Nadine | 31 | Berlin

„Heutzutage hat niemand mehr einen langweiligen Bürojob!“

Wenn man denen glaubt, die sagen, dass ein Mensch seinem Haustier mit der Zeit immer ähnlicher wird, kann man von Nadine vor allem Eines sagen: Sie ist definitiv stubenrein. Also quasi schon eine gute Partie. Ich würde jetzt gern schreiben, wie der Herr so’s Gescherr, hätte ich nicht grade auf wiktionary gelesen, dass sich das auf negative Eigenschaften bezieht, und nicht etwa auf große Augen, unstillbare Neugierde und so eine zauberhafte Art, die man einfach mögen MUSS!

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Dabei war Nadine eigentlich mal Pferdemädchen und hat mit zehn sogar so richtig auf einem Gestüt ausgeholfen. Bis ihr die Besitzerin eine Backpfeife gegeben hat. Kein Mist. True Story. Jap, wir haben auch so geguckt. Danach ist sie nie wieder zurückgegangen. Wären wir wahrscheinlich auch nicht. Macht aber nix, Nadine hatte noch ein paar andere Hobbys und Interessen in petto. Sie war im Verein schwimmen, hat rhythmische Sportgymnastik gemacht, Volleyball gespielt, außerdem Geige gespielt, und Schlagzeug, und Blockflöte – die sogar im Chor! – da hat sie übrigens auch mal gesungen. Dann waren da noch die Tanz AG und das Ballett. Ballerina wollte sie nämlich auch mal werden, ganz wie die Oma. Deshalb hat ihre Mama sie auch als Kind mal in den Nightliner gesteckt und ist mit ihr nach Bonn gefahren, nur um Schwanensee zu sehen! Da durfte sie dann nach der Vorstellung “stolz wie Bolle” der Primaballerina den Blumenstrauß überreichen und ist danach einfach mal stehen geblieben. Auch als die Tänzer sich verneigt hatten und die Bühne verlassen haben. Und wiederkamen und sich noch mal verneigt haben. Und die Bühne wieder verlassen haben. Und… erkennt ihr ein Muster? Auf jeden Fall ist sie dann in Tränen ausgebrochen und musste von einer Ballerina von der Bühne getragen werden. Das ist übrigens nach wie vor die erste Geschichte, die Nadine einfällt, wenn man sie fragt, was ihr peinlich ist. Riecht verdächtig nach Trauma. Und ist der Grund, weshalb sie um Bühnen lieber einen großen Bogen macht.

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Für Kunst, Kultur und Musik interessiert sie sich aber zum Glück weiterhin und hat ihren Job einfach hinter die Kulissen verlegt – zur Gesellschaft für Verwertung von Leistungsschutzrechten. Nein, das sind nicht die von der dunklen Seite der Macht, die machen, dass bei YouTube der krisselige Monitor aufkreuzt und euch sagt, dass das neue hotte Video von Beyoncé in Deutschland leider nicht verfügbar ist weil blah blah, sondern die, die machen, dass Musiker auch bezahlt werden, wenn ihre Songs im Radio oder sonstwo gespielt werden. Also eigentlich ziemlich korrekt. Davor hat sie mal ziemlich lange Wein verkauft! (Obwohl sie lieber Bier trinkt.) Und Hörgeräte. Am Telefon. Ein Konzept, welches sich mir nach wie vor nicht erschließt. Es lässt sich also zweifelsfrei behaupten, dass Nadine eine Frau mit vielen Talenten ist.

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Ein Mann mit handwerklichem Geschick könnte nicht schaden, der könnte dann aus der kleinen Nische im Flur eine Dunkelkammer machen. Gelernte Fotografengesellin ist sie nämlich auch. Nur eine Sache kann sie nicht. So gar nicht. Joggen. Dabei hat sie alles versucht. Neue Musik. Lauffreunde. Joggen im Winter. Joggen im Sommer. Nachts Joggen. Nichts. Joggen ist nicht ihr Ding. Manchmal sitzt sie im Park, sieht die Menschen, die so scheinbar fröhlich durch die Hitze, Kälte, den Wind und den Regen joggen und prostet ihnen aus der Ferne mit ihrem Bier zu. Können wir total nachvollziehen. Da geht sie lieber zum Krafttraining. Am liebsten mit ihrem Bruder. Oder Schwimmen. Tauchen is auch gut. Am liebsten zu zweit. HINT! Ausflüge sind so generell gut. Und Nadine kommt als Spritztourgesamtpaket, komplett mit Auto. Wobei es auch nicht immer ein weiter Weg sein muss, um ein bisschen das Wetter zu genießen. Bester Sonnenspot ist nämlich die Brücke direkt bei ihr um die Ecke. Da liegt sie auch manchmal im Bikinioberteil mit einem Buch und sonnt sich. Was, glaube ich, besonders die Mitarbeiter der Gewerkschaft schräg gegenüber freut. Ein Fun Fact über Nadine? Sie hat allen Ernstes Unendlicher Spaß von David Foster Wallace von vorne bis hinten durchgelesen. Schwer beeindruckend!

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Gar nicht ins Haus kommen Nadine Menschen, die nicht tierfreundlich sind. Wobei der Gedanke, dass jemand Mowgli treffen und nicht in dutzi dutzi Kindersprache verfallen könnte, unsinnig erscheint. Die Zwei sind allerdickste Freunde. Nicht ohne Grund. Als Mowgli bei Nadine eingezogen ist, hatte er so große Angst, dass er sich erst mal zwei Tage hinter ihrem Küchenschrank versteckt hat. Und liebevolle Katzenmama, die Nadine ist, hat sie dann halt zwei Nächte auch in der Küche geschlafen. Am Ende kam er raus und hat den ganzen Tag auf ihrem Schoß geschlafen. Hätten wir auch gemacht! Das muss Liebe sein …

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Apropos Liebe. Darum geht’s ja hier. Nicht Katzen. (Auch wenn das dringend mal einer unserer Fotografin sagen muss …) Nadine versucht schon eine kleine Weile den Kerl zu finden, der Lust hat mit ihr richtig scharf zu essen. Nur nicht schmatzen, das kann sie nämlich gar nicht leiden. (Oh Nadine, wir fühlen deinen Schmerz!) Tinder ist nicht so ihr Ding. Und auf OK-Cupid hat sie ihren besten Kumpel kennengelernt. Auch schön! Jetzt ist sie bei uns, und wir freuen uns riesig! Also all ihr wundervollen Männer da draußen, fasst euch ein Herz und meldet euch bei diesen zwei zauberhaften Berlinern. Zum Kochen, oder True Detective gucken, oder Jogger bemitleiden. Wie ihr mögt!

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Kontakt

Sorry, Nadine ist gerade nicht auf der Suche. Du kannst ihr leider nicht mehr schreiben.

Aber keine Sorge. Mehr Mädchen aus Berlin gibt es hier.

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