Mathias | 29 | Berlin

„Der Trend geht zum Dritt-Rad!“

Die langen Beine baumeln entspannt über den sandigen Boden der Steilküste, die Hände halten ein feinperliges Lübzer und die Augen schweifen bei gutem Wetter bis zum Leuchtturm der Insel Oie. Na, wer spürt bei diesem Szenario ebenfalls die frische Brise auf der Haut und kann das Rauschen des Meeres hören? Mathias ganz bestimmt, denn der wuchs am südlichsten Zipfel der Insel Rügen auf. Im Ostseebad Göhren gibt es vor allem Meer, Strand, Tourismus, Fische und Stille. Habe ich schon das Meer und die Fische, die Ostsee Essentials erwähnt? Zusammengefasst die besten Voraussetzungen, um ein von Omega-3-Fettsäuren gestärkter Lifeguard zu werden! 

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„Soll ich euch was sagen? Ich kann noch nicht mal so 100-prozentig gut schwimmen und eine Fischallergie habe ich auch.“ Mathias‘ maximale Realität! Also früher wäre uns der Junge dort oben wahrscheinlich verhungert, aber so gab es ja die Mensa und als Bewegungsausgleich den ambitionierten Vereinsfußball und die Mitgliedschaft bei der freiwilligen Feuerwehr. Ihr könnt euch ja gar nicht ausmalen, was auf der Insel los ist, wenn der Rasende Roland, die dampflokbetriebene Schmalspureisenbahn, mal wieder zu viele ihrer heißen Funken mit der Umwelt teilt. Tatütata, der Mathias ist da!

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Auf Rügen muss man frühzeitig flügge werden, wenn man weder als staatlich anerkannter Krabbentaucher oder als Angestellter in der Hotelbranche arbeiten möchte. Und wollte Mathias das? Nein, natürlich nicht! Sein Ziel war die Ausbildung zum Systemelektroniker und sein neues Zuhause das Lehrlingsheim in Rostock. In diesem Wohnheim gab es ruhige Etagen – und die Etage von Mathias. „Wir haben den ganzen Flur unter Wasser gesetzt, uns eine Bratpfanne unter den Allerwertesten geklemmt und geguckt, wer am weitesten rutscht.“ So wurde heftigst geschlittert bis zu dem Tag, an dem unter Mathias‘ Zimmertür der Duft dieser unverkennbaren Grünpflanze hervordrang und er unverzüglich seine Koffer packen musste. Mathias, wir möchten unsere äußerste Empörung kundtun! Da bist du volljährig und lässt dich damit noch erwischen? Da legt man doch so einen flauschigen Zugluftstopper in den Türspalt!

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Seinen Abschluss als Systemelektroniker konnte ihm aber keiner nehmen und so zog er hinaus in die Ferne, um im Berliner Umland als Telefonmann für einen funktionierenden Draht zur Außenwelt zu sorgen und im Callcenter auf Niedriglohnbasis Stunden zu schrubben. Von Langzeitbefriedigung konnte man bei diesen Jobs einfach nicht sprechen und so saß Mathias mit 25 noch mal auf der Schulbank und wurde staatlich geprüfter Techniker. Heute arbeitet er als Programmierer und passt für unterschiedliche Auftraggeber eine Software für rechtssichere Auftragsvergabe an. Für nähere Informationen zu dem von mir aufgeführten Jobprofil steht euch ab jetzt Mathias zur Verfügung, denn auch nach aufmerksamen Zuhören reicht mein technisches Verständnis dafür nicht aus. Sorry!

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Ihr müsst wissen, außerhalb seiner Arbeitszeit fährt Mathias leidenschaftlich 3-gleisig. Er radelt nicht nur auf einem Sattel, denn der Trend geht heutzutage eindeutig zum Dritt-Rad. Eines dieser Räder trägt den bürgerlichen Namen „Elfriede“. Mathias‘ Citybike bringt ihn von A nach B und neulich hat Elfriede ganz hingebungsvoll bei einem Zusammenprall mit einem Transporter ihre Gabel geopfert, um Mathias zu retten. Seitdem ist Mathias um die Erfahrung einer Gehirnerschütterung und die liebe Elfriede um eine lila-lackierte Spendergabel reicher. Zum Glück gibt es bei beiden keine Langzeitschäden und Mathias stürzt sich jeden Tag aufs Neue in den gefährlichen Verkehrsdschungel.

