Steffi | 31 | Hamburg

„In der Wohnung bin ich dekomäßig schon etwas eskaliert.“

Freitagmorgen in Hamburg-Hamm. Wir stehen an der schön-schrägen Haltestelle „BAB-Auffahrt Horn“ und sind heiß auf Kaffee und Knabberkram! Gastgeberin Steffi – 31 Jahre: 1,60m „groß“ mit wunderschönem Kupfer-Haar – hat im Vorfeld nämlich direkt mit offenen Karten gespielt. In ihrer Mail schreibt sie: „Wenn ihr vorbeikommt, stelle ich euch Kaffee und Kekse hin – backen kann ich nicht.“

Macht ja gar nix. Außerdem beweist Steffi direkt ihren wahnsinnig guten Geschmack. Denn was ist noch viel, viel besser als Kuchen? Richtig: N´ FRANZ! Menschen mit Franzbrötchen muss man einfach mögen. Damit wäre dann ja eigentlich auch schon alles klar: Steffi ist super, schreibt ihr. Tschöö!

Ha, i wo! Denn über diese coole Frau gibt es so viel mehr zu erzählen. Wo fangen wir am besten an? Laut eigener Aussage ist Steffi „ein kleiner Ossi aus einem 140-Seelen-Kaff. Gefühlt die Hälfte davon schon meine Familie“. Ihr Heimatdorf heißt Zernikow. ausgesprochen Zernikooo, ohne „koff“ hinten. Wenn man das sagt, gruselt es Steffi.

Kid-Steffi wächst ganz unbekümmert in der Pampa auf. Wald- und Wiesen-Life im schönen Zernikooo. Mit sechs bekommt sie ihr erstes Pony. Heute glaubt sie, dass das am Anfang eigentlich eher Muttis Kindheitstraum war. Denn Snoopy steht schneller im großelterlichen Hühnerstall als sie sagen kann: “Ich will  ein Pony!“ Allerdings ist Snoopy ein Arschloch-Pony. Es bockt und wirft Steffi ständig runter. Trotzdem wird hier der Grundstein für das jahrelange Hobby gelegt.

Wobei: Steffi ist kein typisches Pferdemädchen. Turniere und weiße Reiterhosen interessieren sie nicht. Aber Pferde gehören von nun an eben dazu. Und die müssen auch mit, als sich Steffis Leben um 180 Grad dreht. Ihre Eltern lassen sich scheiden und Steffi zieht mit ihrer Mami vom Ost-Kaff direkt nach Berlin-Mitte. Why not? Klar, dass Steffi hier erst mal durchdrehen muss.

Aufm Dorf hatte sie in der Schule nur Einsen. In Berlin hagelt es nonstop blaue Briefe. Am schlimmsten sind (Überraschung!) Mathe, Bio und Chemie. Hat sich übrigens bis heute durchgezogen: Steffis Taschenrechner bei der Arbeit ist sogar mit ihrem Namen gebrandet, damit das Ding ja niemals weg kommt.

Teenie-Steffi ist also „ein verwirrtes Scheidungskind mit Anti-Anti-Haltung“, wie sie es schön zusammenfasst. Und reißt sich in der Großstadt erst mal einen Schranz-DJ auf. Jo, richtig gelesen: EINEN SCHRANZ-DJ! Heute ist Steffi das natürlich (zu recht) peinlich aber hey: YOLO!

Und so schranzt sich Steffi ein paar Jahre lang stilecht mit Smirnoff Ice in der einen und Marlboro-Kippe in der anderen Hand über die Dancefloors von Berlin. Zumindest die Ufo-Hosen hat Steffi damals zum Glück im Schrank gelassen. Anders als heute hat sie sich damals nämlich null für Mode interessiert.

Nach dem Abi zerplatzt Steffis Studi-Traum vom Pferdemanagement (Yip, den Studiengang gibt´s wirklich) in Wien an einer fiesen Bürokratie-Hürde. Die Kopie von Steffis Ausweis ist nicht amtlich beglaubigt. Ein nicht vorhandener Stempel reicht, und Steffis Bewerbung ist nicht mehr im Rennen. Und obwohl sie vom ganzen Prozedere echt angepisst ist, will sie es im nächsten Jahr erneut versuchen. Und was macht Steffi, um die Zeit sinnvoll zu überbrücken? Sie zieht spontan ins Allgäu und arbeitet dort gegen Kost und Logis auf einem noblen Sportpferdehof. Wien soll es danach trotzdem nicht sein.

Beim zweiten Anlauf scheitert es am neu eingeführten NC und garstigen Bio-Test. Verständliche Reaktion? Leckt mich doch am Arsch! Ohne zu wissen, wo Osnabrück liegt, schreibt Steffi sich dort für den Studiengang Landwirtschaft ein: Bauer mit Bachelor – das ist jetzt der Plan! Dass es sich bei Osnabrück um die regenreichste Stadt Deutschlands handelt (Alle Hamburger jetzt so: Say whaaaat?), hat ihr vorher natürlich keiner erzählt.

Trotzdem findet Steffi Osnabrück geil. Aber nach drei Jahren bricht sie ihr Studium ab. Sie merkt, dass sie auf diesem Weg nicht dort ankommt, wo sie ursprünglich mal hin wollte. Aber hey: Immerhin kann Steffi einen Traktormotor auseinanderbauen, Schweine füttern und Kühe melken. Kurzer Spoiler am Rande: Steffi ist heute keine Landwirtin, sondern Account Managerin in einer Agentur. Denn nach dem Studium-Abbruch entscheidet sich Steffi für eine neue Richtung: Kommunikation! Sabbeln kann sie ja.

