Marco | 21 | Hamburg

„Bitte nicht aufschreiben, sonst bringt Bushido mich um.“

Es braucht nicht lange und einem wird klar: Marco hat Herz und zwar ein großes. Er begrüßt uns in der Wandsbeker Wohnung seiner älteren Schwester, denn bei ihm zu Hause in Ahrensburg wird umgebaut. Er hat diverse Getränkesorten bereit gestellt und morgens Schokoladenkuchen für uns gebacken. Ja, er selbst, Pfadfinderehrenwort! Und das sogar wortwörtlich, denn Marco ist Pfadfinder seitdem er denken kann. Was ihm wichtig dabei ist? Ein Gefühl von Solidarität und das aufeinander Acht geben. Diese Einstellung vermittelt er seit inzwischen vier Jahren sogar als Gruppenleiter selber weiter. An die 13- bis 15-Jährigen, mit denen er viel Zeit draußen verbringt, rumwerkelt oder ein grill together mit Geflüchteten der Gemeinde veranstaltet.

Marco hat väterlicherseits einen spanischen Einschlag. Er ist in Hamburg geboren, verbrachte aber wegen der bekannten Leier Vater-Beruf-Standortwechsel seine ersten Lebensjahre in Valencia. Dort ist er immer noch jedes Jahr zum Urlaub bei Großfamilie & Co. Allerdings, gesteht er uns, kennt er nicht alle Cousins zweiten bis fünften Grades auf Anhieb mit Namen. Mit vier Jahren sind Eltern, er und seine zwei älteren Schwestern schließlich zurück ins ländlich gelegene, bis dato bewohnte Ahrensburg gezogen. Die Schulzeit hat er ohne viel Tamtam überstanden, seit seinem Fachabitur absolviert er eine Ausbildung zum Metallbauer – Fachrichtung Konstruktionstechnik. Das bedeutet unter anderem Balkone und Treppengelände bauen, habe ich mir erklären lassen. Aktuell ist er im letzten Lehrjahr und überlegt, anschließend Bauingenieurwesen zu studieren.

Neben Beruf und Pfadfindertum hängt Marco mehrmals die Woche im Fitnessstudio rum oder spielt professionell American Football bei den Hamburger Black Swans. Dort hat er die Position des Offensive Lineman – das ist der Typ, der defensemäßig andere daran hindert, dem Quarterback auf die Fresse zu hauen. Eine etwas weichere Seite von Marco zeigt sich hingegen in seinem nächsten Fetish: Musikhören. Auf Rückfrage, was er denn akustisch gerne konsumiert, reagiert er erst einmal zurückhaltend, es wäre ihm peinlich, druckst rum. Dann folgt ein kleinlautes Geständnis: Er feiert die Zurück in die 90er-Liste von Spotify rauf und runter. Amour Toujours und Sweet Dreams findet er schlichtweg geil. Er konnte ja nicht wissen, dass er damit auf absolute Fanohren trifft. So freuen wir uns kurz hin und zurück über die guten Hits einer epischen Zeit … als sich meine liebe Teampartnerin plötzlich meldet: Ihre zweite Speicherkarte funktioniert nicht mehr, oh nein.

Also alle die Problemlösungskappe angezogen und mal scharf Grübeln. In dieser Situation zeigt Marco direkt seine entspannte Hilfsbereitschaft: Kurzerhand ruft er einen guten Kumpel an, der uns ohne Zögern sonntags mit einem Laptop zur Hilfe eilen würde. Und das von der Reeperbahn nach Wandsbek, obwohl er gerade von Wandsbek zu Hause auf der Reeperbahn angekommen war. Marco hat halt gute Freunde, auf die er zählen kann. So wie sie auf ihn, denn Verlässlichkeit macht einen großen Teil seiner Persönlichkeit aus. Den Bums mit der Speicherkarte lösen wir letztlich durch einen Roadtrip zu meiner Teampartnerin in Marcos weißem Renault, den er phänomenal über alles liebt. 90er-Playlist von Spotify inklusive! Spiel mal Lemon Tree … Spiel mal Torn … wünscht sich Marco zum laut Mitsingen vom Fahrersitz aus.

Wenn man seine Likes weiter abklappert, fällt auf, der Geschmack ist weit gefächert: Er steht auf Serien wie Vikings und Supernatural sowie europäische Filme wie Adams Äpfel und Die fabelhafte Welt der Amélie. Auch für Horrorfilme kann er sich begeistern, aber hier lieber für die Psycho- statt Abschlachtvariante. Er liest gerne Fantasykram wie die Eragon-Reihe oder Der Alchimist, den Klassiker von Paulo Coelho. Das Buch beschreibt eine schöne Geschichte vom Träumen, findet er. Wovon er so träumt, frage ich ihn zurück. Von einer Familie mit zwei Kindern vielleicht. Oder davon Hufschmied zu werden! Denn seine Schwestern hatten schon immer Pferde und nichts brachte als Kind seine Augen mehr zum Leuchten als der Hufschmied, der auf glühend-leuchtendem Eisen eingedroschen hat.

Freizeitmäßig nimmt Marco mit, was kommt: Hip-Hop-Festivals, ein Clueso-Konzert, bei dem er spontan zwei Stunden vorher an Tickets dran kam oder auch gerne mal Modern-Art-Ausstellungen. Wenn das Kunstwerk allerdings ein Gerät ist, womit eine Kartoffel eine andere Kartoffel umkreist und selbigen Titel trägt, kann er innerlich nicht mehr mitgehen. Ansonsten ist er offen für die Welt, Hauptsache raus und was erleben. Samstagabends auf der Couch mit Netflix macht ihn eher unterdurchschnittlich glücklich. Zu der Zeit hängt er lieber mit seinen Kumpels im Grüner Jäger rum. Dort schätzt er die familiäre Atmosphäre, in der man sich noch höflich zu entschuldigen weiß, nachdem man jemanden besoffen angerempelt hat. Besoffen kam er auch auf die Idee, sich bei im gegenteil zu melden. Auf Beziehung hat er schon Lust, Tinder ist ihm zu oberflächlich.

Was kann Marco gar nicht leiden? Rassismus, Lakritz und Pfeffi – in genau dieser Reihenfolge. Wir hingegen können Marco sehr gut leiden und haben zusammen viel gelacht. Wenn du auf trockenen Humor von der Seite stehst, viel unternehmen und über alles reden magst, ist Marco dein Touchdown sozusagen! Uns gibt er jedenfalls noch einen schlechten Witz mit auf den Weg: Was ist der Unterschied zwischen erotisch und pervers? Erotisch ist es, den anderen mit einer Feder zu streicheln, pervers ist es nur, wenn die Ente noch dran hängt.

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