Rico | 26 | München

„Yoga hat schon Vorteile, man müsst’s halt nur mal machen.“

Wenn Rico über Käsespätzle spricht, klingt das wie ein herzerweichendes Shakespeare-Gedicht. Dabei formt er mit seinen Händen die Silhouette der Pfanne, zeigt, wie er die Spätzle schwenken würde, seine blauen Augen leuchten. Speck. Anrösten, schwenken, erhitzen, Käse. Viel Käse. Der grüne Teil der Lauchzwiebel, weil Farbtupfer. Rico mag Details. Und er mag Dinge, die immer funktionieren. Wie Käsespätzle mit Speck zum Beispiel.

Rico hat ganze sechs Tage DDR erlebt – das erzählt er mit ziemlichem Stolz. Aufgewachsen ist er in Chemnitz, dort blieb er bis 2012, dann verschlug es ihn ein paar Jahre nach Köln und jetzt in den Süden. Auch wenn er damals nicht wusste, was DDR heißt, heute weiß er es umso besser: Platte (wieder leuchtende Augen), Wandel und die Tatsache, dass in Sachsen eigentlich alles und jeder politisch ist.

Deswegen kam Rico wohl auch auf die Idee, nach dem Abi 2009 Politik zu studieren; was sich aber nach einer verpfuschten Kommissionellen Prüfung dann irgendwie von selbst erledigt hat. Schade eigentlich, sein total genügsamer Berufswunsch war nämlich: Kanzler werden. Auch als Kind hatte er schon einen, sagen wir, speziellen Geschmack, was seine Karriere-Wünsche anging: Vor dem Einzug ins Kanzleramt stand nämlich „Reifenwechsler bei Ferrari“ in jedem Freundschaftsbucheintrag, den er verfasst hat. Weil: Polizisten wollten ja eh schon alle anderen werden. Rico ist einer dieser guten Kerle, die alles, was sie machen, richtig machen und auch mal radikal gegen den Strom schwimmen. Keine halben Sachen, bitte!

Wir treffen Rico in München, in einem kleinen Niemandsland zwischen Westend und Laim. Dort ist er quasi Teilzeit untergebracht – in seinem kleinen aber feinen Appartment serviert er gekühlte Spezi plus Beeren, frisch vom Markt, und schwarzen Kaffee ohne alles. Wegen seines Jobs in der Hotellerie pendelt der Chief of Spätzle zwischen München und Frankfurt.

Er kümmert sich um das Online-Marketing einer großen Hotelkette und erzählt von seinem Job mindestens genauso euphorisch wie vom grünen Teil der Lauchzwiebel. Und von Katy Perry. Ja, richtig gelesen. Der Neu-Münchner steht eigentlich auf Feine Sahne Fischfilet, Egotronic und die guten, alten Rapperzeiten von Clueso („Schall und Rauch! Saugut!“), aber bei Katy Perry muss man mal ne Ausnahme machen, findet er. Bei ihrer Superbowl-Show hat sie nämlich ganz lockerflockig die Bude eingerissen ­– die macht also auch keine halben Sachen. Ansonsten beschränkt sich Ricos musikalisches Können aufs Hören. Und das ist völlig in Ordnung.

Früher war Rico eines dieser Kinder, die sich hin und wieder in ihrem Viertel geprügelt haben, Anecken war schon immer eine geheime Superkraft von ihm und das hat sich bis heute kaum geändert (nur die Prügel sind weniger geworden, keine Sorge!). Deshalb braucht er auch jemanden, der ihm in Diskussionen Paroli bieten kann und der mindestens genauso viel Herzblut in Spätzle, Superbowl-Shows und das Kanzleramt steckt wie er selbst. Auch okay, wenn dann mal die Fetzen fliegen ­– bei Rico geht nichts über eine ordentliche Portion Leidenschaft.

Was er dagegen nicht brauchen kann: Dabben, #Yolo und All-Inclusive-Urlaub. Und die schlimmste Zeit seines Lebens? 14 Tage, in denen er stellvertretend auf zwei Meerschweinchen aufpassen musste. Die Geräusche dieser Tiere sind für Rico der blanke Horror. Und wenn er nicht gerade das Online-Marketing revolutioniert oder an seinen Spätzle-Künsten feilt? Was passiert dann? Joggen oder Rennradfahren im Olympiapark, Spaziergänge über den Viktualienmarkt (weil: unbändige Begeisterung für die gefühlt tausend verschiedenen Curry-Sorten, die es dort gibt) und abends ein, zwei, siebzehn Moscow Mules. Auch, wenn er die beste Bar für seinen Lieblingsdrink in München erst ausfindig machen muss. Wanna join?

Shakespeare-mäßig spricht er auch von den alten ICQ-Zeiten und pfeift dabei den klassischen Klingelton für neue Messages nach („Oh ooooh“), seinem Lieblingsessen als Kind (Schnitzel mit Pommes oder wahlweise Tintenfischringe) und von der Serie Suits. Womit wir schon beim nächsten Programmpunkt angekommen wären: gut sitzenden Anzügen.

Rico selbst bezeichnet sich ganz offen als eitel – wir wissen alle, dass Männer keine Ahnung von den echten Ausmaßen des Begriffs „Eitelkeit“ haben und nicken verständnisvoll, als er uns von seiner Schwäche für maßgeschneiderte Anzüge erzählt. Wir finden: Das hat wenig mit Eitelkeit zu tun. Eher mit nem guten Auge für schöne Dinge, und das kann ja wohl nicht schaden.

Jetzt aber Butter bei die Fische: Wenn Rico sich seine Traumfrau ausmalt, sieht das in etwa so aus: nicht unbedingt 25 Zentimeter größer als er. Ansonsten: Völlig egal! Bitte nur nicht zu symmetrisch, nicht zu perfekt. Er mag das Unerwartete, egal ob innerlich oder äußerlich. Außerdem darf man die Romantik nicht vergessen: Auch wenn Rico im Geheimen Boss of Effizienz genannt wird, den Romantiker hat er wohl von seinem Papa geerbt und lebt den auch ganz ungeniert aus.

Seine allererste Freundin zum Beispiel, die war großer Fan von Mando Diao („Damals, als sie noch gut waren“), da hat Rico mal eigenhändig ein komplettes Wochenende plus Konzert organisiert für das damalige Herzblatt und sie damit überrascht. Aus validen Quellen wissen wir: Es gab schon schlechtere romantische Avancen in ersten Beziehungen. Viel schlechtere. Mit ihm gibt’s auf jeden Fall immer was zu erleben: Den perfekten Tag beschreibt Rico ohne Netflix (darf auch mal sein, aber bitte nicht 24/7), dafür mit Rausgehen, Menschen treffen, was Neues erleben. Schlafen kann man auch noch, wenn man tot ist.

Du kannst Spätzle-Liebe und Meerschweinchen-Hate teilen? Dann komm’ mal näher und tippe hier eine kleine Nachricht an Rico. Ohne groß nachzudenken; natürlich alles nur der Effizienz wegen. Und vielleicht ein bisschen wegen Liebe.

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