Vanessa | 29 | Mannheim

„Manche Menschen denken sich glaub ich: Ey, die Alte hat ja wohl ‚en Knall!“

Vanessas Leben ist Pathos. Während unsereins noch dreimal überlegt, abwägt und hinterfragt, macht sie schon längst das, worauf sie Bock hat. Dabei hat sie die bewundernswerte Eigenschaft, allem etwas Gutes abzugewinnen und stets positiv zu bleiben. Bereuen ist quasi ein Fremdwort für sie. Naja, bis auf diesen einen Vorfall, als sie Haarmodel bei Goldwell war und eine Topffrisur in Kupfer verpasst bekam („Fuck ey, das hätte ich lieber nicht gemacht.“) Aber egal! Das Licht der Welt erblickte Vanessa übrigens vor 29 Jahren in Kassel. Vor den Leiden des Blockflötespielens blieb auch sie als Kind nicht verschont, zum Ausgleich gab es immerhin Judo. Das war zwar „eigentlich kacke“, für den grünen Gürtel hat’s aber trotzdem gereicht und nebenbei den allgemeinen Sporteifer entfacht. Wenn nicht gerade gemeinschaftliches Familiensporteln wie Wandern und Skifahren in der Schweiz oder Segelurlaub in Schweden auf dem Programm stand, schwamm Vanessa gerne mal ein paar Runden im hauseigenen Pool. Und spätestens jetzt ist ja wohl klar, wer in den 90ern die geilsten Poolpartys in ganz Hessen, ach was, ganz Deutschland geschmissen hat, oder? Nach dem Abitur 2007 folgte dann ein Medizinstudium in Frankfurt – ohne wirkliche Erfüllung. Also Mission Neuorientierung: Medizin wurde kurzerhand durch Psychologie ersetzt, Bachelor und Master an der TU Darmstadt durchgezogen und das Studium erfolgreich vor zwei Jahren beendet. Seit 2016 arbeitet Vanessa nun in einer Unternehmensberatung in Karlsruhe. Der Fokus ihrer Arbeit liegt auf der psychischen Gefährdung von Mitarbeitern am Arbeitsplatz und der Optimierung von Arbeitsbedingungen. Ganz schön cool, ne? Ihre Wahlheimat und Wohlfühlbase bleibt aber erst mal Monnem, denn sie liebt die Authentizität der Stadt.

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Arbeit ist für Vanessa eher ein Mittel zum Zweck, denn das eigentliche Leben ist doch das, was außerhalb passiert. Womit wir wieder beim Sport wären. Ihre Freizeit ist nämlich ein kleines Mosaik aus allen denkbaren Sportarten, die einem an dieser Stelle so einfallen. Schon mal geklettert? Natürlich. Yoga? Auf jeden Fall. Boxen? Na klar. Joggen am Neckar und Freeletics im Luisenpark sind schon fest in den Wochenplan verankert. Free-was? „Ein Trainingsprogramm aus fordernden und dynamischen Ganzkörperübungen“, sagt Der Spiegel. Puh, da kommt man schon beim Zuhören ins Schwitzen. Vanessa ist außerdem seit zwei Jahren vegan. Aber keine Sorge, bekehren möchte sie keinen, schließlich kann ja jeder selbst entscheiden, was er mit seinem Leben macht. Jeden Sonntag trifft sie sich mit einer Freundin, um für die gesamte Woche ein paar Leckereien vorzukochen. Der Kerngedanke der Nachhaltigkeit ist für sie nämlich enorm wichtig. Binge-Shopping bei H&M und Primark ist gar nicht ihr Naturell, lieber bewusst einkaufen und sich gemütlich Zeit nehmen, um über den Mainuferflohmarkt in Frankfurt oder den Krempelmarkt in Mannheim zu tingeln und nach wahren Schätzen zu stöbern. Für Vanessa zählt: Kein Schnickschnack, kein Firlefanz, sondern den Fokus aufs Wesentliche lenken. Kram, Krusch, Zeug, all das gibt es bei ihr nicht, schließlich muss man sich „nicht übermüllen mit Dingen, die unwichtig sind.“ – Bäm, so ist es!

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Und sonst so? Am Wochenende findet man die Strahlefrau zu 95% im Jungbusch an, womöglich Gin trinkend im Hagestolz oder auch mal in der etwas entfernten Sieferle & Sailer Bar. Neben Gin gilt ihre Zuneigung den ersten Sonnenstrahlen im Frühling, scharfem Essen, Avocados und der Kaffeebohne. Am liebsten in Espressoform. Ach ja, und Früchten! „Eigentlich reise ich nur, weil es überall so geile Früchte gibt“, sagt sie lachend. Reisen ist nämlich neben Sport die zweite große Leidenschaft der Hessin. Dabei lässt sie sich gerne inspirieren von Büchern wie 2 nach Shanghai oder Couchsurfen im Iran: Meine Reise hinter verschlossene Türen. Thailand, Sri Lanka, Indonesien – in letzterem war sie bereits drei Mal und hat mit einem Urlaubsfoto von dort sogar einen Fotowettbewerb von Jack Wolfskin gewonnen. Vanessas nächste Ziele sind, Spanisch zu lernen für eine geplante Südamerikareise und den Heidelberg Marathon in diesem Jahr zu laufen. „Wahnsinn, was kann diese Frau eigentlich nicht?“, denken wir uns, während wir die überragenden Cheesecake-Muffins essen, die sie für uns vorbereitet hat. Man kann nicht anders als staunen über so viel Energie und Herzblut.

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Vanessa ist kein Mensch, der in völliger Symbiose leben kann und möchte. In einer Beziehung braucht sie ihre Freiheit, ist aber auch ein sehr kompromissbereiter Mensch, der seine Leidenschaften gerne mit anderen teilt. Also liebe Herren, wenn Upcycling, Cardio und Couchsurfing keine Fremdwörter für euch sind, ihr Sarkasmus versteht und euch vorstellen könnt, beim ersten Date auf ein Longboard zu steigen, dann nichts wie los! Spread some love for Vanessa. <3

Kontakt

Sorry, Vanessa ist gerade nicht mehr auf der Suche. Du kannst ihr leider nicht mehr schreiben.

Aber keine Sorge. Alle Porträts aus Mannheim gibt es hier.

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