Uli | 31 | Berlin

„Eigentlich wie Twilight, nur mit Aliens!“

Kennt ihr jemanden, der am Fuße der Oberbaumbrücke wohnt und dessen Wohnung dann – im obersten Stock gelegen (inklusive Aufzug) – mit einem riesigen Südwestbalkon Richtung Fernsehturm und auch sonstigem Schnick-Schnack ausgestattet ist? Nein? Ich jetzt schon und die liebreizende Bewohnerin dieses Neidobjektes hat auch noch ne ganze Menge mehr zu bieten. Sie stellt sich als Uli vor.

Uli ist waschechte Berlinerin und dafür gönnt man ihr diese fette Butze gleich noch etwas mehr. Wir wissen ja, wie das mit der Gentrifizierung ist und so. Geboren wurde sie in Kaulsdorf, entbunden vom Opa, in Neuenhagen mit jüngerem Bruder aufgewachsen. Zack, dann kam die Scheidung ihrer Eltern, aber wer jetzt denkt, dass die liebe Uli davon einen Knacks weggetragen hat, der irrt gewaltig. Scheidungskindgeheule gibt’s bei ihr nicht, stattdessen eine richtig fest zusammengewachsene Patchwork Familie. Nachdem das Mutter-Tochter-Sohn-Gespann nur eine Straße weitergezogen war, gab es so etwas wie „am Wochenende fahre ich 300km zu Papa“ auch einfach nicht.

Generell ist es gut, dass wir hier schon gleich Ulis Familie mit ins Spiel bringen, denn die hat einen hohen Stellenwert bei unserer Herzensdame. Ob samstagmittags zu den Berliner Eisbären mit Papa oder ab und zu in den neusten Disneyfilm mit den Zwillingshalbgeschwistern – Familie muss sein. Dass es manchmal dann aber auch zu viel Family-Support werden kann, zeigt sich in Verkupplungsaktionen der Mama höchstpersönlich. Die gibt nämlich gerne mal die Nummer ihrer hübschen Singletochter an Männer raus, die sie hier und da kennenlernt. Ob die Boys im Fitnessstudio oder die Söhne von Freunden, Mama schwärmt und zack, hat Uli wieder eine Einladung zum Essen auf dem Handy. Dabei war bisher aber keiner, der Ulis Herz höher schlagen ließ. Doof für die Männer, gut für Dich!

Und womit kann man deiner baldigen Zukünftigen nun eine Freude machen? Aufgepasst! Was Uli gerade besonders umtreibt, ist gute Ernährung und eine Menge Bewegung. Sie dampft sich durch sämtliche Kochbücher und steht vor allem darauf, Neues auszuprobieren, beispielsweise einen thailändischen Kochkurs oder die vegane Phase, die sie dank Attila Hildmann zwei Wochen ausprobierte. Militant ist sie in Fragen Ernährung aber nicht. Dauerfleischesser sind also auch willkommen. Den Bewegungsdrang hat sie erst vor einigen Jahren entdeckt und seitdem gibt sie ihm möglichst oft Zucker, ähm Sport. Was als Karriere eines Sportmuffels in der Schule begann, transformierte sich im Laufe der Zeit, sodass Uli mittlerweile gerne joggt und regelmäßig ins Fitnessstudio geht. Wer würde auch nicht joggen, wenn er aus der Haustür an das Ufer der East Side Gallery fällt. Hach ja, diese Wohnung.

Die Bude füllt Uli von Zeit zu Zeit auch gerne mit Freunden und lädt zu dem ein oder anderen Likörchen. Ist ne Süße, unsere Uli. Und feiern geht sie auch gerne, wenn es auch nicht so richtig oft passiert. Dann landet sie im Süss war gestern oder der Ritter Butzke und würde auch mal die Hüften zu Schlager kreisen lassen, wenn es die Runde dorthin verschlägt. Frei nach dem Motto: „Einen guten Abend kann man überall haben, solange die richtigen Leute dabei sind.“ Dieser flexible Musikgeschmack zeigt sich übrigens auch in Ulis geburtstäglichem Brauch, zu dem Wolle Petrys Album Alles einmal durch die Butze schallt. Die verrückte Nudel!

