Tim | 26 | Berlin

„Ich war schon lange nicht mehr hetero.“

Tim stammt aus der Nähe von Mönchen-Gladbach und ist – wie soll es anders sein – eine richtige Frohnatur. Das Eis war gleich gebrochen, als er uns lachend die Tür öffnete und gestand, dass er erst am nächsten Tag mit uns gerechnet hatte. Ups. Schnell noch mal kurz durchsaugen, dann passt das schon. Oder? „Eigentlich nicht“, meint er, „ich habe einen richtigen Putzfimmel. Es sieht sonst wirklich aufgeräumter aus.“ Kein Ding, Tim, aber lass mal von vorne loslegen. Der 26-Jährige hatte eine sehr schöne Kindheit, denn die wurde jedes Wochenende auf dem Campingplatz in Holland verbracht. Jedes Wochenende Urlaubsfeeling und Herumtollen mit anderen Kindern? Kann man machen. Generell hatte er viele Freiheiten und noch dazu eine coole Mutter, denn als er mal stolperte und rückwärts in die offene Spülmaschine fiel, packte die überhaupt nicht die Panik, als sie Messer und Gabel aus den Pobacken ihres Kindes herauszog. Ruhe bewahren hieß die Devise, denn Tim hat immer irgendwelche Verletzungen mit nach Hause gebracht. Im jugendlichen Alter wurde ihm schnell klar, dass er auf Männer steht, und er klaute regelmäßig die Praline, die sein Opa immer las. Mit 16 Jahren ist er dann immer öfter nach Köln gefahren und hat dort die schwulen Locations ausgecheckt, in der Schule hatte er hierfür schnell einen Spitznamen weg: Sergej (sprich: sehr gay). Sehr fies.

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Nach der Gesamtschule ging es erst aufs Berufskolleg fürs Fachabi und dann direkt in die Ausbildung zum Krankenpfleger. Erst arbeitete er einige Jahre in seinem Heimatort in der Neurologie des Krankenhauses, dann zog er nach Köln und arbeitete dort fünf Jahre in der Notaufnahme, während er sich im Nachtleben richtig austobte. So und ab hier wird’s richtig chaotisch, denn Tim ist einer dieser Menschen, die in einem Jahr so oft umziehen, wie manch andere in ihrem ganzen Leben. Am 01.01.2015 packte er seine sieben Sachen und machte sich auf nach Hamburg, denn die Stadt gefiel ihm und ein Tapetenwechsel am Jahresanfang tut immer gut. Die Hamburger waren ihm aber zu kühl („ich komm’ ja schließlich vom Karneval“), also nahm er ein Angebot an, das ihm hereinflatterte: Work & Travel durch Deutschland, erste Station: München. Ihm wurde Wohnung und Job gestellt, also fackelte er nicht lange und zog ans andere Ende des Landes. Da das Wohnheim allerdings ein ziemlicher Reinfall war, suchte er sich auf eigene Faust eine WG. Sein Mitbewohner, zufälligerweise ebenfalls schwul, klagte ihm dann so oft das Leid seiner Beziehung, während dessen Freund in Boxershorts auf dem Sofa saß und ebenfalls jammerte, dass er auch hier wieder das Weite suchte. Wo andere schon lange keinen Bock mehr haben, fängt Tim erst richtig an und nun sitzen wir in seinem hübschen 1-Zimmer-Apartment in der Au. Uff, durchatmen. Neue Wohnung, neuer Job? Genau, denn seine neue Aufgabe als Stationsleiter im Krankenhaus am Starnberger See tritt er bald an. Top.

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Tim ist eine ehrliche und direkte Socke, er braucht Treue und Monogamie in seinem (Liebes-)Leben und ist für jeden Spaß zu haben. Weil er unpünktlich ist, bestellt ihn seine Mutter immer eine halbe Stunde früher, außerdem zerdenkt er vieles und sagt von sich selbst, dass man ihm jede Emotion ansehen würde. Neben seinem Putzfimmel hat er auch einen Hygienetick, den er auf seine Arbeit als Krankenpfleger schiebt. Heißt: Er duscht immer, bevor er ins Bett geht, egal, wie lange die Partynacht war. Verrückt. Elektromusik langweilt ihn und vom CSD hält er nicht viel, dafür steht er total auf Action, findet keine Befriedigung im Kaffee trinken gehen, sondern wandert viel lieber, springt in den Eisbach oder geht zelten. Außerdem reist er oft, das nächste Abenteuer führt ihn nach Thailand zu einer Freundin, die ausgewandert ist. Bietet sich an.

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Eine Sache zum Schluss: Falls dir der Junge bekannt vorkommt, dann können wir dir weiterhelfen: Vor einem Jahr war er – ganz unfreiwillig! – bei „Nur die Liebe zählt“. Was da genau hintersteckt, erzählt er dir sicherlich beim ersten Date, und weil die Story so unterhaltsam ist, wollen wir hier gar nichts vorwegnehmen. Also schreib’ ihm und wenn’s funkt, dann fahr gleich mit ihm ans Meer, denn das ist das Element, auf das Tim am aller aller wenigsten verzichten kann.

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