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Manchmal gönnt sich Mathias einen sportlichen Ego-Booster und radelt an einem Tag nicht 100, nicht 200, nein, 340 Kilometer bis nach Rügen! „Danach ist man maximal im Eimer, aber es ist auch ein schönes Gefühl, ein Ziel erreicht zu haben, und man lernt kleine Sachen wie ein kühles Bier und eine heiße Dusche zu schätzen.“ Für Mathias ist das Radeln ein Ausgleich zum Büroalltag, es hält fit und seine Gedanken stehen still. „Für mich ist Radfahren wie ein Instant-Urlaub für die Seele.“ Schöner hätte er es wohl nicht formulieren können. Und wer jetzt denkt, Mathias radelt nur für sich allein, der hat sich schwer verzettelt. Denn mit seinem blinden Freund aus dem Fahrradverein legt er auch regelmäßige Tandemtouren zurück. Dieses Jahr hat sich Mathias mit seinem Rad übrigens eine Auszeit in den Bergen Norwegens gegönnt. Im kommenden Jahr steht ein 300-Kilometer-Radrennen, um den Vättern-See in Schweden und eine selbst geplante Alpenüberquerung auf dem Plan. Respekt der Herr, diese Beinbegabung imponiert!

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Während unseres Gesprächs frage ich mich des Öfteren, warum Mathias auf mich so eine innere Ruhe ausstrahlt, obwohl er uns offen gesteht, dass er vorher ganz schön nervös war. Bis irgendwann folgender Satz fällt: „In einer Beziehung ist es mir wichtig, dass man sich gegenseitig den Freiraum lässt, den der andere braucht. Ich möchte mein Leben nicht eintauschen, sondern erweitern, ergänzen und verschönern.“ Vielleicht ist es genau das? Diese Zufriedenheit mit dem eigenen Leben, das sichere Gefühl, mit beiden Beinen auf dem Boden zu stehen und genau zu wissen, was man sucht, in Mathias‘ Fall: „Etwas mit Substanz.“ Er muss grinsen und meint: „Es ist gar nicht so einfach, sich selbst einzuschätzen, aber ich bin sehr zuverlässig, auch wenn das vielleicht langweilig klingt!“ Zu spät kommen, ohne Bescheid zu sagen? Jemanden grundlos versetzen? Das gibt’s bei Mathias nicht! Er ist eben einer vom zauberhaften Format Alte Schule.

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„Beim Tanzen sehe ich übrigens so aus, als würde ich auf den Bus warten“, sagt Mathias. „Elegant, elegant“, denke ich mir und kann mir ein Lachen einfach nicht verkneifen, aber zum Glück nimmt mir Mathias das nicht übel, denn der 1,90m-Mann hat diesen wunderbaren Humor, der nicht nur auf die Kosten anderer geht. Dafür hat der Rennradfahrer eine Schwäche für 80er-Jahre-Musik. Am liebsten schmettert er sich die guten, alten Songs von New Order und Metallica um die Ohren und trinkt mit dir bei einem Kneipenabend den ein oder anderen Pfeffi. Mittags wird dann bei Bedarf ein wunderbarer Weißkohleintopf gegen den Kater gezaubert. „Und bei meiner Crème brûlée hat sich auch noch keiner beschwert“, erzählt Mathias lächelnd.

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Ich jedenfalls werde das Gefühl nicht los, dass Mathias jemand ist, der einem, in dem teils so unverbindlichen Großstadttrubel, Sicherheit geben kann. Er muss sich nicht unnahbar machen, um reizvoll zu sein. Nein, Mathias ist einfach da, wenn nachts sein Telefon klingelt und man ihn braucht. Ein Typ, für den Treue keine variable Größe ist, sondern außer Frage steht, und der in naher Zukunft unbedingt Polarlichter sehen will. „Ich möchte irgendwo am Hintern der Welt vor einer Holzhütte mit einer Frau im Arm schweigend das lautlose Schauspiel genießen.“ Ihr Hübschen, wir denken, das ist genügend Futter für eure liebeshungrigen Herzen. Just go for it, denn das ist doch alles in allem ein durchaus fairer Wunsch, den ihr Mathias einfach nicht abschlagen könnt!

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