Inger | 33 | Berlin

„Eigentlich würde ich gerne sagen, dass ich so richtig spontan bin. Aber naja – geht so.“

Dass Inger aus dem Norden, nicht aus dem Süden kommt, das erkennt man vielleicht schon am Namen. Aufgewachsen ist er nämlich in Bremerhaven, wo er sich in seiner Jugend hauptsächlich mit Musik und Skaten beschäftigt hat. Geskatet wurde schon mit zwölf, aber so richtig cool wurde es mit dann mit sechzehn. Da hatte seine Skatergang nämlich Mopeds mit Anhängern, in die alle Campingsachen geworfen wurden und ab ging’s nach Hamburg zum Beispiel, zu den großen Skateparks, oder dahin, wo man mit 25km/h am Wochenende halt so hin kam. Ein bisschen schneller wurde es mit achtzehn: Krankenwagenfahren kann er nämlich auch. Nach seiner Zeit als Zivi beim Roten Kreuz hat Inger eine Berufsausbildung zum Sanitäter gemacht. Irgendwo soll es da sogar eine Urkunde geben. Musik ist aber seine wahre Leidenschaft. Mit elf gab’s schon kleinere Auftritte, später hat er mit seiner Schulband Eye of the tiger gecovert und danach sogar auch eigene Musik geschrieben. Okay, findet er aus heutiger Sicht vielleicht ein bisschen schrecklich, aber trotzdem. In Rotterdam hat er seinen Bachelor und Master gemacht – in Popmusik. Er ist quasi Diplompopper, hihi. Während des Studiums war er nicht nur Singer Songwriter, sondern auch für vier Wochen Gitarrist einer holländischen Band für den Film Vivere mit Hannelore Elsner. Da war er Anfang zwanzig und fand die Drehzeit ziemlich spannend.

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Nach seinem Studium haben viele seiner Freunde angefangen Musik zu unterrichten – aber Inger war jung, naiv und wollte wieder nach New York, wo er ein Auslandssemester gemacht hatte. Da würde er sicher groß rauskommen. Er hat viele Open Mics gespielt, ist mit Bazaar Royale als Gitarrist durchs Land gezogen und hatte Auftritte mit DJs in Mexiko, Jakarta und Ibiza. Aber es ging auch unmusikalisch rund: Mit seinem Kumpel hat er Kunst bei VIPs aufgehangen und Glühbirnen gewechselt – kann man tatsächlich beruflich machen. Er hat außerdem Fahrräder gekauft – aufgepimpt – verkauft (macht er heute noch) und nahm Voice-Overs für Videogames oder Touri-Touren auf. Seitdem hat Inger ein ganz bezauberndes „Jetzt fahren Sie nach …“ drauf. Bester Touriguide. Hui – in New York ist viel passiert, aber Berlin ist halt auch geil, wissen wir. Mit zwei Koffern und zwei Gitarren hat er erst mal schön drei Monate auf einem Hausboot auf der Spree gewohnt und ist dann in eine Wohnung über einem Kino gezogen. Drei Jahre war er Product Manager für eine Reisesuchmaschine und hat den Standort Berlin mit aufgebaut. Viel Stress und dann die Erkenntnis: Shit, ich wollt doch eigentlich Musik machen. Macht er seit letztem Jahr auch wieder in Vollzeit. For the love of the sound, sagt schon sein Tattoo.

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Seine Freunde behaupten, Inger sei ehrlich, humorvoll und ein bisschen verwirrt. Sonntags liebt er es, spät zu frühstücken, von 12 bis 14h Sonntagsfahrer im Radio zu hören und sich mit einer Tasse Kaffee vors Zazza in die Sonne zu setzen. In zehn Jahren wird er endlich mit Freunden Land in Portugal gekauft und dort eine Permakultur errichtet haben, macht immer noch Musik, ist voll Familienmensch und dann auch endlich mit der perfekten Frau an seiner Seite. Die sollte übrigens bitte nicht aufgetakelt daher kommen, sondern lieber authentisch, abenteuerlich und weltoffen sein und am besten schon mal wissen, wo sie hin will und wer sie ist. Eigentlich ganz einfach. Wir haben euch ziemlich viele lustige und krasse Sachen noch nicht verraten – wie zum Beispiel Don´t wake me up. Wenn Inger lacht, ist’s richtig schön und vielleicht nimmt er euch ja auch mal auf seinem Longboard mit. Bock?

Kontakt

Sorry, Inger hat jemanden kennengelernt. Du kannst ihm leider nicht mehr schreiben.

Aber keine Sorge. Mehr Jungs aus Berlin gibt es hier.

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