Jessie | 33 | Hamburg

„Was ist ein schattiges Plätzchen? Mist, jetzt hab ich den Witz schon verraten.“

Als die Wohnungstür sich öffnet, werden wir gleich von zwei bezaubernden Ladys begrüßt, nämlich von Jessie und ihrer 6-jährigen Mopsdame Emma. Auch ohne den vierbeinigen Eisbrecher fühlen wir uns instant wohl bei der gebürtigen Warnemünderin. In dem Fischerdorf bei Rostock beginnt ihre Lebensreise, als sie in die musikalisch veranlagte Familie reingeboren wird. Der entsprechende Einfluss ließ nicht lange auf sich warten, denn bis heute gehören Singen und Tanzen zu ihren Lieblingsaktivitäten. Seit sechs Jahren ist sie Teil eines Pop-Chors in Altona und beim Weggehen hat Tanzen stets höchste Priorität – zum Beispiel bei der Depri Disko im Molotow oder der Kopfhörerparty im Knust. Ohne Kopfhörer geht Jessie übrigens eh nicht aus dem Haus.

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An das ruhig-spießige (ihre Wortwahl) Heranwachsen angelehnt, fiel die aktuelle Stadtteilwahl auf Groß Borstel. Von hier aus kann sie mit minimalem Wegaufwand im Großstadttrubel mitmischen ohne dabei die Option auf idyllischen Rückzug aufgeben zu müssen. Diese Entscheidung spiegelt auch ganz treffend ihren Grundtyp wider: Unser Single ist nämlich ambivert veranlagt, also extro- und introvertiert zugleich. Im Umgang mit Menschen und dem Leben ist sie offen, lebendig, witzig – braucht aber zum Aufladen wieder die Ruhe und eine Intensivkurpackung Natur. Gerne zum Beispiel in Schweden, wo sie das erste Mal hin wollte, weil sie von den Ärzten Jag älskar Sverige gehört hatte.

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Die Ärzte feiert sie sowieso. Mit Himmelblau als Favorit im Herzen war sie bereits auf diversen Konzerten und fühlt sich durch ihren inneren kleinen Rebellen der Band tief verbunden. Das Nicht-mit-dem-Strom-Leben machte sich Ende der Pubertät am deutlichsten bemerkbar, als sie ihren ausgefallenen Stil für sich entdeckte. Damals färbte sie ihre Haare in Lila-Pink-Blond-Schwarz-Rot-Töne und fing an, sich individueller zu kleiden. Für diese Phase schämt sie sich nicht im geringsten, im Gegenteil. Bis heute hat sie im Alltag ihre quirligen Wege, nicht alles wie alle anderen zu machen. Ihren Look beschreibt sie als „eigen“ und weigert sich konsequent, den Wecker auf eine Uhrzeit mit einer Fünf oder Null am Ende zu stellen.

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Wer Singen und Tanzen liebt, kann seine Freizeit natürlich hervorragend mit Ausgehen verbringen. Die ersten „Partys“ waren in Rostock, dauerten von 17 bis 22 Uhr und danach wurde sie brav von Papa abgeholt. Auch wenn die Feierformate schnell wilder wurden, war ihr früh klar: Tanzen ist ihre Droge ist und der Alkohol stört dabei nur. Zum Auflockern braucht sie ihn nicht und deshalb verzichtet sie bis heute gerne darauf. Irgendwie schade, dass diese persönliche Entscheidung oft auf Unverständnis trifft. Seitenanekdote: So lernte Jessie auch, auf den Flatratepartys – einer Erfindungssünde der 90er – die hohen Eintrittspreise mit nicht-alkoholischen Getränken wieder rauszusaufen. Und wo wir bereits von Sünden der 90er sprechen, kramt sie ihre erste Maxi-CD für uns heraus: Unbreak my heart von Toni Braxton. Ein Lied, das sie damals selbstverständlich nur wegen der ausgereiften Gesangstechnik bewunderte.

