Hendrik | 36 | Berlin

„Alles Dino!“

Es folgt ein Vorwort: Es gibt Menschen, die erzählen mit solch einer Freude von ihren Interessen, dass ihre Begeisterung sofort zu mir überfließt. So geschehen in Hendriks schönem Wohnzimmer. „Ich habe als Kind im Sandkasten nach Dinoknochen gebuddelt“, sagt Hendrik und stellt mit einem breiten Lächeln und mit Einsatz seiner Hände die vergangene Schaufelszenerie nach. Während ich noch lache, zeigt uns Hendrik bereits liebevoll die von Opa selbst geschnitzte Triceratopsbuchstütze, die als Andenken an seine Kindheitsvorliebe noch immer in seinem Regal steht. „Alle Kinder haben sich doch für Dinosaurier interessiert, oder?“ Nein, ich mich ehrlich gesagt nicht, aber seitdem wir Hendrik kennenlernen durften, habe ich das Bedürfnis, ins Naturkundemuseum zu gehen und T. Rex Tristan zu kraulen, bevor er weg ist. Denn diese Wesen scheinen Fantasie, Neugierde, Gruselgefühle und Faszination gleichzeitig auszulösen!

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Ich vermute ja, Hendrik hat seinen primären Fokus auch deshalb auf die Reptilien gelegt, weil das emsländische Meppen einfach nicht die Hochburg für kindliche Freizeitaktivitäten war. Also hat Hendrik entweder den Wald mit seinem BMX unsicher gemacht oder in seiner selbst gegründeten Dinosaurierschule die hiesigen Buddelfreunde mit seinem Wissen behelligt. In dieser Schule hat er sich wohl gefühlt, ganz im Gegenteil zu der „klassischen“, bei der ihm irgendwie immer mulmig im Magen war. Diese norddeutsche, etwas eigenbrödlerische Art hat Hendrik eben mit der Muttermilch aufgesogen. Der Mix aus Körpergröße und vagem Interesse an Sport sowie das Bedürfnis, auch mal alleine zu sein, hat Hendrik wie in einem amerikanischen Jugendfilm zielsicher in die Gruppe der „Outcasts“ geführt. Hendrik war Punkrockanhänger, Rollenspieler, Cartoonist bei der Jugendzeitung der Kirche und hatte wahlweise blaue oder rote Haare. Zusammengefasst eben der vielfältigste Nerd aller Zeiten oder einfach die beste Verschmelzung aus den Big-Bang-Theorie-Boys.

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Hendrik kann man auch 20 Jahre später in keine Schublade stecken. In seiner Wohnung steht die Roboterfigur neben der handgefertigten Heiligenstatur, Kant neben Comics und musikalisch gibt es unter anderem Old School Hip Hop oder Hardcore Metal. Offenheit und Neugierde sind Hendrik wichtig. „So viele Dinge können interessant sein, ab und an ist es toll, diese Sachen dann auch bewusst wahrzunehmen. „Diese Momente machen mich hin und wieder sehr glücklich. Zum Beispiel das Betrachten eines Gemäldes, während der Rest nur Augen für das große Gebäude daneben hat.“ Seiner Liebe zu Grafik, Details und Illustration ist Hendrik bis heute treu geblieben. Nach Abschluss des Abiturs und dem Zivi im Kinderheim in Köln hat Hendrik in Münster Illustration studiert und danach jahrelang als freiberuflicher Diplom Designer von der Hand in den Mund gelebt. Heute ist Schluss damit, weil Freiheit eben auch bedeutet, nicht jeden Monat seinen Kontostand mit einem großem Fragezeichen zu betrachten. Als Quereinsteiger programmiert Hendrik nun seit fünf Jahren Websites und fühlt sich mittlerweile heimisch in diesem Beruf.

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„Ich mache wahnsinnig gerne Sachen zu Fuß“, antwortet Hendrik, als ich ihn frage, was ihn außerhalb seiner Arbeit begeistern kann. Mit oder ohne Skizzenbuch geht Hendrik gerne spazieren, sei es zum Botanischen Garten, zum nächsten Café oder mit Sack und Pack in den Wanderurlaub. In Hendriks Kopf schwirrt in regelmäßigen Abständen ein neuer Gedanke herum, mit dem es sich zu beschäftigen gilt. Unter anderem: Was bewirken Gefühle? Oder wie entsteht Fremdenhass? Wo liegt der Ursprung von Schuld? Wovor hat man Angst? „Vor der Veränderung des Augenblicks vielleicht. Hin zum Schlechteren, zum Extremen. Und aus dem Grund klammert man sich verzweifelt an den Augenblick. Obwohl das Leben natürlich immer und gnadenlos weiterläuft. Genau wie man das Meer nicht davon abhalten kann, Wellen zu erzeugen.“ Ihr merkt, mit Hendrik kann man stundenlang schnacken, ihm zuhören, um die Ecke denken und schweigen. Er selbst würde sich weder als Hippie noch als Kapitalist beschreiben, sondern entspannt in der Mitte verorten.

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Um Energie für neue Gedanken zu tanken, probiert sich Hendrik seit neustem in der Meditation. Nicht auf der spirituellen, sondern mehr auf der nerdig-psychologischen Schiene, mithilfe unterschiedlichster Atemtechniken. „15 Minuten nichts machen war schon ein anderer Schnack. Auf Durchzug stellen hat mir gefallen“, das ist Hendriks erstes Fazit und wir sind gespannt, was noch folgen wird. Hendrik gehört zu den Personen, die Stille und Ruhe genießen können, auch wenn er meist drei Dinge gleichzeitig macht. Seine exzessive Partyphase hat er hinter sich gelassen. Lieber trinkt Hendrik ein frisch gezapftes Bier in einer dunklen, engen Kaschemme.

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Während des Spaziergangs schweifen wir etwas ab und Hendrik steht vor der Frage, was er in der nächsten Beziehung anders machen würde oder vielleicht sogar besser? „Meiner Meinung nach ist die fehlende Kommunikation das größte Problem in Beziehungen. Es ist wichtig, frühzeitig miteinander zu reden und die Sorgen und Wünsche anzusprechen. Und sich dabei auf gleicher Ebene zu begegnen. Denn selbst wenn man Kompromisse eingeht, man verliert dabei nichts.“ Hendrik muss bei dieser Antwort nicht zögern, er trägt sein Herz sowieso nach außen. Spiele spielen ist nichts für den 36-Jährigen, denn wenn wir mal ehrlich sind, wäre Hendrik im Ernstfall eh zu faul, sich zu verstellen, stimmt’s? Vielleicht zwingt ihn seine Höhenangst dazu, seinen Balkon nach spätestens zehn Minuten zu verlassen und das Betrachten einer Spinne bereitet ihm auch Probleme, aber er ist offen und ehrlich in seinen Worten und kann durchaus über sich selbst lachen, ohne über seinen Stolz zu stolpern. Hier und da erwähnt Hendrik übrigens seine Familie und wir wissen auch, dass der Mann aus dem Wedding Nachwuchs gegenüber offen wäre, egal in welcher Form er ihm begegnen wird.

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Ihr Hübschen da draußen, wisst ihr eigentlich was Pröddeln bedeutet? Und mit wem Hendrik jeden Sonntag telefoniert? Oder wie er zum Thema Puppentheater steht? Es gibt einfach noch so viel über diesen Mann zu erzählen, auszutauschen – zum Lachen und Nachdenken. Das hier ist nur der Prolog, ihr schreibt die Geschichte … Und die kann mit Hendrik nur verdammt schön werden. 

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