Jonathan | 24 | Hamburg

„Fürs Verkatertsein ist mir meine Zeit viel zu schade.“

Wenn man es genau nimmt, dann ist Jonathan seit seinem ersten Tag auf diesem Planeten ein Trendsetter. Februar 1993. Hausgeburt in Reinbek, ein Ort im Speckgürtel Hamburgs. Städter-Familien fliehen heutzutage erst ins gediegene Umland, Jonathan weiß die Ruhe schon seit ganzen 24 Jahren zu schätzen. So lange lebt er bereits auf zwei Etagen. Erst zusammen mit seinen Eltern, seiner großen Halbschwester und seinem großen Bruder, mittlerweile alleine mit Mum. Papa Walter ist trotz Trennung geblieben, hat er doch seine eigenen Praxisräume für die sogenannte Alexandertechnik mit in der Wohnung. Dazu hat er auch schon zwei Bücher geschrieben. In einem kann man Jonathan sogar bewundern. Hohen Rosses, sicher mit Helm, aber trotzdem mutig frei. Drei Halbschwestern hat Jonathan, einen kleinen Halbbruder und oben erwähnten großen Bruder. Patchwork Deluxe, in Frieden und mit ganz viel Respekt. Ein bisschen Singlewohnen mit Mama, ein bisschen kleine Farm mit Papa, denn der wohnt ganz ländlich, zusammen mit zwei Hunden und Pferden in einem kleinen Ort 30 Kilometer entfernt von Reinbek.

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Reiten, Klettern im Schlosspark, Tennis, Aikido – Jonathan hat sich als Kind ordentlich ausgetobt und ausprobiert, war dabei aber immer sehr besonnen und vorsichtig. „Zu allererst habe ich alles beobachtet und mir ein genaues Bild gemacht. Ich war ehrlich gesagt ziemlich schüchtern.“ Auf der Glinder Gesamtschule dann Indie, 2013 nach einem Schulwechsel Abitur in Lohbrügge. Nur mit einem Namen auf der Mathe-Vorabiklausur, sonst nichts. Oh oh! Leben am Limit. Schluss mit Mathe. Jonathan war schon früh klar, dass nicht Rechnen, sondern Einrichten, Ausstatten, Gestalten, Verändern, ja, all das Kreative seins ist. Als kleiner Junge liebt er es, stundenlang die schönsten Interior-Styles erst für seine Playmobilfiguren aufzubauen, später dann in seinem Die SIMS die schönsten Wohnungen zu kreieren. Als Teenagerboy strich er regelmäßig sein komplettes Zimmer um. Seinen Lieblingsfilm Frühstück bei Tiffany mag er auch so sehr, weil Audreys Wohnung so herrlich puristisch und klar eingerichtet ist. Erster Berufswunsch? Innenarchitekt. Und so folgten in der Schulzeit Praktika bei einem Raumausstatter und einem Möbelrestaurator. Passte perfekt, denn Jonathan bevorzugt noch heute Vintagemöbel vor jeglicher IKEA-Fummelei. Außerdem erweitert er immer fleißig seine umfangreiche Lampensammlung. (Heimlicher Spleen, psssst!)

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Aber sein neugieriger Geist trieb ihn weiter. Jobben im Café. Praktikum bei einem Fotografen, bei dem er den weiblichen Models zeigte, wie man vernünftig und aufrichtig läuft – Alexandertechnik sei Dank. Schlüsselmoment: Praktikum bei einem Herrenschneider. Und die Erkenntnis: „Das will ich nicht machen. Viel zu konservativ!“ Bis dato kleidetet Jonathan nur sich selbst ein, half Freundinnen bei der Outfitwahl. Doch zum Ende seiner Schulzeit stand fest: Ich mache Mode. Und zwar für Frauen. Besonnen, klar, Schritt für Schritt, Schnitt für Schnitt. „Wenn ich etwas beginne, dann laber’ ich nicht rum. Ich will es ordentlich machen. So, dass ich mich sicher damit fühle und weiß, ich beherrsche es wirklich gut! Ich lebe für Mode.“ So begann Jonathan eine Ausbildung zum Maßschneider, Fachbereich Damen. Bei der international bekannten Hamburger Designerin Uli Schneider – und schloss diese letzten Sommer ab. Neben allen wichtigen Maßschneider-Skills hat Jonathan vor allem eines gelernt: Bügeln ist die halbe Miete. Wer also auf frisch gebügelte Wäsche steht, holt sich mit Jonathan einen Profi ins Haus! Knöpfe annähen? Pfff, im Schlaf. Mit insgesamt drei Nähmaschinen ist Jonathan perfekt gerüstet.

