Ramona | 27 | Leipzig

„Wollt ihr Kaffee? Wo ist eigentlich die Kaffeekanne?“

Gar keine so leichte Sache. Genauer gesagt: Es ist nicht so easy, einen Text über eine Freundin zu schreiben. Wenn diese Freundin dann auch noch Fotografin für im gegenteil ist, auch noch in derselben Stadt – und du sie bei eben jenem Singleblog vorstellen sollst. Oh Mann, was für eine Verkettung.

Ramona und ich haben in der gleichen heimeligen Ostseemetropole namens Greifswald studiert und uns in Leipzig wiederentdeckt, Fotos fürs heiße Giddyheft gemacht, über Kunst geschnackt, süße selbstgebackene Schnecken gegessen – und jetzt stehen Fotograf Henry und ich vor ihrer Tür und suchen ihren Namen auf dem Klingelschild. Es geht die Treppe rauf, rüber und wieder rauf. Eine niedlich-aufgeregte Ramona steht vor uns. Nachdem die Kanne gefunden, die erste Gabel des Kuchens im Mund verschwunden und mein Notizheft aufgeschlagen ist, geht es los.

Von Gifhorn und Greifswald

Ramona ist auf einem Dorf namens Gifhorn aufgewachsen – irgendwo bei Wolfsburg, notiere ich. Schützenfest-trinkfest unterstelle ich ihr, scheint zu stimmen. Ihren Uniabschluss hat Ramona schon vor zwei Jahren an der Universität Greifswald gemacht, das Staatsexamen für die Fächer Kunst, Geschichte und evangelische Religion für Gymnasium hat sie sicher in der Tasche. Danach und dazwischen ergaben sich noch hier und da Zwischenstopps in Essen, Halle und Namibia. Aber eigentlich studiert Ramona noch – also wieder. An der viel gehypten Hochschule für Grafik und Buchkunst studiert die selbstständige Fotografin und Künstlerin – Wie könnte es anders sein? – Fotografie.

Wenn sie von ihren Projekten und Ausstellungen erzählt, stellt sich bei mir eine leise Ehrfurcht ein. Von Mai bis Juli gibt‘s da eine Ausstellung in Rostock namens Postionen zur Portraitfotografie, nebenbei bereitet sie ihre Vorstellung zum Release ihres Fotobuchs im B21 in Leipzig vor. Schon krass, ich bin froh genug, wenn das Berlinpendeln klappt und die Wäsche nicht anbrennt. Apropos anbrennen, kulinarisch brennt bei Ramona nur Gemüse an. (Welch gekonnte Überleitung, ihr habt‘s sicher gemerkt…)

Die Vegetarierin konsumiert neben leckeren selbstgekochten Veggiegerichten in der Uni, unterwegs, im Atelier und eigentlich überall am liebsten Tee statt Kaffee – oder Schnaps. Das Zwischendurch-Likörchen gibt es notfalls auch mal im selbstmitgebrachten Flachmann. Das aber wirklich nur seltenst, to be honest. Weißwein dann schon öfter. „Welche Sorte denn?“, hake ich nach. „Alles egal, lieblich, trocken, halbtrocken…“ Ihr könnt Ramona also mit jedem mitgebrachten Kräutertee, selbstkredenzten Schnaps oder einem Egal-Weißwein eine Freude bereiten. So unkompliziert ist das!

Atelier, One Direction, Deutschlandfunk

Die Magazinsammlerin hört gerne Deutschlandfunk oder Deutschlandradio Kultur. Musikalisch läuft bei Ramona (seit neuestem magisch-kabellos durch Bluetooth-Kopfhörer, wie sie uns begeistert präsentiert) daneben Judith Holofernes, Alin Coen oder Tom Odell. Und … One Direction. Auf eine Jugendsünde angesprochen, erzählt uns Ramona von einer achtstündigen One-Direction-Eskapade in Namibia, bei der sie sich Rastas machen ließ – mit erheiternder Hintergrundmusik eben. Sie prophezeit uns, falls One Direction in Berlin oder Leipzig (Stadiontour, bestimmt!) auftreten sollten, wäre ihr eine Karte sicher – ihre Freunde würden sicher für einen Spaß ein paar Euro zusammenschmeißen und sie auf ein Konzert der Band schicken, für die sie konstant aufgezogen wird.

Elektronisch darf es übrigens auch mal sein, denn Ramona ist bekennende Ausgehmaus und liebt das Feiern in Clubs oder auf Festivals. Die Fusion besuchte sie mittlerweile sechsmal, Clubs wie das Institut fuer Zukunft, Westwerk oder Elipamanoke selbstredend schon öfter. Sie hält sich lieber in Clubs als in Kneipen auf, was bei mir auf Anklang trifft.

Lieblingsplatz ist neben der WG, in die Ramona erst frisch eingezogen ist, ihr eigenes Atelier in Plagwitz. Entweder dort oder an der Hochschule (HGB) ist sie jeden Tag zu finden. „Hast du da denn überhaupt Zeit, jemanden zu daten?“, frage ich sie. „Ja, klar, für einen Partner nehme ich mir die Zeit“, antwortet uns Ramona und trinkt noch einen Schluck Tee auf dem Balkon, bevor sie uns auf eine Minitour durch Alt-Lindenau samt ihrer guten-schlechten Eigenschaften mitnimmt.

Lieber salzig als süß

Einmal wurde ihr als Kind von Schokolade schlecht, der Modelfigur war‘s sicher zuträglich (und vielleicht noch das Glück, hochgewachsene 1.78 zu sein …). Seitdem gilt: Lieber salzig als süß. Lieber eine Brezel als ein Plunderstückchen. Und sonst so? Drei gute und drei schlechte Eigenschaften, bitte. Diese Bitte stellt uns drei vor eine kleine Rätselaufgabe – jeder solle seine schlechten Eigenschaften preisgeben, was wir bereitwillig tun. All eyes on Ramona, die noch schnell zwei Freunde und ihren Bruder um Rat fragt.

Am Ende kommen wir schnurstraks auf drei gute Eigenschaften, die ich nur bezeugen kann: Ramona ist tolerant, immer verständnisvoll und kein Sturkopf. Die drei schlechten Eigenschaften waren schwerer zu benennen, aber wir haben sie herausgefunden. Ungeduld, die wohl hinderlichste schlechte Eigenschaft, und Verstreutheit. Dazu kommt nach, dass Ramona eine Nicht-Tschüß-Sagerin ist. (Pffftzzzzzz!) Aber alles schon irgendwie verzeihlich, oder?

Also … Wer mit der Dame einen Baileys trinken mag, einen Spaziergang riskiert und bloß nicht für ein erstes Date ins Kino möchte, der möge sich bei ihr melden oder für immer dem Gedanken nachtrauern, wie es wohl gewesen wäre, mit Ramona über Typographie, die Generation Y, Fotografie, Kunst, Magazine und ihre Geschichten oder einfach nur über Leipzig und seine liebreizenden Seiten zu schnacken. One-on-One kann man dann auch von ihr erfahren, wie das war, den halben Jakobsweg zu laufen oder für ein Jahr in Namibia zu leben. Und noch tausend Dinge mehr.

Kontakt

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