Sophia | 24 | Berlin

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„Es ist einfach für alles zu klein!“

Sophia kommt aus Biesdorf und versucht uns direkt davon zu überzeugen, dass das besser klingt als Marzahn. Süß von ihr. Ja ja ja, wir machen uns nie wieder über den tiefsten Berliner Osten lustig, selbst wenn wir aus Geburtsgründen dürften. Hust. Biesdorf jedenfalls: Beschaulich, quadratisch, gut. Da sagt der Fuchs dem Hasen noch Gute Nacht. Sophia spielte mit Autos, Lego und guckte am liebsten Hör mal, wer da hämmert. Das Kind war halt einflussgeschwängert vom großen Bruder. Bis 14 war sie ein ziemliches Mama-Klettenkind mit Hang zum artig, ordentlich und unverletzt sein. Danach ging es in die wilde Phase. Saufen, erste Abenteuer in der Hoppegartener Großraumdisko Kontrast – von der man stets nüchtern Heim kam, weil dieses Ding so krass weit weg vom Bahnhof stand, dass man den Rausch durch laufen besiegen konnte – und die ersten minderjährigen Tattoos ohne Muttizettel. Klassiker. Hip Hop und Street-Dance waren bei Sophia ebenfalls hoch im Kurs. Ihre glorreichste Performance legte sie auf einer Camp David-Modenschau hin. Und während sie uns das herrlich schmerzfrei erzählt, lacht sie sich selbst schlapp. Damit Oma dann auch noch was zu lachen hatte, lernte die Gute Akkordeon. Kann sie auch heute noch betätigen. Stark. Nach der mittleren Reife fügte Sophia sich dem Wunsch ihrer Eltern und absolvierte eine Ausbildung im öffentlichen Dienst. Umgeben von 99% Schnarchnasen durfte sie immerhin beim BMU arbeiten und hat so ziemlich alles über Solarzellen gelernt, was man wissen muss. Mit dem Abschluss 2011 wagte sich unsere Titelheldin zurück in Dieter Bohlens liebsten Modeladen. Ja genau, Camp David. Sie bezauberte für kurze Zeit als Buchhalterin und Sekretärin, aber was dann kam, war einfach um Meilen geiler: Sophia – das steile Gelöt – startete ihre Karriere bei shop24direct. Der Laden vertreibt Schlagermusik und Erotikartikel, also alles, was der Deutsche braucht. Wenn ihr samstags um 7 Uhr besoffen/drüber aus dem Club kommt, euch zum Runterkommen einen Joint zwirbelt und die Glotze anmacht, singen euch doch meistens die Amigos ihren aktuellen Superhit entgegen. Und das, was ihr da seht, kommt aus besagtem Onlineshop. Das Schöne daran ist ja, dass Sophia uns mit einer solchen Leichtigkeit und dauerhaftem Zwinkern von ihrem Job berichtet, dass wir alle wissen, wie groß das eigentlich ist. Die Frau ist einfach schmerzfrei und ertappt sich selbst dabei, auch mal einen Wildecker Herzbuben-Klassiker mitzuträllern. Auf der anderen Seite steht sie voll auf Tätowierungen, Motorrad-Männer und harten Sport. Mit ihr guckt man lieber ‘ne Runde Boxen als Skispringen. Ach, im Herbst plant die 24-Jährige ein BWL-Studium, um später mal eine eigene Agentur aufzumachen. Mit Hostessen zum Beispiel. Da Sophia selbst im VIP-Bereich der Eisbären und in der Monkey Bar jobbt, weiß sie, wie schwer es ist, gutes Personal zu finden. Wie die Frau ihre 50 Jobs unter einen Hut kriegt, weiß kein Mensch. Fakt ist: Sie arbeitet lieber und packt ein paar Taler auf die Seite, als jedes Wochenende durchgefeiert im Club zu stehen. Und solange sie keinen Freund hat, stört es ja auch niemanden, dass sie Sa./So. nie Zeit hat. Hut ab, Madame! Wenn Sophia doch mal loszieht, dann gerne ins Prince Charles, den Kosmonauten oder auf Trash Parties. Dafür hübscht sie sich mit ihren krassesten High Heels – damit dann 190 cm groß – und ordentlich Schminke auf. Bei ihr zu Hause laufen übrigens Annenmaykantereit und die große Musikliebe Chet Faker. Hach, in ihrer Brust schlagen einfach zwei Herzen. Einmal Tussi und einmal „ich hör‘ coole Mukke und trag‘ am liebsten Schwarz“. An der Lesefront lässt die Sextoyspezialistin (aus Berufsgründen, ihr Ferkel!) sich von versauten und/oder Liebesromanen begeistern. Uns legt sie Mind Fuck Love ans Herz. Ein Buch über die Sabotage der Liebe im eigenen Leben. Oder wie wir es nennen: Volkskrankheit. Autsch. Hatten wir eigentlich schon erwähnt, dass Sophia auch mal kurz als Friseurin unterwegs war? Scheren hat sie keine mehr, aber ihre Geheimwaffen Smooth Infusion und alles aus der Invati-Linie sind geblieben. Schöni times. Das Bulldoggen-Frauchen lässt sich mit schwarzem Humor begeistern, wird bei glitzernden Gegenständen zur Elster und liebt Freiluftkino. Verklemmte Menschen, saure Gurken und Spinnen stehen auf ihrer persönlichen Abschussliste. Wer Bock auf eine lockere, höchst unterhaltsame und bald endlich USA-westküstenreisende Vegetarierin hat, die zwar weiß, wie man metrosexuell buchstabiert, aber diesem Trend nicht all zu viel abgewinnen kann, der möge eine kernige Message an unsere Sophia verfassen. Weil er es sich wert ist. Bäm!

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