Raphael | 27 | Köln

„Ich bin ein absoluter Chaospilot!“

So eine Kindheit in der Eifel, genau genommen in der Vulkaneifel, scheint die Menschen sehr aneinander zu schweißen. Denn wir besuchen Raphael in einer super großen Wohnung, die er mit drei Jungs zusammen bewohnt. Und alle kennen sie sich noch aus der alten Heimat, nämlich aus der Ortsgemeinschaft Dedenbach-Schalkenbach-Rammersbach. Klar, wer kennt‘s nicht? Er selbst stammt aus dem idyllischen Dedenbach, das sage und schreibe 454 Einwohner beheimatet. Könnte langweilig dort gewesen sein, denkt ihr? Nö, so gar nicht! Im Gegenteil: Raphael hatte als Kind richtig Spaß dort. Dank Fahrrädern und Mofas waren die Jungs super mobil und konnten ihre Wald- und Wiesenspiele auf die halbe Eifel ausdehnen. Besonders lag ihnen der Hüttenbau. Dabei konnte sie auch das unwegsamste Gelände nicht abschrecken, selbst eine Steigung von 20%. Und wo wir gerade bei Hütten sind – diese waren auch die Top-Locations für Partys in der Vulkaneifel. Raphael und seine Jungs brauchten als Jugendliche nur ein paar Kisten Hansapils, Schnaps, einen Ghettoblaster und eine Gruppe Girls, schon war das Feierabenteuer perfekt. Und da soll noch mal einer sagen, auf dem Land sei nichts los. Daneben hatte Raphael natürlich noch zahlreiche weitere Interessen. Judo zum Beispiel. Am Fußballspielen hat er sich ebenfalls versucht, wenn auch mit mäßigem Erfolg. Und Schlagzeug hat er jahrelang gespielt, allerdings ohne Talent. Man kann halt nicht alles können. Dass er dann mit 15 einmal von zu Hause abgehauen ist, hatte allerdings andere Gründe. Doch auch hier kam ihm eine selbstgezimmerte Hütte wieder zugute, welche ihm für einige Tage einen mehr oder weniger warmen und trockenen Unterschlupf bot. Schon im zarten Alter von 16 verließ Raphael dann seine Heimatregion, um an der Luxemburgischen Grenze ein Internat zu besuchen. War cool da, vor allem auch, dass er im kleinen Nachbarland für 88 Cent tanken konnte. Nach der 12. Klasse, ging‘s dann aber doch zurück gen Heimat, für eine Zivi-Stelle im Jugendhaus. Richtig viel zu tun gab’s da nicht. Dafür einen Kicker- und Billardtisch. Fand Raphael voll ok. Und dann begann endlich das Leben in der großen weiten aufregenden Welt, in Köln. Na ja, fast, eigentlich zunächst in Troisdorf, aber da das ja direkt nebenan liegt, wollen wir mal nicht pingelig sein. Hier absolvierte Raphael seine Ausbildung zum Mediengestalter und hat sich sofort krass in seinen Beruf verliebt und sich total mit ihm identifiziert. Stark. Heute arbeitet er beim Fernsehen als Cutter und wohnt jetzt auch schon eine ganze Weile so richtig in Köln, in der besagten Jungs-WG, die sich an der Grenze zum hippen Ehrenfeld befindet – in einem Haus, das quasi auf einer Verkehrsinsel steht und ein Dach mit der coolsten Aussicht der Welt hat. Außer seinen drei Mitbewohnern gehören noch 6 weitere Eifelboys zur Gang und nach wie vor sind sie alle ganz dicke miteinander. Sogar ein gemeinsames Tattoo haben sie sich stechen lassen. So sieht Männerliebe aus! Und Sport machen sie auch zusammen, so richtig viel und intensiv. Im „Team flott.“ fahren sie Rad, sie laufen und trainieren fleißig für den Triathlon. Durchschnittlich legt Raphael im Monat so 250-300 Kilometer mit dem Rad zurück. Richtig krass. Während er also mittlerweile das gesunde Paradeleben eines Sportlers führt und sogar das Rauchen zugunsten der Kondition aufgegeben hat – natürlich kollektiv mit der ganzen WG -, ist er früher zeitweise auch mal hardcoremäßig viel ausgegangen. In der Jugend war er voll auf Punk und hat so viele Konzerte seiner Lieblingsband Terrorgruppe besucht, wie nur eben möglich. In seinen wilden frühen Zwanzigern kam dann der Techno in sein Leben und er hat unter anderem halbillegale Partys in der Eifel veranstaltet. Abgefahren! Jetzt bezeichnet Raphael sich als den Flexitarier der Musik. Das heißt, er hört irgendwie alles, aber ausgewählt. Wobei The Asteroids Galaxy Tour immer geht und er Tool schon seit Jahrzehnten voll abfeiert. Wenn er mal ausgeht, dann meisten in den The Harp Irish Pub neben dem Stadtgarten. Oder er zieht durch Ehrenfeld und guckt im Rubinrot, den Hängenden Gärten oder der Zoo Schänke vorbei. So wild wie früher wird’s aber nicht mehr. Da bietet es sich schon eher an, zu Hause die Nase in eines der Bücher von John Niven, seinem Lieblingsautor, zu stecken. Oder einfach nochmal eine Folge House of Cards zu schauen, die er aber selbstverständlich längst alle kennt. Ach, und Kochen, das macht er auch noch gerne und gut –  behauptet er zumindest. Solltet ihr euch vielleicht mal selbst ein Bild von machen Mädels, ne? Auch wenn Raphael nun schon seit einer halben Ewigkeit in Deutschlands viertgrößter Stadt wohnt, ist er ja eigentlich von Haus aus voll der Naturbursche. Er steht auf diesen typischen Geruch von Fichten, Pinien und Akazien und zieht die Weite der Natur dem Urbanen vor. Deshalb ist sein Traumreiseziel auch der Highway One in den USA. Zwar war er da schon einmal, aber er kann von dieser Gegend der Welt einfach nicht genug kriegen, und würde darum gerne ein weiteres Mal durch die Einöde cruisen. Ansonsten reist er auch gerne nach Israel, Mauritius, Ruanda oder in den Kongo. Genauso wie nach Hong Kong, und das obwohl es dort nun aber wirklich recht urban zugeht. Übrigens hat Raphael auch noch einen recht ungewöhnlichen Plan für die Zukunft. Er überlegt ernsthaft, sich ein auf dem Kopf stehendes Comic-Buch auf die Oberschenkel tättowieren zu lassen, mit real passierten Geschichten aus seinem Leben. Ladies, meldet euch einfach, weil ihr jetzt die einmalige Chance habt, diesen sympathischen, witzigen und coolen Typen persönlich kennenzulernen. Ran an die Love Letters!

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Kontakt

Sorry, Raphael hat jemanden kennengelernt. Du kannst ihm leider nicht mehr schreiben.

Aber keine Sorge. Alle Profile aus Köln gibt es hier.

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