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Weiter in der Pubertät wühlend, erinnert Jessie sich, wie ihr eins immer gegen den Strich ging: Dass sie ihrem Bruder beim PC-Spielen zusehen, aber selten mitspielen durfte. Durch diese Erfahrung entwickelte sich unweigerlich eine Faszination für Computer sowie Spiele (zum Beispiel damals: Indiana Jones und heute: Borderlands 2). Als unweigerliche Konsequenz dieser digitalen Leidenschaft gab es nach erfolgreichem Abitur eine Unibewerbung und die Zusage direkt dazu: Medieninformatik in Berlin. Also nichts wie in den Hauptstadtwahnsinn. Zum Studium an sich kann sie (leider) viele typische Klischees bedienen: Es gab wenige Frauen, viele ihrer männlichen Studienkollegen waren extrem schüchtern, mit manchen hat sie in den vier Jahren kein Wort gewechselt und so weiter.

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Programmieren kann sie, trotzdem hatte sie am Organisieren der Gruppenarbeiten mehr Freude als an der Codierarbeit selbst. Ihre erste Bewerbung ging daher als Producerin an eine große Werbeagentur. Die wollte sie auch, allerdings war Jessie nach der zweiten Bewerbungsrunde so semibegeistert vom großen Werbelöwen. Stattdessen schaute sie spontan zum Gespräch bei einer Post-Produktion am Jungfernstieg vorbei und fühlte sich von deren Lockerheit mehr angesprochen. Zwei Wochen und einen stressigen Umzug darauf begann ihr Leben in der Hansestadt. Neun Jahre, drei Produktionsfirmen und eine Emma später: Jessie liebt ihren Beruf nach wie vor. Der Fokus verschiebt sich dennoch mit der Zeit und es gibt den Wunsch nach mehr. Mehr Freizeit, mehr Leben, mehr Zeit für Freunde. Ein vorstellbarer Traum für die Zukunft ist es, ihr Know-How als Dozentin zu lehren.

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Womit sie neben Emma, Singen, Tanzen, Wandern in der Natur und Gamen noch ihre Freizeit verbringt? Sie mag Netflix, Sky und Amazon lieber als TV. Serien wie Westworld lieber als Filme. Im Kino war sie zuletzt nur wegen Star Wars – der Geek in ihr ist selbstverständlich ein intergalaktischer Fan. Sie hat Game of Thrones nicht nur gesehen, sondern auch die Bücher gelesen. Gleiches gilt für The Walking Dead und die Comics. Comics sind sowieso toll, besonders die Figur der Harley Quinn und die seit den Batman-Comics und lange vor Suicide Squad. Ihr Lieblingsbuch ist Die Stadt der träumenden Bücher von Walter Moers, weil er mit Sprache, Zeichensetzung und Semantik spielt. Spricht eine Figur zum Beispiel sehr leise, ist die Schrift sehr klein gesetzt oder beinahe durchsichtig. Vielschichtig wie Jessie nun einmal ist, gefällt ihr genau diese Eigenschaft auch an den Formaten dieser Welt.

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Wie bereits erwähnt ist die Natur ihr natürliches Akkuaufladegerät. Dadurch, dass sie in ihrem Berufsleben maximal organisieren muss, bucht sie für ihre Urlaube am liebsten organisierte Wanderreisen mit allem Drum und Dran. Einfach mal nicht denken, nicht planen müssen, das ist pure Erholung für Jessie. Ein kleiner Tipp in diesem Zusammenhang an die potenziell Interessierten: Wenn der Mann das erste Date plant und sie sich um nichts Gedanken machen muss, ist das definitiv ein Pluspunkt. Punkten kannst du auch, wenn du … Emma und Natur magst, tendenziell fest im Leben stehst, auch ohne Handy ein Gespräch überlebst, den Gentleman in dir zu zeigen weißt und Ghosting nicht zu deinem Basis-Verhaltensrepertoire zählst. Mit Jessie wiederum gewinnst du eine Frau an deiner Seite, mit der du wunderbar sowohl die Welt als auch die Couch erobern kannst. Emma gibt es als Add-On dazu.

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Sorry, Jessie ist gerade nicht auf der Suche. Du kannst ihr leider nicht mehr schreiben.

Aber keine Sorge. Mehr Mädchen aus Hamburg gibt es hier.