Hanna | 20 | Hamburg

„Ich kann immer noch meine ICQ-Nr. auswendig: 57321512.“

Müsste ich Hanna mit einem Wort beschreiben, würde ich “viel zu reif für ihr Alter” nehmen, weil ein Wort nicht ausreicht. Obwohl sie zehn Jahre jünger ist, hat sie mich durchgehend mit ihren hyperaktiven Hirnsynapsen zum Staunen und Schmunzeln gebracht. Im Laufe des Gesprächs sind unter anderem Sätze gefallen wie: “Nur weil er Das Kapital gelesen hat, hat er noch lange nicht den Kommunismus verstanden.”

Deshalb einigen wir uns gemeinsam darauf, dass sie auch als 24-Jährige durchgeht und Daten (Englisch ausgesprochen) unter dieser Altersklasse aus Prinzip scheitern könnte. Aber begleitet mich einfach mal durch das Leben dieses hübschen Wunderkopfes und überzeugt euch selbst.

Geboren und aufgewachsen ist Hanna ohne H am Ende im romantischen Idyll Homberg (Efze) bei klassischer Familienstruktur: Mutter, Vater, sie. Es gab Cousinen und Großeltern, mit und bei denen sie viel Zeit verbrachte, da ihre selbstständigen Eltern eine Menge Energie in den Beruf steckten.

Die sind übrigens seit 25 Jahren glücklich verheiratet. Als ich mich nach dem Geheimnis ihrer glücklichen Ehe erkundige, erklärt mir Hanna: Die beiden arbeiten zusammen, Mama ist die Chefin und wenn, dann streiten sie nur beruflich und privat herrscht Harmonie. Außerdem gehen sie bis dato zusammen auf Festivals. Ein Beziehungskonzept, an dem ich durchaus Gefallen finden könnte.

Schon als Kind trug Hanna das Herz auf der Zunge – mit gleichzeitigem Zunge rausstrecken sozusagen. Bereits mit 16 fühlte sie sich bereit, die Welt und das Erwachsensein zu erobern. Zum frühzeitigen Auszug kam es jedoch nicht, dafür hat sie ein Auslandshalbesjahr in dem schönen Küstenörtchen Torquay (Great Britain) verbracht. Bei ihrer älteren Gastschwester, die inzwischen in London lebt, crasht sie bis heute ab und an spontan. Mit ihrem Heimatdorf hat sie mittlerweile Frieden geschlossen und trägt symbolisch dessen PLZ als Tattoo in Form eines binärischen Codes auf dem Arm mit sich durch den Alltag.

Hannas ganze kreative Power musste stets irgendwo hin. Also hat sie mal Blockflöte, mal Kontrabass gespielt, Ballett getanzt, in einer Band namens Principle of Uncertainty gesungen und sich von Oma Stricken und Nähen beibringen lassen. Sie war ein knappes Jahr vegan, hat das gesunde Essen regelrecht zelebriert, findet momentan aber exzessiv Kochen für eine Person in den Arbeitstag gequetscht eher undankbar. Aktuelles Projekt: Sie probiert sich in Sachen Kleiderschrank-Minimalismus.

Mit 12 Jahren war sie (in väterlicher Begleitung) bereits auf ihrem ersten Festival, Frittenbude schauen. Mit 13 wieder, nämlich auf dem Musikschutzfestival. Mit 15 ist sie bei besagtem Event aufgekreuzt, um es mitzuorganisieren. Heute, vier Jahre später, schmeißt sie dort so gut wie alles, insbesondere den Bereich PR- und Öffentlichkeitsarbeit.

In Sachen Schule war Hanna durchgehend gut, ohne viel investieren zu müssen. Hausaufgaben wurden zum Beispiel prinzipiell morgens im Bus erledigt. Das hätte schief gehen können, ist es aber nicht. Ihr Einser-Abi wäre nur dann besser geworden, wenn sie nicht nebenbei die ganzen Abiturfeierlichkeiten ihres Jahrgangs organisiert hätte. War nicht einfach, erzählt Hanna, stets die Interessen aller Fronten ‘Schüler, Lehrer, Schulleitung’ in Einklang zu bringen. So wurde sie nebenbei ein Killer (O-Ton Hanna) in Sachen Vereinsrecht, denn wenn es ein Problem gibt, findet sie gerne die passende Lösung dafür.

