Walter | 32 | Berlin

„Unicorns fucking bore me!“

Wo ist Walter? Endlich hier. Bei uns. In Berlino. Born and raised allerdings in Anchorage/Alaska. Hint: Da war es oft kalt. Die Stadt kann Öl-Industrie, nahe an Skigebieten sein und frieren. Warme Tage gab es, aber immer nur für zwei Monate im Jahr. Ob die Menschen da noch grumpier sind als in Berlin? Man weiß es nicht. Walter ist es definitiv nicht. Er war ein Videospielekind mit Hang zu Melrose Place, den Simpsons und Roseanne. Darlene war und ist halt die Größte. Beim Sesamstraße gucken hat der Kleine frühzeitig lesen gelernt, um dann schon vor der Schule Wizard of Oz und alles andere an Fantasyschinken durchzuprügeln. Heute hasst er das ja – so Orks, Morks und Hobbits. Walter war immer laut, stand auf trouble und hat lieber gekifft als zur Schule zu gehen. Die Direktorin sagte einst zu seiner Mama: „Ihr Junge ist wirklich sehr schlau, aber selten da“. Was macht ein Teilzeitgrufti-Teenager mit so einer Information? Den Unterricht einfach noch mehr hassen. Logo. Kurz vor dem Diploma hat Walter das erste Mal Sid & Nancy: Love Kills gesehen und war begeistert. Die Sex Pistols wurden seine Lieblingsband und Sänger Johnny Rotten sein Mann des Herzens. Diese ganze Punker-Euphorie hat unseren Titelhelden so begeistert, dass er die High School 2001 sogar ziemlich gut abgeschlossen hat. Was war sein Plan danach? Ticket kaufen und weg aus der Einöde. Walter strandete in San Francisco und jobbte in einem Plattenladen bis er mehr wollte. Und was wäre sinnvoller gewesen als ein Journalismus-Studium an der SF State University? Er war der Traum-Student. Superfleißig, immer aufgepasst, am Ende sogar Chefredakteur des Uni-Magazins. Nach dem Bachelor 2007 hat er in einer Finanzberatungsagentur den Sekretär gemimt. San Fran halt: Da suchen auch die Bonzen-Firmen den jungen, hippen, bunten Irokesen-Jungen als Empfangsperson. 2009 hatte der Gute genug Kohle zusammen, um endlich nach Berlin auszuwandern. Es war wegen der Liebe, die übrigens ganze acht Jahre hielt, und dem dringenden Wunsch endlich wieder in einer spannenden Stadt journalistisch zu arbeiten. Die Liebe hielt nicht, aber Walter hat einen spitzenmäßigen Job gefunden. Als Web-Redakteur berichtet er beim exberliner über Kunst, Kultur, schwule Themen und führt auch schon mal Interviews mit Deichkind. Mittlerweile sogar auf Deutsch. Respekt. Nebenbei schreibt Walter noch eine Kolumne für die Siegessäule. Schön. In den letzten Jahren hat er sich in Berlin ziemlich gut durchgefeiert. Momentan ist er eher ruhig unterwegs. Klar, schon noch mit einmal die Woche ausgehen, aber dann halbwegs easy in Kreuzberg 36, im Südblock oder auch mal im SchwuZ und der Möbel Olfe. Vor Ort braucht Walter dann eigentlich nur Kippen, einen Gin Tonic und Postpunk oder Elektronisches. Er ist halt bodenständig. Low Maintenance. Was nicht heißt, dass er nicht genau darauf achtet, was er trägt. Teuer muss nicht, aber halt edgy. Seine letzte Errungenschaft: Die wirklich freshen Reebok Pump Omni Lite. 80s business at it‘s finest. Apropos 80s – gerade hört Walter die ersten vier Nena-Platten rauf und runter, weil die halt sau stark waren. Lesen kann er mehr als passabel, sogar Charlotte Roche ohne sich zu grämen. Respekt. So richtig hat ihn übrigens Blutsbrüder von Ernst Haffner angetörnt. Am Weltgeschehen ist der 32-Jährige wirklich sehr interessiert. Zum Entspannen guckt er sich ein gutes Stück in der Schaubühne an. Sein absoluter Favorit war da Hamlet, wobei sich die Dreigroschenoper vom Berliner Ensemble auch sehen lassen kann. Walter will weder eine Prinzessin, noch ein Einhorn sein. Er mag Sushi vom Lieferservice, Menschen und Augustiner. Er hat kein Verständnis für die viel zu hippe craft beer-Bewegung in Berlin, ist kein Freund von roter Beete und kommt auf London nicht klar. Im Moment schreibt Walter noch für eine Pornoseite und an einem Dokumentarfilm über schwulen Punk. Wie man unter ganz winzig kleinen Umständen rauslesen könnte, ist unser Kommunikations-Ass eine eher alternativer Type. Und irgendwie sowas sucht er auch. Nicht 0815, aber auch kein Zwang für bunte Haare. Das schafft ihr Männers. Es ist wirklich an der Zeit, sich dieses Unikat wegzuschnappen. Hoppchen!

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