Kämpft sie sonntags nicht mit einem Kater, verbringt sie den gerne auf dem Flohmarkt, am liebsten dem Mauerparkflohmarkt – ob nun selbst stöbernd oder Stöbernden-die-Möglichkeit-zum-stöbern-gebend. Als Shoppingverrückte weiß man natürlich auch ganz gut, auf was andere anspringen. Um sich selbst im Zaum zu halten, gibt es bei Uli die Regel, sich höchstens ein Paar Schuhe im Monat zu kaufen, worauf nicht nur sie sondern auch gleich alle Kollegen achten. Unsere Herzensdame ist nämlich sneakersüchtig! Den Nike Huarache hat sie gleich in dreifacher Ausführung zuhause und ihre Augen haben beim erzählen so gefunkelt, dass ich glaube, sie hätte ihn gerne noch in zwei weiteren Farben. Zur Carrie Bradshaw der Sneakers fehlt ihr eigentlich nur noch das Polaroid an jedem Schuhkarton. Hey, coole Idee …

Hobbies muss man ja aber auch bezahlen können und so arbeitet Uli in ihrem Traumjob. Inspiriert vom Poesiealbumeintrag eines Freundes in der fünften Klasse, hat sie früh gewusst, dass sie Grafikerin werden möchte. Heute ist sie nach zwei abgeschlossenen Studiengängen Art Direktorin einer Berliner Werbeagentur und kann den ganzen Tag kreativ arbeiten. Ihre Kollegen sind dabei wie eine zweite, kleine Familie und deswegen ist sie der Agentur auch schon seit acht Jahren treu. Seltenheit in der Werbebranche, aber diese Frau weiß eben, was sie will. Eine Eigenschaft, die sie auch in zukünftigen Herzensmännern erwartet.

Männern, die sie dauerhaft an Termine erinnern muss oder die kein eigenes Leben haben, winkt Uli von vornherein mit der roten Karte. Unabhängigkeit wird groß geschrieben, was aber nicht heißt, dass Uli nicht gerne eine ernste Partnerschaft führen würde. Besonders wichtig ist ihr – neben der Liebe für Familie, Kinder und Tiere – dass ein zukünftiger Kandidat genauso reiselustig ist wie sie. Da sie sich kein Leben in Distanz zu ihrer Familie vorstellen kann, lebt sie die Neugierde beim Bereisen fremder Länder und Kulturen aus. Ob Curaçao oder Portugal, Surf- oder Wanderurlaub, Grenzen gibt’s da keine.

Uli beherrscht die Klaviatur der Social-Media-Kanäle und holt sich ihre Reise-, Koch oder Abendgestaltungsideen gerne von Pinterest, Instagram, Facebook oder Snapchat. Analog blättert sie gerne durch die Women’s Health oder durch Fantasyromane. Sie selbst beschreibt sich als Organisationstalent, Ruhepol und emphatisch. So wirkte sie auch auf mich. Quirlig, abenteuerlustig und gleichzeitig total entspannt oder down-to-earth, wie man so schön sagt. Ihre verrückteste Eigenschaft ist sicherlich das gelegentliche Schlafwandeln, mit dem sie auch mal ihre Übernachtungsgäste nervös macht. Hat sie aber im Griff.

Was gar nicht geht, sind Bier, Kaffee und die Simpsons. Ja, die Simpsons. Damit ist sie offiziell der erste Mensch, den ich kennenlernen durfte, der die Simpsons nicht mag. Verrückt. Außerdem sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass Uli nicht sonderlich viel von Drogen (Gras zählt wie immer nicht) hält. An alle Raver da draußen geht also ein klares: „Sorry boys!“ Wer jetzt Lust bekommen hat, mit unserer bezaubernden Uli vorm dampfenden Wok in der Küche zu albern, eine Runde am Kanal zu drehen und danach mit Wein die Kräne Berlins zu zählen, der rufe jetzt bitte einmal laut „hier“. Oder schreibt’s.

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