Körper vermisse.

Und plötzlich liegen wir nach einem sehr netten, vertrauten, aber doch emotional neutral gehaltenen Tag nebeneinander, waren schon am Einschlafen. Ich murmele „Schlaf gut“ und drehte dir meinen Rücken zu, als ich plötzlich deine Hände in meinen Haaren spüre.

Körper an Körper

Du kraulst meinen Kopf. Wie gut sich das anfühlt. „Magst du das?“ Ich drehe mich zu dir um, schläfrig, behalte meine Augen geschlossen, lächle und nicke. Genieße. Hör bitte nicht auf, schreie ich innerlich, gierig nach deinen Berührungen, auch wenn es nur ein zögerliches Kopfkraulen ist.

Unsere Körper bewegen sich ganz langsam von alleine aufeinander zu, zögerlich, und doch als ginge es gar nicht anders. Was hatten wir beide auf diesen Moment gehofft, uns über ein Jahr diesen Moment vorgestellt, uns nach dem Körper des anderen gesehnt, unwissend, wie sich dieser anfühlen würde.

Unsere Körper bewegen sich ganz langsam von alleine aufeinander zu, zögerlich, und doch als ginge es gar nicht anders. 

Ich berühre vorsichtig deine Hände, streiche deine Arme entlang, hoch zu deinen Schultern, behalte die Augen zu, will nichts vergessen, will alles aufsaugen, jeden Moment behalten. Meine Hände wandern über dein Schlüsselbein, deinen Hals entlang, über deinen Kieferknochen, deinen Bart, über deine Stirn, in deine Haare.

Krass, ist das intim, denke ich mir. ich öffne meine Augen einen Spalt und unsere Blicke treffen sich. Hast du mich die ganze Zeit angesehen? Wir schauen uns an, du streichelst mein Gesicht – und schaust mich einfach aus deinen tiefschwarzen Augen an. Krass, ist das intim, denke ich wieder. So intim, dass ich deinem Blick fast nicht standhalten kann.

Krass ist das intim, denke ich. So intim, dass ich deinem Blick fast nicht standhalten kann.

Ich lächle und schließe meine Augen wieder, berühre dich nicht mehr, liege einfach da und genieße, wie du mein Gesicht streichelst, meine Kontouren mit deinen Fingern abfährst, auf und ab, deine Hände in meinen Haaren …

Ich würde dich so gerne Küssen

„F?“ Ich öffne schlagartig meine Augen, rutsche ein Stück weg, damit ich dich besser sehen kann. Oh Gott, das klingt nach einem ernsten Thema. „Darf ich dich umarmen?“, fragst du. Puh. „Klar“, sage ich beiläufiger als beabsichtigt.

Ich schließe meine Arme um dich, du deine um mich und ich versinke in der Höhle zwischen deinem Hals und deiner Schulter. Und atme dich. Und denke mit jedem Atemzug, ich müsste irgendwo hin mit dieser enormen Energie, die sich gerade in meiner Brust aufstaut.

Ich denke mit jedem Atemzug, ich müsste irgendwo hin mit dieser enormen Energie, die sich gerade in meiner Brust aufstaut.

Du! Riechst! So! Gut! Wie ist das möglich?! Ich raste fast aus, so kribbelt es in mir! Ewigkeiten liegen wir so da, streicheln unsere Rücken, ich atme dich ein und aus, versuche mich zu beruhigen und einen klaren Kopf zu bewahren.

„Ich würde dich so gerne küssen“, murmelst du in unserer Umarmung, und ich bin schon wie Wackelpudding, willenlos und komplett high vor Oxytocin und kann nichts erwidern. Du schiebst mich ein Stück weg von dir, siehst mich an … ich schlucke.

„Ich würde dich so gerne küssen“, murmelst du in unserer Umarmung, und ich bin schon wie Wackelpudding, willenlos und komplett high vor Oxytocin und kann nichts erwidern.

Du streichst mir nochmal die Haare aus dem Gesicht … und küsst mich. Du zitterst, dein Herz klopft so stark, dass ich es an meinem Körper spüre. Diese Energie macht mich schwindelig und ich weiß einfach gar nicht mehr, wo mir der Kopf steht.

Kontrollverlust und Hingabe 

Ich verliere die Kontrolle über meinen Körper, verliere mich, will einfach nur dich, dich, dich. Riechen, schmecken, spüren. Mehr, näher, noch näher. Will mit dir und dem Moment verschmelzen. Ich will keinen Zentimeter mehr zwischen uns.

Du kennst deinen Körper und du hast einen Sinn für Energien. Wir schwingen, lassen uns leiten, wiegen uns in tiefstem Vertrauen, in Liebe, Wertschätzung, Respekt und unendlich viel Zeit. Time doesn’t matter.

Wir schwingen, lassen uns leiten, wiegen uns in tiefstem Vertrauen, in Liebe, Wertschätzung, Respekt und unendlich viel Zeit. Time doesn’t matter.

„Seit ich dich das erste Mal gesehen habe, habe ich mir gewünscht, das hier würde passieren. Since I saw you, I had a crush on you,“ sagst du.

Und ich weiß nicht, was ich erwidern soll, bin immer noch irgendwie sprachlos, schlucke wieder, lächle. Ich weiß gar nicht mehr, was ich jemals gedacht oder gewünscht habe. Nur dass es so kam, wie es gekommen ist, damit hätte ich absolut nicht gerechnet.

Schwerelos

Am nächsten Tag gehe ich, wie ausgemacht. Du hälst mich nicht auf, stehst etwas verloren im Türrahmen und sagst nur „Ich hoffe, dass wir weiterhin Sprachnachrichten austauschen werden“ – und ich … umreiße die Situation nicht, taumel high aus deiner Wohnung und schwebe.

„Danke, dass du so gut auf mich, mein Herz, meinen Körper und meine Seele aufgepasst hast“, schreibe ich im Zug.

„Danke, dass du so gut auf mich, mein Herz, meinen Körper und meine Seele aufgepasst hast“, schreibe ich im Zug.

Und wer weiß, wann wir uns wiedersehen werden. Gerade vermisse ich dich sehr. Aber vielleicht war es auch einfach so eine perfekte runde Sache. Genau so, wie es war. Perfekt für den Moment.

Die Autorin möchte anonym bleiben.

Headerfoto: cottonbro via Pexels. (Kategorie-Button hinzugefügt und Bild gecroppt.) Danke dafür!

 

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