Patrick | 28 | München

„IKEA is’ schon in Ordnung.“

Patrick macht vieles gerne selbst und ist darin auch ziemlich gut. Als er in der Küche steht und davon erzählt, was er so zimmert (Möbel), zeichnet (Frauen, hihi) und sportelt (jede Menge), zaubert er ganz nebenbei einen Latte Macchiato. Und wie das so ist mit den vielen Leidenschaften, haben auch die von Patrick ihre Wurzeln in der Kindheit. Der 28-Jährige war schon immer gerne draußen. Kaum verwunderlich, wenn man in Radolfzell am Bodensee aufwächst. Was er trotz Landluft gerne gezockt hat: Super Mario. Auf seinem ersten Gameboy. Den hat er übrigens bekommen, nachdem er am Rande eines Fußballspiels in eine Glasscherbe getreten ist und so stark geblutet hat, dass die Mama ihn erst mal auf die Wursttheke eines Verkaufsstandes setzte, er dann genäht wurde und die ganze Zeit schrie: „Ich will nicht sterben!“ Sorry Patrick, wir finden, das ist immer noch eine grandiose Anekdote. Seine Jugend hat er mit Gitarre spielen, Leichtathletik, Fußball, Basketball und dem Skaten verbracht. Man könnte fast meinen, der Junge ist irgendwas mit sportlich. Mittlerweile hat er übrigens das Tanzen, allen Schritten voran, den Boogie für sich entdeckt, weil er meint, dass der immer gute Laune macht. Egal, wie mies man drauf ist. Apropos Boogie Woogie: Disco hat er in seinen jungen Jahren gehasst. Er fand, die Musik war immer die gleiche, die eh schon im Radio lief. Als Metaler, dessen Lieblingsband den sympathischen Namen Killswitch Engage trägt, wird die Dorfdisco halt nie das Richtige sein. Verstehen wir. Von der Hauptschule – zur Realschule – zur Fachhochschule – zum Schreinermeister und Gestalter im Handwerk. Hui! Nachdem er ein Jahr in Radolfzell gearbeitet hatte, verschlug es ihn nach Stuttgart, doch da fand er die Leute sehr verschlossen. Also zog er unter dieses Kapitel einen Strich. Einmal auf die Deutschlandkarte geguckt: Ach, nee! Wie praktisch, dass die meisten Kumpels in München wohnen, schubiduu, Koffer packen, weiterfahren, Zelt aufschlagen. Deswegen ist Patrick seit Dezember im Süden Bayerns und hat seitdem alles richtig gemacht: Gleich mal ne Altbauwohnung im schönen Neuhausen geschnappt, mit Balkon und so manch selbst gebautem Möbelstück. In Ismaning arbeitet er beim Kulissenbau für keinen geringeren Auftraggeber als – Trommelwirbel, denn das ist schon irgendwie geil – HSE24, DEM Home Shopping Sender, Freunde. Wer also unbedingt sehen will, was er da so baut, der schaltet brav in das Format Beate Johnen ein. Die Theke da? Jupp, die is’ von Patrick. Er selbst sagt übrigens über seinen Beruf, dass es die beste Entscheidung war, die er je getroffen hat. Außerdem träumt er davon, Sport und Job zu vereinen, indem er Workshops anbietet, bei denen man lernen kann, selbst Longboards zu bauen. Traum! Auf was der Junge sonst noch so steht? Definitiv Musik, sonst geht er ein. Das sagt er selbst. Vorzugsweise eben Metal oder Rock, deswegen schieben sich auch mal die Kings of Leons oder Bush zwischen die CD-Sammlung, aber das dürfen seine bevorzugten Metalbands natürlich nie erfahren. Außerdem zeichnet er gerne, beispielsweise schöne Frauen, auch so ne Sache, für die es sich lohnt, den Mann kennenzulernen, denn so ein Porträt lässt sich doch sehen. Wer eher geringe bis keine Chancen hat, sein Herz zu erobern, sind oberflächliche Leute, Menschen, die anderen ihre schlechte Laune aufdrücken („Diejenigen, die an der Kasse ständig stöhnen, weil’s nicht schnell genug geht“) oder auch Stresser am Morgen. Das geht gar nicht, denn Frühstück, Kaffee und die Dusche zum Aufwachen müssen sein. Patrick kann übrigens auch einfach mal so dasitzen und nur Musik hören. Und dabei nichts tun, außer denken, und da wären wir bei einer Sache, die ihm zeitweise im Weg steht: Er ist manchmal zu nachdenklich und Entscheidungen treffen ist auch nicht so sein Ding. Wie einmal, im Ferienlager, als er sein Kuscheltier nach einem türkischen Mädchen benannt hat, in das er verschossen war. Wer den jetzigen Patrick ohne Kuscheltier, dafür aber mit Longboard unter den Füßen kennenlernen möchte, der sollte mal im Skateshop Santo Loco vorbeischauen, im Café Kosmos an der Bar stehen oder über die Stroke Art Fair schlendern. Auch ne Idee: Ihr steht mit ‘nem Astra und der neuesten Staffel Californication vor der Tür, da kann er nämlich so richtig lachen, mindestens genauso gut wie bei Helge Schneider und Hape Kerkeling. Und vielleicht gibt’s dann auch selbstgemachte Spätzle. Haben wir erwähnt, dass er die auch kann?

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