Nach Abitur folgte der langersehnte Schritt ins unabhängige Leben und nach Hamburg. Für unser geliebtes Schauspielhaus arbeitet sie im Bereich PR- und Öffentlichkeitsarbeit. Ihre aktuelle Stückempfehlung ist René Pollesch mit Ich kann nicht mehr – jung, modern, ohne Handlungsstrang lautet ihr Fazit. Das Team ist spitze, Premierenfeiern und Kartenvergünstigungen sowieso.

Nebenbei schreibt sie für (wieder O-Ton Hanna) das renommierteste Musikmagazin überhaupt: Die Mopo. Apropos Musik: Ihre Liebe dazu hat sich gegen das Theater durchgesetzt. Unstoppable wie sie nun mal ist, hat sie sich als Veranstaltungskauffrau bei Musiklabels beworben. Skorpio wollte sie, Hanna hat sich allerdings für die kleinere, familiäre Variante entschieden – inklusive Pendeln zwischen Hamburg und Berlin. Nach dieser Spielzeit geht’s los.

Zum Thema Likes: Ihre ersten (geschenkten) Alben waren Juli und Silbermond. Das selbstgekaufte Album Phoenix Wolfang Amadeus mit “Lasso” als Lieblingshit. Ansonsten steht sie auf Underdogkram, den es nur auf Soundcloud gibt: Say Yes Dog, Bergfilm und Sonic Mobilée. Als ich sie nach ihren Lieblingsbüchern gefragt habe, kam die Antwort: “Gehen Autoren? Dann nehme ich Adorno, Sartre und Dürrenmatt.”

Hach Liebes, geht’s auch mal einfach in deinem Kopf zu? Ja tut es, zum Beispiel mit Nina Wagners Fucking good, was ich in ihrem Bücherregal entdecke. Hanna mag außerdem das Fräulein-Magazin, auch wenn sie es als zu avantgardistisch und feministisch einstuft.

In Sachen Serien gewinnt die britische Sherlock-Serie ihre Aufmerksamkeit, wegen des Humors und der Liebe zum Detail. Im Hamburger Nachtleben findet man Hanna je nach Stimmung in den üblichen Verdächtigen: Molotow, Golem oder Moloch – dort ist sie die an der Bar, mit dem Bier in der Hand und den guten Gesprächen.

Hanna ist gar nicht primär, explizit, ausschließlich nur auf der Suche nach einer festen Beziehung. Gerade neu in Hamburg angekommen, findet sie im gegenteil zum mehr Menschen kennen lernen auch fein.

Beim Thema Beziehung erzählt sie, dass ihre Vorstellungen konkret, aber nicht festgefahren sind: Jemand, der nicht totally lost mit sich und dem Leben ist. Ihr selbstdefiniertes Mantra ‘work hard, play hard’ muss er nicht genauso leben, dafür gut mit Freiraum können. Ein humorvoller Musikliebhaber mit gutem Geschmack wäre ideal. Der sich allerdings auch nicht zu schade dafür ist, ein Helene-Fischer-Konzert mitzunehmen, wenn sich mal Karten dafür ergeben.

Einer, mit dem man spontan nach Danzig fliegen kann, weil es dort schön ist und die Flüge günstig. Der einem sporadisch sonntags Kaffee und Franzbrötchen vorbei bringt, so einer halt. Mit Bart ist ebenfalls nie verkehrt.

Ich weiß, ich habe nicht zu viel versprochen. Wenn ihr jetzt genauso hin und weg davon seid, wie viel Leben und Freude in diesen 20 bzw. 24 Jahren stecken: Einfach schreiben, Hanna ist nur ein Kontaktformular von euch entfernt.

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