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Fashion. Fashion. Fashion! Und dann Reinbek? 27 Minuten Fahrt vom Hamburger Hauptbahnhof, raus nach Schleswig-Holstein. Ähm, why? Ganz einfach. Klassische Ausbildung = meistens keine Schubkarre voll Gold am Ende des Monats. Gerade verdient er seine Moneten mit Promo- und gelegentlichen freien Schneiderjobs. Und Jonathan, der kreative Kopf, nimmt lieber eine fette Stunde Fahrtzeit pro Weg in Kauf, als auf sein Reinbeker Reich zu verzichten. Ein Atelier, ein großer Kleiderschrank, in dem man eigene Stücke, Secondhand-Schätze aber auch Klamotten von ZARA oder Weekday findet. Dazu ganze drei Arbeitstische. Jonathan braucht Platz. Zum Denken und Entwickeln. Vor ein paar Jahren hat er sein eigenes Label gegründet. JVL. Seine drei Initialen: Jonathan Valentin Luca. 10 von 10 Punkten auf der Sexiness-Namensskala. Check. Er arbeitet aktuell an seiner ersten, komplett eigenen Kollektion. Thema: Ghetto Chic. Wenn hier die letzten Fäden vernäht sind, dann möchte er sich damit für ein Modedesign-Studium bewerben. Wo? Vollkommen offen.

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Genauso offen wie Jonathan auch für die Eigenschaften seines potenziellen Partners ist. Am wichtigsten ist ihm vor allem eins: Zeit und Bewusstsein. Beieinander sein, im Jetzt. Die Zeit zusammen mit viel Achtsamkeit und Aufmerksamkeit genießen. Die Welt ist schnelllebig genug. Gerne beim gemeinsamen Musik hören. Seine aktuelle Lieblingssängerin Haiyti macht Cloud Rap. Derbe Sprüche mit noch derberem Autotune, mit denen er selbst zaghaft in seinem kleinen Tonstudio experimentiert. Oder ein gemeinschaftliches Bingewatching mit Stranger Things, American Horror Story oder The OA. „Ich weiß, dass viele in meinem Alter nur eine Beziehung führen, weil sie nicht allein sein wollen und nicht wissen, wer sie ohne jemand anderen sind. Dafür ist mir die Liebe viel zu kostbar. Das will ich nicht.“ Jonathan trägt einen kleinen Strich auf seiner Hand. Symbolisch für eine Eins. Das bedeutet für ihn: Alles im Leben hat einen Grund. Lass dich drauf ein – du wirst das Beste daraus machen. Ach, du schöner, schlauer Jonathan!

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Bis Mr. Right vorbeischneit, macht Jonathan einfach geduldig weiter sein Ding. Er ist ein Modezeitschriften-Suchti, verschlingt am liebsten VOGUE oder Interview, Bücher stehen dabei eher weniger auf seiner Leseliste. Inspiration sucht er auch beim City-Reisen in Europa. London, Barcelona, Prag – den besten Burger seines Lebens hat er übrigens in Amsterdam bei Geflipt gegessen. Ihr hättet seine glitzernden Augen beim Erzählen sehen sollen. Unbezahlbar. Tränen hingegen treibt ihm Sushi in die Augen. Aber eine gute Phø geht immer, am liebsten im Quan Do. Danach geht es gut gestärkt zum Feiern nach St. Pauli oder Altona oder zu den legendären Mis-Shape-Partys. Im Sommer besucht er regelmäßig das MS Dockville. Das Open’er in Polen gehört aktuell zu seinen mega Festival-Highlights. Viel Alkohol trinkt Jonathan dabei allerdings nicht. „Fürs Verkatertsein ist mir meine Zeit viel zu schade. Ich mag einen klaren Kopf!“ Wenn ihm der S-Bahn-Ride bis an die Hamburger Waterkant zu lange dauert, dann tingelt er kurz weiter nach Bergedorf. Dort veranstaltet eine seiner besten Freundinnen im Café Chrysander regelmäßig das Soundyard, bei dem Underground-Bands aus der ganzen Welt ihre Klänge zum Besten geben.

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Jonathan, der Kosmopolit: Auch durch sein zweite Leidenschaft, das Modeln, kommt er ordentlich rum. Zwar steht der Blondie noch ganz am Anfang, aber einen Agenturvertrag hat er bereits in der Tasche. Und der letzte Barcelona-Trip war für ein Shooting. More about to come. Wooohooo! „Beim Modeln fühle ich mich frei. Ich bin fasziniert davon, wie unterschiedlich ein Mensch inszeniert werden kann. Durch Licht, Make-Up oder eben Kleidung. Das Modemachen, aber auch das Modepräsentieren liegt mir beiderlei sehr am Herzen!“

Du findest, Jonathan ist der Stoff, aus dem deine Träume gemacht sind? Du willst vielleicht sogar deine eigene Liebeskollektion mit ihm entwerfen und hast Lust, mit ihm durch Europa zu jetten? Schreib ihm – du wirst uns dankbar sein.

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Sorry, Jonathan ist gerade nicht auf der Suche. Du kannst ihm leider nicht mehr schreiben.

Aber keine Sorge. Mehr Jungs aus Hamburg gibt es hier.