Nils | 28 | Mitte

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„Ich pinkel auch im Sitzen!“

Nils, der kleine Racker, wurde in Haltern am See geboren. Früher hieß das nur Haltern, aber für die Touris musste man dringend noch den See ranhängen. Dann urlaubt es sich einfach besser. Mental und so. Jedenfalls ist es schön ländlich dort, mit ordentlich Grün vor der Tür und überraschenderweise auch viel kühlem Nass. Nils war also viel draußen am Toben. Sport fand er schon immer höchst grenzwertig. Als Kind waren ihm Vereine ein Dorn im Auge. Ehrlich gesagt ist das bis heute so. In der Jugend probierte er sich im Skaten, aber im Großen und Ganzen war Musikmachen doch spannender. Mit 15 hat Nils seine Eltern so lange genervt, bis sie ihm endlich ein Schlagzeug hingestellt haben. Gut für alle: Endlich hatte der nervöse Jüngling sinnvolle Ablenkung. Seine erste Band coverte Pink Floyd und Nirvana. Ernstzunehmend wurde das ganze 2004 mit ‘Dressed for Success‘ – selbstredend haben die Jungs sich nach dem 1989er Klassiker von Roxette benannt. Für die letzte Platte 2009 hat Nils sogar das Artwork selbst gemacht. DIY for life. So und nicht anders. Trotz Auswendiglern-Hass hat der Gute zwischendurch sein Abi hinbekommen und danach diverse Praktika bei Filmproduktionen, Werbeagenturen und dem Radio gemacht. Für irgendwas muss die Generation Praktikum ja gut sein. 2008 hat er, trotz Volontariats-Angebot von HIT Radio Vest, innerhalb von einer Woche all seine Sachen gepackt und sich auf die schöne Reise nach Berlin begeben. Und ist auch direkt mal geblieben. Nach Auspack-Jobs bei Rossmann und Foto-Engagements für die Nachtagenten hat Nils eine Ausbildung zum Kaufmann für audiovisuelle Medien bei den Yorck-Kinos runtergerockt. Am Ende hat er das Neue Off in Neukölln geleitet. Und damit es nicht langweilig wird, ist er vor zwei Jahren in die Gastro-Szene gewechselt. Im Emma Pea hat Nils bis neulich die krankesten Drinks gezaubert. Unter anderem hat er den „Abortion“ und „Aperol Müll“ erfunden. Beides irgendwie untrinkbar, aber trotzdem geil. Gerade arbeitet er wieder für die Yorck-Kinos, leitet einen Biergarten und will bald eine Bar/ein Restaurant/einen Plattenladen aufmachen. Ohne Scheiß, das kriegt der bestimmt hin. Ach ja, seit einem knappen Jahr hat er eine neue Band. Colored Moth. Drei Jungs, Liebe auf den ersten Blick, Genre: Experimental-Post-Rock-Screamo-Noise. Halt einfach die Mucke, die Nils schon immer machen wollte. Damals wie heute hört er Refused und kauft bei Hip Hop Vinyl (seinem Lieblingsort in Berlin) oder im BIS AUF`S MESSER seine Herzensplatten ein. Weezer, Flying Lotus, Justin Timberlake – in der sauber sortierten Plattensammlung findet man so einiges. Wirsche Sachen, sinnlose Dinge und Masken aller Art machen ihn glücklich. Das passt hervorragend zu den Kurzfilmen, die der Hobby-Zyniker nebenbei noch dreht. Man beachte bitte, dass Nils einen gepflegten Witz an den Tag legt, deswegen aber noch lange kein Hater ist. Sowas nervt ihn nämlich. Der 28-Jährige mag Sommerregen und feiert es total ab, einfach stehen zu bleiben, nach oben zu gucken und sich berieseln zu lassen. Honigmelone braucht er zum Überleben. Oliven, Kapern, Katzen, Ratten und Tauben sind ihm schwer suspekt. Sein ultimativer Buchtipp ist das Kriegstagebuch 1914-1918 von Ernst Jünger, wobei er „Last Exit to Brooklyn“ auch abfeiert. Wer auf Männer steht, die ihren Instrumenten Namen geben, weiße Lilien mögen und Spielplätze morgens um 5 nach dem Feiern (längst nicht mehr so oft wie früher – wie bei uns allen) richtig knorke finden, der hat hier Jackpot-Potenzial. Man bringe Nils die besagte Honigmelone, ein Tannenzäpfle und gesunden Humor mit und dann ab die Post. Klingt nach einem sogenannten Best Case Szenario!

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Sorry, Nils ist gerade nicht mehr auf der Suche. Du kannst ihm leider nicht mehr schreiben.

Aber keine Sorge. Mehr Jungs aus Berlin gibt es hier.