Also geht’s ab nach Köln. Dort rockt sie die Ausbildung als Medienkauffrau, wohnt erst in einer Neuner-WG mit viel Suff und internationalen Buddies, dann mit zwei Jungs in einer Bude. Der eine wird schließlich Boyfriend: zwei Flaschen Rotwein, ein Abend zu zweit in der Küche und irgendwann findet man sich übereinander wieder – Die Geschichte! Die beiden ziehen nach Steffis Ausbildung zusammen nach Hamburg, doch die Beziehung schafft den Wechsel nicht.

Heute ist Steffi Team-Leaderin in einer großen Social-Media-Agentur in Eimsbüttel. Karrieregeil ist sie nicht, aber Verantwortung tragen kann sie: „Ich habe gern das Ruder in der Hand und wenn was schiefgeht, halte ich dafür auch meine Birne hin“, sagt sie. Highfive Girl!

Seit zwei Jahren ist Steffi jetzt ohne Boy unterwegs und fühlt sich damit auch ziemlich gut. Außerdem ist sie ja nicht alleine in ihrer schönen Bude: Seit Anfang des Jahres teilt sie sich die Wohnung mit der ehemaligen Tierheim-Katze Paula. Eine Win-Win-Situation für beide, nur Steffis bester Kumpel hat das Nachsehen. Der hat nämlich ne Katzenhaarallergie und kommt jetzt seltener vorbei. Das macht aber nix, schließlich wohnen Steffi und ihre Freunde alle in der Hammer-Hood und nur wenige Minuten voneinander entfernt. Ideale Bedingungen fürs spontane Abhängen.

Steffi mag es mittlerweile ganz entspannt und gibt zu: Die harten Partyzeiten sind definitiv vorbei. Weggehen, trinken, tanzen: Alles kein Ding. Aber gerne nur am Freitagabend. Samstag und Sonntag sind zum Relaxen da. Dann cruist sie mit den Friends gern an die Nord- oder Ostsee, am liebsten nach SPO. Die nötige Großraumkarre dafür hat sie: einen alten Skoda Fabia. Leider ein Diesel. Den wird sie wahrscheinlich niemals wieder los: „Also, falls jemand kein Interesse an mir hat, aber das Auto kaufen will – auch das ist vollkommen okay, schreibt mir!“

Und worauf steht Steffi sonst so? Also einen Fernseher hat sie schon mal nicht. Aber natürlich Netflix. Die Marvel-Serien findet sie großartig: Daredevil, Jessica Jones und solche Sachen. Ein bisschen Sci-Fi, Krimi und Todschießen. Auf der anderen Seite mag sie aber auch die Serien Love und Please like me. Man ist ja kein Unmensch.

Einen richtig crazy Musikgeschmack hat Steffi nicht – nicht mal heimlich. Kein Justin, keine Taylor: „Leider nein, leider gar nicht!“ Dafür zeugt ihre Spotify-Playlist mit Kettcar, Enno Bunger, The XX, Foofighters und Spacemen Spiff von einem soliden Musikgeschmack. Zum Abdancen hört Steffi aber immer noch gern Electro oder „was Geiles zum Mitgrölen“. Auf Partyreihen wie Rhythmusgymnastik ist sie in ihrem Element. Oft sitzt sie aber auch in der Möwe Sturzflug: Dort gönnt sie sich gern ein paar Gläschen Zitronen-Blitz.

Apropos Drinks. Bitte anschnallen! Hier kommt ein hammerstarker Fun-Fact: Steffi hat eine Alkohol-Allergie! Von Drinks bekommt sie immer Schnupfen. Ohne mindestens fünf Packungen Taschentücher geht sie abends nicht aus. Das hält sie aber natürlich nicht vom Trinken ab: „Ich meine, hallo? Es läuft nur die Nase, ich sterbe nicht!“ Ist auf jeden Fall ein richtig geiler Icebreaker auf jeder Party.

Während wir den Vormittag mit Steffi verbringen, merken wir, dass hier kein trauriger oder emotional geschundener Mensch vor uns sitzt. (Achtung Wortwitz) Im Gegenteil: Steffi ist völlig entspannt und easy. Auch was das Thema Beziehungen angeht. Da macht sie sich keinen Stress: „Ich muss jetzt auch nicht sofort heiraten oder so. Hätte ich Dating-Stress, würde ich hardcore tindern.“

Aber auf ungezwungene Dates hat sie schon Bock. Aber bitte echt erst mal kennenlernen: Kaffee trinken, was essen oder spazieren. Keine fancy Sportdates wie Schlitten- oder Rollschuhfahren für das erste Date. Wenn man sich sympathisch findet und einander ausgecheckt hat, gerne. Aber erst mal nur gucken! Und an alle potenziellen Dates da draußen: Seid ehrlich und direkt.

Für Steffi gibt es nix Schlimmeres als selbstverliebte „Auf-die-Brust-Trommler“ oder „Ja-Sager“. Gesundes Selbstbewusstsein macht sexy und Steffi freut sich über die Initiative vom Mann. Wenn ihr jemand nur hinterher rennt, findet sie das eher spooky. Als Kerl muss man bei Steffi übrigens keine Angst davor haben, dass sie zur anhänglichen Prinzessin mutiert: „Jeder braucht seinen Freiraum. Ich muss auch nicht den ganzen Tag über WhatsApp schreiben – für den Scheiß bin ich zu alt.“

Der schnellste Weg in Steffis Herz sei an dieser Stelle auch noch verraten. Denn ja, obwohl man es bei einer so taffen Frau nicht erwarten würde: Die Lady leidet unter Arachnophobie. Alle Gentlemen können sich also direkt als Held beweisen, indem sie sich ungefragt um den Spinnefeind kümmern. Ach, wenn doch im Leben alles so einfach wäre. <3

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